31251 research outputs found
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Resilienz und Inklusion in der Hochschule – Interaktion personaler Ressourcen mit sozialen Einflussgrößen und strukturellen Rahmenbedingungen
Zur Realisierung eines Studiums mit Beeinträchtigung sind Hochschulen gefordert, chancengerechte Rahmenbedingungen zu realisieren. Auch personale Ressourcen spielen dabei eine zentrale Rolle. Welche Ressourcen werden genau für die Bewältigung benötigt und wie interagieren sie mit sozialen und strukturellen Einflussgrößen? In einem mehrstufigen Mixed-Methods-Design wurde bisher ein Rahmenmodell erstellt, das als Grundlage für Interviews und eine Nominal-Fokusgruppe fungierte. In einem partizipativen Ansatz wurden dabei Schutzfaktoren durch die Studierenden als Expert*innen in eigener Sache identifiziert. Am häufigsten benannt wurden aufseiten der Herausforderungen der behinderungsbedingte Mehraufwand und bauliche Barrieren und auf Ressourcenseite soziale Unterstützung sowie Angebote und Einrichtungen der Hochschule. (DIPF/Orig.
Weg- und Spurensuche hin zur Bildungsethik. Zur Archäologie und Morphologie von Bildung ⇄ Ethik
Der Beitrag untersucht die Bedeutung der Begriffe ἔθος und ἦθος als grundlegende Ideen für jede Form von Bildungsethik. Es wird argumentiert, dass Ethik und so auch Bildungsethik ohne eine Rückbesinnung auf die Einlegungen in diese Begriffe nicht sinnvoll voranschreiten können. Die dynamische Strukturphänomenologie betont dabei die Notwendigkeit, alle Begriffe auf ihre ursprünglichen Quellen zurückzuführen und verschiedene Standpunkte dialektisch abzuwägen. Zentral ist die Reflexion des Verhältnisses von Person und Individuum, Mitwelt und Umwelt sowie von Erziehung und Bildung, stets im Hinblick auf die Weltschau. Im Besonderen die Unterscheidung zwischen Ethik und Moral, die auf Bildung und Erziehung prägend wirken, erscheint wesentlich, um die Vielfalt der Ideen in der Bildungsethik herauszustellen. Der Beitrag fordert eine gründliche Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Ideen und deren Tiefenstruktur, um Bildungsethik als wissenschaftliches Feld sichtbar werden zu lassen. Bildungsethik wird dabei als dynamischer Prozess betrachtet, der kontinuierliche Reflexion und Neubeurteilung erfordert, um Missverständnisse sowie Wortspiele zu vermeiden und ethische Fragen sinnvoll zu behandeln. (DIPF/Orig.
Zur Autorisierung gesteigerter Entwicklungserwartungen an Schulen in sozial deprivierter Lage
Für Schulen in sozialräumlich deprivierter Lage wurden und werden diverse Schulentwicklungsprogramme durchgeführt; aktuell beispielsweise das Startchancen-Programm von Bund und Ländern. Daran zeigt sich gegenwärtig eine gesteigerte Entwicklungserwartung gegenüber den Einzelschulen in diesen Lagen. Der Artikel betrachtet mit einer autorisierungstheoretischen Perspektive, welche Erwartungen an diese Schulen gestellt werden, wie sie legitimiert werden, wie es zu diesen legitimierten Entwicklungserwartungen gegenüber genau diesen Schulen kommt und wie die Schulforschung hierzu beiträgt. Er problematisiert abschließend ein gesellschaftstheoretisches Defizit der Schulentwicklungsforschung zu Schulen in sozialräumlich deprivierter Lage. (DIPF/Orig.
"Ich glaube, das ist einfach sensibler geworden. Aber ...". Sprechen über Entwicklungserwartungen im Kontext diskriminierungskritischer Fortbildungen
Der Beitrag rückt die mit diskriminierungskritischen Fortbildungen verbundenen mehrdimensionalen Entwicklungserwartungen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Auf Basis der Auseinandersetzung mit bildungspolitischen Dokumenten, erziehungswissenschaftlichen Perspektiven und vorliegenden Forschungsarbeiten zeigen sich unterschiedliche Herausforderungen, die den mehrdimensionalen Entwicklungserwartungen eingeschrieben sind. Anhand der Analyse eines Transkriptausschnittes aus einem Interview mit einer Teilnehmerin einer rassismuskritischen Fortbildung wird exemplarisch veranschaulicht, welche Erwartungen in welcher Weise aufgerufen und ausgehandelt werden. Abschließend werden die herausgearbeiteten Herausforderungen entlang des Forschungsstands und der Interviewanalyse diskutiert und die Relevanz theoretischer und empirischer Arbeiten zu Spannungen und Ambivalenzen betont. (DIPF/Orig.
Bildungsleistung durch Verbindlichkeit. Gutachten
Das Leistungsniveau der Schülerinnen und Schüler in Deutschland ist nach einem Anstieg in den letzten Jahren unter das Niveau des PISA-Schocks im Jahr 2000 zurückgefallen. Nur etwa ein Drittel dieses Rückgangs lässt sich durch eine veränderte Zusammensetzung der Schülerschaft erklären. Der Aktionsrat Bildung analysiert Gründe für den erneuten Abwärtstrend und fordert die Durchsetzung von mehr Verbindlichkeit im gesamten Bildungssystem. Neben unzureichender Förderung der Kernkompetenzen aller Lernenden werden auch die mangelnde bundesweite Vergleichbarkeit der Bildungsergebnisse sowie veränderte Erziehungspraktiken als Erklärungsansatz für den starken Leistungsrückgang genannt. Der Aktionsrat Bildung zeigt Lösungsansätze auf, wie die Verbindlichkeit im Bildungswesen in allen Bildungsphasen durch alle Verantwortlichen nachhaltig erhöht werden kann. Basierend auf einer empirisch abgesicherten Bestandsaufnahme leitet er konkrete Handlungsempfehlungen für die politischen Entscheidungsträger ab. (DIPF/Orig.
Dekolonisierung der Bildung für nachhaltige Entwicklung - Stimmen jenseits der abyssal lines
Der Beitrag greift die Vorwürfe auf, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) koloniale Kontinuitäten ignoriere und auf jenen epistemischen Voraussetzungen beruhe, die die Probleme, die sie lösen will, erst produziert hat. Es wird die These vertreten, dass Storytelling als dekoloniale Lehr- und Lernmethode zu einem postabyssal thinking (Santos 2018) beitragen kann. Am Beispiel eines Seminars für Studierende des Lehramts Musik wird veranschaulicht, wie ein Wissen nicht nur im universitären, sondern auch im schulischen Kontext angeregt werden kann, das globale Verantwortung als wesentlichen Bestandteil von BNE begreift. (DIPF/Orig.
Koloniale Vergangenheit – postkoloniale Gegenwart – dekoloniale Zukunft? Eine Analyse des Status Quo der historisch-politischen Bildung in Schule und Hochschule
Der Text diskutiert die Situation dekolonialer Bildung und (post-)kolonialer Gegenwarten in Schulen und Universitäten an exemplarischen Beispielen aus den Fächern Geschichte und Politische Bildung. Darstellungen von den Reisen des Kolumbus, die Nutzung rassistischer Sprache oder die teilweise so wahrgenommenen Erinnerungskonkurrenzen bei vergleichender Genozidforschung verdeutlichen dabei, wie ausbaufähig die Aufarbeitung des Kolonialismus in Deutschland ist. Anhand eines von der Verfasserin durchgeführten, interdisziplinären Projektseminars werden Desiderate der Lehrer*innenbildung sowie mögliche Vorschläge für eine rassismuskritische und intersektionale Bildung aufgezeigt. (DIPF/Orig.
Berufsorientierung und Weiterbildung in der digitalen Transformation. Neue Qualifizierungsansätze für die Metall- und Elektroindustrie
Die Publikation untersucht die Auswirkungen gesellschaftlicher und technologischer Transformationsprozesse auf die berufliche Orientierung und Qualifizierung. Im Fokus stehen die Herausforderungen, die durch Digitalisierung, Automatisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz entstehen, insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie. Es werden innovative Bildungsangebote vorgestellt, die darauf abzielen, Fachkräfte, Auszubildende und Jugendliche optimal auf die dynamischen Anforderungen der modernen Arbeitswelt vorzubereiten. Der Band gliedert sich in mehrere Kapitel, die zunächst die aktuellen Veränderungen in der Arbeitswelt analysieren. Anschließend werden pädagogische Konzepte für eine zeitgemäße Berufsorientierung präsentiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Qualifizierungsmodulen, die in enger Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen konzipiert wurden, um den spezifischen Bedürfnissen der Praxis gerecht zu werden. Die Publikation richtet sich an Bildungsforscher:innen, Pädagog:innen, Ausbilder:innen sowie Entscheidungsträger:innen in Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die sich mit der Gestaltung zukunftsorientierter Bildungsangebote befassen. (DIPF/Orig.
"School without racism – school with courage". A network for diversity, democracy, and human rights in schools
„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein bundesweites Netzwerk, das Schulen dabei unterstützt, eine diskriminierungskritische und demokratische Schulkultur zu entwickeln. Durch kreative und partizipative Bildungsangebote fördert es zivilgesellschaftliches Engagement, politische Bildung und Selbstwirksamkeit. Landes- und Regionalkoordinationen begleiten die Schulen bei der Umsetzung. Ziel ist es, junge Menschen zu stärken und Schule als Ort gelebter Menschenrechte zu gestalten. (DIPF/Orig.)„School without Racism – School with Courage“ is a nationwide network that supports schools in developing a discrimination-sensitive and democratic school culture. Through creative and participatory educational programs, it promotes civic engagement, political education, and self-efficacy. Regional and state coordinators assist schools in implementing these efforts. The goal is to empower young people and shape schools as spaces where human rights are actively lived. (DIPF/Orig.
Understanding teamwork between general and special education teachers. A multi-method study in the context of inclusive classrooms
Die Kooperation zwischen Regel- und sonderpädagogischen Lehrpersonen gilt als wesentliche Voraussetzung für erfolgreichen inklusiven Unterricht (Lütje-Klose, Neumann, Gorges & Wild, 2018). Diese Studie untersucht die Erwartungen von Regel- und sonderpädagogische Lehrpersonen an die Kooperation und deren praktische Umsetzung. An Grundschulen wurden Teams n = 8 mit Regel- und sonderpädagogischen Lehrpersonen initiiert, die sich wöchentlich trafen. Die Datenerhebung erfolgte über standardisierte Fragebögen (Prä-Post-Design), acht leitfadengestützte Interviews und 18 Protokolle der Teammeetings. Die quantitativen Daten zeigen eine hohe Zustimmung zu den formulierten Kooperationserwartungen ohne signifikante Unterschiede zwischen den Regel- und sonderpädagogischen Lehrpersonen. Die qualitativen Daten verdeutlichen jedoch, dass Regellehrpersonen primär die Unterrichtsplanung übernahmen, während die sonderpädagogischen Lehrpersonen unterstützende Maßnahmen umsetzten. Die Zusammenarbeit mit der Schulleitung wurde als herausfordernd beschrieben. Die Übereinstimmung der Erwartungen bietet Potenzial für eine erfolgreiche Kooperation (Grosche & Moser Opitz, 2023). Gleichzeitig erfordern Machtasymmetrien und ungleiche Rollenverteilung eine regelmäßige Reflexion (Lenkeit, Hartmann, Ehlert, Knigge & Spörer, 2022). Eine nachhaltige Gestaltung kooperativer Prozesse hängt von der aktiven Unterstützung der Schulleitung ab (Lütje-Klose, Serke, Hunger & Wild, 2016; Rogge et al., 2021). Dokumentationen von Abläufen und klare Absprachen erhöhen die Transparenz und reduzieren den Koordinationsaufwand. (DIPF/Orig.)Teamwork between general and special education teachers is considered a prerequisite for successful inclusive education (Grosche & Moser Opitz, 2023). This study examines general and special education teacher´s expectations regarding collaboration and how it is put into practice. Teams were initiated at primary schools (n = 8 teachers) to meet on a weekly basis. Standardized questionnaires were used in a before-and-after design, 8 interviews were conducted and 18 protocols from the team meetings were recorded. The general and the special education teachers showed a high level of agreement with the collaboration expectations. No significant difference was found between the two groups. The general education teachers were responsible for lesson planning and teaching, while the special education teachers focused on supportive measures. Collaboration with school leadership was perceived as challenging. The consistency of expectations shows potential for successful collaboration (Lütje-Klose et al., 2018). However, the results point to power asymmetries that require reflection and restructuring of the distribution of roles (Lenkeit et al., 2022). Active support from school leadership is crucial in order to provide a successful implementation of collaboration processes (Rogge et al., 2021). Sustainable documentation of processes and arrangements creates transparency, increases obligation and reduces coordination efforts. (DIPF/Orig.