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360°-Videos. Mehrwerte, Problematiken und Überlegungen zur Erstellung, Aufbereitung und Nutzung in der Lehre
Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich gerade im Hochschulkontext z. B. 360°-Videos, die mit speziellen Kameras realitätsnahe Aufnahmen und einen «Rundumblick» (Steinert et al., 2021, S. 195) ermöglichen. Mit dieser Technologie befasst sich auch das von swissuniversities geförderte Kooperationsprojekt «P-8 Digitale Lehre – Digitale Präsenz – Digitales Studium» angesiedelte Vorhaben «Mittendrin: 360°-Videografie» (Pädagogische Hochschule Luzern, o.D.). Ein Schwerpunkt des Teilprojekts betrifft die Frage, wie 360°-Aufzeichnungen Studierende in ihrer individuellen Entwicklung während der Ausbildung unterstützen können. (DIPF/Orig.
Objektive Hermeneutik
Als Objektive Hermeneutik wird eine Forschungsmethode der rekonstruktiven Sozialforschung bezeichnet. Sie untersucht die Entfaltung sozialer Praxis sequenziell. Dabei werden kleinste Äußerungen hinsichtlich der Regeln, die sie möglich machen, ausgiebig interpretiert. Neben den jeweils gewählten Möglichkeiten werden auch die nicht gewählten Handlungsmöglichkeiten herausgearbeitet. Dadurch wird es möglich, aus der Praxis selbst ihre Theorie zu entwickeln. Sowohl routineförmiges Handeln als auch Krisen in der sozialen Bewältigung von Welt werden dabei sichtbar. Als Kritische Theorie trägt sie dazu bei, auch Muster dysfunktionaler Praktiken aufzuklären. (DIPF/Orig.
Forschungsdatenmanagement
Forschungsdatenmanagement bezeichnet den systematischen und planvollen Umgang mit Forschungsdaten über den gesamten Datenlebenszyklus hinweg. Es trägt nicht nur dazu bei, eine gute wissenschaftliche Praxis abzusichern und die Qualität der Daten aus empirischer Sozialforschung zu verbessern, sondern hilft auch Fragen wie: "Wie dokumentiere ich Daten so, dass meine Ergebnisse nachvollziehbar bleiben?", "Wie sichere ich Daten so, dass sie nicht verloren gehen?" und "Was passiert mit meinen Daten nach Abschluss meiner Forschungsarbeit?" zu beantworten. Sich mit dem Thema Forschungsdatenmanagement vertiefter zu befassen, ist für alle empirisch forschenden Wissenschaftler:innen von Relevanz und schließt sowohl Wissenschaftler:innen in ihren Qualifizierungsphasen als auch Studierende beim Verfassen ihrer Abschlussarbeiten mit ein. (DIPF/Orig.
Gelingende Kommunikation als Grundlage für Lebensqualität am Beispiel von Hörbeeinträchtigungen
Ein zentrales Ziel der Sonder- und Rehabilitationspädagogik ist es Menschen mit Beeinträchtigungen dabei zu unterstützen, ein möglichst selbstbestimmtes und für sie selbstdefiniertes gutes Leben zu führen. Walter Thimm, der bereits das Normalisierungsprinzip in Deutschland bekannt machte, brachte 1987 als Weiterentwicklung dieser Leitidee auch die Lebensqualität als Konzept und interdisziplinären Betrachtungsrahmen in die Sonderpädagogik ein (Scholz 2022). In diesem Artikel wird am Beispiel von Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung eine grundlegende Übersicht über die komplexe Thematik der Lebensqualität, ihrer Einflussfaktoren und Bedeutung für die Rehabilitation gegeben. (DIPF/Orig.
Sehbedingte Leseschwierigkeiten – Interprofessionelle Ansätze für Teilhabe und Inklusion
Der folgende Beitrag zeigt auf, wie ein ressourcenorientiertes und damit rehabilitationswissenschaftliches Verstehen das Erlernen des Lesens fördern kann. Ein solcher Fall ist bislang nicht in den Leitlinien beschrieben und kann zukünftig Ansatzpunkt für die Praxis und Forschung im Bereich interprofessioneller Beratung, Diagnostik, Therapie und Förderung bieten. Indem die "Brailleschrift als Trittbrett zum Erlernen des Schwarzschrift" (Schaltmann u. a. 2024) als Förderoption in Betracht gezogen wird, können neue Wege der Verbindung der Sektoren Gesundheit und Bildung zugunsten der Teilhabe von Kindern mit Lesestörung entstehen. (DIPF/Orig.
Potenziale der Digitalisierung in Rehabilitation und Rehabilitationspädagogik
Die Digitalisierung nimmt in der Rehabilitation an Bedeutung zu. In der internationalen Forschung sind vielfältige Erkenntnisse dazu publiziert, dennoch kann derzeit noch keine eindeutige Evidenz über die Wirksamkeit der Digitalisierung in der Rehabilitation vorgelegt werden. Gleichwohl ist es von großer Relevanz, sich den möglichen Potenzialen der Digitalisierung in der Rehabilitation zu widmen, da die Entwicklung national wie international voranschreiten wird. Vor diesem Hintergrund wird in diesem Beitrag nach einer komprimierten Einführung und der Vorstellung eines kurz skizzierten theoretischen Rahmens die internationale Forschungslage kursorisch vorgestellt. Die internationale Forschungslage offenbart, wie komplex die Entwicklung der Digitalisierung in der Rehabilitation ist. Eine erfolgreiche wie wirksame und nutzer:innenorientierte digitale Rehabilitation erfordert eine interprofessionelle wie interdisziplinäre und partizipative Herangehensweise. Im Beitrag können Potenziale von digitaler Rehabilitation aufgezeigt werden, dennoch werden zahlreiche Forschungsdesiderate offensichtlich. (DIPF/Orig.
Child-to-Parent-Violence im Kontext familiendynamischer Risiko- und Ressourcenfaktoren – eine Herausforderung an interdisziplinäre Kooperation
Child-to-Parent-Violence ist ein in der Praxis an den Schnittfeldern der Rehabilitationspädagogik und Therapie häufig anzutreffendes Phänomen und gleichzeitig eines der großen Tabuthemen für Familien (und ihre Helfer:innen). Gleichzeitig zeigen sich in der Forschung und im akademischen Diskurs eklatante Lücken, besonders im deutschsprachigen Raum. Der Beitrag, der aus einem laufenden Forschungsprojekt berichtet, versucht, eine Systematisierung des Forschungsfeldes aufzuzeigen, indem auf Grundlage des internationalen Forschungsstandes anhand zweier Fallbeispiele erste Hypothesen zur Familiendynamik entwickelt und weitere Perspektiven für Forschung und Praxis aufgezeigt werden. (DIPF/Orig.
Literature review on school reintegration after psychiatric hospitalization
Die schulische Reintegration nach einem (teil-)stationären Aufenthalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie stellt eine komplexe Herausforderung dar, die mit vielfältigen Bedarfen und Anforderungen unterschiedlicher Stakeholder (bspw. Schüler:in, Lehrkräfte, Eltern) einhergeht. Zunächst werden Ansätze aus Transitionstheorien (Griebel & Niesel, 2011; Mays, 2014) sowie Befunde zu Herausforderungen und Bedarfen im Übergang von Klinik(schule) zu Schule genutzt, um Übergänge zu verstehen und mögliche Gelingensbedingungen abzuleiten. Im Rahmen dieser Arbeit verfolgen die Autor*innen anschließend zwei Hauptziele: Erstens, das bisherige Vorgehen im deutschsprachigen Raum mittels eines narrativen Reviews explorativ zu erkunden, und zweitens, die recherchierten Ansätze kriteriengeleitet anhand von vier herausgearbeiteten Gelingensbedingungen zu diskutieren: 1. Individuelle Förderung der Schüler:innen, 2. Kontinuierliche Beratung und Unterstützung, 3. Multiprofessionelle Kooperation und transparente Kommunikation sowie 4. Frühzeitige Planung und strukturierte Vorbereitung. Es wurden fünf Konzepte in die Betrachtungen einbezogen. Alle Gelingensbedingungen werden in unterschiedlicher Ausprägung in den verschiedenen Konzepten beachtet, jedoch unterschiedlich detailliert in der Ausgestaltung dokumentiert. Lediglich zwei Konzepte sind wissenschaftlich evaluiert. (DIPF/Orig.)The reintegration into school following a (partially) inpatient stay in child and adolescent psychiatry presents a complex challenge, involving diverse needs and requirements from various stakeholders (e g students, teachers, parents). Initially, approaches from transition theories (Griebel & Niesel, 2011; Mays, 2014) and findings on challenges and needs in the transition from hospital (school) to mainstream school are utilised to understand transitions and systematically analyse potential success factors. This study pursues two main objectives: firstly, to explore existing approaches in the German-speaking context through a narrative review, and secondly, to critically discuss the identified approaches based on four key success factors: (1) individualised support for students, (2) continuous counselling and assistance, (3) multi-professional cooperation and transparent communication, and (4) early planning and structured preparation Five concepts were included in the analysis. All success factors are considered to varying degrees within the different concepts, but they differ in the level of detail in their implementation. Only two of the concepts have been scientifically evaluated. (DIPF/Orig.
Internalizing behavior problems in school – a qualitative interview study on teachers\u27 subjective knowledge and experiences in special and mainstream schools
Die Prävalenz internalisierender Probleme (IP) ist im Jugendalter besonders hoch. Da IP eng mit dem sozial-emotionalen und schulischen Wohlbefinden zusammenhängen, ist eine frühzeitige Erkennung durch Lehrkräfte (LK) entscheidend. Es ist jedoch anzunehmen, dass LK über mögliche schulische Anzeichen und geeignete Handlungsstrategien unzureichend informiert sind. In dieser Studie wurden 20 LK an Regel- und Förderschulen mit dem Schwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung zu ihrem subjektiven Wissen und ihren Erfahrungen im Umgang mit betroffenen Schüler:innen befragt. Die Ergebnisse zeigen Unterschiede im Wissensstand, spezifische Herausforderungen und Bedarfe sowie überwiegend intuitives statt theoriegeleitetes Handeln in beiden Schulformen. (DIPF/Orig.)The prevalence of internalizing problems (IP) is particularly high during adolescence. Given that IP is closely linked to social-emotional and academic well-being, early identification by teachers (T) is essential. However, it is assumed that T may lack sufficient knowledge regarding potential school-based manifestations and derived intervention strategies. This study surveyed 20 T from regular schools and special schools special schools for students with social-emotional difficulties to assess their subjective knowledge and experiences in dealing with affected students. The findings reveal differences in knowledge levels, specific challenges and needs, and a tendency toward intuitive rather than theory-driven approaches in both types of schools. (DIPF/Orig.
Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt. Ein interdisziplinäres Modell
Contemporary communication and social interaction are being increasingly influenced by media and technology, systems, and platforms that are based on digital principles and artificial intelligence. To date, there has been no clear set of interdisciplinary theories or models that go beyond the academic discourses within the individual disciplines. There has therefore been no clear framework within which to classify the current opportunities, challenges and responsibilities facing a digital society and how to approach education from a theoretical and conceptual perspective. In 2019, in recognition of the fact that digitalization and AI cannot be viewed from a single disciplinary perspective, a group of authors – consisting of scholars from computer science, media education and media studies – developed the Frankfurt Triangle (Brinda et al. 2020). The Frankfurt Triangle is the result of intensive interdisciplinary discussion. Its goal is to develop a collaborative theoretical and conceptual model on which to base the perspectives and dimensions of education in a digital world. The initial impetus for this augmentation of the Dagstuhl Declaration from 2016 came from two workshops took place in Frankfurt am Main, Germany. Incorporating a threefold perspective on a) structures and functions of technology and media, b) interrelations with culture and society, and c) interaction in terms auf use, agency and subjectification, the model provides an orientational framework for the analysis, reflection and active creation of artifacts and phenomena in a world shaped by digital media, technology, systems, and platforms. The model was originally developed in German and has not yet been translated into other languages. Furthermore, scientists have repeatedly pointed out at international conferences and in academic exchanges that no attempts have yet been made in other language areas to develop a comparable interdisciplinary model. Hence, in order to make the approach accessible to international scholars, the model and accompanying text have been translated into English. This paper describes the model, its function and usage, and outlines possible additional developments and future connections. The introductory text also briefly describes the context in which the model was developed, and its development since its inception. (DIPF/Orig.)Kommunikation und soziale Interaktion werden zunehmend von Medien und Technik, von Systemen und Plattformen beeinflusst, die auf digitalen Prinzipien und KI beruhen. Bislang gab es keine interdisziplinären Theorien oder konzeptionelle Modelle, die über die akademischen Diskurse einzelner Disziplinen hinausgehen. Es gab daher bisher keinen überfachlichen Orientierungsrahmen, in dem die aktuellen Chancen, Herausforderungen und Verantwortlichkeiten einer digitalen Gesellschaft eingeordnet werden können und entsprechend auch kein theoriebasiertes interdisziplinäres Modell zur «digitalen Bildung». Da Digitalisierung nicht aus der Perspektive von Einzeldisziplinen betrachtet werden sollte, hat eine Gruppe von Autor:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – bestehend aus Wissenschaftler:innen aus der Informatik, der Medienwissenschaft und der erziehungswissenschaftlichen Medienpädagogik – das Frankfurter Dreieck entwickelt (Brinda et al. 2020). Das Modell ist Ergebnis einer intensiven interdisziplinären Diskussion. Ziel des Modells ist es, einen gemeinsamen theoretischen und konzeptionellen Orientierungsrahmen zu entwickeln, der die unterschiedlichen Perspektiven und Dimensionen von Bildung in einer digitalen Welt beschreibt und begründet. Die Initialzündung für diese Erweiterung der Dagstuhl-Erklärung aus dem Jahr 2016 entstand in zwei Workshops in Frankfurt am Main. In der dreifachen Perspektive auf a) Strukturen und Funktionen von Technik und Medien, b) Wechselbeziehungen mit Kultur und Gesellschaft und c) sozialer Interaktion bietet das theoretische Modell einen Orientierungsrahmen für die Analyse, Reflexion und Gestaltung von Artefakten und Phänomenen in einer von digitalen Medien, Technik, Systemen und Plattformen geprägten Welt. Das theoretisch-konzeptionelle Modell wurde ursprünglich in deutscher Sprache verfasst und wurde bisher nicht in andere Sprachen übersetzt. Die Autor:innen wurden auf internationalen Konferenzen und im akademischen Austausch immer wieder darauf hingewiesen, dass in anderen Sprachräumen bisher noch keine vergleichbaren interdisziplinären Modelle entwickelt wurden. Um das Frankfurt Dreieck internationalen Wissenschaftlern zugänglich zu machen, wurde das theoretisch-konzeptionelle Modell sowie dessen Begleittexte ins Englische übersetzt. Das vorliegende Papier beschreibt das Modell, deren Funktion und Anwendung und skizziert abschliessend mögliche Weiterentwicklungen und zukünftige Verbindungen. Der einleitende Text beschreibt auch kurz den Kontext, in dem das Modell entstanden ist sowie seine Genese seit seiner Erstveröffentlichung in deutscher Sprache. (DIPF/Orig.