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Educational governance in transition. The growing role of non-state actors
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Rolle nichtstaatlicher Akteure im öffentlichen Bildungssystem verändert. Während der Staat den Rahmen setzt, erbringen sie spezifische Dienstleistungen und versprechen dabei Innovationen und zusätzliche Ressourcen. Die Zusammenarbeit ist aber auch mit Risiken verbunden. Um dem öffentlichen Charakter der Volksschule zu entsprechen, braucht es deshalb eine Abwägung der Vor- und Nachteile beim Einsatz nichtstaatlicher Akteure. Dieser Artikel analysiert die Entwicklungen und aktuellen Formen dieser Zusammenarbeit und es werden die Chancen und Herausforderungen dieser Partnerschaften beleuchtet. Der konzeptionelle Beitrag basiert auf einer Literaturanalyse und wird durch empirische Beispiele ergänzt. (DIPF/Orig.)In recent decades, the role of non-governmental actors in the public education system has changed. While the state sets the framework, they provide specific services and promise innovation and additional resources. However, cooperation also involves risks. In order to preserve the public character of elementary schools, the advantages and disadvantages of involving non-governmental actors must therefore be weighed up. This article analyzes the developments and current forms of this cooperation and highlights the opportunities and challenges of these partnerships. The conceptual contribution is based on a literature review and is supplemented by empirical examples. (DIPF/Orig.
Truly Educational. Options for developing theological education in Germany in view of a severe RE teacher shortage
Der Mangel an Nachwuchs für das Religionslehramt wird in absehbarer Zeit flächendeckend sein. Angesichts dessen lotet der Aufsatz Möglichkeiten aus, die theologische Hochschullehre mit kleinen und sehr kleinen Gruppen zu verbessern. Drei vielversprechende Handlungsspielräume hierfür sind die Adressat:innenorientierung der Lehre, die Vernetzung mit außerakademischen Lernorten und die Erhöhung ökumenischer, interreligiöser und interkultureller Anteile im Theologiestudium. Maßnahmen in diesen Bereichen helfen dabei, persönlich und fachlich gewinnbringende Bildungsprozesse anzustoßen, und sind zugleich eine Gelegenheit, Studierende und weitere Stakeholder in die Entwicklung von Studienkonzepten einzubinden. Der Aufsatz weist exemplarisch auf die umfangreiche nordamerikanische Theoriebildung zur theologischen Hochschuldidaktik hin, die sich der Frage widmet, wie sich das Studium für Studierende als „truly educational“ erweisen kann. (DIPF/Orig.)The lack of students training to be RE teachers is set to become a nationwide problem in Germany by 2035. In view of this, the article describes options for improving theological education with small and very small groups of learners. Three promising measures are: a closer attunement to the students\u27 diverse learning interests and needs, incorporating contextual, non-academic resources, and strengthening ecumenical, intercultural, and interreligious elements in RE teacher education. Such efforts are an opportunity to involve students and other stakeholders in designing study programs and classes that are experienced as personally relevant, professionally valuable, and academically rigorous, or in short: as truly educational. (DIPF/Orig.
Between God, We, I and You. Inclusive religious educational relationships. A relational and power-sensitive reflection
Der Artikel diskutiert das Zwischen (in-between) in inklusiven Beziehungen. Charakteristika des Zwischen werden philosophisch, theologisch und (religions-)pädagogisch herausgearbeitet. Das Zwischen beschreibt einerseits ein allumfassendes Ich-Du-Verhältnis von Gott, Mensch, Welt und steht andererseits im Bezugsgewebe des Menschlichen wie im Unverfügbaren. In Rückgriff auf orthodoxe Theologie wird die Unterscheidung von in-between und in-both, in wechselseitiger Abhängigkeit, deutlich. Hierbei gilt es die religiösen Ausdrucksweisen im Zwischen machtsensibel zu reflektieren. Religionsdidaktisch werden beziehungsorientierte, konfessionell-kooperative und macht(-deutungs-)sensible Ansätze aufgegriffen. Abschließend werden die Elemente des dritten Raums, des heterogenen Kontexts und der Machtsensibilität in das Elementarisierungsmodell einbezogen. (DIPF/Orig.)This article discusses the in-between in inclusive relationships. Characteristics of the in-between are worked out philosophically, theologically and (religious) pedagogically. On the one hand, the in-between describes an all-encompassing I-Thou relationship between God, man and the world; on the other hand, it is part of the fabric of the human and the inaccessible. With recourse to Orthodox theology, the distinction between the in-between and the in-both becomes clear in their interdependence. Here it is important to reflect on religious expressions in-between in a power-sensitive way. In terms of religious didactics, relationship-oriented, denominational-cooperative and power-sensitive approaches are taken up. Finally, the elements of third space, heterogeneous context and power sensitivity are integrated into the model of elementarization. (DIPF/Orig.
Beyond the two-tier system, across levels. The PRIMUS school experiment as a reform alternative
Die jüngere Schulstrukturreform beschränkte sich auf die Sekundarstufe I. Der im Beitrag skizzierte Schulversuch PRIMUS bezieht den aus einer Gerechtigkeitsperspektive neuralgischen frühen Stufenübergang in die Strukturreform ein und verbindet die Primar- und Sekundarstufe. Die Befunde der wissenschaftlichen Begleitung zeigen erwartungswidrig positive Bildungsverläufe und damit das Potenzial des längeren gemeinsamen Lernens in der Langform für eine bildungsgerechtere Schulstruktur. (DIPF/Orig.)The recent school structure reform was limited to the secondary level. The PRIMUS school experiment outlined in the article incorporates the early transition, which is neuralgic from an equity perspective, into the structural reform and combines the primary and secondary levels. The findings of the accompanying research show unexpected positive educational trajectories and thus the potential of longer joint learning in the long form for a more equitable school structure. (DIPF/Orig.
Beschaffung als Thema im Technikunterricht
Als ehemaliger Handelsfachwirt, der im Vertrieb und im Einkauf gearbeitet hat, liegt dem Autoren das Beschaffungswesen besonders am Herzen. Aber wie wichtig ist das Thema für Technik und damit für den Technikunterricht? (DIPF/Orig.
Zur Sache! Mathematiklernen in einer Welt der Dinge
Mathematische Begriffe sind abstrakter Natur. Gleichwohl können wir uns Mathematiklernen ohne Stift und Papier, Tablet, Tafel und Veranschaulichungsmittel kaum vorstellen. Somit findet mathematisches Lernen in besonderer Weise in einer Welt der Dinge statt und ist an Objekte und Materialitäten gebunden. Im Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie Objekte in die soziale Unterrichtswirklichkeit des Mathematikunterrichts eingebunden sind und inwiefern sie zum fachlichen Lernen beitragen. Dazu werden mathematische Lernprozesse in den Blick genommen und als in der Interaktion emergierende gemeinsam hergestellte Fachlichkeit rekonstruiert. Lernen wird dabei interaktionstheoretisch gerahmt als Partizipation an Interaktionsprozessen mit besonderem Blick auf Argumentationsprozesse. (DIPF/Orig.
Rechtschreibunterricht als sozio-materielle Praxis. Zur fachlichen (Eigen-)Logik didaktischer Materialien in ihrem Gebrauch
Didaktische Materialien wie Sprachbücher, Arbeitsblätter oder Lernspiele prägen institutionell stattfindendes schriftsprachliches Lernen auf vielfältige Weise. Speziell für den Rechtschreibunterricht der Grundschule entworfene Materialien sind vielschichtige Dinge, die sowohl fachliches Lernen versprechen als auch die materielle Ordnung des Unterrichts hervorbringen und damit organisationale Abläufe stabilisieren. Im Beitrag zeichne ich am Gebrauch einer Sprachbuchseite im Rechtschreibunterricht nach, wie didaktische Materialien als eigenständiger Gegenstand des Unterrichts (sich selbst) zeigen und inwiefern sie im Arbeitsdialog mit der Lehrperson und den Schüler*innen an fachlichem Lernen beteiligt sind. Es zeigt sich, dass didaktische Materialien eine in sich stimmige, wenngleich eigenwillige fachliche Vision von Rechtschreiblernen einbringen, die auf das orthografisch Besondere (in Abgrenzung zum Schrift-Systematischen) fokussiert. Diese Logik fügt sich bruchlos in die unterrichtlichen Routinen ein, was Sprachbücher als praktische, in spezifischer Weise fachlich gesättigte und damit sehr verlässliche Säule des Rechtschreibunterrichts qualifiziert. (DIPF/Orig.
Unterrichtsgespräche zwischen gemeinsamem Verstehensaufbau und individuellen Lerngelegenheiten. Lesestrategievermittlung im Fach Deutsch
Unterrichtsgesprächen wird ein großes Potenzial für das fachliche Lernen zugeschrieben. Dabei stehen sich zwei Ansprüche gegenüber: der gemeinsame Aufbau gehaltvollen fachlichen Verstehens und das Schaffen multipler individueller Lerngelegenheiten für alle Schüler*innen einer heterogenen Lerngruppe. Der vorliegende Beitrag verfolgt das Ziel, mögliche Spannungsverhältnisse zwischen beiden Ansprüchen am Beispiel der Lesestrategievermittlung im Fach Deutsch auszuloten. Dazu wird ein zweifacher Analysezugang entwickelt: Der erste Zugang legt Pfade der Gesprächsnavigation im Hinblick auf den gemeinsamen Verstehensaufbau frei. Der zweite Zugang geht fallvergleichend vor und rekonstruiert sequenzanalytisch, welche individuellen Lerngelegenheiten zwei Schüler*innen mit unterschiedlichen Partizipationsprofilen im Rahmen des gemeinsamen Verstehensaufbaus erhalten. Auf diese Weise werden erstens Hürden beim gemeinsamen Verstehensaufbau beschrieben. Zweitens wird gezeigt, dass individuelle Lerngelegenheiten ungleich verteilt sind. Die Verschränkung beider Zugänge macht sichtbar, dass zwischen gemeinsamem fachlichem Lernen und individuellen Lerngelegenheiten nicht generell ein Spannungsverhältnis besteht, sondern speziell in Bezug auf Schüler*innen, die ein höheres Maß an Unterstützung beim Verstehensaufbau benötigen. (DIPF/Orig.
Künstliche Intelligenz in der Lehre der Sozialen Arbeit
Der Beitrag analysiert die didaktischen, ethischen und hochschulpolitischen Herausforderungen und Potenziale von Künstlicher Intelligenz in der Lehre der Sozialen Arbeit. Im Zentrum steht das Forschungsprojekt digi.peer an der Technischen Hochschule Rosenheim, das Peer-Mentoring und den Einsatz KI-gestützter Tools zur Förderung wissenschaftlicher Schreibkompetenzen kombiniert. Aktuelle Studien zeigen, dass Studierende KI-Tools vielseitig nutzen und darin sowohl Chancen als auch Risiken erkennen. KI-Anwendungen werden unter Studierenden meist als hilfreiche Unterstützung wahrgenommen. Gleichzeitig besteht Bedarf an Reflexion, ethischer Orientierung und klaren institutionellen Regelungen zum Einsatz von KI im Studium. Daher plädieren die Autor:innen für eine partizipative, strategisch fundierte und didaktisch durchdachte Integration von KI in Studium und Lehre, um akademische Integrität zu gewährleisten und digitale Schlüsselkompetenzen bei Studierenden zu fördern. (DIPF/Orig.)The article analyzes the didactic, ethical, and higher education policy challenges and potentials of artificial intelligence in social work education. It focuses the research project digi.peer at Rosenheim University of Applied Sciences, which combines peer mentoring and the use of AI-supported tools to promote academic writing skills. Recent studies show that students use AI tools in a variety of ways and recognize both opportunities and risks in them. AI applications are mostly perceived by students as helpful support. At the same time, there is a need for reflection, ethical guidance, and clear institutional regulations regarding the use of AI in studies. Therefore, the authors advocate for a participatory, strategically sound, and didactically considered integration of AI in study and teaching to ensure academic integrity and promote digital key competencies among students
Kinder und Jugendliche mit chronisch-somatischen Erkrankungen im Schulalltag. Impulse für eine krankheitssensible Gestaltung von Schule und Unterricht
In der D-A-CH-Region leben ca. 20 bis 25 % aller Kinder und Jugendlichen mit einer chronischen Erkrankung (Cosma u. a. 2023; Schmitz u. a. 2023). Chronische Erkrankungen können sich auf vielfältige Weise auf das Leben der Betroffenen auswirken. Im schulischen Alltag bleiben diese Auswirkungen jedoch oft unsichtbar. Folglich werden die Bedarfe betroffener Schülerinnen und Schüler nicht hinreichend adressiert. Der Beitrag zielt darauf ab, die spezifischen Bedarfe von Kindern und Jugendlichen mit chronisch-somatischen Erkrankungen im Schulkontext sichtbar zu machen und Impulse für eine krankheitssensible Schul- und Unterrichtsgestaltung zu geben. Er soll Akteurinnen und Akteuren von Bildungseinrichtungen ermöglichen, die Bedarfe von Schülerinnen und Schülern mit somatischen Erkrankungen im Schulalltag zu adressieren und grundsätzlich möglichst krankheitssensibel zu agieren. (DIPF/Orig.