German Institute for International Educational Research (DIPF)

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    Bildung zur Partizipation. Fachdidaktik als Auftragnehmerin der Politik?

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    Partizipatorische Programme, Politiken und Pädagogiken genießen große Aufmerksamkeit und breite Zustimmung. Sie haben sich als Standard der political correctness etabliert. Auch in Fachdidaktiken und in Bildungsplänen, in staatlichen Schulen und im Unterricht findet Partizipation breite Unterstützung und aktive Resonanz. Umgekehrt herrscht großer politischer Erwartungsdruck. Bildungsorganisationen sollen die gewünschte Partizipation produzieren. Das thematisiert der erste Abschnitt. Pädagogik und Fachdidaktiken bleiben davon nicht unberührt, sie positionieren sich zur Partizipationsbildung. Darum geht es im zweiten Abschnitt. Dabei lassen sie den sozialwissenschaftlichen Diskussionsstand meist unberücksichtigt, was zur Unklarheit fachdidaktischer Positionen führt, Das diskutiert der dritte Abschnitt. Der vierte Abschnitt schließlich macht einen Vorschlag: Wenn Fachdidaktiken diese Zusammenhänge selbstkritisch reflektieren, können sie ihre Aufgabenlast begrenzen und ihre Arbeit besser fokussieren. (DIPF/Orig.)Participatory programs, policies, and pedagogies receive a lot of attention and are widely approved. They have become the standard for political correctness. Participation also enjoys broad support and active resonance in subject didactics, curricula, state schools, and classrooms. Conversely, there is considerable political pressure to deliver. Educational organizations are expected to produce the desired level of participation. This is the subject of the first section of this paper. Pedagogy and subject didactics are not unaffected by this pressure; they are taking a position on the issue of participation. This is the second section\u27s subject. However, they mostly disregard the state of discussion in social science subject didactics. This leads to a lack of clarity in subject-specific teaching positions. This topic is discussed in the third section. Finally, the fourth section suggests that if subject-specific teaching methods reflect on these connections self-critically, they can reduce their workload and focus their efforts more effectively. (DIPF/Orig.

    Wild competences. Challenging the neoliberal frame in adult education through collective actions

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    The article examines the concept of competences from a critical perspective. The authors begin with an analysis of the dominant competences discourse, highlighting its limitations in times of polycrises. They propose the concept of wild competences, acquired through collective actions. These competences are both individual and collective in nature. Unlike traditional competences focused on adaptation within neoliberal frameworks, wild competences are subversive, enabling social actors to destabilise hierarchies, challenge the status quo, and initiate transformative actions. The analysis explores three aspects of wild competences: their foundation for reflexive action, their role in the laboratory of emancipation, and their contribution to reconstructing social orders. Wild competences thus provide alternative pathways for societal change and democratic engagement. (DIPF/Orig.

    Aufgaben der Rehabilitationspädagogik im Kontext neurologischer Frührehabilitation – ein Praxisbericht

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    Patient:innen in der neurologischen Intensivmedizin und Frührehabilitation sind oft schwer krank und von bleibender Behinderung bedroht. Ihre Angehörigen sind nicht nur mit Sorgen und Ängsten um die Gesundheit der betroffenen Personen belastet, sondern auch mit einschneidenden Veränderungen in der eigenen sozialen Rolle, Beziehungsgestaltung und Lebensplanung. Zudem müssen sie sich im komplexen Umfeld der Neurorehabilitation zurechtfinden. Neurorehabilitationspädagog:innen bieten psychosoziale Angehörigenberatung und begleiten die Angehörigen durch den Prozess der Rehabilitation mit dem Ziel Belastungserscheinungen vorzubeugen und die Partizipation zu fördern. (DIPF/Orig.

    Bauch- und Kopfschmerzen im Kindesalter – Eine rehabilitationspädagogische Perspektive auf die Kommunikation und Beratung von Kindern, Eltern und Lehrkräften bei somatoformen Beschwerden

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    Der Entstehung und Aufrechterhaltung von somatoformen Symptomen und Störungen im Kindesalter liegt eine komplexe Kombination von biopsychosozialen Risikofaktoren zugrunde. Therapie- und Beratungskonzepte sollten an diesen Erkenntnissen ausgerichtet sein. Um betroffene Kinder und deren Familien auch präventiv unterstützen zu können, bedarf es professioneller pädagogischer Hilfs- und Beratungsangebote mit niedrigschwelligem Zugang. Zur gezielten Umsetzung müssen spezialisierte Fachkräfte aus- und weitergebildet werden, um Hilfs- und Beratungsangebote für das komplexe Beschwerdebild somatoformer Symptome und Störungen im Kindes- und Jugendalter anbieten zu können. (DIPF/Orig.

    Zum Fähigkeitsselbstkonzept von erwachsenen Menschen mit komplexer Behinderung

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    Der vorliegende Beitrag fokussiert erwachsene Menschen mit komplexer Behinderung, die in einer Tagesförderstätte beschäftigt sind, und fragt nach dem fähigkeitsbezogenen Selbstkonzept dieses Personenkreises. Mit der Zugehörigkeit zur Institution Tagesförderstätte ist oftmals auch verbunden, dass Menschen mit komplexer Behinderung weniger Möglichkeiten erhalten, sich als kompetent zu erleben. Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen einer explorativ angelegten qualitativen Studie zwei Beschäftigte mit komplexer Behinderung dazu befragt, wie sie ihre Fähigkeiten einschätzen und wie sie die Einschätzung ihrer Fähigkeiten durch andere wahrnehmen. In den beiden Interviews zeigt sich, dass sich soziale Anerkennung und Fähigkeitszuschreibungen zu einem großen Teil aus der Gestaltung sozialer Beziehungen speisen. (DIPF/Orig.

    School in a culture war. The AfD and its school policy positions on curriculum content

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    Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) nutzt Schulpolitik gezielt zur Durchsetzung einer autoritär-nationalistischen Kulturpolitik. Anhand einer qualitativ-inhaltsanalytischen Untersuchung von Wahlprogrammen der Landesverbände Brandenburg, Sachsen und Thüringen zeigt der Beitrag, wie die Partei Unterrichtsinhalte strategisch rahmt – etwa durch Ablehnung von Vielfalt, eine Re-Nationalisierung des Geschichtsunterrichts, Stärkung der Heimatidentität und die Einschränkung kritisch-demokratischer Debatten unter dem Vorwand politischer Neutralität. (DIPF/Orig.)The political party “Alternative für Deutschland” (“Alternative for Germany”, AfD) strategically uses education policy to enforce an authoritarian-nationalist cultural agenda. Based on a qualitative content analysis of election programs from the state associations in Brandenburg, Saxony, and Thuringia, the article demonstrates how the party frames curriculum contents – for instance, through the rejection of diversity, the re-nationalization of history education, the promotion of national identity and the restriction of critical-democratic debate under the pretext of political neutrality. (DIPF/Orig.

    Naturwissenschaftliche Bildung in Straßenschulen und ihr Potenzial zur Erfüllung des Sustainable Development Goals "Quality Education"

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    In der Dissertation wurde das Potential des naturwissenschaftlichen Bildungsangebots von Straßenschulen zur Realisierung des SDGs „Quality Education“ untersucht. Straßenschulen sind Bildungsprojekte, in denen Straßenjugendliche unter Berücksichtigung ihrer besonderen (Bildungs-)Bedürfnisse und Lebenslagen Schulabschlüsse nachholen können. Notwendig sind Straßenschulen vor allem deswegen, weil Straßenjugendliche überdurchschnittlich häufig die Schule ohne Schulabschluss verlassen. Es wurden folgende Forschungslücken - insbesondere aus einer naturwissenschaftlichen Bildungsperspektive - bearbeitet. Inwiefern wird naturwissenschaftliche Bildung an Straßenschulen angeboten? Wie erfolgreich sind Straßenschulen mit ihrem (naturwissenschaftlichen) Bildungsangebot? Welchen Anforderungen muss das naturwissenschaftliche Bildungsangebot von Straßenschulen gerecht werden? Hierfür wurde ein Forschungsdesign gewählt, das aus einer systematischen Suche nach Straßenschulen und aus einer zweistufigen Delphi-Studie besteht. Dabei wurden insgesamt zwölf Straßenschulen in Deutschland gefunden. Es zeigte sich, dass zehn der zwölf Straßenschulen naturwissenschaftlichen Unterricht anbieten – insbesondere um auf Abschlussprüfungen vorzubereiten. Zudem konnte herausgearbeitet werden, dass Straßenschulen sowohl im Allgemeinen als auch im naturwissenschaftlichen Sinne erfolgreich sind. Außerdem konnten Anforderungen an naturwissenschaftliche Bildungsangebote in Straßenschulen identifiziert werden. Diesbezüglich wurde der hemmende Einfluss der schulischen Vergangenheit und der momentanen Lebenslage der Jugendlichen auf ihre Lernprozesse deutlich. Straßenschulen haben jedoch Wege gefunden, diesen ungünstigen Lernvoraussetzungen zu begegnen. Die Ergebnisse zeigen, wie gelingende (naturwissenschaftliche) Bildungsangebote für Straßenjugendliche aussehen können. Straßenschulen realisieren also das Recht der Jugendlichen auf hochwertige (naturwissenschaftliche) Bildung. (DIPF/Orig.

    Epistemic decolonization. Toils and troubles

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    Demands for decolonization in epistemology and educational theory have seen an upsurge in the debate of the last years. These demands often conceal inherent logical and practical problems of the concept itself as well as of its consequences. In this paper the authors give an overview of these problems and raise open questions which advocators of epistemic decolonization necessarily have to deal with. They are going to show that (1) the practicality of epistemic decolonization within academic teacher education cannot be taken for granted and that (2) the demand for epistemic decolonization itself can be self-defeating. (DIPF/Orig.

    The (productive) role of generative AI in educational science discourse

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    Der Autor diskutiert die Fragestellung, wie generative KI unsere Vorstellungen von Erziehung und Bildung verändert. Sein besonderer Fokus gilt dabei Formen erziehungswissenschaftlicher Wissensproduktion im Zuge generativer Sprachmodelle. Er thematisiert diesbezügliche Chancen, wobei er zugleich die Trainingsdaten problematisiert, auf denen jene Modelle beruhen würden. Entsprechend stark macht sich der Autor für eine „(selbst-)reflexive forschende Auseinandersetzung mit der eigenen Wissensproduktion und -dissemination“, worin er „eine zunehmend bedeutsame Aufgabe“ für die Erziehungswissenschaft sieht. (DIPF/Orig.)To determine the role of generative AI in educational science discourse, the focus first shifts to knowledge relevant to the field of educational science. This is followed by an examination of the discursive functions of media, before addressing the specific characteristics of generative AI, its applications, and its implications. (DIPF/Orig.

    Disziplin, Domäne oder Denkweise? Strukturprinzipien der politisch-ökonomischen Bildung

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    Die sozialwissenschaftliche Domäne erlebt seit mehr als zwei Jahrzehnten kontroverse fachdidaktische Diskussionen über die Bezugsdisziplinen und das Zuschneiden der Schulfächer. Das bekannteste Beispiel dafür ist die einzigartige Kampagne für ein separates Schulfach Wirtschaft. Nicht nur in solchen lobbygesteuerten bildungspolitischen Debatten, sondern auch in wissenschaftlichen Beiträgen wurden theoretische Erkenntnisse und empirische Ergebnisse bisher weitgehend vernachlässigt. Man ignorierte insbesondere die Vielfalt äquivalenter Optionen für das Design von Domänen und Fächern jenseits der schlichten Formel „Eine Disziplin – ein Schulfach“. Wenn man diese beiden Defizite wissenschaftlich analysiert und bearbeitet, zeigt sich rasch, dass es keine Best-Practice-Lösung in der Schulfachfrage gibt, und dass damit Argumente für die Schaffung von standardisierten Einheitsfächern fehlen. Die Argumentation dieses Beitrags verläuft in fünf Schritten. Zunächst wird die real existierende Vielfalt der Schulfächer skizziert, um dann das Verhältnis von Schulfächern, Wissenschaftsdisziplinen und Studiengängen zu untersuchen. Dem schließt sich ein Vorschlag für die Abgrenzung der sozialwissenschaftlichen Domäne und ihre inhaltliche Struktur an. Dann begründet der Autor, warum man spezifische Denkweisen als domänenspezifische Kompetenzen verstehen kann. Ein kurzes Fazit schließt den Text ab. (DIPF/Orig.)For more than two decades, the social science domain has been the subject of controversial discussions about the reference disciplines and the structure of school subjects. The best-known example of this is the unique campaign for a separate school subject on economics. Theoretical findings and empirical results have been largely neglected, not only in such lobby-driven debates on education policy, but also in academic contributions. In particular, the diversity of equivalent options for the design of domains and subjects beyond the simple formula ‘one discipline – one school subject’ has been ignored. A scientific analysis and examination of these two shortcomings quickly reveals that there is no best-practice solution to the question of school subjects and that there are therefore no arguments in favour of creating standardised, uniform subjects. The argumentation in this article proceeds in five steps. First, the actual diversity of school subjects is outlined, then the author examines the relationship between school subjects, academic disciplines and study programmes. This is followed by a proposal for defining the social science domain and its content structure. Then he explains explain why specific ways of thinking can be understood as domain-specific competences. A brief conclusion completes the text. (Author

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