GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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    Kommentar zu Dolores Haydens "Wie könnte eine nicht-sexistische Stadt aussehen" (1981)

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    Haydens Lösungsvorschläge beziehen sich auf Umnutzungen von bestehenden Siedlungen und Wohnquartieren, indem private Flächen kollektiviert werden. Damit setzt sie die Argumentation ihres Buches The Grand Domestic Revolution (1981) fort. Die politische Dimension erschwerte zahlreiche frauengerechte Wohnprojekte des 20. Jahrhunderts. Auch die Idealvorstellungen haben sich seit den 1950er-Jahren kaum geändert: Das eigene Haus im Grünen scheint nach wie vor das kollektive Vorbild zu sein. Die Folge ist eine steigende Privatverschuldung der Haushalte. Die Ursachen der fehlgelaufenen urbanen Entwicklung – Zersiedelung der Landschaft, weite Wege, Sozial- und Alltagsuntauglichkeit – dürften vor allem im gesellschaftspolitischen Umfeld liegen. Eine nicht-sexistische Stadt kann nur in einer nicht-sexistischen Gesellschaft funktionieren, die kollektive Werte und soziale Verantwortung schätzt

    Kulturalisierung und Geschlecht

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    Who Cares? Strukturelle Ungleichheiten in den Arbeits- und Berufsbedingungen der Pflege - Empirische Ergebnisse zu den Deutungs- und Bewältigungsmustern von Pflegekräften

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    Angesichts vielfältiger gesellschaftlicher und wohlfahrtsstaatlicher Transformationsprozesse werden die Fragen nach den Bedingungen und Möglichkeiten von Pflegearbeit immer wichtiger. Anhand der gegenwärtigen Arbeits- und Berufsbedingungen von Pflegekräften werden nicht nur strukturelle Ungleichheitsfaktoren sichtbar, sondern aktuelle Krisendynamiken geschlechtlicher Arbeitsteilung verdeutlicht. Die Arbeitsfelder Pflege und Gesundheit zeichnen sich durch unterschiedliche institutionelle, gesetzliche und berufshistorische Rahmenbedingungen aus. Jedoch unterliegen beide Bereiche der öffentlichen Daseinsfürsorge einer zunehmenden Steuerung als Dienstleistungsökonomie. Gleichzeitig sind die Mitwirkungsmöglichkeiten der Berufsgruppe(n) z.B. zur gesetzlichen Normgebung gering. Im Rahmen des Forschungsverbundes ForGenderCare wurden im Teilprojekt „Arbeitsbedingungen und Interessenvertretung von Pflegekräften in Bayern" leitfadengestützte Interviews mit Altenpflege- sowie mit Gesundheits- und Krankenpflegefachkräften geführt. Zentral waren hierbei die Fragen nach alltäglicher Bewältigung sowie begünstigenden und hemmenden Faktoren einer widerständigen Praxis und Kollektivierung in Abhängigkeit der unterschiedlichen Berufsgruppen. Der Beitrag beleuchtet die strukturellen Ungleichheiten hinsichtlich AkteurInnen und Institutionen im Arbeitsfeld Pflege und Gesundheit. Diese lassen sich anhand der familialistisch geprägten, kommodifizierten Daseinsfürsorge und Stärkung definitionsmächtiger Kosten- und Leistungsträger aufzeigen. Darüber hinaus und auf Grundlage erster empirischer Daten werden die Deutungs- und Bewältigungsmuster der Pflegekräfte kritisch beleuchtet und in einen bewegungstheoretischen Kontext gesetzt

    Eine qualitativ-quantitative Studie

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    In dieser Arbeit soll der Fokus bei der Betrachtung männlicher Fachkräfte im Kindergarten auf deren Befähigung und deren pädagogischen Kompetenzen aus Sicht der Eltern liegen. Dabei wird nach einem historischen Rückblick auf männliche Fachkräfte in der Erziehung auf theore-tische Überlegungen zur Befähigung beruflicher Erziehung aufgrund von Muttersein/Vatersein Bezug genommen. Darauf aufbauend wird auf die Notwendigkeit der Professionalisierung von (männlichen) Fachkräften verwiesen und werden Professionalisierungsmodelle dargestellt. Be-sondere Beachtung findet dabei das EPIK-Domänen-Modell von Schratz (2011), das auf den beforschten Kontext adaptiert angewendet wird. Die Sichtweisen der Eltern auf männliche Fachkräfte und deren Betrachtung aus professioneller Sicht werden mittels eines methodischen Mischverfahrens mit einer qualitativen Interviewunter-suchung (qualitative Inhaltsanalyse) und einer quantitativen Fragebogenerhebung beforscht, analysiert und dargestellt. Ein Ergebnis der Arbeit ist, dass sich Eltern primär über männliche Fachkräfte in Kindergärten freuen (z. B.: Einbringen anderer Aspekte, Förderung der Identitätsentwicklung, Aufbrechen von Rollenstereotypen), es aber auch leichte Vorbehalte (z. B.: bei Übernahmen von bestimm-ten Tätigkeiten, beim ersten Aufeinandertreffen aufgrund der ungewohnten Situation) gibt. Da-raus ergeben sich die Notwendigkeit adäquaten professionellen Handelns von weiblichen und männlichen Fachkräften sowie der Bedarf an weiterer Professionalisierung

    Education, Marriage, and Professionalization: The Modern Qatari Woman’s Dilemma

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    We offer observations about the obstacles to promoting a gender-inclusive labor force based on two sets of data on female Qatari students and professionals. Data set 1 is the result of a project pertaining to the disparity between education and employment among Qatari women. We surveyed 274 young women between the ages of 17 and 25 with the aim of understanding some of the reasons why Qatari women were not entering the workforce. Data set 2 derives from 350 focus groups and interviews with female students to assess the effect their tertiary education had on their marriageability. While education has delayed the age of marriage when this generation of women is compared with that of their mothers and grandmothers, the social expectations of becoming a wife and ensuing motherhood mean that marriage can restrict a woman’s working outside the home

    Zur Herstellung von Männlichkeit|en durch Prothesentechnik

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    Während das Doing Gender bei der Nutzung technischer Produkte meist über die ihnen eingeschriebenen user scripts funktioniert, weist das Doing Gender durch Prothesennutzung Besonderheiten auf: Mit Hilfe von Brust- und Penisprothesen, Hoden- oder Schwellkörperimplantaten können Geschlechtskörper ganz konkret ‚hergestellt‘ werden – es lässt sich hier auch von einem Doing Sex sprechen. In diesem Artikel werden die Dimensionen eines Doing Gender durch Prothesennutzung zunächst ausgehend von der Forschungsliteratur über die Massenprothetisierungen des Ersten Weltkrieges illustriert. Darin zeigt sich, dass kriegsbedingte Genitalverletzungen und somit deren mögliche Widerherstellungspraxen tabuisiert worden sind. Zusätzlich oder gerade deswegen sind derzeit keine systematischen Studien oder Objektsammlungen vorhanden, die technische Entwicklungen, Nutzer*innen oder kulturgeschichtliche Kontexte einer männlichen Genitalprothetik umfassend thematisieren. Indem mögliche Schlüsselobjekte einer solchen ausstehenden Studie präsentiert werden, bietet dieser Artikel einen Ansatz, wie sich der konstatierten Forschungslücke über eine spezifische Materialauswahl genähert werden kann

    Geschlechterrollen, Machtverhältnisse und der Diskurs der Liebenden in Dramen Franz Grillparzers

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    In etlichen seiner Dramen greift Franz Grillparzer Stoffe aus spezifischen kulturgeschichtlichen Kontexten etwa aus mythischen, literarischen wie auch biblischen Überlieferungen auf, die gemeinsam haben, von berühmten, ungewöhnlichen und auch 'unwahrscheinlichen' Paaren, ihrem Glück und vor allem ihrem Unglück zu erzählen. An den Beispielen von „Sappho“, „Des Meeres und der Liebe Wellen“, der Trilogie „Das goldene Vließ“, des Fragments „Esther“ und der „ Jüdin von Toledo“ lässt sich zeigen, dass Grillparzers Interesse dabei wiederholt nicht nur den ‚Katastrophen gilt, sondern vor allem auch jenen Vorgängen und Rahmenbedingungen, die dorthin führen. Die Tragödien dieser Paare, von der Dichterin Sappho und ihrem Bewunderer Phaon bis hin zum spanischen König Alfons und der Jüdin Rahel, erzählen von Überschreitungen herrschender Ordnungen, Herausforderung von Machtverhältnissen und nicht zuletzt einem Liebesdiskurs, der gängige Vorstellungen von ‚Weiblichkeit und ‚Männlichkeit hinterfragt und konterkariert. Im Erfahren der Liebe betreten die Figuren bei Grillparzer einen ihnen je eigenen, anderen Raum, eine ‚Heterotopie. Innerhalb dieser ist ihnen ein ‚Einswerden gegen alle Wahrscheinlichkeit und jenseits aller Normen und Konventionen möglich und erlaubt, jedenfalls bevor Repräsentanten der jeweiligen herausgeforderten Ordnung dagegen auftreten und es für diese großen Paare der Literatur (wie auch ihre Umgebung) zur Katastrophe kommt. Die Disseration untersucht Grillparzers Gestaltung der hier skizzierten dramatischen Handlungsmuster im Sinne eines Close Readings, dabei mit ‚Lesehilfen etwa durch Texte von Roland Barthes und Michel Foucault

    Der vergeschlechtlichte Staat. Zum Verhältnis von Freiheit, Geschlecht und Staat bei Jean-Jacques Rousseau

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    Im Beitrag werden die strategischen und systematischen Funktionen sowie die Bedeutung der von Jean-Jacques Rousseau beschriebenen Geschlechtscharaktere und der darauf bauenden Ordnung des Geschlechterverhältnisses im Rahmen der konkreten Ausgestaltung und Umsetzung seines Modells des Staates sichtbar gemacht. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Möglichkeitsbedingungen (Gemeinwohlorientierung) von Rousseaus Republik, mit deren Hilfe die Herstellung und der Erhalt der bürgerlichen Freiheit gelingen sollen, konstitutiv auf einer Geschlechterordnung beruhen, die Frauen aus ebendieser bürgerlichen Freiheit ausschließen muss, ohne sie oder ihre Aufgaben dabei auf theoretischer Ebene grundsätzlich abzuwerten oder zu entmenschlichen. Rousseau kann in diesem Sinne als Vordenker moderner, bürgerlicher Geschlechtertheorien gewertet werden

    Gendered Moralities and Constructions of Arab Others in Contemporary Indonesia

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    In contemporary Indonesia, Muslims increasingly define themselves by othering fellow Muslims, including Arab Muslims. This article examines how Indonesian Muslims, who have traveled to and/or resided in the Middle East, construct their social identities in relation to Arab others. Ethnographic research with labor migrants and pilgrims, and a cultural analysis of cinematic representations of Indonesian students in Cairo, show that conceptions of gendered moralities feature strongly in the ways in which these particular Indonesian Muslims define their authentic Muslim selves, as distinct from Arab others. They attribute ideal male and female characteristic features to Asian Islamic identities, while they portray objectionable ones as Arab culture. This implies that self-representations play a crucial role in the ways in which Indonesian Muslims relate to a region, culture and people long viewed as the “center” of Islamic culture. The representations of Arab others and Indonesian selves eventually lead to contestations of religious authenticity and social class

    (Un-)veiling the west : Burkini-gate, Princess Hijab and dressing as struggle for postsecular integration

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    The ban of the burkini in the summer of 2016 in France is the latest stage in a long political history, where the French depreciation or fear of the veil, and of Islam, has come to play a more significant role since the end of the cold war. Unveiling female bodies at the beach in Nice expose conditioned values of the French republic. In this context, drawing black veils on public advertisements becomes a performative act commenting on consumerism, religion, secularity, and the imagined Muslim woman. In this article we discuss freedom and integration in “third spaces” via an analysis of “hijabisation” in street art and the official reactions against certain types of beachwear. In line with Talal Asad (2006) we want to raise the issue on how the secular state addresses the pain of people who are obliged to give up part of their religious identity to become acceptable. Race-thinking was once an explicit part of celebrated values like modernity, secularity, democracy and human rights. However, the fact that the idea of races has been erased from articulations of Western nations and international bodies does not mean that traces of race-thinking in the heritage from the enlightenment are gone. By following Princess Hijab and the “Burkini-gate” a nationalist fantasy intertwined with the idea of the secular state reveals itself and acts of un/dressing emerge as signs of integration revealing a challenged imperialist paradigm

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