GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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Einführung in den Themenschwerpunkt
Der Beitrag führt in den Themenschwerpunkt „Stadt der Reproduktion“ ein und skizziert die bisherigen Forschungen und Leerstellen zu Fragen der spezifischen räumlichen Organisationsformen von Reproduktion und Sorgearbeit. Daran anschließend stellen wir die Beiträge des Themenschwerpunkts kurz vor und fordern dazu auf, neue Perspektiven sowie empirische und theoretische Zugänge zu entwickeln, um diese zentrale Dimension urbaner Wirklichkeit stärker in den Blick der kritischen Stadtforschung zu nehmen
Differential Influences of Parenting Dimensions and Parental Physical Abuse during Childhood on Overweight and Obesity in Adolescents
Besides other explanatory variables, parenting styles and parental violence might also be responsible for setting a path towards overweight/obesity in childhood. While this association has consistently been observed for adults, findings for adolescents still remain scarce and inconsistent. Therefore, the goal of this study is to add evidence on this topic for children and adolescents. Analyses are based on a sample of 1729 German, ninth-grade students. To analyze associations between parenting dimensions and weight status, non-parametric conditional inference trees were applied. Three gender-specific pathways for a heightened risk of overweight/obesity were observed: (1) female adolescents who report having experienced severe parental physical abuse and medium/high parental warmth in childhood; (2) male adolescents who report having experienced low or medium parental monitoring in childhood; and (3) this second pathway for male adolescents is more pronounced if the families receive welfare. The importance of promoting parenting styles characterized by warmth and a lack of physical abuse is also discussed. This is one of only a few studies examining the association of parenting dimensions/parental physical abuse and weight status in adolescence. Future studies should include even more parenting dimensions, as well as parental physical abuse levels, in order to detect and untangle gender-specific effects on weight status
Queer-Feministische Perspektiven auf Wissen(schaft) : Einführende Überlegungen zu einer queer-feministischen Wissens- und Wissenschaftskritik
Ergebnisse aus einem partizipativen Forschungsprozess
Die Autorin hat in einem partizipativen Forschungsprojekt mit Frauen mit Lernschwierigkeiten Fragen im Zusammenhang von Fremd- und Selbstbestimmung beforscht und präsentiert hier die Ergebnisse. Durch das aktive Einbeziehen der Frauen mit Lernschwierigkeiten spiegelt sich deren Sichtweise zu Inhalten, Methoden und Ergebnissen der Forschung in dem gemeinsam geplanten Projekt wider
Kulturalisierung transnational. Der Streit um Ehe, Familie und Sexualität im ‚Islam‘
Aus der Perspektive konservativer islamischer Diskurse zu Ehe, Familie und Sexualität untersucht der Artikel Kulturalisierung als transnationale Strategie der Aushandlung von Differenz und Anerkennung. Gefragt wird sowohl nach den historischen und strukturellen Voraussetzungen dieser Dimension von Kulturalisierung als auch nach deren Wirkung im Rahmen laufender Auseinandersetzungen um Geschlechterverhältnisse in der arabischen Region. Im Vordergrund der Analyse stehen ausgewählte Publikationen aus dem Werk des bekannten ägyptischen Religionsgelehrten Yūsuf al-Qaraḍāwī (geb. 1926). Besondere Aufmerksamkeit wird der spezifischen transnationalen Konnektivität konservativer islamischer Positionen gewidmet. Es wird gezeigt, wie sich Kulturalisierung als transnational vernetzte und legitimierte Strategie mit spezifischen Formen der Naturalisierung und Sakralisierung verschränkt. Kulturalisierung trägt im Ergebnis dazu bei, Geschlechterdifferenz als Kern islamischer Identität zu enthistorisieren und damit gerade auch gegenüber innermuslimischer Kritik zu immunisieren
Überlegungen zu akademischer (Reproduktions-)Arbeit im Anschluss an das Vernetzungstreffen "Feministische Geographien" in Hamburg
Universität und Stadt als Orte der gesellschaftlichen Reproduktion sind durch Hierarchien, Herausforderungen und Zwänge gekennzeichnet, die einer feministisch solidarischen Praxis in vielerlei Hinsicht (diametral) entgegenstehen. Entlang der Diskussionen von Beispielen aktueller Reproduktionsverhältnisse und Bedingungen von Care-Arbeit, sowohl in der Akademie als auch in der Stadt, wollen wir mit diesem Beitrag Erfahrungen und Möglichkeiten besprechen, die während des Vernetzungstreffens „Feministische Geographien“ im April 2017 in Hamburg gemeinsam erprobt wurden
Scheiternde Formen ökonomisierten und vergeschlechtlichten Erzählens in Gottfried Kellers „Martin Salander“
In dem literaturwissenschaftlichen Beitrag geht es um die Produktion und Kritik des Wissensobjekts ‚Geschlecht‘ unter besonderer Berücksichtigung textueller Eigenarten des poetischen Realismus und der Konstruktion literarischer Zeichen-Körper. Im Rahmen einer gendered narratology werden spezifische Konfigurierungstypen modernen Erzählens identifiziert, die den Fokus der Analyse auf ökonomisierte und vergeschlechtlichte Strukturierungsweisen verschieben. Anhand von Gottfried Kellers Roman „Martin Salander“ (1886) werden die Materialisierungsvorgänge von Geld am männlichen Körper nachgezeichnet, um abschließend herauszuarbeiten, wie dieser Männlichkeitsentwurf mit der Struktur des Romans und dessen Schluss korreliert. Ziel ist es, dekonstruierende Erzählweisen in Kellers Werk auszumachen, die in der Verschaltung von Geschlecht, Geld und Text bereits frühe Formen der Kapitalismus- und Vergeschlechtlichungskritik offenbaren
Jonathans Zusage der Lebensgemeinschaft an David (1 Sam 18,1-4) und Ruths Treueschwur gegenüber Noomi (Ruth 1,14-17)
(1) In den biblischen Kontexten von 1 Sam 18,1-4 und Ruth 1,14-17 kommen keine reinen Paarbeziehungen, sondern nur Mehrfachbeziehungen vor. Das verweist auf ein Verständnis von Ehe und Hochzeit, welches sich von unserem heutigen unterscheidet. (2) In der ersten Begegnung zwischen David und Jonathan in 1 Sam 18,1-4, der Lesung für ein Männerpaar, sagt Jonathan David (ein Name, der nicht anderes als "der Geliebte" bedeutet) seine Lebensgemeinschaft zu. Gleichzeitig mit Jonathans wiederholter Liebesbekundung an David nimmt König Saul diesen schönen, im Kampf erfolgreichen Jüngling zu sich und lässt ihn nicht wieder ins Haus seines Vaters zurückkehren. David könnte deshalb mit einer neu verheirateten Braut verglichen werden, die in den Haushalt ihres Ehemanns einzieht. (3) Sprechende Namen unterstützen eine queere Interpretation der Lesung Ruth 1,14-17 für ein Frauenpaar: Aus damaliger wie heutiger Sicht kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Beziehung Ruths, "der Freund_in", zu Noomi, der "Lustvollen", als erotisch motiviert verstanden wird: Ruth hängt sich in Ruth 1,14 fest an ihre Schwiegermutter an und schwört Noomi in Ruth 1,16-17 lebenslange Treue. Ähnliche Formulierungen im Buch Ruth und im zweiten Schöpfungsbericht legen aus queerer Sicht ein eheähnliches Verhältnis zwischen Ruth und Noomi nahe. (1) In the biblical contexts both of 1 Sam 18:1-4 and of Ruth 1:14-17 we do not find pure partner relationships but multiple relationships. This suggests an understanding of marriage and wedding that differs from our present-day notions. (2) In the first encounter between David and Jonathan in 1 Sam 18:1-4 – the reading for a male couple – Jonathan pledges life partnership to David (a name that means nothing but "the beloved"). Simultaneously with Jonathan's repeated expressions of affection for David, King Saul takes this beautiful young man, victorious in battle, home and does not allow him to return to his fatherʼs house. This is why David might be compared to a newly married bride who moves into the household of her spouse. (3) The telling names sustain a queer interpretation of the reading Ruth 1:14-17 for a female couple: From both a biblical and a present-day perspective it cannot be ruled out that the relationship between Ruth, "the girlfriend", and Naomi, "the sweetheart", is understood as erotically motivated: besides clinging to her mother-in-law in Ruth 1:14, Ruth swears lifelong fidelity to Naomi in Ruth 1:16-17. Parallel formulations in the Book of Ruth and the second creation account suggest a quasi-marital relationship between Ruth and Naomi from a queer perspective
Tracking Gendered Streams
One of the most prominent features of digital music services is the provision of personalized music recommendations that come about through the profiling of users and audiences. Based on a range of “bot experiments,” this article investigates if, and how, gendered patterns in music recommendations are provided by the streaming service Spotify. While our experiments did not give any strong indications that Spotify assigns different taste profiles to male and female users, the study showed that male artists were highly overrepresented in Spotify’s music recommendations; an issue which we argue prompts users to cite hegemonic masculine norms within the music industries. Although the results should be approached as historically and contextually contingent, we argue that they point to how gender and gendered tastes may be constituted through the interplay between users and algorithmic knowledge-making processes, and how digital content delivery may maintain and challenge gender relations and gendered power differentials within the music industries. Seen through the lens of critical research on software, music and gender performativity, the experiments thus provide insights into how gender is shaped and attributed meaning as it materializes in contemporary music streams