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Grenzen und Gespinste
Mit Beiträgen von: Mischa Leinkauf, Hans Ulrich Reck, Konstantin Butz, Daniel Burkhardt, Hanns-Josef Ortheil, Dirk Specht, Christina Möser, Karin Lingnau, Elisa Balmaced
Kürze und Kometen
Mit Beiträgen von Johannes Binotto, Stefan Ramirez Pérez, Hans W. Koch, John Smith, Dietrich Leder, Miriam Gossing/Lina Sieckmann, Friedrich Nietzsche
An den Grenzen der Archive. Archivarische Praktiken in Kunst und Wissenschaft
Peter Bexte, Valeska Bührer, Stephanie Sarah Lauke (Hgg.).
Mit Beiträgen von Reem Akl, Lotte Arndt, Friedrich Balke, Peter Bexte, Lisa Bosbach, Valeska Bührer, Michael Crone, Susanne Foellmer, Paul Klimpel, Corinna Kühn, Stephanie Sarah Lauke, Boris Nieslony, Sven Spieker und Renate Wöhre
Bild im Bild/Film im Film/Literatur in Literatur - VL 09
VL 9: 10. 6. 2016
Hans Ulrich Reck: Bildende Kunst III – Pablo Picasso Les Demoiselles d’Avignon
(1907) und Guernica (1937)
In der neunten Vorlesung erörtert Hans Ulrich Reck einige Aspekte des kritischen,
politischen Anspruchs bildender und musikalischer Künste, zugespitzt auf die Situation nach dem faschistischen Staatsstreich im Spanien der 1930er Jahre, aber auch in genereller Hinsicht. Wegen der politischen Bedeutung des fälschlich so genannten 'spanischen Bürgerkriegs' als Vorphase zum zweiten Weltkrieg und seinen Frontstellungen, erweist sich eine Auseinandersetzung mit Picassos 'Guernica' als ebenso zwingend wie die Würdigung der weit weniger bekannten Leistung des 'cante jondo' mit seinem im Untergrund überlebenden politischen und kulturellen Widerstandspotential als einer Tiefenschicht der populärer gefassten Flamenco-Musik. Einige Exkurse widmen sich deshalb der Vertiefung der Stichworte „Spanischer Bürgerkrieg“ und Cante Jondo/„Flamenco“. Besondere Beachtung findet der politische cante-jondo-Sänger Manuel Gerena. Dietrich Leder rundet mit etlichen weiter greifenden Beifügungen den Reigen der Betrachtungen ab
Bild im Bild/Film im Film/Literatur in Literatur - VL 11
VL 11: 24. 6. 2016
Dietrich Leder/ Hans Ulrich Reck: Filmregie IV sowie Kino II/Literatur III –
Wirkungsgeschichten. Exkurs zum Eskapismus.
In der heutigen Vorlesung, die Dietrich Leder eröffnet, stehen u. a. der Widerstand von Schauspielern gegen Hollywood zur Debatte. Leder beginnt mit einer kurzen Betrachtung zu Denis Diderots 'Jacques der Fatalist und sein Herr' (1778-1780), der als Roman in legendärer Weise die Kunst der Fiktion und eine Theorie des Schauspielers beschreibt. Im Bereich der Literatur geht es um Wirkungsgeschichten bedeutender Romanwerke wie 'Der geistvolle Hidalgo Don Quijote von der Mancha' von Miguel de Cervantes Saavedra und Gustave Flauberts 'Madame Bovary'. Theoretisch anspruchsvolle Modelle von Gérard Genette ('Palimpseste') und Erich Auerbach ('Mimesis') helfen bei der Analyse.
Dann steuert Hans Urich Reck einen Exkurs zum Thema 'Eskapismus' bei mit Verweis auf Theodor Fontanes Roman 'Effi Briest' von 1896. Daraus ergeben sich kunsthistorische Referenzen, die mit folgenden Stichworten belegt werden können: Symbolistische und irrealistische Malerei ab 1880: Gustave Moreau, Arnold Böcklin, Fernand Khnopff, Max Klinger, Odilon Redon, Edward Burne-Jones, Pierre Puvis de Chavannes, Franz von Stuck, James Ensor, Edvard Munch.
Danach übernimmt wieder Dietrich Leder mit Erörterung weiterer Wirkungsgeschichten.
In Ausschnitten werden folgende Filme thematisiert:
– Herbert Ross: Play it again, Sam! USA 1977
– Woody Allen: The Purple Rose of Cairo. USA 1985.
– Buster Keaton: Sherlock Jr. USA 1924.
– Stanley Kubrick: Clockwork Orange. USA 1972
Bild im Bild/Film im Film/Literatur in Literatur - VL 00
Dietrich Leder/Hans Ulrich Reck
Bild im Bild/Film im Film/Literatur in Literatur
Zur Selbstre!exion des Erzählens/Darstellens in der Bildenden Kunst, in Romanen
und Spiel- und Dokumentarfilmen
Theorieseminar Hauptstudium "Film"/“Kunst“
Sommersemester 2016
Freitags
14.00 - 18.00 Uhr
Aula
Wenn die Komplexität künstlerischer Verfahren in einem bestimmten historischen
Moment zunimmt, beginnen die Künstler die Reflexion der eigenen Arbeit in die eigenen Werke zu integrieren. Im Seminar wird diese Form der künstlerischen Selbstreflexion an Werken der Bildenden Kunst, an Romanen und Erzählungen sowie an Spiel- und Dokumentarfilmen vorgestellt und untersucht. Es wird um Gemälde gehen, in denen die Malsituation selbst in das Bild integriert ist oder die Rolle und Funktion des Künstlers aufscheint. Das beginnt mit den herausragenden Werken des 16. Jahrhunderts im Zeichen des 'Manierismus', findet sich seither im künstlerischen Programm und Selbstverständnis vieler Epochen, formt als reflexive Auseinandersetzung mit Vorprägungen aber auch die Lage bis weit ins 20. Jahrhundert hinein (z. Bsp. bei Picasso, Andy Warhol, Joseph Beuys, Ulrike Rosenbach, Valie Export), aber auch in der zeitgenössischen Malerei seit der Postmoderne. Es wird um Romane gehen, in denen die Lektüre von Romanen die Lesenden verblendet und verführt, in denen Schriftsteller mit dem Schreiben hadern, in denen das Schreiben in die Schrift integriert wird. Es wird um Filme gehen, in denen nicht
nur ein Erzähler spricht, sondern auch von den Figuren angesprochen, in denen über die Wirkung von Kino und Fernsehen spekuliert, in denen das Arbeiten am Film thematisiert wird. Texte u.a. von James Agee, Nicholson Baker, Elias Canetti, Gustave Flaubert, Johann Wolfgang von Goethe, Felix Philipp Ingold, Navid Kermani, Gertrude Stein, Lawrence Sterne. Filme u.a. von Harun Farocki, Federico Fellini, Jean-Luc Godard, Buster Keaton, Alexander Kluge, Chris Marker, Pier Paolo Pasolini, Henry C. Potter, Francois Truffaut
Bild im Bild/Film im Film/Literatur in Literatur - VL 05
VL 5: 13. 5. 2016
Hans Ulrich Reck: Filmregie I – Pier Paolo Pasolini
Hans Ulrich Reck, der über die Jahrzehnte viel zu Pasolini veröffentlicht hat (zuletzt 'Pasolini – Der apokalyptische Anarchist', Leipzig: Spector Books 2022) exponiert in dieser Vorlesung das kinematographisch wie meta-filmisch herausragende Werk Pasolinis, erläutert seine Motive, Hintergründe, Stoffe, Themen und Formen. Dies anhand von zwei Werken, die wie alle anderen Werke, ob lang oder kurz, erfolgreich oder verkannt, rezipiert oder vernachlässigt, immer als Hauptwerke anzusehen sind: 'La Ricotta' ('Der Weichkäse') von 1962 und 'Appunti per un’orestiade africana' von 1969. Neben den großen Formen hat Pasolini zwei eigene Genres entwickelt, konzeptuell wie filmisch: Die 'Sopraluoghi', Ortsfindungen/ Ortsbesichtigungen (Filme, die als Recherche nach Schauplätzen für Filme entstanden sind) und 'Appunti', Notizen/ Exkurse/ Entwürfe. Beides sind Filme
über Filme, realisierte, gedachte, nicht verwirklichte Werke, die in und mit diesen
Beschreibungen dennoch vollgültige Gestalt erlangen. Mit 'La Ricotta' legt Pasolini einen Film vor, der nichts weniger ist als seine Neu-Erfindung des Kinos mit vielen metapoetischen Aneignungen und Interpretationen des "lmischen Codes und der
kinematographischen Semiotik/ Rhetorik
Bild im Bild/Film im Film/Literatur in Literatur - VL 03
VL 3: 29. 4. 2016
Hans Ulrich Reck: Bildende Kunst I – Epochen, Zäsuren und Beispiele einer
Kunstgeschichte selbstreflektierender Künste im historischen Verlauf vom
Manierismus bis zu van Gogh und Cézanne
Zunächst rekapituliert Dietrich Leder die Erkenntnisse aus der Vorlesung der letzten Woche 'Kino I'. Dann entfaltet Hans Ulrich Reck im kunsthistorischen Überblick die Wandlung der auf Kunst bezogenen reflexiven und metareflexiven Kunstentwicklung vom Manierismus bis ins 19. Jahrhundert.
Erwähnte Künstlernamen und verwendete Begriffe: Manierismus, trompe l'oeil,
Anamorphosen; Jacopo da Pontormo, Rosso Fiorentino, Parmigianino, Daniele da
Volterra, Tintoretto, Paolo Veronese, Pellegrino Tibaldi, Correggio, Caravaggio, El Greco, Salvador Dali, Giorgio de Chirico, Carlo Carra, Arcimboldo (oder Arcimboldi), Erhard Schön
Affären und Affekte
Mit Beiträgen von: Peter Bexte, Phil Collins, Marie-Luise Angerer, Mi You, Philipp Böll, Sina Seifee, Kate Dervish
What subject can we sensibly discuss?
Mit Beiträgen von: Heike Ander, Ale Bachlechner / Olivia Platzer, Elisa Balmaceda, András Blazsek, Ali Chakav, Matthias Conrady, Nadine Decker, Kate Dervishi, Vera Drebusch, Nieves de la Fuente, Miriam Gossing / Lina Sieckmann, Roman Hahlbrock, Angelika Herta, Stefan Ramírez Pérez, Joscha Steffens, Sebastian Thewes, Hans Ulrich Rec