GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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    Das Persönliche politisch erzählen. Queerfeministische Politiken des Persönlichen am Beispiel Stand-up-Comedy

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    Im Format der Stand-up-Comedy betritt ein*e Komiker*in mit einer mehr oder weniger deutlich fiktionalisierten Version von sich selbst die Bühne und erzählt humorvolle Geschichten aus dem Leben dieser Persona. Der folgende Beitrag greift dieses narrative und performative Charakteristikum der Stand-up-Comedy auf und fragt, ob persönliches Erzählen in geschlechterpolitisch informierter Populärkultur einen queer-/feministischen Begriff des Politischen, bei dem das Private zum Ort des Politischen wird, reaktualisieren kann. Dazu wird zum einen der Bedeutung des Persönlichen in queer-/feministischer Theorie und Politik nachgegangen. Zum anderen wird gefragt, auf welche Weise das Persönliche in neoliberal gerahmter Populärkultur in Erscheinung tritt und ob es dadurch eine Ent-/Politisierung erfährt. Abschließend wird anhand einer subjektivierungs- und affekttheoretischen Analyse des Stand-up-Comedy-Specials Nanette von Hannah Gadsby das Potenzial von Gefühlen für die Politisierung eines performativen ‚Sich-Erzählens‘ gezeigt

    (Post-)Feministische Kollektivierungspraktiken und Social Media

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    Vernetzt euch – eine Aufforderung, die nicht nur gesamtgesellschaftlich, sondern auch in feministischen Kontexten zentral scheint. Vor allem Social Media gilt als wichtiger Ort der digitalen Vernetzung: Die Nutzung von Hashtags sowie das Reposten bzw. Teilen, Liken und Gestalten von feministischen Beiträgen eröffnet Nutzer*innen immer wieder neue Vernetzungsformen auf Plattformen wie Instagram und Twitter. Doch wer profitiert von solchen Vernetzungsstrategien? Stärken sie feministische Kollektivierung oder dienen sie eher der Selbstoptimierung und -vermarktung des Individuums in neoliberaler Manier? Der Artikel widmet sich diesen Fragen aus einer postfeminismus-kritischen Perspektive, mit der, in Anlehnung an Rosalind Gills Konzept der postfeministischen Sensibilität, die Verwobenheiten zwischen feministischen, antifeministischen und neoliberalen Praktiken analysiert werden. Im Fokus stehen dabei Widersprüche, Ambivalenzen und Verwicklungen, die in gegenwärtigen (post)feministischen Bewegungen beobachtet werden können

    Can Students’ Self-Efficacy Beliefs Explain Academic Motivation And Career Intentions?

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    In our technologized and increasingly complex world, jobs in STEM make a crucial contribution to innovation and sustainability. However, there are still many vacancies in this field. To tackle the shortage of professionals, it is even more important to successfully prepare qualified young people for engineering careers and foster competences that promote innovative and creative solutions. In addition to cognitive abilities, research has shown how self-efficacy, which describes confidence in one's own abilities to successfully overcome obstacles, can influence students’ motivation, interest and therefore academic and vocational training success. Studies show that people with a strong belief in their own competence have greater persistence in completing and problem-solving tasks. Hence, this paper discusses how the students’ own perception of self-efficacy can influence their interest in the subject, academic retention, and subsequent career intentions and success. To gain further empirical insights, data from the mixed-methods study “digiMINT” will be collected using narrative interviews with female pupils, STEM students and employees, as well as industry representatives. The aim is to understand conditions of engineering education and jobs, and additionally the perception of self-efficacy as a predictive factor of career intentions. Furthermore, it will be evaluated how self-efficacy can be cultivated as a valuable skill in engineering education and teaching additionally to cognitive skills. In long term, promoting a positive experience for students’ own selfefficacy could support a sustainable integration into the labor market and equip future engineers with an interdisciplinary which is particularly relevant for complex tasks in an increasingly complex world

    Bildungsmobilität in Brasilien und Kolumbien anhand von Lebensverlaufsanalysen

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    Lateinamerika mit sehr diversen Entwicklungsständen ist einerseits als Kontinent heterogener Länderhistorien zu betrachten, zugleich aber auch Sammelbecken dezentralisierter Bildungssysteme, aus denen stark differenzierende Karrierewege resultieren. In kaum einem gesellschaftlichen Bereich haben soziale Disparitäten einen solch starken Einfluss auf die Mobilität wie in der Bildung, sie sollen exemplarisch anhand von Brasilien und Kolumbien mithilfe von Lebensverlaufsanalysen gezeigt werden. Wenn Ungleichheiten, die auf Herkunft und Milieu zurückgehen, nicht durch institutionelle Bildung kompensiert, sondern, wie anhand der Darlegung der Bildungssysteme Kolumbiens und Brasiliens, verschärft bzw. konzediert werden, ist der individuelle Bildungsaufstieg herausfordernd und gelingt nur wenigen. Vielmehr manifestiert sich in diesen Ländern eine Reproduktion sozialer Disparitäten, bedingt durch die institutionelle Diskriminierung, die Aufstiegsprozesse und Habitustransformationen kaum begünstigen

    Mishnah Horayot 3:7 and Two Different Rabbinic Traditions Based on Tosefta Horayot 2:5–6

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    In antiquity, not only poor Jewish women and children but also poor Jewish men and boys could end up in hopeless situations of sexual exploitation by the power holders. The Halakhah contains a reference to the handling of Jewish prostitutes. If a Jewish man and a Jewish woman were sold into a brothel, the man should be redeemed first according to Mishnah Horayot 3:7. Subsequent to this Mishnaic passage, a narrative in Tosefta Horayot 2:5-6 mentions an encounter between a rabbi and a Jerusalemite child with beautiful eyes and good looks, destined for prostitution. Interestingly enough, the rabbi was willing to redeem him and had to pay a huge amount of money to do so. This anecdote in Tosefta Horayot 2:5-6 has been further developed in later Jewish writings in various ways, whereby two different rabbinic traditions can be discerned. According to the Palestinian Talmud Horayot 3:7, 48b, Rabbi Yehoshua ben Ḥananyah encounters a figure that alludes both to the young biblical David in the First Book of Samuel 16:12 and the beloved in the Song of Songs. However, in the Babylonian Talmud Gittin 58a and in Lamentations Rabbah 4:4 on Lam. 4:2, this character is identified with Rabbi Ishmael ben Elisha. Queer and feminist issues are discussed in connection with these rabbinic traditions. Zusammenfassung: In der Antike konnten nicht nur arme jüdische Frauen und Kinder, sondern auch arme jüdische Männer und Knaben in ausweglose Situationen sexueller Ausbeutung durch die Machthabenden geraten. In der Halacha findet sich ein Hinweis auf den Umgang mit jüdischen Prostituierten. Wenn ein jüdischer Mann und eine jüdische Frau in ein Bordell verkauft wurden, sollte nach Mischna Horayot 3,7 zuerst der Mann freigekauft werden. Im Anschluss an diese Textstelle der Mischna erwähnt eine Erzählung in Tosefta Horayot 2,5-6 eine Begegnung zwischen einem Rabbi und einem Jerusalemer Kind mit schönen Augen und gutem Aussehen, welches zur Prostitution bestimmt war. Interessanterweise war der Rabbi bereit, es freizukaufen, und musste dafür eine große Summe an Geld zahlen. Diese Anekdote in Tosefta Horayot 2,5-6 wurde in späteren jüdischen Schriften unterschiedlich weiterentwickelt, wobei zwei verschiedene rabbinische Traditionen erkennbar sind: Nach dem palästinischen Talmud Horayot 3,7,48b trifft Rabbi Jehoschua ben Chananja auf eine Figur, die sowohl auf den jungen biblischen David im ersten Samuelbuch 16,12 als auch auf den Geliebten im Hohelied anspielt. Im babylonischen Talmud Gittin 58a und im Midrasch zu den Klageliedern 4,4 zu Klgl 4,2 wird diese Figur jedoch mit Rabbi Jischmael ben Elischa identifiziert. Im Zusammenhang mit diesen rabbinischen Traditionen werden queere und feministische Fragestellungen diskutiert

    Geschlechtergerechtigkeit im Spannungsfeld von nachhaltiger und digitaler Transformation – eine interdisziplinäre Annäherung

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    Die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen streben anhand von SDG 5 danach, die Gleichheit der Geschlechter im globalen Kontext herzustellen. Wir zeigen, dass der aktuelle, global angelegte Nachhaltigkeitsdiskurs nicht nur blinde Flecken im Hinblick auf die konsequente Bekämpfung geschlechtsspezifischer Ungleichheiten aufweist, sondern auch einen wenig reflektierten Umgang mit der digitalen Transformation pflegt. Mögliche Ansätze zur Bewältigung des identifizierten Spannungsfeldes sehen wir in einer gendersensiblen IT-Gestaltung, einem digitalen Gleichstellungsgesetz und der konsequenten Bewertung von Folgen der globalen Nachhaltigkeitspolitik und -forschung im Hinblick auf Diskriminierung

    From digital inclusion to IT appropriation: gendered aspects of appropriation imaginary and practices

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    The gender digital divide is a well-known research and policy topic. Policy discourses emphasise the inclusion aspect focusing on equal opportunities and economic empowerment. Critical analyses of the inclusion narrative stress its universalist and normative perspective which implicitly excludes and determines what gender technology inclusion means. This contribution focuses on an alternative perspective developed in Latin America: appropriation of technologies. This approach foregrounds the socio-cultural and economic inequalities present in the Global South. Based on a case study of a transfeminist IT community from Argentina, this paper analyses the transformative aspects of this collective’s imaginary and practices. It argues that this approach is relevant to other Global South contexts where similar communities exist and provides us with a better understanding of possibilities and limits of inclusion in the digital technologies sector

    Patriarchal Academia Is Violent for All, Just Not in the Same Way : Storytelling Body Maps of Our Harmed Female Bodies

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    This article shares a body mapping experience facilitated as part of the postgraduate sociology program at the university Benemérita Universidad Autónoma de Puebla (BUAP) with the objective of recognizing and naming the patriarchal violence that harms our educational community. Within this text, we aim to organize and share this body mapping experience, focusing on the potential found in the creation of body-centered research methodologies in order to generate organizational processes within academic arenas to foster that institutions may name, analyze and collectively take responsibility for violence within their walls. This article will simultaneously present some of the violence that was reported and identified during our body mapping sessions through images and group story sharing

    Perspektiven der feministischen Disability Studies auf künstlich-intelligente Gesundheitstechnologien

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    Die feministischen Disability Studies haben stets ein verwickel-tes Verhältnis zur Ikone feministischer Technikkritik – der Cyborgfigur – unterhalten. Dimensionen wie die Infragestellung von Ideologien kör-perlicher Natürlichkeit, Ganzheit und Abgeschlossenheit haben zu einer intensiven Auseinandersetzung geführt. Zugleich schufen entpolitisieren-de Metaphern von Behinderung, die Negierung der materiellen, ökono-mischen Lebensbedingungen von behinderten Frauen und besonders die Idealisierung von Prothesen im Cyborgmythos immer auch Unbehagen auf Seiten feministischer Disability Studies. Diese ambivalente Beziehung nimmt der Beitrag als Ausgangspunkt, um zu fragen, wie die Cyborgfigur anders erzählt werden könnte. Einerseits soll sich dabei besonders auf halbfiktionales Alltagswissen von behinderten Frauen fokussiert werden sowie andererseits auf das Thema der künstlich-intelligenten Gesund-heitstechnologien eingegangen werde

    Geschlechterstereotype in jüdisch-bürgerlichen Kochbüchern : Weibliche Rollenerwartungen zwischen Akkulturation und Distinktion

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    Kochbücher sind mehr als praktische Gebrauchs- oder Ratgeberliteratur. Jüdische wie nichtjüdische Kochbücher transportierten im 19. und während des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts eine Fülle weiblicher Rollenerwartungen. Sie kommunizierten einen Idealtypus ‚der‘ jüdisch-bürgerlichen Hausfrau und beeinflussten so jüdisch-weibliche Alltage und Lebensrealitäten. Anhand zweier jüdisch-bürgerlicher Kochbücher aus der Zeit zwischen 1901 und 1921 wird diesen Geschlechterstereotypen nachgespürt und ihre Funktion während des jüdischen Emanzipations- und Liberalisierungsprozesses beleuchtet

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