Publikationsserver der Fachhochschule Potsdam
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Die Evaluierung des Politischen Archivs im Auswärtigen Amt durch die FH Potsdam
Die Zugänglichkeit von Archivgut gehört zu den Grundsätzen einer Demokratie, die damit Verwaltungs- und politisches Handeln für den Bürger nachvollziehbar und kontrollierbar macht. Umso mehr steht die Legitimität von Archiven im Fokus, wenn diese Grundsätze gefährdet zu sein scheinen und Benutzer den Eindruck haben, in ihrem Recht auf Zugang zum Archivgut behindert zu werden. Die Benutzung im Politischen Archiv (PA) wird seitens der Benutzer als sehr positiv eingeschätzt. Dieses Ergebnis einer internationalen Benutzerumfrage deckt sich größtenteils mit den Einschätzungen einer Projektgruppe der Fachhochschule Potsdam. Beide widerlegen somit auch das bislang oftmals kolportierte Bild einer restriktiven Archivpolitik des Politischen Archivs, welches bis heute von einer Unabhängigen Historikerkommission, das die Vergangenheit des Amts in dessen Auftrag erforschte, gepflegt wird. Dabei wird immer wieder deutlich, dass eine Beurteilung des Politischen Archivs auf der Grundlage von Fakten anstatt von Vermutungen dringender denn je geboten ist. Allerdings ist eine Skepsis gegenüber der Erfüllung der archivischen Demokratiefunktion im Politischen Archiv zunächst durchaus nachvollziehbar: Sie macht sich vor allem am Organisationsstatus des PA fest, denn es ist in die Organisation seines Registraturbildners und Trägers integriert und bildet ein Referat innerhalb des Auswärtigen Amts. Der als demokratischem Grundprinzip erachteten Trennung von Archiv und Registratur(bildner) läuft es organisatorisch zuwider. Skeptiker sehen somit die Unabhängigkeit archivischer Tätigkeit, vor allem bei der Bewertung und Auswertung von Quellen, wegen der Weisungsgebundenheit innerhalb des Auswärtigen Amts gefährdet. Der Planungsstab des Auswärtigen Amts hat im April 2011 eine Projektgruppe unter Leitung von Karin Schwarz beauftragt, das Politische Archiv im Hinblick auf einen transparenten, benutzungsfördernden Archivzugang und eventuelle Beeinträchtigungen zu prüfen. Im Ergebnis sollten zudem Empfehlungen erarbeitet werden, die die Ansprüche der Benutzer schon im Vorfeld der Benutzung, vor allem bei der Bewertung und Erschließung, umsetzen bzw. fördern können. Für die Durchführung des Projekts waren zwei wesentliche Aspekte entscheidend: 1. die Unabhängigkeit der Projektgruppe in ihrem Handeln und ihren Empfehlungen, 2. die uneingeschränkte Zugänglichkeit zu den Akten und Arbeitsmitteln des Politischen Archivs. Die Projektgruppe1 konnte ihre Arbeit in vollem Umfang umsetzen: Aktenstudium, Benutzerumfrage, Mitarbeiterinterviews und Mitarbeiten bei der Lesesaalbetreuung fanden ungehindert statt. Im Folgenden sind Evaluierungsergebnisse in Auswahl aufgeführt. Auf die Vollständigkeit musste an dieser Stelle verzichtet werden
Erfahrungen mit der Konzeption eines digitalen Archives im Unternehmen
Der Beitrag fasst die wichtigsten Aspekte einer Rahmenkonzeption zur digitalen Archivierung zusammen, die für das Unternehmensarchiv der Volkswagen AG 2008 entwickelt wurde. Das Unternehmensarchiv der Volkswagen AG wurde in den letzten Jahren mit Fragen zur Übernahme primär digitaler Objekte aus dem unternehmensweiten Internetauftritt und mit Fragen der Sicherung von elektronischen Unternehmensdaten konfrontiert, die dezentral in den verschiedenen Unternehmensbereichen in der Regel in Datenbanksystemen verwaltet werden. Zunächst wurde daher begonnen, konzeptionelle Überlegungen für die digitale Webarchivierung zu entwickeln und bereichsübergreifend zu diskutieren. Im Verlauf dieser Diskussionen wurde sehr schnell klar, dass die Konzeption und der Aufbau eines digitalen Archivs komplexe Prozesse sind, die nur auf der Grundlage eines Rahmenkonzeptes zur digitalen Archivierung als Teil einer Gesamtstrategie zur Sicherung und langfristigen Aufbewahrung elektronischer Unterlagen und Daten in einem Unternehmen umgesetzt werden können
Consensus and stratification in the affective meaning of human sociality
We investigate intrasocietal consensus and variation in affective meanings of concepts related to authority and community, two elementary forms of human sociality. Survey participants (n = 2,849) from different socioeconomic status (SES) groups in German society provided ratings of 909 social concepts along three basic dimensions of affective meaning. Results show widespread consensus on these meanings within society and demonstrate that a meaningful structure of socially shared knowledge emerges from organizing concepts according to their affective similarity. The consensus finding is further qualified by evidence for subtle systematic variation along SES differences. In relation to affectively neutral words, high-status individuals evaluate intimacy-related and socially desirable concepts as less positive and powerful than middle- or low-status individuals, while perceiving antisocial concepts as relatively more threatening. This systematic variation across SES groups suggests that the affective meaning of sociality is to some degree a function of social stratification
Kompetenzmessung in der Hochschullehre?
Die Publikation zeigt Möglichkeiten und Grenzen des Gelingens von Gender/Quer- und Diversity-Kompetenzvermittlung und -einschätzung in der Hochschullehre am Beispiel der Studiengänge Sozialen Arbeit und Bildung und Erziehung in der Kindheit bzw. Early Education. Sie bietet eine theoretisch-konzeptionelle Erfassung des Bedeutungsgehalts von Gender/Queer- und Diversity-Kompetenzen und – im deutschsprachigen Raum erstmalig – eine empirischen Studie und damit Perspektiven von Expert_innen. Die Publikation lädt ein, sich kritisch mit dem Kompetenzdiskurs und der Gestaltung kompetenzorientierter Beurteilungssettings auseinanderzusetzen. »Kompetenzorientierung« der Lehre für professionelles Handeln in der Praxis und »kompetenzorientiertes Prüfen« werden nicht selten als Schlagworte verwendet oder über ein funktionalistisches Verständnis einer objektiven und exakten Messbarkeit diskutiert. Anhand einer theoretisch-konzeptionellen Erfassung des Bedeutungsgehalts von Gender/Queer- und Diversity-Kompetenzen und – im deutschsprachigen Raum erstmalig – einer empirischen Studie, die Perspektiven von Expert_innen zeigt, gehen die Autorinnen einen anderen Weg. Sie binden die Thematik Kompetenzen in Fragen von Macht- und Herrschaftsverhältnissen ein und zeigen in Bezug auf die Studiengänge Soziale Arbeit und Bildung und Erziehung in der Kindheit bzw. Early Education Möglichkeiten und Grenzen des Gelingens von Kompetenzvermittlung und -einschätzung. Der Band richtet sich an Lehrende, Trainer_innen der Jugend- und Erwachsenenbildung, aber auch an Studierende und lädt ein, sich kritisch mit dem Kompetenzdiskurs und der Gestaltung kompetenzorientierter Beurteilungssettings im Kontext von Gender/Queer- und Diversity-Kompetenzen auseinanderzusetzen