31251 research outputs found
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Universitäre Schulberatung als Beitrag zur inklusiven Schulentwicklung
Inklusion stellt den normativen Bezugsrahmen aktueller Schulentwicklung dar. Veränderte gesellschaftliche Bedingungen erfordern auch eine Weiterentwicklung der pädagogischen Institutionen, woraufhin diese jedoch einen erhöhten Unterstützungsbedarf in ihrer (Konzept-)Entwicklung anzeigen. Eine solche Unterstützung bietet die Schulentwicklungsberatung, welche auch von universitärer Seite aus erfolgen kann. Das adapted Reflecting Team (aRT) stellt ein Beratungsinstrument der universitären Schulberatung dar, das sich auch zur inklusiven Schulentwicklung eignet. Der Beitrag skizziert kurz die Methode als Möglichkeit der universitären Schulberatung und verortet sie im Diskurs der Schulentwicklungsberatung. In einem zweiten Schritt werden Bezüge zu Inklusion als Bezugsrahmen hergestellt. (DIPF/Orig.
Anerkennung und Validierung non-formalen und informellen Lernens an Hochschulen. Orientierungen in einem komplexen Feld
Der erste Sammelband zum Thema „Validierung und Anerkennung non-formal und informell erworbener Kompetenzen an Hochschulen“ widmete sich den Rahmenbedingungen und Herausforderungen der Validierungsverfahren zum Zeitpunkt der Novellierung des Hochschulgesetzes im Jahr 2021. Nunmehr, rund drei Jahre später, vertieft der zweite Band die Thematik durch einen umfassenden Blick auf die Erfahrungen, welche bei der Umsetzung und Implementierung der Gesetzesnovelle gesammelt wurden. Aufgeteilt in drei Kernbereiche – (1) Erfahrungswerte und Transformationsprozesse an Hochschulen, (2) Herausforderungen bei der Validierung im Kontext von Wissensbewertung, Qualitätssicherung und sozialstruktureller Ungleichheit und (3) Good Practices und konzeptuelle Überlegungen aus der Berufs- und Erwachsenenbildung – bietet der Band wertvolle theoretisch und empirisch fundierte Orientierung in einem komplexen Feld. Fachexpert*innen aus dem nationalen und internationalen Raum teilen ihre Erkenntnisse und Erfahrungen, diskutieren (kritisch) bestehende Herausforderungen und beleuchten wirksame Strategien und operative Ansätze für Hochschulen und weitere (Bildungs-)Einrichtungen. Dabei werden umfangreiche Erkenntnisse aus der Berufs- und Erwachsenenbildung integriert dargebracht, die bereits vorliegende, wertvolle Hinweise und Informationen zu Validierungsverfahren liefern und so zur Diskussion und Analyse beitragen. Der Sammelband richtet sich an Mitglieder der akademischen Gemeinschaft in Lehre, Verwaltung und Leitung über alle Hochschulsektoren hinweg ebenso wie an Vertreter*innen der Erwachsenenbildung und Unternehmensverbände. Dieses Buch stellt damit eine wertvolle Ressource für all jene dar, die sich mit der fortschreitenden Einbindung non-formaler und informeller Lernergebnisse in das Bildungs-, Berufs-, und Hochschulsystem beschäftigen. (DIPF/Orig.
Entwicklung(serwartung) und Trägheit. Zur Reziprozität von Wandel und Stabilität in Schulentwicklungsprozessen
Im Beitrag wird das Spannungsfeld zwischen den gesellschaftlichen bzw. pädagogischen Entwicklungserwartungen an und der konstitutiv strukturellen Trägheit von Schule diskutiert. Die Autoren bestimmen dieses Zusammenspiel in Strukturbildungsprozessen mit dem Evolutionsschema Luhmanns. Es wird dabei eine Perspektive eingenommen, die Schulentwicklung im handlungspraktischen Vollzug untersucht. In der Rekonstruktion der Interaktion zur Anwesenheit der Schüler:innen in einem digitalen Lernbüro an einer Oberschule zeigen sie so auf, wie im Kontext der entdifferenzierten Amalgamierung von Individualisierung und Digitalisierung Ambivalenzen zwischen einer neuen Organisation von Unterricht einerseits und der Restabilisierung der pädagogischen Ordnung andererseits hervorgebracht werden. (DIPF/Orig.
Schule als Entwicklungsanlass? Rekonstruktionen zum Passungsverhältnis von schulischen Sinnentwürfen und Lehrerhabitus
Schule stellt ein Handlungsfeld dar, in dem nicht nur Schüler:innen, sondern auch Lehrpersonen sich bewähren und sich mit den an sie gerichteten Erwartungen, Anforderungen und Bedingungen auseinandersetzen müssen. Diese können je nach Ausgestaltung eigener Orientierungen, Vorstellungen und Dispositionen als Ressourcen für die Entwicklung oder aber auch als Begrenzungen von Professionalität und Autonomie wahrgenommen werden. Folglich kann das Verhältnis von Profession und Organisation von Hin- und Abwendungen geprägt sein, die letztlich zu Gestaltungsimpulsen und Professionalitätsschüben, aber auch zu Resignation und Drop-Out führen können. Dieses Spannungsfeld von Profession(alisierung) und einzelschulspezifischen Sinnentwürfen steht im Zentrum dieses Beitrages und soll anhand empirischer Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt diskutiert werden. (DIPF/Orig.
Economy and politics. On the questionable separation of economic and political education
Die These des Autors lautet, dass es sozialwissenschaftlichen Fachdidaktiken nicht gelingen kann, allein durch ihre Identifizierung mit einer Fachwissenschaft als Bezugsdisziplin eine singuläre, untereinander hinreichend abgegrenzte Identität zu konstruieren. Vielmehr kann man ökonomische und politische Bildung nur dann sinnvoll konzipieren, wenn man sie gemeinsam und unterschieden im Gesamtrahmen des sozialwissenschaftlichen Wissenschafts- und Lernfeldes und bezogen auf ein Leitbild einer sozialwissenschaftlich gebildeten Persönlichkeit denkt. Der Autor skizziert zunächst Grundpositionen relevanter wirtschaftsdidaktischer Konzeptionen im Hinblick auf seine Fragestellung (2.). Im zweiten Schritt beschäftigt er sich mit der Fachwissenschaftsorientierung dieser Ansätze (3.), denn darauf gründen sie im Wesentlichen ihre Identität und die Abgrenzung zur Politikdidaktik. Dann diskutiert er den stark politischen Akzent, den prominente Wirtschaftsdidaktiker ihren Konzeptionen geben, und dessen Konsequenzen für die politische Bildung (4.). Schließlich zieht der Autor einige Schlussfolgerungen für eine Bildung im sozialwissenschaftlichen Feld (5.). Der Text richtet sich vor allem an ein politikdidaktisch informiertes Publikum, dem die Positionen der ökonomischen Bildung weniger bekannt sein dürften. (DIPF/Orig.)The author\u27s argument is that social science subject didactics cannot succeed in constructing a singular, sufficiently distinct identity solely through its identification with a single scientific discipline as its reference discipline. Rather, economic and political education can only be meaningfully designed if it is conceived jointly and separately within the overall framework of the social sciences as a field of study and learning and in relation to a model of a social science educated personality. (Author
Dichtungsgeschichte als Bildungsgeschichte
Deutschunterricht, soweit er sich auf den »klassischen Kanon« der deutschen Dichtung richtet, leidet und litt unter einem konzeptionellen Problem: Was soll er »eigentlich« bei den (Mittel- und Oberstufen-)Schülerinnen und Schülern bewirken? Sprachliche Kunstwerke genießen? Wie macht man das? Welche Auswahl? Kriterien? Klassiker im Theater schätzen lernen? Wenig Chancen. Selber in Szene setzen? Kaum Gelegenheit. Umfangreiche Werke (Romane) komplett lesen? Keine Zeit. Interpretationen einüben? Wozu? Und so weiter. Elementare Fragen bleiben in der Regel unbeantwortet: Soll die Bekanntschaft mit einem Autor, einem Werk, einer Thematik, einer literarischen Strömung ermöglicht werden? Oder exemplarisch alles zugleich? Mit repräsentativen Ausschnitten aus Anthologien? Gibt es einen anderen Weg zur Bildung durch Dichtung? Am Beginn der deutschen Neu-Germanistik im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts begann die Hinwendung zur Werk-Interpretation des dichterischen sprachlichen Kunstwerks. Dies wurde der Königsweg der Germanistik und prägt den schulischen Umgang mit Literatur/Dichtung. Übersehen und vergessen wurde jedoch, dass durch Wilhelm Dilthey auch eine ganz andere eigenständige Zugangsweise zur Dichtung vorgeschlagen wurde: der Rückgang auf die Einbildungskraft des Dichters und die daraus sich ergebenden Eigentümlichkeiten der sprachlichen Formen einer Dichtung. Dies hat der Germanist Paul Böckmann herausgearbeitet. Seine Absicht war es vor allem auch, durch das Nacherleben und Verstehen der produktiven Fantasie des Dichters und des Prozess‘ des Dichtens eigene Bildungsprozesse anzustoßen: in der Befassung mit dem dichterischen Schaffen und seiner Botschaften die eigenen Erlebniswelten und ihre bildenden Erweiterungen zu reflektieren. (Autor
LeseLust statt LeseLast – ein Gemeinschafts-Literaturprojekt für Schüler:innen, Lehrer:innen, Studierende, Schriftsteller, Literaturvermittler und Hochschuldidaktiker:innen
Beim betreffenden Literaturprojekt handelt es sich um ein Kooperationsprojekt, in das verschiedene am literarischen Bildungsprozess beteiligte Personengruppen eingebunden waren. Die Durchführung erfolgte im Sommersemester 2022. Schüler:innen einer 3. Klasse Mittelschule lasen im Rahmen des Deutschunterrichts Bücher der Jugendbuch-Fantasyreihe „Gryphony“. Der Auftakt für das Projekt erfolgte durch einen gemeinsamen Workshop, bei dem alle projektmitwirkenden Personen, auch der Autor selbst, mit den Schüler:innen und Lehrer:innen zusammenkamen. Danach folgten über das Semester verteilt mehrere Blocktermine, an denen die Schüler:innen verschiedene differenzierte Beiträge zum Buch erarbeiteten. Unterstützt wurden sie dabei nicht nur von den Lehrpersonen, sondern vor allem von den Studierenden. Anstatt an einheitlichen Pflichtaufgaben zu arbeiten, konnten die Schüler:innen individuell bzw. in Gruppen eigene Ideen entwickeln und so ihren persönlichen Zugang zum Werk und dessen Nachbearbeitung wählen. Das Konzept war stark handlungs- und produktionsorientiert und bot Freiraum für innovative, kreative, fächer- und medienübergreifende Beiträge (siehe 4.1. und 4.2.). Die Loslösung von schulischem Notendruck und die diversitätsgerechte, inklusive Teilhabe aller Kinder waren ebenso wichtige Kriterien wie die Beteiligung des Autors und die intensive soziale Interaktion unterschiedlicher Personengruppen. Das finale „Highlight“ des Projekts bildete eine gemeinsame Abschlussveranstaltung, bei der alle Schüler:innen ihre Ergebnisse präsentierten. Ziel war es, die Lesefreude der Schüler:innen und ihre Begeisterung für Literatur zu fördern. Um den Erfolg des Projekts und die Wirksamkeit der verschiedenen Methoden zu überprüfen, wurde das Projekt wissenschaftlich begleitet und evaluiert. (DIPF/Orig.
Erfolg in der Bildung. Zwischen "sich selbst erfolgreich machen" und "für sich selbst erfolgreich sein"
Par principe, un·e apprenant·e s\u27invite, est invité·e à réussir ses apprentissages qui se soldent, le cas échéant, par la validation d\u27une évaluation certificative. Comment la dimension transformatrice et émancipatrice de la notion de réussite émerge-t-elle ? Le contexte de cette étude correspond à l\u27animation d\u27une formation de courte durée de formateurs occasionnels. À partir d’une recherche anthropologique en sciences de l\u27éducation, seront dégagées certains enjeux identitaires liés à l\u27anthropologie de la réussite. Il est essentiel que l\u27éducateur·trice en formation prenne en compte ce paradigme pour s\u27affranchir dans sa future pratique de toute idée reçue comme une évidence sur la réussite en éducation. (DIPF/Orig.)Grundsätzlich lädt sich eine lernende Person selbst dazu ein oder wird dazu aufgefordert, ihre Lernprozesse erfolgreich zu gestalten, die gegebenenfalls mit der Validierung durch eine zertifizierende Bewertung enden. Wie entsteht die transformative und emanzipatorische Dimension des Erfolgsbegriffs? Der Kontext dieser Studie ist die Durchführung einer Kurzzeitausbildung für gelegentliche Ausbildende. Ausgehend von einer anthropologischen Forschung in den Erziehungswissenschaften werden einige identitätsstiftende Herausforderungen im Zusammenhang mit der Anthropologie des Erfolgs herausgearbeitet. Es ist wesentlich, dass die auszubildende Erzieherperson dieses Paradigma berücksichtigt, um sich in ihrer zukünftigen Praxis von allen als selbstverständlich angenommenen Vorstellungen über den Erfolg in der Bildung zu befreien. (DIPF/Orig.
Evidence-based special education practice as a building block for inclusive schools
Der Text untersucht die Rolle der Evidenzbasierten Praxis (EbP) in der Sonderpädagogik als wichtigen Baustein für inklusive Schulen, insbesondere im Bereich der Verhaltensprävention und -intervention. Er betont die Bedeutung einer holistischen Herangehensweise, die externe Evidenz (wissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien), interne Evidenz (Erfahrungen und Expertise der Fachkräfte) sowie soziale Evidenz (Bedürfnisse und Perspektiven der Lernenden und ihres Bezugssystems) integriert. School Wide Positive Behaviour Support (SWPBS) wird als effektives Rahmenmodell zur Förderung positiven Verhaltens und zur Prävention von Verhaltensproblemen in der Schule hervorgehoben. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Ansätze erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Schulpsycholog:innen und weiteren pädagogischen Fachkräften sowie eine kontinuierliche Anpassung der Maßnahmen an die individuellen Bedürfnisse der Schüler:innen. Ziel ist es, durch systematische und datenbasierte Interventionen ein positives Lernumfeld zu schaffen, das alle Kinder und Jugendlichen, auch jene mit besonderen Verhaltensbedürfnissen, unterstützt. (DIPF/Orig.)The text examines the role of evidence-based practice (EBP) in special education as a crucial component for inclusive schools, particularly in the area of behaviour prevention and intervention. It emphasizes the importance of a holistic approach that integrates external evidence (scientific research), internal evidence (experiences and expertise of professionals), and social evidence (needs and perspectives of learners and their environment). School-Wide Positive Behaviour Support (SWPBS) is highlighted as an effective framework for promoting positive behaviour and preventing behaviour problems. The successful implementation of these approaches requires close collaboration among teachers, school psychologists, and other educational professionals, as well as the continuous adaptation of measures to the individual needs of students. The goal is to create a positive learning environment through systematic and data-driven interventions that support all children and adolescents, including those with special behavioural needs. (DIPF/Orig.