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Beteiligt durch Unterstützte Kommunikation. Persönliche Teilhabe und Barrieren junger Erwachsener mit komplexen Beeinträchtigungen im Übergang Schule – Beruf
Unterstützte Kommunikation (UK) bietet in der Praxis und in der Wissenschaft Sozialer Arbeit Potential, um (junge) Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen als gleichberechtigte Gesellschaftsmitglieder zu beteiligen. Dies zeigt die vorliegende qualitative Fall- und Netzwerkstudie auf, indem sie sich gezielt dem Einzelfall widmet und durch UK-Methodenanwendung nicht/kaum lautsprachlich kommunizierende junge Erwachsene mit komplexen Beeinträchtigungen zu ihren individuellen Lebenswirklichkeiten im Übergang Schule – Beruf befragt. Ziel ist es, Barrieren und Förderfaktoren der Kommunikation und der Teilhabe an Bildung/Arbeit/Beruf sowie sozialer Gemeinschaft zu ermitteln. Teilnehmende Beobachtungen, soziale Netzwerkanalysen und Befragungen naher Vertrauens- und Bezugspersonen runden das multiperspektivische Studiendesign ab. Handlungsleitende Empfehlungen für eine nachhaltige Kommunikationsunterstützung und (Aus-) Bildungsbeteiligung werden an professionelle Akteur*innen abgebender und aufnehmender (Aus-)Bildungsorte adressiert. (DIPF/Orig.
Missbräuchlicher Einsatz von Medikamenten an Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen seit der Gründung des Landes bis in die 1980er Jahre
Kinder und Jugendliche mussten in der Vergangenheit vielfach Gewalt und Leid in verschiedenen Einrichtungen der stationären Jugendhilfe, der Behindertenhilfe, in Psychiatrien und in sogenannten Verschickungsheimen erfahren. Hierzu gehört auch der missbräuchliche Arzneimitteleinsatz. Die vorliegende Studie, die durch das Land Nordrhein-Westfalen beauftragt wurde, beschreibt exemplarisch Formen und Ausmaß dieses missbräuchlichen Arzneimitteleinsatzes in Einrichtungen in NRW zwischen 1946 und 1980 und geht den zugrundeliegenden Verantwortungsstrukturen nach. (DIPF/Orig.
Research-based learning with AI at the university
Forschendes Lernen ist ein disziplinübergreifendes hochschuldidaktisches Konzept. Es ermöglicht Studierenden, einen Forschungszyklus selbstständig durchzuführen und verbindet so Forschen, Lernen und Lehren. Die Verbreitung und Dynamik von generativer Künstlicher Intelligenz (KI) stellen Forschung und Hochschullehre vor große Herausforderungen. Forschendes Lernen bietet sich dazu an, den Einfluss von KI auf akademisches Lehren und Lernen zu analysieren. Ziel des Beitrags ist es, das Bildungspotenzial forschenden Lernens herauszuarbeiten und theoretisch abzuwägen, wo und wie KI im Prozess forschenden Lernens in einem bildungsförderlichen Sinne eingesetzt werden kann, welche Chancen und Risiken damit verbunden sind und wie sich der KI-Einsatz auf dessen Bildungspotenzial auswirkt. (DIPF/Orig.)Research-based learning is an interdisciplinary educational concept in higher education. It enables students to independently carry out a research cycle, integrating research, learning, and teaching. The widespread use and dynamics of generative artificial intelligence (AI) pose significant challenges to research and teaching in universities. Research-based learning is particularly well suited for analyzing the impact of AI on academic teaching and learning. The aim of this paper is to elucidate the pedagogical potential of research-based learning and to theoretically assess where and how AI can be used in an educationally beneficial way within the process of research-based learning, what opportunities and risks are involved, and how the use of AI affects the educational potential of this concept. (DIPF/Orig.
When the AI tutor comes. Didactics in postdigital times
Der Beitrag untersucht die Folgen, die der systematische Einbau digitaler Medien und insbesondere generativer künstlicher Intelligenz (KI) in den Unterricht hat, und fragt nach den daraus erwachsenen Herausforderungen für die Allgemeine Didaktik. Als zentrale Folge im Unterricht wird die massenhafte Sichtbarmachung von eigenlogischem Lernen der Schüler:innen und dessen Nicht-Bewältigbarkeit durch KI identifiziert. Die von der Digitalisierung von Unterricht produzierten Probleme können – so die zentrale These – nicht nur nicht von ihr selbst nicht gelöst werden, sondern auch der gängige, als linear-technisch charakterisierte Unterricht ist für eine umfassende Bewältigung nicht ausreichend vorbereitet. Die Lehrstelle, auf die damit verwiesen ist, erfordert vielmehr reflexiv-abduktive Formen des Lehrens und damit Innovationen in der Allgemeinen und Fachdidaktik, für die es v.a. eine konsequente empirische Wende in der Entwicklung von Lehrformen bedarf. (DIPF/Orig.)This paper examines the consequences of the systematic integration of digital media – and in particular, artificial intelligence (AI) – into classroom instruction, and it explores the resulting challenges for general didactics. A central outcome in teaching is identified as the widespread manifestation of students’ individualized learning processes driven by their own internal logic, which AI is unable to manage. According to the central thesis, the problems generated by the digitization of instruction cannot be solved by digital means alone, nor is conventional, linearly and technically characterized teaching sufficiently prepared to address them comprehensively. Instead, the teaching context implicated here demands reflexively abductive forms of instruction – and consequently, innovations in both general and subject-specific didactics, which in turn demands, above all, a consistent empirical turn in the development of teaching approaches. (DIPF/Orig.
Die schwindende Öffentlichkeit und Demokratie in der öffentlichen Bildung und die zunehmende Einflussnahme nichtstaatlicher Akteure in der Bildungssteuerung. Der Fall Dänemark, Frankreich und Portugal
This article discusses how the increasing interventions of non-state actors in education governance are shaping democratic decision-making in public schools. The authors of this article focus on the effects of these interventions in public schools in Denmark, France, and Portugal regarding the interconnected dimensions typically advocated by non-state actors: the use of international large-scale assessments, accountability, datafication and digitalization of education. Despite the different cultural traditions and historical trajectories in these three countries, the paper shows that the intervention of non-state actors is being reinforced and tends paradoxically to weaken publicness in schools. (DIPF/Orig.)Dieser Artikel untersucht, wie die zunehmenden Eingriffe nichtstaatlicher Akteure in die Bildungssteuerung die demokratische Entscheidungsfindung an öffentlichen Schulen beeinflussen. Die Autorin und die Autoren dieses Beitrags konzentrieren sich auf die Auswirkungen dieser Interventionen auf öffentliche Schulen in Dänemark, Frankreich und Portugal in Bezug auf die miteinander verbundenen Dimensionen, die typischerweise von nichtstaatlichen Akteuren befürwortet werden: der Einsatz internationaler Large-Scale-Assessments, Rechenschaftspflicht, Datafizierung und Digitalisierung des Bildungswesens. Trotz der unterschiedlichen kulturellen Traditionen und historischen Entwicklungen in diesen drei Ländern zeigt der Beitrag, dass die Einflussnahme nichtstaatlicher Akteure zunimmt und paradoxerweise dazu führt, die Öffentlichkeit der Schulen zu schwächen. (DIPF/Orig.
Distinct constructs with a common core. Modelling neuroticism, self-esteem, and generalized self-efficacy using bifactor exploratory structural equation modelling.
Neuroticism, self-esteem, and generalized self-efficacy are conceptually closely related constructs. This study investigates whether the common core of the three constructs goes back to a conceptual overlap and/or to a hierarchical ordering of the constructs. We tested a confirmatory factor analyses (CFA) model, an exploratory structural equation model (ESEM), a bifactor-CFA model, and an bifactor-ESEM model using a sample of German secondary school students at two measurement waves (t1: N = 1573; t2: N = 1210). At both waves, the bifactor-ESEM model emerged to be the best fitting model and showed a well-defined G-factor and well-defined S-factors. The bifactor-ESEM model displayed invariant factor loadings, item thresholds, and item residuals across t1 and t2. At t1 and t2, the G-factor of the bifactor-ESEM model displayed positive and statistically significant relations to general life satisfaction and school satisfaction; the S-factors showed inconsistent relations to these two outcome variables. Neuroticism, self-esteem, and generalized self-efficacy thus seem to be conceptually related as well as hierarchically ordered constructs. The bifactor-ESEM model can reconcile the two opposing views according to which neuroticism, self-esteem, and generalized self-efficacy are distinct versus similar constructs. (DIPF/Orig.
Structured career induction as a hinge between initial and continuing education
Dieser Beitrag thematisiert die strukturierte Berufseinführung in der Schweiz als Scharnier zwischen Aus- und Weiterbildung und ihre Bedeutung für die Professionalisierung von Lehrpersonen. Eine Bestandsaufnahme kantonaler Modelle zur Berufseinführung in der Schweiz bildet die Grundlage für die Analyse. Es wird aufgezeigt, dass neue Modelle der Berufseinführung entwickelt werden müssen, die bisher nicht berücksichtigte Bedarfe aufnehmen und eine engere Verknüpfung von Aus- und Weiterbildung gewährleisten. Abschliessend werden Empfehlungen formuliert, um Lehrpersonen in dieser zentralen Phase besser zu begleiten und ihre langfristige professionelle Entwicklung zu fördern. (DIPF/Orig.)This article focuses on structured career induction as a hinge between initial and continuing education and its significance for the professionalisation of teachers. An inventory of cantonal models for career induction in Switzerland forms the basis for the analysis. The results show that existing career induction models need to be adapted in order to take needs into account that have not yet been considered and to ensure a closer link between initial and continuing education. In the final section, recommendations are formulated that aim to improve the support of teachers in this central phase and to promote their long-term professional development. (DIPF/Orig.
An impressive export success with contemporary significance? International knowledge transfer exemplified by the Spanish reception of the Würzburg Synod’s resolution on religious education
Der Würzburger Synodenbeschluss zum Religionsunterricht ist in vielerlei Hinsicht richtungsweisend gewesen für die (katholischen) religionspädagogischen Debatten in der deutschen Nachkriegszeit: Mit ihm wurde Religionspädagogik zwischen Pädagogik und Theologie positioniert und schulischer Religionsunterricht von außerschulischer Katechese unterschieden. Wie jedoch kaum bekannt ist, hat der Synodenbeschluss auch internationale Debatten um zukunftsfähige Formate von religiöser Bildung angeregt. Im Artikel soll die spanische (und italienische) Rezeption ab den 1970er Jahren präsentiert und hinsichtlich ihrer Bedeutung diskutiert werden. Mit Deutschland sowie Spanien (und Italien) stehen dabei Länderkontexte im Fokus, die idealtypisch für konfessionell gerahmte religiöse Lernprozesse stehen. Im Hinblick auf sie lässt sich darüber nachdenken, unter welchen Bedingungen eine konfessionelle Rahmung zukunftsfähig ist. (DIPF/Orig.)The Würzburg Synod’s Resolution on Religious Education has in many ways been groundbreaking for the (catholic) religious education debates in post-war Germany. The resolution positioned religious education between pedagogy and theology and distinguished school-based religious education from extracurricular catechesis. However, it is little known that the resolution also inspired international debates on sustainable models of religious education. This article aims to present and discuss the Spanish (and Italian) reception of this resolution starting in the 1970s. The focus is on Germany, Spain, and Italy – contexts that are paradigmatic for denominationally framed religious learning. These contexts provide an opportunity to reflect on the conditions under which a denominational framework can remain viable in the future. (DIPF/Orig.
School pastoral care or school diaconia? On the need for a new contouring of christian action in schools in the Face of growing Non-Denominationalism
Schulpastoral gerät angesichts wachsender Konfessionslosigkeit immer stärker in Plausibilisierungsstress. Ihre – vor allem liturgisch-mystagogischen – Angebote sind selbst vielen Getauften fremd. Der Kreis der Adressaten schrumpft kontinuierlich, während die kirchliche Ressourcenknappheit zu Sparmaßnahmen zwingt. Angesichts dieser Herausforderungen ist es notwendig, diesen wertvollen christlichen Dienst am Menschen in öffentlichen Schulen neu zu konturieren, um ihn auch in Zukunft erhalten zu können. Genau dies ist das Ziel dieses Beitrags, in dem ein Plädoyer für Schuldiakonie formuliert wird. (DIPF/Orig.)School pastoral care is increasingly under pressure of plausibility due to the growing number of religious disaffiliations. Its offerings, especially liturgical and mystagogical, are alien to many of the baptised. The circle of recipients is steadily shrinking, while the Church’s lack of resources is forcing austerity measures. In the light of these challenges, it is necessary to re-frame this valuable Christian service to individuals in public schools to ensure that it can be sustained in the future. This is the aim and purpose of this paper, which presents a plea for school diaconia. (DIPF/Orig.
Zum Stellenwert von Inklusion im Kontext chronischer Erkrankungen. Herausforderungen im Schulalltag von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen
Wie kann Inklusion gelingen, wenn Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen zur Schule gehen? Dieser Beitrag beleuchtet die pädagogischen, organisatorischen und rechtlichen Herausforderungen, mit denen Lehrpersonen im Schulalltag konfrontiert sind. Anhand aktueller Forschungsergebnisse werden zentrale Gelingensbedingungen wie Fortbildung, multiprofessionelle Zusammenarbeit und rechtliche Sicherheit aufgezeigt. Ein Schwerpunkt des Beitrags ist, wie individuelle Bedürfnisse erkannt und schulische Strukturen so angepasst werden können, dass Teilhabe für alle möglich wird – auch bei komplexen Krankheitsbildern. Der Beitrag gibt konkrete Hinweise für den Unterricht, verweist auf notwendige Unterstützungsressourcen und fordert eine stärkere Verankerung des Themas „Pädagogik bei Krankheit“ in Aus- und Weiterbildung. Lehrpersonen erhalten damit wertvolle Impulse, wie sie Schülerinnen und Schüler mit chronischen Erkrankungen kompetent und empathisch begleiten können. (DIPF/Orig.