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Methoden der Schriftsprachvermittlung und ihre Nachhaltigkeit am Beispiel Deutschschweizer Fibeln des 16. bis 21. Jahrhunderts
Im Beitrag steht die Nachhaltigkeit von Methoden der Schriftsprachvermittlung in Deutschschweizer Fibeln vom 16. bis zum 21. Jahrhundert im Zentrum. Im Anschluss an grundsätzliche Überlegungen zum Schriftsprachunterricht stellt Juska-Bacher zunächst die relevanten synthetischen sowie analytischen bzw. ganzheitlichen Methoden, verschiedene Ansätze der Methodenintegration sowie offene Lernangebote vor. Anschließend bietet sie einen Überblick über die in Deutschschweizer Lehrmitteln verwendeten Methoden im Zeitverlauf, den sie mit Beispielen aus prototypisch ausgewählten Fibeln illustriert. Der älteste – der synthetische – Ansatz erweist sich als der nachhaltigste, wobei heute i.d.R. Methodenkombinationen dominieren. (DIPF/Orig.)This article sheds light on the methods of teaching written language in Swiss German primers from the sixteenth to the twenty-first centuries and their sustainability. There is evidence for synthetic, global and method-integrated teaching programmes as well as for open approaches. Synthetic methods are particularly sustainable. Today, there is a tendency towards method integration and a combination of guided and open forms of learning. (DIPF/Orig.
Nachhaltigkeit – ein "Schulbuch-Begriff" der Gegenwart?!
Der Beitrag wirft die grundsätzliche Frage auf, ob „Nachhaltigkeit“ im 21. Jahrhundert überhaupt ein „Schulbuch-Begriff “ sei. Die digitale Recherche nach Varianten von „nachhaltig*“ in ca. 600 deutschen Schulbüchern für Politik/Sozialkunde, Geographie und den fächerverbindenden Gesellschaftskundlichen Unterricht seit dem Jahr 2000 zeigt einen signifikanten Anstieg. Mithilfe einer Diskursanalyse arbeitet der Autor ex- und implizite Definitionen, Handlungsoptionen und Akteur*innenperspektiven, Szenarien und Narrative, Raumkonstellationen sowie die Anrufung der Schüler*innensubjekte als Handlungsträger*innen im Zusammenhang mit dem Begriff Nachhaltigkeit heraus und belegt, dass es sich bei diesem tatsächlich um einen grundlegenden Schulbuch-Begriff der Gegenwart handelt. (DIPF/Orig.)“Sustainability” has become a central and almost unquestionable concept of societal self-description on a global scale. This article is therefore dedicated to a discourse analysis of the concept of sustainability in textbooks for Geography and Civics/Social Studies since the 1990s. Since then, the interdisciplinary guiding principle of “Education for Sustainable Development” (ESD) has become established in school education. Insofar as textbooks can be understood as institutionally framed media of societal self-descriptions, they are particularly suitable for a discourse analysis of the concept of sustainability as an expression of governmental rationality, a formula of societal contingency and thus a genuine “textbook concept”. The article focuses on the following dimensions: 1. definitions and thematic contexts in which the concept of sustainability is used; 2. agency, options for action and actor perspectives that are invoked and associated with the concept of sustainability; 3. scenarios, processes and narratives in the context of which the concept of sustainability is articulated; 4. spaces and spatial constellations in which sustainability is invoked; 5. interpellations of subjects as individual and collective actors on the basis of the concept of sustainability. (DIPF/Orig.
The concept of the Enlightenment - A particular and fragmented project?
Vielfach wird behauptet, das im 18. Jahrhundert entstandene Projekt der Aufklärung sei heute bedroht, sie sei ein eurozentrisches, also kein universales Projekt, habe wesentlich als Rechtfertigungsmuster für Kolonialisierung hergehalten und letztlich dazu geführt, Natur und Mensch zu beherrschen und zu zerstören. Was ist von diesen massiven Vorwürfen zu halten? Und wie sieht es heute mit Aufklärung aus? Um zumindest einige Antworten auf die eingangs gestellten Fragen zu finden, wird zunächst auf das Konzept Aufklärung im Rückgriff auf Kant und die Enzyklopädisten eingegangen. Danach werden die impliziten Konsequenzen aufgezeigt, die sich aus den konstitutiven Elementen der Aufklärung ergeben. Der dritte Schritt führt zur sozialhistorischen Realität und den gesellschaftlichen Bedingungen von Aufklärung im 18. Jahrhundert. Mit der Frage, worin die dunklen Seiten der Aufklärung bestehen, springen wir in die Moderne. Abschließend versucht der Autor grob zu umreißen, wie es um Aufklärung heute, im 21. Jahrhundert, bestellt ist. (DIPF/Orig.)It is often claimed that the Enlightenment project, which originated in the 18th century, is under threat today, that it is a Eurocentric, i.e. not a universal project, that it essentially served as a justification for colonization and ultimately led to the domination and destruction of nature and humanity. What are we to make of these serious accusations? And what is the state of the Enlightenment today? In order to find at least some answers to the questions posed at the beginning, the author will first discuss the concept of the Enlightenment with reference to Kant and the encyclopedists. The author will then highlight the implicit consequences that arise from the constitutive elements of the Enlightenment. The third step leads to the socio-historical reality and social conditions of the Enlightenment in the 18th century. With the question of what the dark sides of the Enlightenment consist of, we jump into modernity. Finally, the author will attempt to outline roughly what the state of the Enlightenment is today, in the 21st century. (DIPF/Orig.
Innovative und nachhaltigkeitsorientierte Schulentwicklung durch ein sustainopreneuriales Mindset. Ein Fortbildungskonzept für schulische Führungskräfte
Schulische Führungskräfte nehmen eine zentrale Rolle ein, Stakeholder ihrer Bildungsinstitution zu lenken und effektives Lernen in einer sich schnell ändernden Welt zu ermöglichen. Aktuelle Megatrends ändern das Rollenverständnis schulischer Führungskräfte hin zu entrepreneurialen und nachhaltigkeitsorientierten Schulentwickler:innen. Dieser Beitrag zielt darauf ab, ein Fortbildungskonzept für schulische Führungskräfte abzuleiten, das die Entwicklung ihres unternehmerischen und nachhaltigkeitsorientierten (sustainopreneurialen) Denkens und Handelns fördert. (DIPF/Orig.)School leaders play a central role in influencing stakeholders of their educational institution and enabling effective learning in a rapidly changing world. Current megatrends are reshaping the roles of school leaders towards entrepreneurial and sustainabilityoriented school developers. This article aims to derive a concept for professional development for school leaders that fosters their entrepreneurial and sustainable (sustainopreneurial) mindset. (DIPF/Orig.
Klimaemotionen im Bildungsprozess berücksichtigen. Coaching und Persönlichkeitsentwicklung als Ansätze für emotionssensible BNE
Dieses Kapitel bietet eine konzeptionelle Synthese der Themen Persönlichkeitsentwicklung in der Hochschulbildung unter Berücksichtigung von Klimaemotionen in Form eines Orientierungsrahmens für das Bildungsmanagement im Hochschulkontext an. Der vorgeschlagene Orientierungsrahmen verbindet die Aspekte Persönlichkeitsentwicklung, emotionales Nachhaltigkeitslernen und eine coachende Haltung in Lehr-Lern-Settings miteinander, um Menschen zu nachhaltigem Denken und Handeln zu befähigen. Dabei wird für ein erweitertes Verständnis der sozio-emotionalen Komponente von BNE plädiert. (DIPF/Orig.)This chapter offers a conceptual synthesis of the topics personal development in HE with consideration of climate emotions, in the form of an orientation framework for educational management in HE. It argues in favour of a broader understanding of the socio-emotional component of ESD. The proposed framework combines the aspects of personal development, emotional sustainability learning and a coaching attitude in teaching-learning settings to empower individuals to think and act sustainably. (DIPF/Orig.
"Wir müssen nochmal miteinander sprechen". Themenfelder der Schulentwicklung und Aushandlungsprozesse zwischen Schulleitung und wissenschaftlicher Leitung
Der Beitrag beschreibt die Schulentwicklung des Schulversuchs Universitätsschule Dresden aus der Perspektive der wissenschaftlichen und schulischen Leitung. Anhand der Auswertung von transkribierten Text- und Audionachrichten (Chat-Daten eines Messengers) zwischen den beiden Personen wurden in einem ersten Schritt inhaltsanalytisch gewonnene Themenfelder dargestellt, angelehnt an den drei Schulentwicklungsbereichen nach Rolff (2016). Es zeigt sich, dass es überwiegend Themen der Organisationsentwicklung (71 %) sind, die miteinander besprochen werden. In einem zweiten Schritt wurden die Daten interaktionsanalytisch hinsichtlich des Aushandlungsprozesses zwischen Schulleitung und wissenschaftlicher Leitung am Beispiel der Entscheidung über die Durchführung einer sog. Elternakademie ausgewertet. Damit konnten erste Erkenntnisse für Formate des Agierens von Wissenschaft und Schule in einem ko-konstruktiven Schulentwicklungsprozess abgeleitet und exemplarisch das Verhältnis von Wissenschaft und dem Praxisfeld Schule beschrieben werden. (DIPF/Orig.)This article describes the school development of the Dresden University School trial from the perspective of the academic and school management. Based on the evaluation of transcribed text and audio messages (chat data from a messenger) between the two people, the first step was to analyse the content of the topics identified, based on the three areas of school development according to Rolff (2016). It was found that it is predominantly organisational development topics (71 %) that are discussed with each other. In a second step, the data was analysed with regard to the negotiation process between school management and academic management using the example of a so-called parent academy. This made it possible to derive initial insights into formats for the interaction between science and school in a co-constructive school development process and to describe the relationship between science and the practical field of school as an example. (DIPF/Orig.
Überlagerungen von Schulpraxis und Forschung – Chancen und Grenzen von Design-Based Research im inklusiven Setting
Der vorliegende Beitrag geht aus fach- und inklusionsdidaktischer Perspektive der Frage nach, welches Potenzial der Forschungsansatz des Design-Based Research (DBR) hinsichtlich der Kooperation von Forschung und Schulpraxis birgt. Einerseits verspricht der Ansatz ein enges Zusammenspiel von forschungsbasierter Entwicklungsarbeit und empirisch fundierter Theorieentwicklung, andererseits wird mit DBR die Hoffnung verbunden, dass schulische Akteur:innen als gleichberechtigte Partner:innen im Forschungsprozess agieren und dadurch ein Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse in die Schulpraxis wahrscheinlicher wird. Am Beispiel der Kooperation innerhalb des interdisziplinären DBR-Projekts Lernen mit digitalen Medien im inklusiven Literaturunterricht (DigiLi), das vom BMBF gefördert wurde, wird die Kooperation in interdisziplinären Forschungszusammenhängen reflektiert und werden die Herausforderungen einer forschungsbasierten Entwicklungszusammenarbeit von Schulpraxis und Forschung aufgezeigt. (DIPF/Orig.)This article explores from a didactical perspective the potential of Design-Based Research (DBR) with regard to the cooperation between universities and schools. On the one hand, the approach promises a productive interaction of research-based improvement and empirically based theory development; on the other hand, DBR is associated with the hope that teachers will act as equal partners in the research process and thus a transfer of scientific results into school practice will become more likely. Using the example of cooperation within the interdisciplinary DBR-project Learning with Digital Media in Literature Education (DigiLi), funded by the BMBF, the overlaps of school practice and research will be demonstrated and reflected upon with special regard to cooperation in an interdisciplinary research context. (DIPF/Orig.
Bedeutungsvolles Tun
Der nachfolgende Text ist eine für die schriftliche Fassung überarbeitete Version eines Vortrags auf der Pfingsttagung 2024 „Sinn geben – Geist leben“ der Vereinigung der Waldorfkindergärten in Hannover. (DIPF/Orig.
Antidemokratische Sprachmuster von Lehrkräften. Belastung formt Haltung?
Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich antidemokratische Deutungsmuster im schulischen Alltag sprachlich äußern, wenn Lehrkräfte sich belastet fühlen. Auf der Basis von phänomenologischen Interviews mit Lehrkräften und einer thematischen Analyse werden vier Fallvignetten vorgestellt. Sie zeigen, wie Erschöpfung, stereotype Deutungen und Ambivalenzen professioneller Anforderungen zusammenwirken. In solchen Situationen können sich Einstellungen verfestigen, die das demokratische Miteinander in Schule untergraben. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer diskriminierungskritischen und reflexiven Lehrkräftebildung, die gerade in Belastungssituationen zu sprachlicher Sensibilität und professioneller Selbstreflexion befähigt. (DIPF/Orig.
Entwicklung und Stand der Hochschulforschung in Deutschland. Hochschulen erforschen sich selbst – oder gerade auch nicht!
„Entwicklung und Stand der Hochschulforschung in Deutschland“ als Programm dieses Bandes hat sich keine vollständige, detaillierte Abbildung der Hochschulforschung vorgenommen. Das würde zu einer mehrbändigen Ausgabe führen. Aber die Entwicklungsdynamik und den heutigen Stand sowie einzelne Modellprojekte mit breiten Wirkungen zu dokumentieren ist ambitioniert genug. Lesend nachzuvollziehen, womit sich die Gründungsgeneration intensiv beschäftigen musste, die Fortschritte zu sehen und Vergleiche zur Gegenwart zu ziehen, kann spannend wirken. Zwischenbilanzen, wie die hier vorgelegte, sind auch Gelegenheiten zur Kurskontrolle und gegebenenfalls Kurskorrektur, weil auch Schwächen bilanziert werden. Insofern enthalten sie immer den Rückblick und – aus der Bilanzierung heraus – den Blick in die Zukunft. Gleichzeitig werden Grundlagen gewonnen, um die Gegenwart in ihrer Entstehung zu verstehen – aber auch in ihrer gezielten Veränderbarkeit, denn auch in der Vergangenheit wurde willentlich gehandelt und zwischen Alternativen entschieden. Beabsichtigt ist die systematische Rekonstruktion und Bewahrung einer Entwicklung, die sonst in weiten Bereichen in Vergessenheit geraten würde. Erfolgreiche Konzepte müssen identifiziert und – über einen solchen Band weit hinausreichend – auf ihre Transferfähigkeit in die Zukunft geprüft werden. Hochschulforschung will nicht nur aufklären, sondern auf Basis seiner Befunde transformativ auch (möglichst mehrere) alternative Entwicklungs- und Entscheidungsmöglichkeiten aufzeigen, ohne die (anders, meist über Wahlen legitimierte) Entscheidungsseite aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Der Band will auch zeigen, in welchen Dimensionen, auf welchen Feldern Hochschulforschung inzwischen stattfindet und was sie zu leisten imstande ist. Das ist überraschend viel. Deren vielfältige Dimensionen werden in den Beiträgen gespiegelt. (DIPF/Orig.