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Zu den Dingen! XXXV. Deutscher Kunsthistorikertag : Georg-August-Universität Göttingen 27.-31. März 2019 : Tagungsband
Beiträge zur Keramik in Südwestdeutschland : bisher wenig beachtete Spezialgefäße: keramische Kerzenkühler
Kleine Teile großer Bilder - Serviceorientierung für bildwissenschaftliche Infrastrukturen
Für die Zusammenführung der vorhandenen Infrastrukturen in den bildorientieren Wissenschaften hin zu einer vernetzten und verteilten Forschungsdateninfrastruktur bedarf es auch einer konzeptuellen Veränderung. Der Beitrag überträgt das in der Informationstechnologie etablierte „Service“-Prinzip auf bildwissenschaftliche Infrastrukturen und diskutiert dieses Prinzip auf drei Ebenen von Software: Architektur, Betrieb und Vernetzung. Die Kombination aus serviceorientierter Softwarearchitektur für spezifische Funktionalitäten und Vernetzung, vertrauenswürdigen Dienstanbietern, sowie die Einbindung externer Datenbestände steht für eine verteilte Forschungsinfrastruktur, deren Services sich modular und bedarfsspezifisch zusammensetzen. Neben den Herausforderungen auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Softwareentwicklung, der übergreifenden Forschungsinfrastrukturen und der Offenheit von Kulturdaten eröffnet sich die Frage, wie sich zentrale aggregierende Plattformen, wie das prometheus- Bildarchiv, in das Konzept unabhängiger, vernetzter Dienste einfügen
Katalog Fototeki Instytutu Historii Sztuki Uniwersytetu Jagiellońskiego : fotografie dzieł sztuki polskiej wykonane przed rokiem 1900
Quasi un paragone - Ekphrasen in E. Zolas Roman "L'oeuvre" : Malerei und Literatur im kritischen Dialog
Freski supraskie. Relikty XVI-wiecznego malarstwa postbizantyjskiego w kolekcji Muzeum Ikon w Supraślu
Die Erschöpfung des Kaisers - Jacques-Louis Davids Napoleon im Washingtoner Tuilerien-Portrait
Das Abbild des modernen Regenten scheint kaum jemand so nachhaltig in Malerei umgesetzt zu haben wie Jacques-Louis David im Angesicht Napoleons. Das 1812 datierte Standbildnis des Kaisers in der National Gallery zu Washington entfaltete geradezu prototypischen Charakter für das politische Portrait der Folgezeit.
Dabei wird jedoch stets übersehen, dass Davids gemalte Politik vor allem Kunst ist. Sein Gegenstand ist weder sachlicher Tatsachenbefund vergangener Weltanschauungen, noch Mittel zum Zweck leerer Kompositionstechniken, wie sie der abstrakten Moderne zur Rechtfertigung dienen können.Was dem Betrachter hier in Napoleon gegenübertritt, ist die malerische Aufrichtung eines aus dem Bilde herablastenden Blicks. Befrachtet mit vollbrachter Schreibtischarbeit für die Nation fällt das Schauen des Kaisers erschöpft in unser neugierig waches Hinaufblicken und fängt die Regentschaftsleistung in der niedrigen Ausgangsposition für unsere Bilduntersuchung auf. Zum Nachvollzug dieses Vorganges konzentriert sich der Aufsatz auf die Analyse der konkret anschaulichen Malleistung Jacques-Louis Davids. Er setzt damit ein Zeichen für die wissenschaftliche Notwendigkeit, Kunstgeschichte aus der Bewältigung ihrer beiden gleichwertigen Teile ›Kunst‹ und ›Geschichte‹ zu fügen und folglich die bisher vorherrschende Methodik der historischen Kontextualisierung um die disziplinimmanente Bildanalyse zu ergänzen
Nur Hogarth zeigt den Alten Fritz wahrheitsgemäß mit krummem „Zinken“ – die uns vertrauten Bilder von Pesne bis Menzel tun dies nicht
Wussten Sie, dass Friedrich der Große eine stark gebogene Nase hatte und sich selbst für so hässlich wie eine Vogelscheuche hielt? Sie wussten es nicht? Kein Wunder, denn alle historisch überlieferten, offiziellen, bis heute in Geschichtsbüchern abgebildeten Porträts zeigen das Antlitz des Alten Fritz mit klassisch begradigter Nase und auch sonst in stark geschönter, idealisierter Weise. Sie wurden von den zeitgenössischen Künstlern, etwa dem preußischen Hofmaler Antoine Pesne, mehr oder weniger frei erfunden. Noch Adolph Menzel stellte im 19. Jahrhundert Friedrich II. mit begradigter Nase dar, obwohl er gewusst haben muss, dass der Alte Fritz eine krumme Nase hatte. Nur ein Künstler zeigte den Preußenkönig annähernd so, wie er wirklich ausgesehen hat, nämlich mit Adlernase und Flöte spielend vor einem Sinnbild der Homosexualität: der Engländer William Hogarth auf einem 1744 vollendeten Gemälde, das heute in der Londoner Nationalgalerie ausgestellt ist.
Der vorliegende Online-Essay basiert auf einem Bildervortrag, der vom Verfasser unter dem Titel „Des Königs krumme Nase offenbart es: Die populären Bildnisse des Alten Fritz sind samt und sonders Fake-Porträts!“ am 4. April 2018 im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Potsdam, gehalten wurde. Es handelt sich dabei um eine mit Fußnoten versehene, alternative Version des Textes, der zeitgleich im Sammelband "Von analogen und digitalen Zugängen zur Kunst: Festschrift für Hubertus Kohle zum 60. Geburtstag" (Heidelberg: arthistoricum.net 2019) publiziert wird. Da in der Festschrift für den inhaltlich identischen Beitrag Endnoten verwendet werden, bietet der Autor dem Leser, der nicht ständig zwischen dem Haupttext und den Endnoten hin- und herspringen möchte, diese abweichend formatierte, einspaltige, aber leserfreundlichere Alternative mit Fußnoten an, damit der umfangreiche Anmerkungsteil mit seinen vielen Zusatzinformationen auf derselben Seite unterhalb des Haupttextes direkt eingesehen werden kann