31251 research outputs found
Sort by
Genealogie, Mimesis und der Philosophische Parcours im Philosophieunterricht
Im Philosophieunterricht kommt der Geschichtlichkeit philosophischen Denkens in zweifacher Hinsicht systematische Bedeutsamkeit zu: Einerseits erweitert die historische Dimensionierung das Verständnis für genuin philosophische Fragestellungen, indem das rein formalistische, begriffsanalytische Vorgehen in vielfältiger Weise bereichert und überschritten wird. Zum anderen fördert das philosophiehistorische Bewusstsein eine mimetisch-kritische Grundhaltung, die das individuelle Philosophieren als Gespräch mit Vorbildern nachhaltig zu motivieren und zu qualifizieren vermag. Vor diesem Hintergrund wird die Methode des „Philosophischen Parcours“ als exemplarische genealogische Herangehensweise in philosophischen Bildungsprozessen vorgestellt und anhand eines ausführlichen Beispiels aus der Unterrichtspraxis erläutert. (Autor
"Then I would quit – I wouldn\u27t do that to myself". Documentary reconstructions of posts in the #twitterlehrerzimmer
Ausgehend von öffentlichen Diskursen um den Lehrkräftemangel zielt der Beitrag darauf ab, zu untersuchen, wie Akteur:innen sich im digitalen Lehrer:innenzimmer der sozialen Plattform Twitter zu „Empfehlungen zum Umgang mit dem Lehrkräftemangel“ (SWK 2022) austauschen. Rekonstruiert werden soll, wer sich an den Konversationen im öffentlichen #twitterlehrerzimmer beteiligt und wie sich das Sprechen über die Profession im Lichte von als unattraktiv benannten Arbeitsbedingungen vollzieht. Dazu werden im Kontext der veröffentlichen Empfehlungen, die im Kern eine Einschränkung von Teilzeit-Optionen für Lehrkräfte vorsehen, Kommunikationsbeiträge im digitalen Raum erhoben und dokumentarisch analysiert. Die Rekonstruktionen zeigen, dass Lehrkräfte berufliche Belastungen als Unzumutbarkeiten und Anlass für berufliche Abwendungen entwerfen. Professionsfremde Akteur:innen bringen kritische Fremdzuschreibungen in die Diskurse ein. (DIPF/Orig.)Based on public discourses about the shortage of teachers, the project aims to investigate how agents exchange views on „recommendations for dealing with the shortage of teachers“ (SWK 2022) in the digital teachers‘ room on the social platform Twitter. The aim is to reconstruct who participates in the conversations in the public #twitterlehrerzimmer and how the conversation about the profession takes place in the light of working conditions that are labelled as unattractive. To this end, in the context of the published recommendations, which essentially provide for a restriction of part-time options for teachers, communication contributions in the digital space are collected and documentarily analysed. The reconstructions show that teachers describe professional stress in often emotionalised linguistic modes as unacceptable and a reason for turning away from the profession. Agents from outside the profession introduce critical external attributions into the discourse. (DIPF/Orig.
Schule und KI: Auf dem Weg zu neuen Formen schulischer Assessments
Der Beitrag thematisiert die Frage nach den Auswirkungen der Entwicklung von KI-Agenten und ihrer Nutzung auf die schulische Leistungsbeurteilung und skizziert Möglichkeiten und Perspektiven für KI-gestützte Assessments in der Schule. (Autor
Visualisierung sozialer Netzwerke zur Evaluierung kooperativer Lerngelegenheiten in Hochschullernwerkstätten
Studierende haben in Hochschullernwerkstätten – im Vergleich zu traditionellen Seminarkonzepten – vermehrt Autonomie- und Handlungsspielräume bezüglich ihrer Lernprozesse. So können sie etwa selbst bestimmen, ob sie Aufgaben allein oder mit Mitstudierenden bearbeiten. Ausgehend von soziokonstruktivistischen Lehr-Lern-Theorien gehen mit kooperativer Aufgabenbearbeitung Lerngelegenheiten einher. Diese können Dozierende strategisch planen und steuern. Deren Nutzung ist aber häufig aufgrund der Komplexität sozialer Situationen selten ersichtlich. Zur Evaluierung eignen sich soziale Netzwerkkarten. Im Beitrag werden Potenziale kooperativer Lerngelegenheiten erörtert, Methoden der Datenerhebung zur Erfassung kooperativer Lerngelegenheiten beschrieben und die Visualisierung dieser Daten mittels einer Webapplikation demonstriert. Durch Netzwerkkarten können latente Beziehungsstrukturen dargestellt werden, die Hinweise für die didaktische Gestaltung von Hochschullernwerkstätten liefern können. (DIPF/Orig.
Das Hochschuldidaktik-Café. Ein adäquates Format für Vernetzung und Professionalisierung von Hochschullehrenden?
Das Hochschuldidaktik-Café (HDC) an der PH Steiermark ist ein Fortbildungsformat für Lehrende zur niederschwelligen Unterstützung hochschuldidaktischer Professionalisierung. Es kombiniert Prinzipien der Lernwerkstattarbeit mit informellen teaching conversations und ergänzt das formale Fortbildungsprogramm. Das HDC fördert den Austausch zu hochschuldidaktischen Themen und adressiert konkrete Anliegen der Lehrenden, um Vernetzung und Erfahrungsaustausch zu erleichtern. Der Beitrag widmet sich der Konzeption, Entwicklung und dem Angebot des HDCs sowie der Begleitforschung. Die Ergebnisse wurden bei der 17. Internationalen Fachtagung der Hochschullernwerkstätten in Graz präsentiert und Ideen zur Weiterentwicklung des HDCs reflektiert. Der Fokus des Beitrags liegt auf dem Potenzial des HDCs für Vernetzung und Professionalisierung von Hochschullehrenden. In diesem Beitrag wird die Konzeption eines niederschwelligen Formats zur Vernetzung von Hochschullehrenden vorgestellt, das sich an Prinzipien der Arbeit in Hochschullernwerkstätten orientiert. Ergebnisse der Begleitforschung über zwei Semester hinweg geben Einblicke in die Nutzung dieses hochschuldidaktischen Angebots. Abschließend wird das Konzept reflektiert und es werden Überlegungen zur künftigen Umsetzung präsentiert. (DIPF/Orig.
Prozessdokumentationen als Reflexionstool der Vernetzung in Hochschullernwerkstätten. Eine Analyse am Beispiel angehender Mathematiklehrkräfte
An der Pädagogischen Hochschule Steiermark (PHSt) spielt Vernetzung in Hochschullernwerkstätten (HSLW) eine zentrale Rolle. Daher wurde ein freies Wahlfach eingeführt, um Lernwerkstattarbeit zu erleben. Ziel ist es, die Reflexion über die Gestaltung solcher Lernumgebungen anzuregen und zu begleiten sowie den Raum für die Vernetzung von Lehrinhalten, Praxis und eigenen Fragestellungen zu schaffen. Die Studierenden dokumentieren und reflektieren ihren Lernprozess in einer digitalen Prozessdokumentation (PD). Diese Studie untersucht die Reflexionstiefen und -aspekte anhand der PDs von Mathematikstudierenden, die über mehrere Semester hinweg qualitativ analysiert wurden. Die Analyse zeigt, dass häufig nur oberflächliche Beschreibungen vorliegen und tiefere Reflexionen sowie Handlungskonsequenzen, sogar nach Adaption der Reflexionsfragen, selten ausgearbeitet werden. Die Ergebnisse liefern Hinweise zur Verbesserung der Reflexionstätigkeit und zeigen Grenzen auf. (DIPF/Orig.
Krisen und Transformationen. Anschlüsse an den 29. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft
Krisen sind für die Erziehungswissenschaft kein neues Phänomen. Gegenwärtig tritt jedoch mit Krisen wie dem Klimawandel, der Bankenkrise, Fluchtbewegungen, der Corona-Pandemie, der Energiekrise oder den Kriegsgeschehen das Disruptive, Ungleichzeitige und auch Bedrohliche besonders in den Blick. Krisen und Transformationen fordern als solche auch erziehungswissenschaftliche Diskurse und pädagogisches Handeln heraus. Der 29. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft ging den damit verbundenen Fragen aus vielfältigen Perspektiven und mit unterschiedlichen Fokussierungen nach. Der Band dokumentiert die zentralen Beiträge des Kongresses und gibt einen Einblick in aktuelle Diskurse. (DIPF/Orig.
Theories that arise during the practice of adult education. On the potential of participatory exploration of subjective theories
Subjektive Theorien sind handlungsleitende Annahmen von Lehrenden, die ihre Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen beeinflussen. Ihre Erforschung erfolgt in einem partizipativen Prozess: Erwachsenenbildner*innen und Wissenschaftler*innen sind dabei gleichberechtigte Forschungspartner*innen, die in einem Dialog-Konsens-Verfahren gemeinsam die impliziten Theorien der Lehrenden erkunden. Halbstandardisierte Interviews und eine kommunikative Validierung der Ergebnisse regen den Austausch der Perspektiven von Vertreter*innen der Theorie sowie der Praxis an. Erwachsenenbildner*innen versprachlichen durch ein solches Verfahren ihre Alltagstheorien. Für die Erwachsenenbildung ermögliche dies auch eine Stärkung der Praxis, so die Autorin. Darüber hinaus diene die Methode dazu, den postulierten Gegensatz zwischen Theorie und Praxis aufzubrechen, und sie könne die Akzeptanz von Theorie in der Praxis erhöhen. Der Beitrag veranschaulicht das genaue Vorgehen und die Potenziale dieser wissenschaftlichen Methode anhand eines Forschungsprojekts zum Einsatz digitaler und analoger Medien in Alphabetisierungskursen. (DIPF/Orig.)Subjective theories are educators’ assumptions that guide their actions, influencing how they design teaching-learning processes. They are explored in a participatory process: Adult educators and researchers are equal research partners who look into the implicit theories of the educators together using a dialogue-hermeneutic method. Semistandardized interviews and a communicative validation of the results encourage the exchange of perspectives among representatives of theory as well as practice. Adult educators verbalize their everyday theories using such a method. According to the author, this makes it possible to strengthen practice in adult education. Furthermore, the method serves to break down the postulated contradiction between theory and practice and can increase the acceptance of theory in practice. The article illustrates the exact procedure and potential of this scientific method by focusing on the example of a research project on the use of digital and analogue media in literacy courses. (DIPF/Orig.
Vocational resocialization of prisoners. Theoretical challenges and practical limits to rehabilitation
Ziel der Resozialisierung Erwachsener in Haft sind die Vorbereitung auf die Entlassung und die Vermeidung von Rückfällen. Berufliche Ausbildung und die Stärkung von Sozialkompetenzen sind dabei zentrale Maßnahmen. Die Autorin stellt fest, dass die Ergebnisse der Bildungsmaßnahmen häufig hinter den Erwartungen zurückbleiben. Der Beitrag hinterfragt die theoretischen Grundlagen der Resozialisation und gibt Einblicke in die Praxis, die die Autorin in einer Justizanstalt in Oberösterreich gewonnen hat. Ihre Befragungen zeigen: Personenbezogene Barrieren wie unterschiedliche Erstsprachen und mangelnde Computerkenntnisse oder geringe Motivation aufgrund milieubedingter Sozialisation sind wesentliche Hindernisse bei der Wiedereingliederung. Darüber hinaus misstrauen Strafgefangene oft dem Ausbildungspersonal. Auch gibt es institutionelle Barrieren: Die Lernenden empfinden Praxisanteile der Berufsausbildung als eintönig oder die didaktische Kompetenz der Lehrenden als unzureichend, um auf ihr Lernniveau einzugehen. Als Lösungsansätze schlägt die Autorin eine differenzierte Bedarfsermittlung und Lehrmethodik sowie eine verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit vor. (DIPF/Orig.)The goal of the resocialization of adults in prison is to prepare them for their release and the avoidance of relapses. Vocational training and the improvement of social skills are key. The author notes that the results of educational measures frequently fall short of expectations. The article analyzes the theoretical foundations of resocialization and provides insight into its practice as obtained by the author in a correctional facility in Upper Austria. Her interviews and surveys show that individual barriers such as different first languages and a lack of computer skills or low motivation due to the prisoner\u27s socialization are the main obstacles to rehabilitation. In addition, prisoners often do not trust the instructor. There are also institutional barriers: Learners find parts of the vocational training to be monotonous or the instructors\u27 didactic skills to be inadequate for responding to their level of learning. As potential solutions, the author suggests a thorough learning needs analysis and teaching methodology as well as greater interdisciplinary cooperation. (DIPF/Orig.
Sprachsensibilisierung in der geographiedidaktischen Lehrpersonenbildung – Möglichkeiten gesprächsanalytisch-fundierter Fallarbeit
In der geographiedidaktischen Forschung wird zunehmend der Blick auf Sprache in unterrichtlichen Lernprozessen gerichtet. Ein Ziel von Lehrpersonenbildung ist es, Sprachsensibilität bei Lehramtsstudierenden als Teil von Professionalität zu entwickeln. An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) wurde im Projekt KALEI² für das Fach Geographie eine semesterübergreifende Thematisierung von Sprache(n) im Fachunterricht in Form einzelner Bausteine in die reguläre geographiedidaktische Lehre implementiert. Der Beitrag stellt ein Lehr-Lern-Konzept zur Diskussion, welches die Sprachsensibilisierung Lehramtsstudierender als Aspekt von Professionalisierung im Fachunterricht Geographie anhand gesprächsanalytisch orientierter Fallarbeit in fachdidaktischen Kontexten anstrebt. Bisherige Erfahrungen, Möglichkeiten und Grenzen des Ansatzes werden beschrieben. (DIPF/Orig.)Within research in geography education, a focus is set on language in subject learning. Developing language sensitivity to professionalize student teachers has recently been the goal of several developments in teacher education. Within the KALEI² project at Martin Luther University Halle-Wittenberg the Department of Geography implemented a cross-semester thematization of language(s) in geography education in the form of individual modules as inserts in regular geography didactic teaching. This article introduces the concept that aims at sensitizing student teachers to language issues by means of conversation-analytically oriented case work in subject didactic contexts. it discusses experiences, possibilities, and limitations of the approach. (DIPF/Orig.