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Die Archivierung kommunaler Geodaten am Beispiel des Stadtarchivs Cuxhaven
„Schätzungsweise 80% aller weltweiten qualitativen und quantitativen Daten weisen einen Raumbezug auf.“ Geographische Informationen sind heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und besitzen einen hohen Marktwert. Angesichts der weit fortgeschrittenen Digitalisierung in der Kartographie ist zu fragen, wie Archive mit elektronischen Karten (Geodaten) umgehen sollen. Zwar wurde die Archivierung von (digitalen) Geodaten in den letzten Jahren immer wieder untersucht, hierbei ging es jedoch in erster Linie um Geobasisdaten der Vermessungsverwaltungen der Länder, die von den Landesarchiven archiviert werden. Die Archivierung kommunaler Geodaten wurde bislang kaum erörtert. Eine Ausnahme bildet die Archivierung von Geobasisdaten durch Kommunalarchive in Nordrhein-Westfalen. Anders als in anderen Bundesländern ist hier die Katasterführung seit 1948 eine kommunale Aufgabe. Auch die Archivierung von (analogen wie digitalen) Luftbildern und ggf. deren Digitalisierung wurde bereits verschiedentlich untersucht. Den Schwerpunkt in der Literatur zur Geodaten-Archivierung bildet die Kernaufgabe Übernahme, gefolgt von der Bewertung. Dennoch werden nur selten ausführlich die Vor- und Nachteile bestimmter Dateiformate diskutiert. Wie die Benutzung konkret umgesetzt werden könnte, wurde ebenfalls nur vereinzelt erläutert. Geofachdaten, die in den unterschiedlichsten Fachgebieten und Aufgabenbereichen im Einsatz sind, wurden fast ausschließlich im Kontext von übergreifenden Bewertungsmodellen thematisiert. Die vorliegende Arbeit greift dieses Forschungsdesiderat auf und untersucht die Archivierung von kommunalen Geodaten (insbesondere Geofachdaten). Dabei werden die Arbeiten über die Archivierung von Geobasisdaten herangezogen und auf ihre Tauglichkeit für kommunale Geodaten geprüft. Auch Empfehlungen für die digitale Langzeitarchivierung allgemein können verwendet, müssen aber auf Geodaten und auf die konkrete Situation vor Ort übertragen werden. Die vorliegende Arbeit versteht sich als Archivierungskonzept für die Geodaten der Stadt Cuxhaven, das – mit ortsspezifischen Anpassungen – auch auf andere Kommunalarchive übertragbar sein soll. Das Konzept umfasst alle archivischen Kernaufgaben, wobei ein Schwerpunkt auf die Bewertung und Übernahme gelegt wird
DOKUMENTATION TD MEET-UP. Expert*innen-Austausch über die transdisziplinäre & partizipative Forschung
In der angewandten Forschung gewinnt die Integration von Praxis- und Erfahrungswissen unterschiedlicher Stakeholder in den Forschungsprozessen zunehmend an Bedeutung. Expert*innen unterschiedlicher Fachrichtungen greifen diese Entwicklung auf und erzeugen Methoden der Wissensintegration, die ihren spezifischen Möglichkeiten und Anforderungen entsprechen. Ein Austausch zu dieser Thematik findet über den eigenen Forschungskontext hinaus hingegen noch wenig statt. Aus diesem Grund luden wir zu einem gemeinsamen Meet-Up ein, um uns mit anderen Expert*innen über die Perspektiven und Erfahrungen zu Stakeholder-integrierenden Co-Creation-Prozessen sowie zu Methoden der transdisziplinären Zusammenarbeit auszutauschen. Mit dem TD Meet-Up wollten wir einen Beitrag zum Erfahrungsaustausch, Perspektivwechsel und Voneinander-Lernen zwischen Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen leisten. Das TD Meet-Up wurde von Mitgliedern der Projekte MaaS L.A.B.S. und SmartUpLab vom Institut für angewandte Forschung (IaF) Urbane Zukunft der Fachhochschule Potsdam organisiert. Beide Projekte entwickeln und dokumentieren Methoden zu Wissensintegration und Wissenstransfer zwischen Forschenden, Stakeholdern und der Öffentlichkeit
No facts without perspectives
Perner and Roessler (in: Aguilar J, Buckareff A (eds) Causing human action: new perspectives on the causal theory of action, MIT Press, Cambridge, MA, pp 199–228, 2010) hold that children who do not yet have an understanding of subjective perspectives, i.e., mental states, explain actions by appealing to objective facts. In this paper, we criticize this view. We argue that in order to understand objective facts, subjects need to understand perspectives. By analysing basic fact-expressing assertions, we show that subjects cannot refer to facts if they do not understand two types of perspectivity, namely, spatial and doxastic perspectivity. To avoid conceptual confusion regarding different ways of referring to facts, we distinguish between reference to facts de re and de dicto
Quantifying emotionally grounded discursive knowledge with cognitive-affective maps
Belief systems matter for all kinds of human social interaction. People have individual cognitions and feelings concerning processes in their environment, which is why they may evaluate them differently. Belief systems can be visualized with cognitive-affective maps (CAMs; as reported by Thagard (in: McGregor (ed) EMPATHICA: A computer support system with visual representations for cognitive-affective mapping, AAAI Press, CA, 2010)). However, it is unclear whether CAMs can be constructed in an intersubjective way by different researchers attempting to map the beliefs of a third party based on qualitative text data. To scrutinize this question, we combined qualitative strategies and quantitative methods of text and network analysis in a case study examining belief networks about participation. Our data set consists of 10 sets of two empirical CAMs: the first CAM was created based on participants’ freely associating concepts related to participation in education (N = 10), the second one was created based on given text data which the participants represented as a CAM following a standardized instruction manual (N = 10). Both CAM-types were compared along three dimensions of similarity (network similarity, concept association similarity, affective similarity). On all dimensions of similarity, there was substantially higher intersubjective agreement in the text-based CAMs than in the free CAMs, supporting the viability of cognitive affective mapping as an intersubjective research method for studying the emotional coherence of belief systems and discursive knowledge. In addition, this study highlights the potential for identifying group-level differences based on how participants associate concepts
Multiprofessionelle Kooperation als Innovation
Multiprofessionelle Kooperation wird als wichtiges Element inklusiver Schul- und Unterrichtsentwicklung beschrieben. Bislang wird vor allem Zusammenarbeit praktiziert, die ein hohes Maß an individueller Autonomie ermöglicht. Die vorliegende Studie untersucht in Abhängigkeit von individuellen Merkmalen, wie Offenheit gegenüber Zusammenarbeit und Implementationsbereitschaft, sowie schulstrukturellen Bedingungen, wie die wahrgenommene Unterstützung durch die Schulleitung auf Schulebene, die Realisierung verschiedener Kooperationsformen (Austausch, Arbeitsteilung, Kokonstruktion) von Lehr- und Fachkräften der Primar- (n = 1 511) und Sekundarstufe (n = 750) an Schulen des gemeinsamen Lernens im Land Brandenburg. Die Ergebnisse deskriptiver Auswertungen zeigen, dass in der Primar- wie Sekundarstufe am häufigsten in der Form des Austausches, am seltensten in Form der Kokonstruktion kooperiert wird. Als bedeutsame Prädiktoren konnten die individuelle Offenheit sowie die individuell empfundene Unterstützung durch die Schulleitung in Mehrebenenanalysen für die Umsetzung von Kooperation identifiziert werden
Anwendbarkeit der FAIR Data Principles auf digitale Sammlungen in deutschen Forschungsmuseen
Im Zuge der Digitalisierung werden zunehmend Objektdaten im Web publiziert. Jedoch ist unklar, ob diese von Forscher:innen genutzt werden und sie qualitativ ausreichend sind. Eine vielversprechende Lösung stellen die FAIR Data Principles dar. Seit ihrer Publikation im Jahr 2016 haben sie sich schnell innerhalb der Forschung verbreitet und sind Teil nationaler und internationaler Forschungsförderprogramme. FAIR ist ein Akronym für Findable, Acessible, Interoperable and Reusable. Ihr Ziel ist es, die Wiederverwendbarkeit von Forschungsdaten zu verbessern, indem die Daten unter anderem mit klaren und eindeutigen Nutzungsbedingungen ausgezeichnet werden. Eine Besonderheit der 15 Prinzipien ist die Fokussierung auf die Lesbarkeit der Daten, sowohl von Menschen als auch von Maschinen. In diesem Sinne ist die Anwendbarkeit von FAIR auf Museen Thema der Untersuchung.
Die Masterarbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Anforderungen an deutsche Forschungsmuseen bezüglich der Nutzung der Objektdaten als Forschungsdaten im Sinne der FAIR-Prinzipien gestellt und inwiefern diese Anforderungen bereits erfüllt werden.
Für die Selektion des Datenkorpus wird eine Online-Recherche, für den Kriterienkatalog eine Literaturrecherche und für die Beurteilung der FAIRness des Datenkorpus eine qualitative Bewertung durchgeführt.
Keines der untersuchten Objektdaten der sechs betrachteten Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft ist vollständig FAIR-konform, aber mit 13 von 15 erfüllten Prinzipien ist das Deutsche Museum in München das FAIRkonformste Museum. Von allen Museen werden die Prinzipien F2, A1.1, A1.2 und I1 vollständig erfüllt, was an der Arbeitsweise in der Objektdokumentation und der Web-Publikation liegt. Das Prinzip A2 wird von keinem Museum erfüllt, wodurch Defizite in der Museumsarbeit deutlich werden. Die anderen Prinzipien werden, bis auf R1.3, unterschiedlich erfüllt.
Insgesamt bieten sich die FAIR-Prinzipien als Startpunkt für wiederverwendbarere Forschungsdaten im musealen Bereich an. Jedoch zeigen die untersuchten Museen zum Teil erhebliche Defizite auf, wie fehlende oder unklare Nutzungsbedingungen und Datenprovenienzen. Deutlich wird auch, dass die FAIRPrinzipien
nicht alle Anforderungen an Objektdaten abdecken. Dazu gehören die Langzeitarchivierung oder die Vertrauenswürdigkeit der Daten.In recent years, more and more object data have been published online due to increased use of digitalization. It remains unclear whether they are used by researchers and if, their quality is satisfactory. A promising solution for this problem are the FAIR Data Principles. Since their publication in 2016, they have spread rapidly within the research community and are part of national and international research funding programs. FAIR is an acronym for Findable, Acessible, Interoperable and Reusable. It aims to increase the reuseability of research data by labelling the data with clear and unique terms of use. A distinctive feature of the 15 principles is the focus on the readability of data, both by humans and machines. To this effect, the aim of this study is the applicability of FAIR in museums.
This master thesis deals with the question which requirements are placed on German research museums with regard to the use of object data as research data in terms of the FAIR principles and to which extent these requirements are already being met.
An online search is used to select the data corpus, a literature research for the set of criteria, and a qualitative assessment to evaluate the FAIRness of the data corpus.
None of the object data of the six research museums of the Leibniz Association studied is fully FAIR-compliant, but with 13 out of 15 principles fulfilled, Deutsches Museum in Munich is the most FAIR-compliant museum. Of all the museums, the principles F2, A1.1, A1.2, and I1 are fully met, due to the way the museum staff work in object documentation and web publication. The principle A2 is not fulfilled by any museum, which reveals deficits in the museums’ work. The other principles are fulfilled differently by each museum, except for R1.3.
The FAIR principles serve as a starting point for more reusable research data in the museum sector. However, some of the museums in this study have considerable deficits, such as missing or unclear terms of use and data provenance. It is also clear that the FAIR principles do not cover all requirements for object data. These include the long-term preservation or the trustworthiness of data
Einstellungen pädagogischer Fachkräfte zu anregenden Interaktionen in Kindertagesstätten
Wie eine pädagogische Fachkraft mit den Kindern interagiert und sie damit in ihrer Entwicklung unterstützt, hängt maßgeblich davon ab, wie sie lernanregenden Interaktionen gegenüber eingestellt ist. Diese Einstellungen werden im Beitrag mit sogenannten cognitive-affective maps (CAMs) erfasst. Zur Erstellung der CAMs wurden leitfadengestützte Interviews mit pädagogischen Fachkräften (N = 18) aus sechs verschiedenen Einrichtungen analysiert. Die CAMs zeigen, dass die befragten Fachkräfte hauptsächlich auf sozial-emotionale Aspekte von Interaktionen rekurrieren und ihre täglichen Interaktionen mit den Kindern selbst positiv bewerten. Konkretes Wissen zu lernanregenden Interaktionsformaten benennen sie hingegen kaum. Ein Vergleich der Einstellungen der Fachkräfte deutet auf teamspezifische Besonderheiten hin. In einigen Einrichtungen sind die Einstellungen der Fachkräfte deutlich homogener als in anderen. Die Ergebnisse werden in ihrer Bedeutung für Fortbildungsangebote diskutiert und CAMs als gewinnbringende Methode zur Eruierung teamspezifischer Fortbildungsbedarfe und als Fortbildungsmethode selbst vorgeschlagen
"Wir bringen die breite Basis mit" : gemeinsames Plädoyer für eine enge Einbindung der Landesinitiativen für Forschungsdatenmanagement in die Nationale Forschungsdateninfrastruktur
Der NFDI e.V. wird einen bedeutsamen Beitrag für einen besseren Umgang mit Forschungsdaten leisten, doch der Erfolg der nationalen Forschungsdateninfrastruktur ist letztlich von einer Einbindung der gesamten Wissenschaftsgemeinschaft und -infrastruktur abhängig. Die vielfältigen Forschungseinrichtungen einzubinden, erfordert Koordination auf vielen Ebenen. Speziell Hochschulen haben eine tragende Rolle für sowohl disziplinäre und interdisziplinäre Forschung als auch wissenschaftliche Ausbildung in Deutschland und sind damit zentrale Akteure für die fachübergreifende Forschungsdateninfrastruktur. Durch die Förderung von Kooperationen und Koordination auf Ebene von Ländern oder Länderverbünden lässt sich die Entwicklung der nationalen Forschungsdateninfrastruktur unterstützen. Landesinitiativen für Forschungsdatenmanagement (FDM) oder ähnliche koordinierende Einrichtungen können die digitale Transformation in der Forschung durch Information, den Aufbau von Kooperationen und die Qualifikation von Personal unterstützen. Ihre Einrichtung, dauerhafte Etablierung und Einbeziehung in die Arbeit des NFDI e.V. ist ein wichtiger Beitrag zur Schaffung einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur
Antisemitismus in der Schule
Antisemitismus ist im Kontext der Sozialen Arbeit in Schulen kaum Thema. Diese Lücke schließt das Praxisbuch Antisemitismus in der Schule: Handlungsmöglichkeiten der Schulsozialarbeit, indem es historische und aktuelle Grundlagen zum Thema, Handlungsempfehlungen und Perspektiven von interviewten Schulsozialarbeiter*innen aufzeigt. Gleichzeitig verdeutlicht es einen Prozess der Annäherung an die Thematik und ihre Vertiefung durch Studierende der Sozialen Arbeit an der FH Potsdam und spricht gerade deshalb zukünftige und praktizierende Sozialarbeitende, aber auch Lehrende und Trainer*innen in Bildungsbereichen an. Das Buch ist nicht zuletzt ein Plädoyer für antisemitismuskritisches Handeln in der Sozialen Arbeit, in sozialen Berufen und Bildungsbereichen
Leitfaden zur Nutzer*innen-Beteiligung in der "Phase Null" beim kommunalen Schulbau
Im Zuge gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Transformationsprozesse haben sich in den vergangenen Jahren auch für Schulen als städtebauliche Ressource verschiedene Parameter verändert: Das Lernen wird individueller und digitaler, der Unterricht gestaltet sich offener und prozessorientierter, multiprofessionelle Teams vernetzen das Lernen in der Schule mit dem Lernen an anderen Lernorten. Daraus resultierend müssen Lernumgebungen in Zukunft nicht nur mehr Anforderungen erfüllen, sie müssen gleichzeitig differenzierter und variabler sein. Dabei wird deutlich, dass Schulen heute nicht mehr nur Lern-, sondern vor allem auch Lebensorte sind.
All diese Änderungen stellen im Schulbauplanungsprozess bisher ungelöste Herausforderungen dar. Um diesen zu begegnen, ist es wichtig, die Perspektive der Nutzer*innen von Beginn an zentral mit einfließen zu lassen. Dafür müssen solide und wiederholbare Beteiligungsverfahren entwickelt werden, die sowohl für die involvierten Lehrkräfte als auch für die Schüler*innen der unterschiedlichen Jahrgangsstufen geeignet sind.
Im Rahmen der Planung eines neuen Schulstandorts in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam wurde ein Projekt der Nutzer*innenbeteiligung in der „Phase Null“ initiiert, um gemeinsam eine Vision für einen zukunftsfähigen Schulbau zu entwickeln. Verschiedene Akteur*innengruppen der späteren Nutzer*innen – von Schulleitung über Lehrer*innenkollegium, bis hin zu Schüler*innen, Eltern und Anwohner*innen des Stadtteils – skizzierten in sowohl gleichartig als auch divers besetzten Workshops Positionen und Wünsche für die bauliche Umsetzung.
Infolge einer umfangreichen Evaluation der einzelnen Workshops können für Projekte ähnlichen Charakters der Nutzer*innenbeteiligung beim kommunalen Schulbau mit dem vorliegenden Leitfaden Erfahrungswerte und Handlungsempfehlungen bereitgestellt werden