GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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    Wissenschaftliche Irritation von Zweigeschlechtlichkeit im Wissenschaftsdiskurs. Mit einem Vorwort von Sabine_ Hark

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    Wie blicken verschiedene Wissenschaftsdisziplinen (auch intersektional) auf trans, inter und nicht-binäre (TIN) Subjektpositionen jenseits der zweigeschlechtlichen Norm und Devianzen heterosexueller Lebensweisen? Wie werden Geschlechtervielfalt und Geschlechterrollen(-bilder) in zivilgesellschaftlichen Einrichtungen thematisiert? Die Autor*innen erörtern hochaktuelle gesellschaftliche, rechtliche und alltagspraktische Diskurse und Forderungen: Unter anderem werden die Änderung des Personenstandsgesetzes, das geplante Selbstbestimmungsrecht, geschlechtergerechte Sprache und die Idee der „TINklusiven“ Universität behandelt. Der erste Teil der Anthologie bietet theoretische Auseinandersetzungen über Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Geschlechterkonstruktionen. Der zweite Teil wendet sich den praktischen Handlungsfeldern und institutionellen Bewältigungsstrategien zu, mit in denen binär strukturierte Organisationen und Instanzen realer Geschlechtervielfalt begegnen und intentional oder unbeabsichtigt Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität (re-)produzieren bzw. dekonstruieren. Auch mögliche Verstärkungen anderer Diskriminierungsformen durch Othering-Prozesse im Genderdiskurs werden thematisiert. Im dritten und letzten Teil werden hochschulpolitische Spielräume anhand verfassungsrechtlicher Prüfung und digitaler Handlungsoptionen ausgelotet

    Die Neue Frau – Gender Politics in Fernsehserien über die Weimarer Republik

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    Der Beitrag untersucht, wie weiblich gelesene Geschlechterrollen als Doing Gender in die Narrationen der beiden deutschen Fernsehserien Babylon Berlin (Sky/ARD 2017) und Eldorado KaDeWe – Jetzt ist unsere Zeit (ARD 2021) eingehen und diese dadurch politisieren. Zunächst wird das Verhältnis von Erzählen und Gender skizziert. Die dann folgende Analyse der beiden Serien zeigt Erzählmuster auf und beschäftigt sich mit den Kernelementen Zeit, Ort und (Erzähl-)Perspektive. Gezeigt wird, dass Babylon Berlin Fragen nationaler Identitätsbildung in den Fokus stellt und Weiblichkeitskonzepte reformuliert, ohne die Geschlechterhierarchie aufzulösen. Eldorado KaDeWe – Jetzt ist unsere Zeit hingegen reflektiert Genderidentitäten als kontingent und wandelbar. Die Serie schafft mit ihrer Erzählung über die Weimarer Republik einen Gründungsmythos für eine genderfluide Politik der Diversität

    Wie ein Eierstock mit Beinen?

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    Equal care - how the European Union promotes gender-equal divison of care work

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    Directive 2019/1158 on work-life balance for parents and carers came into force on August 1, 2019. It regulates EU-wide minimum standards for various types of leave of absence and flexible working hours for care work This is intended to support a more gender-equal division of unpaid care work. The Dossier introduces the concept of care work and shows how its division impacts socio-economic gender equality. The Dossier also provides an overview of the content and objectives of the Directive with a focus on its gender equality policy dimension. A first introduction is given in the foreword by Irena Moozova, Deputy Director General - International Dimension of Justice Policy, Rule of Law and Gender Equality in the Directorate General Justice at the European Commission. It also includes contributions by Attila Bőhm (COFACE Families Europe) with a civil society perspective on the Directive and by Caroline de la Porte (Copenhagen Business School) on conditions for a higher take-up of leave by fathers

    Emancipation through the ‚Nylon Curtain‘ – zur widersprüchlichen Überlagerung der ost- und westdeutschen Frauenbewegungen und ihren feministischen Visionen

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    Die Geschichte der deutschen Frauenbewegungen wird im Alltagsbewusstsein und öffentlich-medialen Diskurs zumeist als eine des Fortschritts erzählt und erinnert. Diese modernisierungstheoretische Verkürzung der Geschichte der Frauenbewegungen in Deutschland fordert der Beitrag heraus und legt einen anderen Blick auf die Geschichte der deutschen Frauenbewegungen und ihre feministischen Visionen. Der Beitrag plädiert für eine gesellschaftstheoretische Analyse der widersprüchlichen Überlagerungen der Geschlechterarrangements der BRD und DDR, der ost- und westdeutschen Geschlechterverhältnisse in Transformation sowie deren Politisierung durch die ungleichzeitigen Frauenbewegungen. An Beispielen ausgewählter historischer Sequenzen und differierender feministischer Kämpfe um reproduktive Freiheit, der Politisierung des Privaten sowie dem Verhältnis zum Staat zeigt der Beitrag auf, wie Frauen zu unterschiedlichen Zeiten in differierenden staatlichen Konstellationen Ungleichheit erfahren und andere Lösungen gesucht haben. Gleichzeitig standen sie über den ‚Nylon Curtain‘ (György Péteri) der Blocklogik des Kalten Krieges hinweg in Kommunikation, Auseinandersetzung und Konflikt miteinander

    Antifeministische Männlichkeit(en) im Netz: digitale Transformation und technisch vermittelte Agitation

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    Der vorliegende Beitrag untersucht die Funktions- und Wirkungsweisen antifeministischer Agitation in den sozialen Medien als eine vergeschlechtlichte und technisch vermittelte Form der Propaganda. Als empirische Grundlage der Analyse dienen leitfadengestützte Tiefeninterviews mit männlich sozialisierten Personen, die rechte und antifeministische Topoi in ihren Posts reproduziert haben. Die Analyse dieses Datenmaterials zielt darauf ab, herauszuarbeiten, wie antifeministische Agitation in den sozialen Medien wirkt und wie die (Re-)Produktion dieser Agitation in diesen Medien funktioniert. Diese Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass diese Reproduktion nicht nach einem ‚Top-down‘-Prinzip funktioniert, vielmehr ermöglicht sie, diese technisch vermittelte Form der Agitation den befragten Nutzern, mit persönlichen Erfahrungen zu partizipieren und die Agitation dann als eine modifizierte weiter zu teilen

    „Die Transvestiten haben das Wort“: the politics of gender variation, sexual distinction and morality in the transvestite magazine Das 3. Geschlecht

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    This article analyzes the Weimar-era transvestite magazine Das 3. Geschlecht (1930–1932), originally published by Friedrich Radszuweit, and assesses the affective and political qualities of the transvestite public culture that it organized. Scholars have shown how transvestite counter publics emerged in Germany alongside gay and lesbian collectives, spurred by the development of a queer press and urban social networks and tempered by a politics of respectability. As Das 3. Geschlecht shows, certain transvestites responded to the new publicity around transvestism by turning to modesty, privacy and inconspicuousness, not necessarily to public resistance or visibility as trans*. My argument explains this tendency toward gender conservatism, heterosexism, and middle-class conventions like domesticity and decency by emphasizing how this space operates as an intimate public, building on the concept by Laurent Berlant. Focusing on normative and ‘generic’ mediations of the experience of transvestism, I explore how the magazine’s public sought to shape the conditions for living as a transvestite in Weimar society, when the norms for trans personhood were still being conceived and disputed. Aspirational fantasies of gender and sexual normalcy and seamless belonging in middle-class society prove more significant to these mediations than oppositional or emancipatory politics

    Researching The Nexus Of School, University And Labour Market

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    In Germany, women are still dramatically underrepresented in the fields of STEM, especially in engineering: less than 25 percent of engineering students are female. Correspondingly underrepresented are women in engineering positions, too. Research has shown that diversity in the work force is crucial to develop successful solutions for a complex and sustainability-oriented world. Therefore, our ongoing research project (01FP22M01), funded by the Federal Ministry of Education and Research (BMBF), focusses on the underrepresentation of women in STEM, especially in mechanical and plant engineering. Using mixed methods of qualitative interviews and quantitative online surveys with female pupils, students and employees, as well as industry representatives, to create a comprehensive and multi-perspective picture of the conditions of engineering education and jobs. Thus, we can show what enables or hinders the recruitment, networking and initiative of women in engineering. This practice paper therefore highlights the environment of engineering education and professional formation along the life course and the application of educational concepts in the light of digitalisation. However, because the research project is currently at the stage of implementing the survey and interviews, first empirical results are not yet available. Therefore, this paper will present the research project’s background, the methodological approach and nonetheless focus on digitalisation and conceputalises how to shed light on the use of digital technologies in engineering education and professional development throughout careers

    „Mit Geschlecht hat das aber nichts zu tun“. Über die Schwierigkeiten von Professorinnen, über Geschlecht (nicht) zu sprechen

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    Historisch wie aktuell finden sich in Interviews mit Professorinnen Konstruktionen von Geschlechtsneutralität, mit denen sie versuchen, die Widersprüche zu bearbeiten, die sich aus der Meritokratienorm der Wissenschaft und gleichstellungspolitischen Versprechungen einerseits und alltäglichen Erfahrungen in der Hochschule andererseits ergeben. In einer aktuellen qualitativen Untersuchung an Hochschulen (Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Kunst- und Musikhochschulen) wurden erstmals seit den 1980er-Jahren Erzählungen von Professor:innen über alltägliche Erfahrungen bzw. deren Einordnung in eine vergeschlechtlichte Organisationskultur analysiert. Zentraler Befund ist die regelmäßige und proaktive Dethematisierung von Geschlecht als relevanter Faktor für erfahrene Marginalisierungen. Diese Aussagen werden im vorliegenden Beitrag nicht als nahtlose Deskription einer heute erreichten Geschlechtsegalität gedeutet, sondern als Praktiken der Bürgschaft für eine vermeintlich erreichte geschlechterneutrale Hochschule sowie als eigene Statussicherung auf der Position als Professorin und meritokratisch anerkannte Leistungsträgerin

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