German Institute for International Educational Research (DIPF)

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    Didaktische und rekonstruktive Perspektiven auf Hochschullehre. Zusammenarbeit von Forschenden und Lehrenden in der dokumentarischen Entwicklungsforschung

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    Der Artikel nimmt die Zusammenarbeit von Hochschullehrenden und Wissenschaftler:innen in der dokumentarischen Entwicklungsforschung in den Blick. Dazu arbeiten die Autor*innen den Diskurs zu Rollen in Design-Based Research auf, um daran anschließend am Beispiel einer Studie zu hybridem künstlerischen Einzelunterricht in der Musiklehrer:innenbildung zu analysieren, inwiefern das gewählte Multiple-Case-Setting und die partizipative Rollenkonstellation es den beteiligten Lehrenden ermöglichen, den eigenen Unterricht weiterzuentwickeln. Die in der Studie verankerten Prozesse der Wissenskommunikation illustrieren sie anhand empirischen Materials aus zwei Gesprächsformaten. Schließlich legen sie die Herausforderungen und Potenziale des gewählten Forschungsdesigns dar und setzen diese in Bezug zu Positionen aus der dokumentarischen Unterrichts- und Evaluationsforschung. (DIPF/Orig.)This article focuses on the collaboration between university lecturers and researchers in documentary design research. To this end, we illustrate the discourse on roles and role constellations in design-based research. We then use the example of a study on hybrid one-on-one tuition in higher music education to analyze in how far the selected multiple-case setting and the participatory role constellation enable the teachers involved to further develop their own teaching. We illustrate the processes of knowledge transfer anchored in the study drawing on empirical material from two discussion formats. Finally, we reflect on the challenges and potentials of the chosen research design and relate these to positions in documentary teaching and documentary evaluation research. (DIPF/Orig.

    Demokratiebildung angesichts antidemokratischer Entwicklungen

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    Die Demokratiebildung in Deutschland steht angesichts zunehmender antidemokratischer Entwicklungen vor neuen Herausforderungen. Schulen übernehmen dabei eine Schlüsselrolle, da sie demokratische Werte vermitteln und erfahrbar machen. In der deutschen Debatte bestehen Spannungen zwischen erfahrungsorientierten Ansätzen und politikdidaktischen Konzepten, die auf inhaltliche Auseinandersetzung mit politischen Strukturen und Kontroversen setzen. Der Beitrag zeigt, wie Demokratiebildung integrativ und interdisziplinär gestaltet werden kann, indem antidemokratische Entwicklungen ernst genommen, Partizipation gefördert und kritische Urteilsfähigkeit gestärkt wird. (DIPF/Orig.

    Über Zeitenwenden im österreichischen Schulsystem. Zur Orchestrierung von Systemmonitoring, Bildungsstandards und Qualitätsentwicklung

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    Die Gründung einer Institution zur Entwicklung der Qualität im österreichischen Schulwesen markierte eine bildungspolitische Zeitenwende in Österreich. Mit den dort angesiedelten Aufgaben des Bildungsmonitorings, der Überprüfung von Bildungsstandards und der regelmäßigen Bildungsberichterstattung wurde ein zentraler Schritt in Richtung einer evidenzorientierten Steuerung gesetzt. Helmut Fend begleitete diesen Prozess als kritischer Beobachter und Impulsgeber. Seine Konzeption von Schulqualität, Steuerung und Rekontextualisierung pädagogischen Handelns bildet bis heute eine zentrale wissenschaftliche Referenz für die Beurteilung von Entwicklungen im Schulwesen. Der Beitrag zeichnet zentrale Linien dieser Entwicklungen nach, beginnend mit der österreichischen Beteiligung an internationalen Schülerleistungsstudien über die nationale Bildungsberichterstattung bis zur Einführung von Bildungsstandards und deren Überprüfung und Rückmeldung. Dabei wird der Anspruch einer entwicklungsorientierten Qualitätsarbeit im Sinne professioneller Reflexion, Kontextsensibilität und demokratiebildenden Feedbacks sichtbar gemacht. Die Umwandlung des unabhängigen BIFIE (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung im österreichischen Schulwesen) in die nachgeordnete Dienststelle IQS (Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen) im Jahr 2020 sowie der Paradigmenwechsel hin zu stärker kontrollorientierten Verfahren markieren eine erneute Zeitenwende, in der sich die ursprünglichen Leitlinien zunehmend auflösen. Der Beitrag argumentiert, dass Bildungsmonitoring mehr sein muss als ein Steuerungsinstrument: Es bedarf wissenschaftlich fundierter, unabhängiger, kontextsensibler und rekonstruktiver Verfahren, um pädagogische Qualität differenziert zu beschreiben, Entwicklungen zu begleiten und bildungspolitische Entscheidungen demokratiepolitisch förderlich wie auch kritisch zu rahmen. Die Perspektive Fends auf Qualität, Entwicklung und die Bedeutung der institutionellen Form bildet den Leitfaden dieses Textes, womit auch ein bislang fehlendes Desiderat dokumentierter Bildungsgeschichte in Österreich adressiert wird. (DIPF/Orig.

    Transformation der Eltern-Kind-Beziehung in der Adoleszenz und jugendliche Autonomieentwicklung

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    Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, welche Formen der Veränderung von Eltern-Kind-Beziehungen sich in der Adoleszenz beobachten lassen und welche Auswirkungen diese auf die jugendliche Autonomieentwicklung sowie das psychische Wohlbefinden und die intergenerationalen Beziehungen im frühen Erwachsenenalter haben. Es wird erwartet, dass sich eine gelungene Transformation der Eltern-Kind-Beziehung in Richtung von mehr Selbstständigkeit der Kinder bei gleichzeitig enger emotionaler Verbundenheit sowohl kurz- als auch langfristig positiv auswirkt. Als Datengrundlage dienen eine Jugendlängsschnittstudie und eine Folgeuntersuchung, die 19 Jahre später mit denselben Personen durchgeführt wurde. Die Analysestichprobe besteht aus 1021 Jugendlichen und 463 Eltern. Zur Beantwortung der Forschungsfragen werden clusteranalytische Verfahren mit Latenten Wachstumskurvenmodellen kombiniert. Die Ergebnisse belegen in Übereinstimmung mit der Individuationstheorie und früheren Forschungsbefunden, dass die Veränderungen in den Eltern-Kind-Beziehungen in der Adoleszenz als Transformationsprozess zu verstehen sind, in welchem die elterlichen Kontrollbemühungen im Allgemeinen kontinuierlich zurückgehen und die emotionale Verbundenheit erhalten bleibt. Hinter diesem normativen Transformationsmuster verbergen sich jedoch unterschiedliche Verlaufsmuster von Eltern-Kind-Beziehungen. Es können vier Muster identifiziert werden, die sich bezüglich der familiären Erziehungsumwelt, den jugendlichen Verhaltensweisen und den Veränderungsprozessen vom 12. bis zum 16. Lebensjahr deutlich unterscheiden. Die Analysen zeigen, dass es eine entscheidende Rolle für die jugendliche Autonomieentwicklung und das spätere Befinden im Erwachsenenalter spielt, in welchem Kontext Jugendliche aufwachsen und wie das Verhältnis von emotionaler Verbundenheit und jugendlichen Autonomiewünschen in der Eltern-Kind-Beziehung reguliert wird. Als besonders entwicklungsförderlich haben sich Beziehungen erwiesen, die durch enge emotionale Verbundenheit und Autonomie gewährendes elterliches Verhalten, darüber hinaus aber auch durch eine große Gesprächs- und Verhandlungsbereitschaft gekennzeichnet sind. (DIPF/Orig.

    Zufriedenheit am Ende der mittleren Lebensphase. Zur Bedeutung von Stabilität und Instabilität in Partnerschafts- und Erwerbsverläufen

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    Stabilität in Partnerschaft und Erwerbsarbeit im mittleren Erwachsenenalter gilt für viele Menschen als zentrales Lebensprinzip, um Zufriedenheit zu erleben. Sie schafft Sicherheit und Verlässlichkeit und somit günstige Bedingungen für den Karriereaufbau sowie die Partnerschafts- und Familienetablierung. In diesem Beitrag wird untersucht, wie stabile versus instabile Partnerschafts- und Erwerbsverläufe die Lebenszufriedenheit mit 45 Jahren beeinflussen und ob sich die Effekte der beiden Lebensbereiche kumulieren oder kompensieren. Die Analysen basieren auf der LifE-Studie (1979–2012), die durch Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Helmut Fend initiiert wurde und bis heute fortgeführt wird. Auf Grundlage monatlich erhobener Verlaufsdaten über die Lebensphase von 16 bis 45 Jahren (N=1105) wird die soziale und berufliche Lebensdomäne jeweils in drei Kategorien (Partnerschaftsverläufe: stabil, instabil, überwiegend partnerlos; Berufsverläufe: stabil, instabil, überwiegend Carework) klassifiziert. Danach wird der Einfluss dieser Kategorien (auch in ihrer Kombination) auf die allgemeine Lebenszufriedenheit im Alter von 45 Jahren, die als eine Dimension subjektiven Wohlbefindens operationalisiert wird, untersucht. Es zeigt sich, dass Stabilität konsistent mit höherer Lebenszufriedenheit einhergeht: Frauen und Männer mit zugleich stabilen Partnerschafts- und Erwerbsbiografien berichten die höchsten Zufriedenheitswerte (Kumulationshypothese). Die niedrigsten Werte zeigen dauerhaft Partnerlose mit instabilen Erwerbsverläufen. Zudem zeigt sich ein kompensatorischer Effekt: ein stabiler Erwerbsverlauf kann eine instabile Partnerschaft ausgleichen; umgekehrt mildert Partnerschaftsstabilität die Folgen instabiler Erwerbsverläufe in geringerem Ausmaß. Auffällig ist eine kleine, fast ausschließlich weibliche Gruppe mit überwiegender Carework, die bei gleichzeitiger Partnerschaftsstabilität mittlere Zufriedenheitswerte erreicht. Erwerbsstabilität erweist sich als insgesamt einflussreicher als Partnerschaftsstabilität. Lebenszufriedenheit in der Lebensmitte ist demnach ein Produkt biografischer Ordnung. Verlässliche Erwerbsverläufe, Vereinbarkeit und partnerschaftliche Sicherheit dürfte das Wohlbefinden nachhaltig verbessern. (DIPF/Orig.

    Blickpunkt Bildungsmonitoring - Bilanzen und Perspektiven

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    Lernstandserhebungen, Bildungsstandards, internationale Schulleistungsvergleiche und Bildungsberichterstattung sind seit über zwei Jahrzehnten Bestandteil von Qualitätssicherung und -entwicklung im Schulsystem. Sind die bisherigen Monitoringdaten noch zeitgemäß? Werden sie schon hinreichend für Steuerung genutzt? Wie können Schulen datengestützt ihre Entwicklung vorantreiben? Welche Bereiche sollte Bildungsforschung zukünftig in den Blick nehmen? Die Autor:innen laden zu einer Zwischenbilanz ein. Sie geben Impulse für die methodische, strukturelle und personelle Weiterentwicklung des Bildungsmonitorings. (DIPF/Orig.

    Klassismuskritik und Soziale Arbeit. Analysen, Reflexionen und Denkanstöße

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    Klassismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund der Klassenherkunft oder der Klassenzugehörigkeit. Für die Soziale Arbeit ist Klassismus in mehrfacher Hinsicht von hoher Relevanz. Die Mehrheit der Adressat*innen Sozialer Arbeit ist von klassistischer Diskriminierung betroffen, zum Beispiel in den Lebenslagen Armut, Erwerbslosigkeit und Wohnungslosigkeit oder als Care-Leaver*innen in der Jugendhilfe. Als Menschenrechtsprofession ist die Soziale Arbeit gefordert, ihre Konzepte und Methoden so zu entwickeln, dass Diskriminierung und Ausschluss durch Klassismus entgegengewirkt wird. Der Sammelband setzt an dieser (Leer-)Stelle an. Die Bedeutung von Klassismus und von Klassismuskritik in der und für die Soziale Arbeit wird in ihren unterschiedlichen Dimensionen aufgezeigt und analysiert. (DIPF/Orig.

    The praxeological-sociological approach to professional research. Empirical explorations from school pedagogy and subject didactics

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    Der Beitrag diskutiert empirische Studien aus der erziehungswissenschaftlichen und fachdidaktischen Professionsforschung, welche einen praxeologisch-wissenssoziologischen Ansatz verwenden. Die Studien werden dabei entlang zentraler grundlagentheoretischer Unterscheidungen und Konzepte der Praxeologischen Wissenssoziologie betrachtet: Es handelt sich erstens um die Differenz zwischen explizitem und implizitem Wissen und deren Relationierung im Orientierungsrahmen im weiteren Sinne. Eine zweite Differenz unterscheidet zwischen professionalisiertem und nicht-professionalisiertem Handeln, was die Organisation der Schule als people processing organization und das Konstrukt der konstituierenden Rahmung in den Blick geraten lässt. Daraus ergibt sich drittens schließlich das Verhältnis von organisationalen Strukturen und der Berufsbiographie von Lehrer:innen. Lehrpersonen sind dem Normengefüge der Schule demnach nicht ohnmächtig unterworfen, sondern können dieses kraft ihrer biographischen Ressourcen in unterschiedlicher Weise aktivieren und handlungswirksam werden lassen. Es werden schließlich vier Thesen zur Lehrkräftebildung abgeleitet. (DIPF/Orig.)Over the past two decades, the documentary method and subsequently the praxeological sociology of knowledge have become an increasingly popular and fruitful approach to the study of classroom interaction and teachers’ professional knowledge. Our chapter discusses the three main components of this approach. The first part is concerned with the differentiation between implicit and explicit knowledge and the ways in which these two types of knowledge are interrelated within the concept of the frame of orientation in a wider sense. Second, we will discuss the differentiation between professionalized and nonprofessionalized practice and what role the concept of the konstituierende Rahmung plays in this. Third, the question is addressed, how organizational context and biographic experience interact in guiding teachers’ actions. One of the crucial issues here is, what agency teachers possess to change the organizational framework they are working in. In the light of this, the paper finishes by drawing four conclusions concerning teacher education. (DIPF/Orig.

    Die Landschaft der Hochschullernwerkstätten in Österreich. Ein Überblick

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    Der Beitrag bietet einen Überblick über eine systematische Erkundung der Hochschullernwerkstätten (HSLW) in Österreich. Basierend auf einer Online-Erhebung im Sommer 2023 wurde eine Bestandsaufnahme von HSLW und ähnlichen Angeboten an Pädagogischen Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen in Österreich durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen eine vielfältige Landschaft von HSLW und ähnlichen Angeboten, die sich in ihrer Ausrichtung, Organisation und Ausstattung unterscheiden. Auf Basis der erhobenen Daten stellt der Beitrag 15 österreichische HSLW und ähnliche Angebote geografisch und inhaltlich dar. Die Erhebung identifizierte Herausforderungen wie die unklare Abgrenzung zwischen HSLW und ähnlichen Angeboten sowie Potenziale, darunter die Vielfalt als Potenzial für weitere Vernetzung und Weiterentwicklung in der Hochschullehre. (DIPF/Orig.

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