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    Gesten der Berührung, Zonen des Transfers – Josephine Prydes Hands (Für mich)

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    Die Geste der Berührung begleitet eine gewisse Vorstellung von Relationalität – denn wer/was berührt wen/was? Inwiefern konstituieren sich Beziehungen erst durch haptischen Austausch und was fühlen wir dabei? Der Essay widmet sich der fotografischen Serie Hands (Für mich) (2014–2016) der Künstlerin Josephine Pryde und fokussiert diejenigen Fotografien, welche die spezifische Verbindung zwischen Fingerspitzen und berührungssensiblen Technologien zeigen. Die Berührung wird darin als Mittlerin des Kontakts verstanden – sie lässt Dichotomien zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Körperlichkeit und Virtualität, zwischen Abstoßen und Affizieren fluide werden

    Die Narrative des Sockels in der zeitgenössischen Kunst

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    Der vorliegende Essay stellt ein Ausstellungsmöbel in den Mittelpunkt, das meist Teil der Inszenierung, jedoch selten Thema der Interpretation ist. Betrachtet werden die Narrative des Sockels innerhalb der Ausstellung Model Malady, die Shahryar Nashat 2016 im Portikus in Frankfurt am Main zeigte. Zunächst wird anhand der Positionierung der Kunstwerke und ihrer Sockelungen im Raum analysiert, welchen Einfluss sie auf die Rolle der Betrachtenden ausüben. In einem zweiten Schritt fällt der Blick auf die Narrative, die die Materialität der Sockel, ihre Beschaffenheit und ihre Ausrichtung zueinander offenbaren

    Shaking laughter out: Jack Smith's decomposing creatures

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    Der Essay führt ‚Lachen‘ als formales Verfahren für die Analyse des queeren Kultklassikers Flaming Creatures (1962–1963) ein. Anhand der Trope der geschüttelten Genitalien und der selten diskutierten sich wiederholenden abstrakten Filmbilder wird dargestellt, wie Jack Smiths Kamerabewegungen und die sich vor Lachen schüttelnden Darstellenden Gelächter verkörpern. Mithilfe von George Batailles Schriften wird das Lachen im Verhältnis zu Erotik, Entfremdung, „niederem Materialismus“ und Philosophie erläutert. Eine genaue Lektüre der Rezeptionsgeschichte des Films demonstriert, wie Vorstellungen über dessen Darstellung von Gewalt, Sexualität und Geschlecht durch das Lachen präziser erfasst werden können. Das Verhältnis des Lachens zu Smiths fehlender kompositorischer Hierarchie sowie die Rolle des formalen und materiellen Verfalls in Flaming Creatures konkretisieren die Ästhetik der Zersetzung

    Ludwig Gruners Zeichnungen nach Raffaels Kartons für die Tapisserien im Vatikan. Eine Entdeckung im Kupferstich-Kabinett in Dresden

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    Anlässlich des 500. Todestages Raffaels präsentierte die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden von Juni bis August 2020 eine umfangreiche Sonderausstellung mit dem Titel: „Raffael - Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Wirkung“. Während der Vorbereitung dieser Ausstellung wurde eine Reihe von Kohlezeichnungen nach den berühmten „Raphael-Cartoons“ für die Wandteppiche in der Sixtinischen Kapelle in Rom in der Größe der Originale im Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wiederentdeckt. Zwei der großformatigen Zeichnungen wurden in der Ausstellung gezeigt. Erste Beobachtungen zu den Zeichnungen wurden im Ausstellungskatalog veröffentlicht: Die Zeichnungen sind nicht signiert; Angaben zu ihrer Herkunft konnten bisher nicht gefunden werden. Eine Zuschreibung der Zeichnungen an den Kupferstecher Wilhelm Heinrich Ludwig Gruner, der von 1856 bis 1882 die Leitung des Dresdner Kupferstich-Kabinetts innehatte, wird unterstützt durch Nachrichten in der zeitgenössischen Berichterstattung. Die Zeichnungen sollten nach ihrer Verwendung als Vorlagen für Kupferstiche in den Besitz des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. übergehen. Eine gesicherte Zuschreibung an Ludwig Gruner erfordert die Beantwortung einer Reihe von Fragen, die sich bei einer ersten Untersuchung der Zeichnungen ergeben haben. Im folgenden Aufsatz belegt die Autorin anhand bisher in der Gruner-Forschung unbekannter Dokumente, dass Ludwig Gruner Anfang der 1840er Jahre von allen sieben damals in Hampton Court befindlichen „Raphael Cartoons“ Studien in der Größe der Originale anfertigte. Ihre Analyse der Zeichnungen führt zu der Schlussfolgerung, dass die großformatigen Studien auch aufgrund ihrer außergewöhnlichen Technik Ludwig Gruner zuzuschreiben sind. Die im Dresdener Kupferstich-Kabinett entdeckten Zeichnungen bilden jedoch nur einen Teil der von Gruner angefertigten Kopien. Es bleibt zu hoffen, dass die in diesem Aufsatz vorgestellten Ergebnisse zur Auffindung weiterer Teile der ursprünglich wesentlich größeren Sammlung von Detailstudien Gruners führen, einem Werk, das in der unendlich langen Geschichte der Kopien nach den „Raphael-Cartoons“ wohl einzigartig ist

    Die verleugnete Linie: Islamische Kalligraphie als eine verschleierte transkulturelle Dimension in der Kunst der klassischen Moderne

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    Zwischen dem islamischen ornamentalen kalligraphischen Duktus und zahlreichen Bildern von Künstlern der klassischen Moderne können Reminiszenzen nachgewiesen werden, welche auf eine Verwandtschaft und einen ästhetischen Nexus verweisen. Kandinsky und Picasso können als Neophilen und Innovatoren beschrieben werden, die zugleich traditionelle Artefakte fremder Kulturen bewunderten. Es sind sogar Beeinflussungen und Konnexe, die auf der anderen Seite fragliche Verhaltensweisen beider Künstler widerspiegeln, festzustellen. Das führt zu Phänomenen des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in denen „der Orient“ als eine zivilisierte Ebene nicht anerkannt wurde. Verschwiegene, verleugnete und doch aufgenommene kalligraphische lineare Ästhetik verweist auf das Problem des Orientalismus und Primitivismus. Reinheit und Primitivität waren die Eigenschaften gesuchter Formen, welche eine andere Wahrnehmung im Sinne der Künstler der Avantgarde veranlassen sollten. Der Blick des Betrachters sollte von der Schönheit des Idealismus und der gegenständlichen Welt gereinigt werden. Diese Orientierung der Reinheit war jedoch die Funktion der islamischen Ornamentik trotz ihrer Symbolik und religiösen Mystik. Daher sind zwiespältige Haltungen bei den Künstlern der Moderne anzunehmen, die befragt werden müssen. Diese Fragestellung ist für die heutige interkulturelle bzw. transkulturelle Diskussion sehr bedeutsam. Die Eigenschaft der Kunst ist, dass bei der Betrachtung die Gefühle und Absichten des Künstlers empfunden und reflektiert werden können. Bereits haben die Künstler der frühen Moderne die doppeldeutige Sichtweise gegenüber dem Orient dargestellt, indem sie ihn als die Welt der Fantasie und des Exotischen und zugleich als die Welt der Bedrohung und Wildheit zeigten. Bei den Abstraktionen sind solche Kontroversen zu reflektieren, aber mit anderen bildnerischen Mitteln. Die problematischen Blickwinkel und Verschleierungen verlieren sich mit der Zeit hinter der Aura solcher Bilder. Dieses Problem ist ebenso in der islamischen Ornamentik zu finden, deren Großvater nach der Meinung des Verfassers dieses Textes Platon ist. Aus diesem Grund sind kritische Betrachtungen heute sehr wesentlich, um den Begriff der Kultur zu reflektieren, die reinen Vorstellungen von ihren Selbstverständlichkeiten abzulösen und verschleierte interkulturelle bzw. transkulturelle Perspektiven zu entschleiern

    Die weisse Zelle des Faschismus. Die Große Deutsche Kunstausstellung und die Entartete Kunst

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    Zur Zeit des Nationalsozialismus etablierte sich ein neues Raumkonzept für Ausstellungen, das die ideologischen Grundmuster der faschistischen Kunstauffassung transportierte. Während zuvor der Raum mit dem Bereich zwischen Objekten und Subjekten gebildet wurde, konstituierte das neuere Modell die Wand als abgrenzende Hülle. Umgeben von diesem architektonischen Element konnten Dinge und Menschen kontrolliert werden. Im Kontext der Ausstellung wurden sie so zum Teil des politischen Systems, was den Dogmen des totalitären Regimes entsprach. Dieser Paradigmenwechsel soll in diesem Essay anhand der beiden Ausstellungen Große Deutsche Kunstausstellung (GDK, 1937–1944) und Entartete Kunst (1937) aufgezeigt werden. Das neue Konzept beeinflusst die meisten musealen Räume bis heute. Spätestens in den 1970er Jahren wurde dieses Modell unter dem Label „White Cube“ zu einer der populärsten Gestaltungsweisen von Ausstellungsräumen

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