31251 research outputs found
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Das Kind mit dem Herzen sehen. Kinder mit chronischen Erkrankungen und Existenzielle Pädagogik
Die Frage, ob sich die Existenzielle Pädagogik auch im Kontext chronischer Erkrankungen, Behinderungen, sozialer Benachteiligung oder herausfordernder Verhaltensweisen anwenden lässt, ist klar zu bejahen. Gerade in solchen pädagogisch besonders herausfordernden Situationen entfaltet dieser Ansatz sein volles Potenzial und zeigt seine besonderen Stärken. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine spezifisch modifizierte Form der Existenziellen Pädagogik für einzelne Zielgruppen. Vielmehr beruhen ihre Wirksamkeit und Tragfähigkeit auf denselben anthropologischen Grundhaltungen, konzeptuellen Zugängen und pädagogischen Prinzipien, die für alle Kinder – und grundsätzlich für alle Menschen – Gültigkeit haben. Als besonders wirksam erweist sich die phänomenologische Haltung (Waibel 2017a). Sie möchte das Kind in seiner ganzen Persönlichkeit wahrnehmen und verstehen. Die zentrale existenziell-pädagogische Leitfrage fasst dies zusammen: „Was braucht dieses Kind jetzt von mir?“ (Waibel 2022, 46). Zudem unterstützt diese Haltung Erziehende darin, das jeweils einzigartige und einmalige Kind in seiner jeweiligen speziellen Situation zu sehen, aber auch sich selbst als Erziehende mit den eigenen authentischen Ideen und Vorstellungen einzubringen. Dadurch vertieft sich die Beziehung und das zwischenmenschliche Vorgehen verändert sich. Die folgenden Ausführungen geben einen Einblick in die speziellen Stärken der Existenziellen Pädagogik. Doch zunächst folgen einige Vorbemerkungen zu Gesundheit und Krankheit aus existenzieller Perspektive. (DIPF/Orig.
Chronisch krank in der Schule. Herausforderungen, Chancen und Lösungsansätze aus medizinischer Perspektive
Aufgrund epidemiologischer, sozialer und medizinischer Faktoren nimmt der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit chronischen Erkrankungen stetig zu. Parallel dazu wächst die Nachfrage nach ganztägigen Betreuungsangeboten. Bildungseinrichtungen und Schulpersonal stehen vor der Herausforderung, diesen Kindern und Jugendlichen eine adäquate und bedarfsgerechte Beschulung zu ermöglichen und sie ggf. auch zu versorgen. Doch welche Bedarfe haben diese Schülerinnen und Schüler und welche Aufgaben kann oder sollte die Schule übernehmen? Der Beitrag stellt empirische Befunde und Lösungsansätze rund um das Kind mit einer chronischen Erkrankung in der Schule vor. (DIPF/Orig.
Demokratiebildung an Seminar und Schule
Gerade in Zeiten von Populismus und Europaskepsis ist es eine der Hauptaufgaben von Schulen, das Demokratiebewusstsein der Schüler/innen zu stärken. Das Kultusministerium Baden-Württemberg hat eine schulartübergreifende Konzeption zur Stärkung der Demokratiebildung an den Schulen in Baden-Württemberg entwickelt. Kernelement ist hierbei der "Leitfaden Demokratiebildung". Der folgende Text stellt dar, wie Demokratiebildung in die Ausbildung künftiger Lehrkräfte am Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Mannheim implementiert ist, und zeigt anhand konkreter Beispiele aus der Feudenheim-Realschule Mannheim, inwiefern Demokratiebildung im Unterrichtsalltag ihren Platz findet. (DIPF/Orig.
Superdiverse and multilingual, but still languageless. How unconscious and unintended raciolinguistic attitudes in school-based parent cafés can co-promote exclusion
It is widely emphasized that there are existing gaps between parents who understand themselves as residents and parents who are positioned as immigrants or even ‘perpetual foreigners’. This qualitative study illustrates how unconscious and unintended raciolinguistic attitudes position some groups of parents and keep them excluded despite the programmatic idea of school-based parent cafés, legitimized by governmental strategies of better inclusion. The theories of raciolinguicism and monolingual habitus are further explored to understand intertwined mechanisms of creating groups. The analysis was planned and carried out using the Grounded Theory based on interviews. As the main findings, it is argued that German is understood as the language that leaves parents with another first language languageless with no or just limited communication skills. In certain school-related contexts, the monolingual habitus of German can be replaced by another dominant language. The study also showcases the phenomenon of (self)othering that can occur unintendedly in parent cafés. (DIPF/Orig.
Handlungspraxis und Wirkungsweisen von Schulaufsicht. Wie die Schulaufsicht ihren Führungsauftrag gegenüber Schulen realisiert
Im Zuge einer Stärkung der Eigenständigkeit von Schulen obliegen der Schulaufsicht neben kontrollierenden Aufgaben mit Blick auf die schulische Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zunehmend auch unterstützende Aufgaben, vor allem mit Blick auf die schulische Qualitätsentwicklung, die sie bei der Realisierung ihres Führungsauftrags gegenüber Schulen zu erfüllen hat. Der Beitrag geht der Frage nach, auf welche Weise die Schulaufsicht diesen Führungsauftrag erfüllt, und trägt zu deren Beantwortung Erkenntnisse aus der empirischen Forschung zusammen. (DIPF/Orig.
Exekutive Funktionen: Welche Bedeutung haben sie für die Potenzialentfaltung von hochbegabten Kindern und Jugendlichen?
Die Expertise untersucht die Bedeutung der Exekutiven Funktionen (EF) für die Potenzialentfaltung hochbegabter Kinder und Jugendlicher. Im Fokus stehen zentrale kognitive Steuerungsprozesse wie Arbeitsgedächtnis, Inhibition und kognitive Flexibilität, die wesentlich zur Selbstregulation, zu zielgerichtetem Handeln und zur Anpassungsfähigkeit beitragen. Auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche werden theoretische Grundlagen zu EF und Intelligenz dargestellt, deren Überschneidungen und Abgrenzungen analysiert sowie Zusammenhänge mit Bildungserfolg, Lernverhalten und Potenzialentfaltung beleuchtet. Die Entwicklung der EF ist ein komplexer, durch biologische, soziale und familiäre Faktoren beeinflusster Prozess. Defizite in den EF können dazu führen, dass Kinder und Jugendliche ihr kognitives Potenzial nicht vollständig entfalten. Hochbegabte benötigen anregende, kognitiv herausfordernde Lerngelegenheiten, die ihnen aufgrund ihrer schnellen Auffassungsgabe im (pädagogischen) Alltag jedoch oft fehlen. In diesem Zusammenhang wird die Bedeutung einer differenzierten Diagnostik der EF ergänzend zur Intelligenzmessung hervorgehoben, um individuelle Stärken und Entwicklungspotenziale frühzeitig zu erkennen und gezielt zu unterstützen. In der Expertise wird dargestellt, wie die EF pädagogisch gefördert werden können, insbesondere auch mit Blick auf Underachievement. Eine gezielte Förderung – sowohl alltagsintegriert als auch durch strukturierte Programme – könnte daher neue Wege eröffnen, Potenziale wirksam und nachhaltig zu entfalten. Bisher fehlen jedoch spezifische, wissenschaftlich fundierte Förderkonzepte für hochbegabte Kinder und Jugendliche. Die Expertise leistet einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit den EF als Schlüsselkompetenzen im Kontext von Hochbegabung. Sie bietet wissenschaftliche Grundlagen, praxisnahe Empfehlungen und benennt Forschungsbedarfe, um Begabungsgerechtigkeit zu stärken und individuelle Entwicklungschancen gezielter zu unterstützen. (DIPF/Orig.)This scientific report examines the importance of executive functions (EF) for the realization of potential in gifted children and adolescents. It focuses on central cognitive control processes such as working memory, inhibition, and cognitive flexibility, which are essential for self-regulation, goal-directed behavior, and adaptive functioning. Drawing on an extensive review of the literature, this report outlines the theoretical foundations of EF and intelligence, examines their points of convergence and divergence, and explores their relevance to educational achievement, learning behavior, and talent development. The development of EF is a complex process shaped by biological, social, and familial factors. Gifted children and adolescents in particular require stimulating and cognitively challenging learning opportunities. However, due to their rapid comprehension, such opportunities are often lacking in everyday (educational) settings. In this context, the importance of differentiated assessment of EF as a complement to intelligence testing is emphasized. This facilitates the early recognition of individual cognitive profiles and enables the design of targeted interventions that support optimal development. The report outlines pedagogical approaches to foster EF, with particular attention to underachievement. Targeted support, either integrated into everyday contexts or delivered through structured programs, may open up new pathways for effectively unlocking individual potential. Specific, evidence-based intervention approaches especially designed for gifted children and adolescents are still lacking. This report contributes to the discourse on EF as key competencies in the context of giftedness and the unfolding of cognitive potential. It provides theoretical foundations, practice-oriented recommendations, and identifies areas in need of further research, with the aim of strengthening educational equity and enhancing opportunities for individual development. (DIPF/Orig.
Anderen grundlegende Bewegungen zeigen. Pädagog*innenbildung als Praxis (der Lehre) von Bildungsbewegungen?
Der Beitrag knüpft an die europäische Ideengeschichte zu Bildung an und wendet diese kritisch-materialistisch für den Kontext von Pädagog*innenbildung. Diese kann sonach als Einüben einer spezifischen Bewegung dargestellt und – kritisch-reflexiv gelesen – die Bewegungslogik dieser Bildungspraxis näher bestimmt werden. Dabei zeigt sich ihre Angemessenheit für eine Bildung der Zukunft angesichts aktueller Herausforderungen von Mensch und Welt: z. B. im Hinblick auf Diversität, bezüglich ihrer Materialität, Vulnerabilität und Limitationen oder auch vor dem Hintergrund inklusiv-demokratischer Lebensformen. (DIPF/Orig.
Political sustainability during the first years of Belgian independence and its depiction in Belgian national history textbooks in the first half of the 20th century
Über das Thema „Nachhaltigkeit“ wird heute oft im Zusammenhang mit Umweltproblemen, wie Luftverschmutzung und globaler Erwärmung, diskutiert. In Bildungsmedien ist dann häufig vom notwendigen Engagement für eine „nachhaltige Entwicklung“ die Rede, bei der es um die Sicherung einer gesunden und lebenswerten Umwelt geht, insbesondere in Sozialkunde- und Geografie-, aber z.B. auch in Religionsbüchern. In der Vergangenheit wurde dieser Begriff teilweise in ganz anderem Sinne verwendet. So wurde beispielsweise in der belgischen Geschichtsschreibung unter „Nachhaltigkeit“ lange Zeit vor allem das politische Bemühen um einen politisch stabilen und sozialen Staat verstanden, der Frieden und Wohlergehen für seine Bürger*innen anstrebte. In diesem Beitrag wird mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse belgischer Geschichtsbücher aus den Jahren 1910–1960 und vor dem Hintergrund der offiziellen belgischen Geschichtsschreibung untersucht, wie diese Darstellung von „nachhaltiger“ Politik konkret aussah. (DIPF/Orig.
Stoffgeschichten – zukunftsfähige Bildungsmedien für Nachhaltigkeit
Die besonderen Herausforderungen, vor denen Bildungsmedien zum Thema Nachhaltigkeit grundsätzlich stehen, stellt die Autorin zu Beginn ihres Beitrags heraus: die Lernenden vom Wissen über das Bewerten zum Handeln zu bewegen. Anschließend führt sie sogenannte „Stoffgeschichten“ als dafür geeignetes Bildungsmedium ein; diese erzählen von ganz alltäglichen Stoffen (Substanzen, Materialien, Produkten etc.), wobei der Herstellungsprozess eine ebenso wichtige Rolle spielt wie die kulturgeschichtliche, ökologische, ökonomische und soziale Bedeutung des jeweiligen Stoffes. Didaktisch aufbereitete Stoffgeschichten lassen sich in verschiedenen Fächern einsetzen; außerdem erwerben die Schüler*innen beim eigenen Erarbeiten solcher Geschichten Kompetenzen für den verantwortungsvollen Umgang mit den Stoffen ihrer Um- und Mitwelt. (DIPF/Orig.)Educational media play a central role in imparting knowledge, values and skills in the context of sustainability, as they convey complex information about global interrelations, encourage critical reflection and motivate people to take action. This article aims to present the challenges faced by educational media in teaching sustainability and the approach of “Material Histories” (Stoffgeschichten) as educational media. (DIPF/Orig.
Outdoor education between past and future. The Italian experience of Orti didattici
Dieser Beitrag befasst sich mit Lerngärten, die in Kindergärten und Grundschulen in Nord- und Mittelitalien weit verbreitet sind. Diese Aktivität begann im Schuljahr 2014–2015 mit der Genehmigung des Ministeriums und der Zusammenarbeit von Kommunen und einigen Umweltgruppen. Die Idee ist nicht nur wegen ihrer ethischen und intellektuellen Ziele interessant, sondern auch, weil sie traditionellen Arbeitsmitteln eine instrumentelle didaktische Rolle zuweist. Ziel des Beitrags ist erstens die Beschreibung dieser Aktivitäten und zweitens eine Konzentration auf die dabei verwendeten Lehrmittel. (DIPF/Orig.