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Zur Bedeutung und Herstellung von Resilienz im Transformationsprozess – Inklusive Bildung und die \u27Zumutung\u27 eines Lernens aus der Zukunft!?
Trotz der vielfältigen Transformationsimpulse durch internationale Organisationen (UN, UNESCO etc.) hat sich in einigen Ländern, Bundesländern oder Regionen im Hinblick auf die Entwicklung eines inklusiven Bildungssystems bis heute wenig getan (z.B. erkennbar an gleichbleibenden oder weiter steigenden Segregationsquoten). Im Beitrag werden verschiedene Aspekte der Transformationsprozesse aus governance-theoretischer Sicht reflektiert, einige Konsequenzen für gelingende Steuerungsprozesse im Bildungssystem herausgearbeitet und diskutiert, wie diese im Akteursnetzwerk des Mehrebenensystems der Bildung nachhaltiger verankert werden könnten. Die Erkenntnisse zur Steuerung von Systemen werden in Bezug gesetzt zur Bedeutung der Resilienz in Systemen. Die Perspektive in der bildungswissenschaftlichen Forschung auf Resilienz war lange Zeit auf das Konzept der individuellen Resilienz, im Sinne einer Fähigkeit von Personen, eingeengt (insbesondere im Zusammenhang mit der Vulnerabilität von Schüler*innengruppen). Im Beitrag werden stärker Effekte der kollektiven und organisationalen Resilienz und ihre Relevanz für die Zukunftsaufgabe der Transformation zu einem inklusiven Bildungssystem diskutiert. (DIPF/Orig.
Risiko und Resilienz bei Schüler*innen mit und ohne sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf am Ende der Grundschulzeit
Resilienz beschreibt einen komplexen Mechanismus zur Überwindung risikoreicher Bedingungen. Diese Widerstandsfähigkeit genauer zu verstehen, ist auch für die Umsetzung schulischer Inklusion eine wichtige Säule. Hier knüpft der vorliegende Beitrag an. Es wird die deutsche Stichprobe der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU 2016) mit Blick auf Resilienz untersucht. Zentrale Fragen sind: Welche Schüler*innen überwinden ungünstige Ausgangslagen des Lernens und welche Determinanten fallen dabei am stärksten ins Gewicht? Ein Fokus liegt auf Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf. Aus einer latenten Clusteranalyse geht ein Modell mit fünf Clustern hervor. Faktoren, die Resilienz maßgeblich beeinflussen, sind das Selbstkonzept, eine pro-schulische Einstellung und die empfundene Unterstützung durch die Lehrkraft. (DIPF/Orig.
Willst du oder kannst du Inklusion? Inklusionsbezogene Einstellungen und Kompetenzen von (angehenden) Inklusiven Elementarpädagog*innen
Das elementarpädagogische Personal mit seinen Wissensbeständen, Fähigkeiten und Überzeugungen in Hinblick auf Inklusion sorgt wesentlich für Entfaltungsmöglichkeiten aller Kinder in der frühen Kindheit. Vor dem Hintergrund der Implementierung des Hochschullehrgangs (HLG) Inklusive Elementarpädagogik stellt der Beitrag die Frage, inwieweit im Feld tätige und angehende Inklusive Elementarpädagog*innen (IEP) über inklusionsbezogene Einstellungen und Kompetenzen verfügen. Die Selbsteinschätzung zeigt, dass sich angehende IEP bereits zu Beginn des HLG hinsichtlich ihrer Einstellung zu Inklusion nicht von im Feld tätigen IEP unterscheiden, ihre inklusionsbezogenen Kompetenzen jedoch geringer ausgeprägt sind. Im Rahmen der Professionalisierungsmaßnahme nehmen die inklusionsbezogenen Kompetenzen allerdings auf allen Handlungsebenen signifikant zu. (DIPF/Orig.
"das ist auch kein Forschungsprojekt im eigentlichen Sinne". Ankündigungsreden zu Studienprojekten im Lehramtsstudium
Die Praxis der Hochschullehre wird bisher wenig untersucht. Dies gilt auch für Seminare im Kontext Forschenden Lernens, die mit der Einführung des Praxissemesters (z.B. NRW) weiträumig implementiert werden. In diesem Beitrag wird die Praxis von Seminaren zur Vorbereitung auf das Praxissemester fokussiert. Im Ergebnis der Rekonstruktion legen die Autor*innen eine Typologie dozierendenseitiger Ankündigungsreden zu studentischen Forschungsarbeiten vor. In der Art und Weise, wie Dozierende das Anfertigen von Studienprojekten im Praxissemester gegenüber den Masterstudierenden zur Geltung bringen, dokumentiert sich eine Legitimierungsbedürftigkeit studentischen Forschens. In den mittels der Dokumentarischen Methode rekonstruierten Diskursmodi, die die Autor*innen als beschwichtigen, anpreisen und bestimmen bezeichnen, zeigen sich gleichwohl differente Positionierungen zu Wissenschaftlichkeitsansprüchen im Kontext des Lehramtsstudiums. Diese unterscheiden sich dahingehend, wie hinsichtlich Abgrenzungen von und Ausrichtungen an ‚echter’ Forschung die daraus folgenden Erwartungen an die Studierenden adressiert werden. Bisher vorliegende Befunde zur Praxisausrichtung im Lehramtsstudium diskutieren die Autor*innen demzufolge als differenzierte Vollzugsmodi Forschenden Lernens. (DIPF/Orig.
Lernunterstützung in Schülerarbeitsphasen: Angebot, Nutzung und Wirkung. Eine mehrperspektivische Video- und Fragebogenstudie zu Oberflächen- und Tiefenstrukturen im Unterricht der Sekundarstufe
Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern anzuregen und zu begleiten, ist zentrale Aufgabe von Lehrpersonen. Eine individuelle und kleingruppenbezogene Möglichkeit liegt in der Lernunterstützung in Schülerarbeitsphasen. In dieser Studie wird Lernunterstützung konsequent in eine Angebots-Nutzungs-Modellierung von Unterricht eingebettet und mittels einer quasi-experimentellen Feldstudie empirisch ausgeleuchtet. Dabei interessiert, inwiefern proximale Kontextfaktoren die Qualität der Lernunterstützung beeinflussen und welchen Effekt diese auf die Wahrnehmung, Nutzung und den Ertrag seitens der Schülerinnen und Schüler hat. Die Erfassung der Lernunterstützung erfolgt mit videoanalytischen Beobachtungsverfahren unterschiedlicher Inferenz. Sechzig videografierte Unterrichtsstunden in achten Mathematikklassen der Sekundarschule bilden die Datengrundlage. Fragebögen und ein Leistungstest erheben Lehrer- und Schülervariablen, womit die Studie mehrperspektivisch angelegt ist. Die vielfältigen Einzelergebnisse der Studie bieten Impulse für den Professionalisierungsprozess von Lehrerinnen und Lehrern. (DIPF/Orig.
Bildungsethik. Philosophie und Bildungswissenschaften im Dialog
Bildung und Ethik sind eng miteinander verwoben. Der vorliegende Sammelband beleuchtet theoretische Grundlagen, Zielsetzungen und Prinzipien der Bildungsethik. Zudem veranschaulicht er deren Relevanz anhand paradigmatischer Anwendungsbeispiele, erweitert den Horizont und eröffnet neue Zukunftsperspektiven. Die Bildungsethik ist ein essenzielles, wenn auch bisher wenig etabliertes Forschungsfeld an der Schnittstelle von Bildungswissenschaften und philosophischer Ethik. Eine interdisziplinäre Vernetzung ist daher entscheidend, um ethische Grundlagen mit bildungswissenschaftlichen Fragestellungen zu verknüpfen. Dieser Ansatz ermöglicht es, den wissenschaftlichen Diskurs zu vertiefen und praxisrelevante Impulse zu setzten. Damit trägt der Band sowohl zur Weiterentwicklung der Bildungsforschung bei als auch zur sichtbaren Erweiterung der Angewandten Ethik um eine wesentliche Dimension. (DIPF/Orig.
(Formale) Bildungsethik. Versuch einer interdisziplinären Systematisierung
Bisher fehlt eine umfassende Systematisierung der Bildungsethik. Der vorliegende Beitrag zielt darauf ab, erste grundlegende Überlegungen in diese Richtung zu skizzieren. Der Ansatz erfolgt in zwei Schritten: Im ersten Schritt wird die Bildungsethik basierend auf einer Kategorisierungsmöglichkeit der philosophischen Ethik als Bereichsethik der Angewandten Ethik eingeordnet und charakterisiert. Diese Systematisierung wurde insbesondere durch Edgar Morschers Arbeiten zur Angewandten Ethik inspiriert. Es wird aufgezeigt, dass die drei philosophisch-ethischen Teildisziplinen (Metaethik, Präskriptive Ethik und Angewandte Ethik) eng miteinander verknüpft sind und sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit für die Bildungsethik von entscheidender Bedeutung sind. Im zweiten Schritt wird der Fokus auf die Bildungswissenschaften verschoben. Unter Bezugnahme auf Helmut Fends Systematisierung formaler Bildung, worin drei Ebenen (Mikro-, Meso- und Makroebene) unterschieden werden, werden zentrale Themen der Bildungsethik herausgearbeitet. Auch diese Ebenen sind eng miteinander verwoben. Die Kombination von Strukturen aus der philosophischen Ethik und der Ebenen formaler Bildung ermöglicht die Entwicklung eines strukturellen sowie inhaltlichen Rahmens für die Bildungsethik. Abschließend wird betont, dass für eine fundierte Auseinandersetzung mit bildungsethischen Fragestellungen beide Perspektiven – eine philosophisch-ethische und eine bildungswissenschaftliche – von zentraler Bedeutung sind. (DIPF/Orig.
Unser Bildungssystem kommt aus alter Zeit. Kann KI neuen Schwung ins Getriebe bringen?
Ein Problem in der Ausbildung von Lehramtskandidaten besteht seit langem darin, dass sich die Studenten zwar das nötige Fachwissen aneignen, aber kaum das erforderliche Berufsethos erlangen, weil diesbezüglich im Lehrplan nichts vorgesehen ist. Nach konkreter Befragung Künstlicher Intelligenz mittels ChatGPT und kritischer Gegenüberstellung mit Ansichten bewährter Pädagogen, Wissenschaftler und Philosophen ergibt sich eine Liste von Empfehlungen, bei deren Beachtung die Ausbildung von künftigen Lehrpersonen das genannte Problem minimiert oder gar gelöst werden kann: Die grundsätzliche Haltung der Lehrenden den Lernenden gegenüber muss von Wohlwollen, ja von Liebe, geprägt sein. Dabei ist eine Offenheit gegenüber unterschiedlichen Ansichten der Studierenden zu empfehlen, die den Weg zu einer fruchtbaren, gegenseitigen Kritikbereitschaft öffnet. Diese führt zu einem kognitiven Verstehen des Studenten durch den Lehrenden, das Bewertungen ausschließt, aber erhöhte Aufmerksamkeit dem Bemühen des Lernenden in intellektueller wie emotionaler Hinsicht einfordert. (DIPF/Orig.
Kollegiales Sprechen in Schulpraxisseminaren als Bearbeitung von professionsbezogenen Entwicklungserwartungen
Aktuelle Forschungsbefunde zu Unterrichtsnachbesprechungen weisen darauf hin, dass Reflexionspraktiken durch die Aushandlung handlungsabsichernder Normen sowie die Hervorbringung verschiedener (Praxis)Positionen bestimmt sind. Eher selten wird in den Blick genommen, dass diese Reflexionsformate auch Orte sind, in denen Studierende als Noviz:innen-Peers miteinander interagieren und sich gegenseitig in ihrer Entwicklung beurteilen sollen. Im Beitrag wird die kollektive Praxis innerhalb der Studierendengruppe in diesem Setting erkundet und dessen Bedeutung für die Professionalisierung erörtert. Es deutet sich ein spezifischer Modus des kollegialen Sprechens an, bei dem sich die Noviz:innen entlang von Differenzvermeidung und Vergemeinschaftung in professionsbezogenen Kommuniktationsmodi unter Lehrkräften einüben und ausprobieren. (DIPF/Orig.
Grundlegende Bildung als Vorläuferidee und Ansatzpunkt Inklusiver Bildung?
Der Beitrag reflektiert das Potenzial des Konstrukts der Grundlegenden Bildung, welche im Zuge der Weimarer Verfassung zum Auftrag der 1919 neu gegründeten Grundschule erklärt wurde, als Vorläuferidee Inklusiver Bildung. Hierfür zeichnet er zuerst historisch die mit der Idee der Grundlegenden Bildung verbundenen Entwicklungen im diachronen Verlauf nach und reflektiert dann das Potenzial des Konstrukts im Kontext der Inklusionsdebatte. (DIPF/Orig.)The article reflects on the potential of the construct of „Grundlegende Bildung“, which was declared in the course of the Weimar Constitution to be the mission of the elementary school („Grundschule“) newly founded in 1919, as a precursor idea of „inklusive Bildung“. Therefore, it first traces historically the developments associated with the idea of „Grundlegende Bildung“ in the diachronic course and then reflects on the potential of the construct in the context of the inclusion debate. (DIPF/Orig.