31251 research outputs found
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Alltagsrassismus in der Schule. Katholische Religionslehrer*innen-Bildung als Ort einer rassismuskritischen Subjektbildung
Religionsunterricht steht unter dem Paradigma der Subjektorientierung. Daher ist es notwendig, die subjektivierende Wirkung von Rassismus zu erkennen und eine Sensibilität für koloniale Diskurse und Praktiken zu entwickeln. Lehramtsstudierende bringen jeweils subjektive Theorien über Rassismus mit, welche handlungsleitend wirken und daher reflektiert und ggf. modifiziert werden sollen. Rassismuskritische Subjektbildung erfordert, essentialistische Identitätskonstruktionen zu problematisieren, Lernen auch als Umlernen zu begreifen und Sprachräume für rassismuserfahrene Subjekte zu eröffnen. (DIPF/Orig.
\u27The digital world is getting both better and worse\u27. Artificial intelligence at the intersection of educational science and legal studies
In produktiver Verschränkung erziehungswissenschaftlicher Diskurse mit rechtswissenschaftlichen Einsichten reflektieren die Gesprächspartner*innen Potenziale disziplinären Zusammenwirkens. Sie arbeiten zugleich die Position heraus, dass technologische Entwicklungen gerade im problematischen Fall unverrückbar an juristische Personen gebunden sind. En passant machen sie damit auch deutlich, dass der öffentliche Fokus auf generative KI angesichts vielfältiger technologischer Entwicklungen eng geführt wird – ihres Erachtens würden Predictive Analytics noch schwerwiegender wirken. (DIPF/Orig.)Christian Leineweber and Hannah Ruschemeier discuss the legal implications of AI, particularly its impact on education, law, and accountability. Ruschemeier contends that AI should not be regarded as an independent actor but rather as a sociotechnical system that requires human oversight and responsibility. Legal challenges arise from algorithmic discrimination and AI-generated misinformation, highlighting the need for stronger regulatory frameworks like the AI Act and the Digital Services Act. Additionally, predictive analytics complicate established legal principles by enabling opaque, and deterministic decisions. While AI offers benefits, Ruschemeier cautions against its potential to reinforce structural inequalities, emphasizing that progress invariably carries both positive and negative consequences. (DIPF/Orig.
Artificial intelligence and research ethics – A pragmatic perspective
Der Autor bringt seine langjährigen Erfahrungen aus der Mitarbeit in der Ethikkommission der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) in die Debatte ein und bewegt sich entlang der Möglichkeiten und Grenzen, die digitale Technologien für den gesamten Forschungsprozess mit sich bringen. (DIPF/Orig.)Artificial intelligence (AI) presents new opportunities for research, including the ability to process large datasets and generate hypotheses, but it also requires a critical evaluation of its reliability. Data protection laws, such as the GDPR and the EU Artificial Intelligence Act, set clear guidelines, particularly for safeguarding personal data. AI can assist in various stages of the research process, from literature review to data analysis, yet its results must be rigorously assessed. Labeling AI-generated content is essential to ensure scientific transparency and clearly distinguish original intellectual contributions. Given the rapid pace of technological advancements, research institutions should provide ongoing training to address ethical and legal challenges appropriately. (DIPF/Orig.
Artificial Intelligence in education. Increased relevance of digital reflective power of judgement
KI könne eigenständiges Denken nicht ersetzen, vielmehr fordere sie mehr denn je zum kritischen Denken heraus, so der Autor. Er bezieht sich auf Immanuel Kant und betont die Wichtigkeit von Urteilskraft beim Einsatz von Large Language Models (LLMs). KI operiert regelbasiert, erkennt Muster in Datensätzen und passt diese an. Menschliche Intelligenz hingegen kann durch Urteilskraft das Wichtige von Unwichtigem unterscheiden und dabei soziale und ethische Aspekte berücksichtigen, so der Autor. Er beschreibt die historische Entwicklung digitaler Technologien und beginnt dabei bei dem von Alan Turing in den 1950er Jahren formulierten Wunsch, kognitive Leistungen zu simulieren. Aktuell möchten KI-Entwickler*innen Intelligenz nicht mehr nur mit sogenannter schwacher KI simulieren, sondern menschliche Intelligenz mit sogenannter starker KI reproduzieren. Da jedoch davon auszugehen ist, dass Trainingsdaten für KI-Modelle unausgewogen sind, müssen die Anwender*innen die Ergebnisse kritisch reflexiv betrachten. Dazu bedarf es digital-reflexiver Urteilskraft. Erwachsenenbildner*innen können sich ein reflektiertes Urteil über KI generierte Inhalte bilden, wenn sie technisch digitale Grundlagen von Computern und Algorithmen verstehen. Zudem sind Bildungsinstitutionen und bildungspolitische Entscheidungsträger*innen gefordert, KI-Entwicklungen kritisch im Blick zu behalten und Rahmenbedingungen für die Erwachsenenbildung so zu gestalten, dass sie genügend Raum für eine kritische Auseinandersetzung bieten. (DIPF/Orig.)AI cannot replace independent thinking, says the author. Instead, critical thinking is required more than ever. He refers to Immanuel Kant and stresses the importance of power of judgement in the use of large language models (LLM). AI operates according to rules, recognizing patterns in databases and adapting them. Human intelligence, on the other hand, can differentiate between the important and the unimportant through the power of judgement, thus taking into account social and ethical aspects, says the author. The author describes the historical development of digital technologies starting in the 1950s with Alan Turing\u27s wish to simulate cognitive performance. AI developers no longer want to simulate intelligence with socalled weak AI but to reproduce human intelligence with socalled strong AI. Because it can be assumed that training data for AI models is imbalanced, users must critically reflect on the results while using their digital reflective power of judgment. Adult educators can form a reflective judgement of AIgenerated content if they understand the technical and digital principles of computers and algorithms. In addition, educational institutions and educational policy decision makers are challenged to maintain a critical view of AI developments and create conditions for adult education in which there is enough space for critical analysis. (DIPF/Orig.
Rechtswissenschaftliches Kurzgutachten. Alleinerziehende und SGB II Leistungen
Erkenntnisleitende Fragestellung dieses Gutachtens sollen die sozialrechtlichen Gründe für die hohe Anzahl von Alleinerziehenden im Leistungsbezug des Bürgergeldes und ausgewählte Problematiken in der derzeitigen Ausgestaltung der Regelungen des SGB II für die Lebenslage Alleinerziehen sein. Aufgrund der Komplexität der Problematik ist eine Themeneingrenzung erforderlich: Auf der Geldleistungsseite werden der Mehrbedarfszuschlag (§ 21 Abs. 3 SGB II) und die Folgen höherer Betreuungsanteile des anderen Elternteils beleuchtet (temporäre Bedarfsgemeinschaft und Umgangs-/Wechselmehrbedarf inkl. Wohnen). In einem zweiten Schritt werden ausgewählte Schnittstellenproblematiken mit vorrangigen Sozialleistungen in den Blick genommen und Problembeschreibungen und Handlungsempfehlungen formuliert. Eine empirische Darstellung der aktuellen Situation der Alleinerziehenden, die zu knapp 40 Prozent im Leistungsbezug des SGB II verbleiben, wird im Rahmen dieses Kurzgutachtens nicht vorgenommen. Aufgrund der Unwägbarkeiten der aktuell laufenden Reformvorhaben der Bundesregierung für eine Kindergrundsicherung, die sowohl die leistungsrechtlichen Aspekte, als auch die Schnittstellenproblematik berühren, läuft eine umfassende Aufarbeitung der aktuellen Rechtslage realistischerweise Gefahr, sehr schnell Rechtsgeschichte darzustellen. Im dritten Teil des Gutachtens werden zentrale Diskussionsstränge über die Kindergrundsicherung aufgegriffen und mit den erarbeiteten Handlungsempfehlungen in Beziehung gesetzt. Zum Zeitpunkt der Erarbeitung dieses Gutachtens war der parlamentarische Diskussionsprozess und damit die Entscheidung über die genaue Ausgestaltung der Kindergrundsicherung noch nicht abgeschlossen. Im Rahmen der Möglichkeiten greift das Gutachten Argumente und Problematiken aus diesem Prozess auf. Die Expertise wurde im Februar 2024 abgeschlossen. (DIPF/Orig.
Verbesserung der psychischen Gesundheit von unbegleiteten jungen Geflüchteten in der Jugendhilfe. Ergebnisse aus dem Verbundprojekt BETTER CARE
In Gesellschaft und Politik ist das Wissen um die enormen Belastungen, denen Geflüchtete vor, während und nach einer Flucht ausgesetzt sind, inzwischen weit verbreitet. Unbegleitete junge Geflüchtete (ujG) stellen in diesem Kontext eine besonders vulnerable Gruppe dar und leiden nach dem Ankommen in einem (westlichen) Aufnahmeland in besonderem Maße an Traumafolgestörungen, woraus sich ein hoher Bedarf an psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungsangeboten ergibt. Psychologische, medizinische und sozialwissenschaftliche Forschungsansätze können dazu beitragen, die Versorgungssituation zu verbessern sowie hinderliche und förderliche Bedingungen für die jungen Menschen zu identifizieren. Dies ist nicht nur aus moralischen Gründen indiziert, sondern ergibt sich auch aus den Verpflichtungen im Rahmen der UN-Kinderrechtskonvention. Die dargestellten Ergebnisse basieren auf dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekt "BETTER CARE - Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung unbegleiteter junger Flüchtlinge durch gestufte Behandlungsangebote", in dem das DJI mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und dem Universitätsklinikum Ulm von 2019-2024 eng zusammengearbeitet hat. In der Hauptstudie wurde in einem kontrollierten randomisierten Design ein gestuftes Versorgungsmodell in Jugendhilfeeinrichtungen mit traumatisierten jungen Geflüchteten implementiert und evaluiert und mit der regulären Versorgung verglichen. (DIPF/Orig.
Lesen digital. Komponenten und Prozesse einer sich wandelnden Kompetenz
Das Lesen verändert sich durch die fortschreitende Digitalisierung. Lesen bleibt nach wie vor als grundlegende Kompetenz bedeutsam, doch seine Anforderungen transformieren sich, weil Leserinnen und Leser mehr und anspruchsvollere Aktivitäten zu koordinieren haben. Wer etwa im Internet liest, muss kuratierend, selbstreguliert und selektiv vorgehen und dabei insbesondere das eigene Wissen nutzen, um zielgerichtet Informationen zu suchen, zu bewerten und zu verwenden. Der Band systematisiert die im Verbund auftretenden zentralen Prozesse und beleuchtet digitales Lesen aus (meta-)kognitiver Sicht. (DIPF/Orig.
Erziehung zur Anthroposophie. Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik. Neu herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Marc Fabian Buck
Die vorliegende Schrift unternimmt den Versuch, die Waldorfpädagogik aus dem Zusammenhang der anthroposophischen Bewegung und der Erziehungs- und Erkenntnislehre ihres Begründers, Rudolf Steiner, darzustellen. Der Verfasser wendet sich mit seinen Ausführungen sowohl an die fachlich interessierten Pädagogen wie auch an die Unkundigen unter den Bewunderern der Waldorfpädagogik und versteht sie zugleich als einen Beitrag zur Diskussion der Grundlagen aktueller alternativer Schulprogramme. Das Buch stellt eine umfassende und systematische Pädagogik aus nicht-anthroposophischer Sicht dar, und zwar als ein Beispiel für eine „absolute“ Pädagogik, die mit einem verbindlichen Menschenbild, einer spezifischen Menschenkunde und Methodik der Menschenführung arbeitet. Zu den Ergebnissen dieser Arbeit zählt der Nachweis, daß Steiners Schulpädagogik in enger Anlehnung an den Herbartianismus österreichischer Provenienz entwickelt worden ist und von dort ihre besonderen Formen des Lehrplans und der Methodik empfangen hat. In der Nachschrift setzt sich der Verfasser mit seinen Kritikern auseinander. (DIPF/Orig.
Rechtsextreme Kommunikationsstrategien mit jungen Menschen erforschen. Forschungsethisches Konzept und Methodenbeschreibung für Forschungswerkstätten zu rechtspopulistischen Internet-Memes
In der Forschung mit jungen Menschen können Schutz- und Beteiligungsrechte zu einem Spannungsverhältnis führen – insbesondere bei herausfordernden Themen wie dem Forschungsfeld Rechtsextremismus. Der Schutz der jungen Befragten, etwa vor belastenden Erhebungssituationen, ist in Einklang zu bringen mit ihrer Teilnahme am Forschungsvorhaben. Forschungsethische Auseinandersetzungen hierzu sind bisher noch begrenzt. Das forschungsethische Konzept des Projekts „RexMemes“ zielt darauf ab diese Lücke zu schließen. Am Beispiel von Forschungswerkstätten zu rechtspopulistischen Internet-Memes werden forschungsethische Herausforderungen und Lösungsansätze aufgezeigt. Zentrale Fokuspunkte des Konzepts sind: der Schutz und die Befähigung der jungen Teilnehmenden, die Unterstützung und Verantwortung der Forschenden sowie der Umgang mit den Absender*innen der rechtspopulistischen Internet-Memes. Mithilfe von Checklisten werden Impulse für die Konzeption zukünftiger Forschungsprojekte und damit verbundenen forschungsethischen Fragestellungen gegeben. Um die theoretischen Überlegungen zu konkretisieren, werden im Schlusskapitel die einzelnen Forschungsmodule der geplanten Forschungswerkstätten vorgestellt. (Autorin
"Muss nur noch kurz die Welt retten..." – Einstellungen von Grundschulkindern zu Klimawandel und nachhaltigem Handeln
Im Beitrag wird die Bedeutung der Erforschung von Schülervorstellungen zu einem Themenkomplex weitergeführt, indem die Autor*innen am Themenbereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung aufzeigen, dass hier insbesondere die Erforschung von Einstellungen notwendig ist, um der Komplexität nachhaltigen Handelns gerecht zu werden. (DIPF/Orig.)The study “Just Gotta Save the World...” explores elementary school children’s attitudes towards climate change and sustainable behavior. Considering the UN’s 2030 Agenda and the Sustainable Development Goals (SDGs), education for sustainable development (ESD) plays a crucial role in fostering broad societal participation. Despite criticism regarding the feasibility of the SDGs, the focus remains on empowering individuals to contribute to sustainable development. Through an exploratory survey using a simplified questionnaire based on the SDGs, 44 students in grades three and four ranked the importance of these goals. The results show that children prioritize issues like hunger and health but express a strong interest in learning more about environmental protection. Although limited by its small sample size, the study provides valuable insights into how elementary-aged children perceive sustainability and their readiness to act in favor of climate protection. (DIPF/Orig.