GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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    Die Separierung der Geschlechter. Ihre Relevanz für Interaktionen zwischen Geflüchteten und ehrenamtlich für sie Engagierten // Hochschule und Geschlecht

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    Interaktionen zwischen männlichen Geflüchteten und alteingesessenen Frauen werden seit den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015 in Köln als problematisch gefasst. Hier wird ein Zugang zur geschlechterübergreifenden Interaktion gewählt, der von positiven Alltagskontakten ausgeht, nämlich der Interaktion zwischen Geflüchteten und ehrenamtlich für sie Engagierten. Leitfadengestützte Interviews mit 26 ehrenamtlich Engagierten werden in Anlehnung an die Grounded Theory analysiert. Die aus dieser Analyse heraus entwickelte Kernkategorie „Separierung der Geschlechter“ verweist vor allem auf herkunftskulturelle Zuschreibungen und/oder Sozialisation, aber auch auf weiblich dominierte Unterstützungsnetzwerke und auf geschlechtertrennende Angebote für Geflüchtete. Diese Separierung der Geschlechter führt zu Unsicherheiten bei geschlechterübergreifenden Interaktionen, insbesondere beim Umgang mit Nähe und Distanz. Das Ansetzen von kultureller Differenz wird in der Literatur skeptisch betrachtet. Kritisiert werden ein homogenisierender, statischer und deterministischer Kulturbegriff sowie die Reproduktion und Verstärkung von Vorurteilen und Stereotypen. Dennoch, in der Rekonstruktion von Interaktionen durch die befragten Engagierten spielt kulturelle Differenz eine entscheidende Rolle

    Karrierehindernis Geschlecht? Zum Verbleib von Frauen in der Hochschulmedizin

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    Dieser Beitrag untersucht, warum Frauen nur selten Professorinnen in der Hochschulmedizin werden, obwohl Medizinstudentinnen mittlerweile deutlich in der Mehrheit sind. Anhand einer Online-Befragung von Assistenzärzt_innen sowie von Interviews mit Akteur_innen in Schlüsselpositionen der Universitätskliniken und medizinischen Fakultäten in NRW werden zwei zentrale Erklärungsansätze aus dem Feld herausgearbeitet: die Annahme, dass die mangelnde Vereinbarkeit von Hochschulmedizin und Familie für den geringen Frauenanteil auf den Professuren verantwortlich ist (1), sowie die Vermutung, dass Frauen wissenschaftliche Karriereambitionen durch falsche Strategien nicht realisieren können (2). Beide Erklärungsansätze operieren jedoch mit essentialistischen Geschlechterbildern, die für die Aufrechterhaltung ungleicher Geschlechterverhältnisse in der Hochschulmedizin zentral sind

    Etwas stimmte nicht. Narrative Allianzen und retrospektive Zeug*innenschaft

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    In diesem Beitrag geht es um die Frage, wie literarische, filmische und autobiografische Schilderungen von unerwünschten Berührungen und sexuellen Übergriffen zur Grundlage von politischen Allianzen werden. Ausgehend von kulturwissenschaftlichen Perspektiven auf Affekt und Geschlecht, insbesondere mit Blick auf Sara Ahmeds queer-feministische Arbeiten, beschäftigt sich der Beitrag mit gegenwärtigen Neuaushandlungen von feministischer Solidarität. Dabei soll ein Blick auf Formen feministischer Solidarität geworfen werden, die sich weniger an der Überwindung von Gefühlen der Ohnmacht orientieren und mehr an einer narrativen Aufarbeitung von Gewalterfahrungen. Vergangenheit und Gegenwart, persönliche Schicksale und Kulturgeschichte, verschränken sich dabei auf produktive Weise. Bezugnehmend auf gegenwärtige kulturelle Aufarbeitungen von sexualisierter Gewalt in sozialen Medien, Essays und Erzählbänden, geht es um die Frage, wie fiktive und autobiografische Erzählpraktiken Vorstellungen von Handlungsmacht und Passivität, von Dominanz und Opferstatus herausfordern. Dabei wird ein Blick auf narrative Allianzen als feministische Solidaritätsform skizziert, die affektive Verweigerungen und Widerstände sichtbar macht

    Der Sport zwischen Geschlechterbinarität und geschlechtlicher Vielfalt

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    Ein Interview mit Dr. Bettina Rulofs (Deutsche Sporthochschule Köln, DE) und Prof. Dr. Sandra Günter (Leibniz-Universität Hannover, DE), geführt von Karolin Heckemeyer und Elke Gramespacher (beide: Pädagogische Hochschule FHNW, CH

    Creating a family through surrogacy: Negotiating parental positions, familial boundaries and kinship practices

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    This article focuses on male same-sex couples who fulfil their wish for a child through gestational surrogacy. As two-father families they must engage with society’s expectation that every child has both a mother and a father. Thus, the position of the mother must be filled, or at least accounted for. The empirical data derive from interviews with male samesex couples from Germany. Following the grounded theory approach, we analyse the couples’ ‘doing (being) family’ from two perspectives. First, we discuss how family roles are negotiated within the family formation process. The fathers employ different strategies to address the issue of the ‘absent mother’. Second, we examine how the couples draw boundaries in family formation processes to ensure that they are seen as the child’s only parents. We argue that social discourses lack broader definitions of (family) relations beyond the gendered categorizations of father and mother

    A Queer Reading of Wolfgang Tillmans’ Photo Installation (2004-09) in the Panorama Bar at Berlin´s Berghain

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    This paper reflects on questions of sexuality, gender, and desire by delving into the artistic practice of the photographer Wolfgang Tillmans, whose work seeks to transcend the idea of a binary, patriarchal society that is hetero- and cisnormative. In one of his installations, on display from 2004 to 2009 in the Panorama Bar of the club Berghain, two highly ambiguous camera-less Freischwimmer photographs were displayed next to a photograph of a human genital area. It is this interdependence of different image realities that, as a performative strategy in the process of reception, not only entails anticipatory and transformative potentialities, but also allows for a queer reading. Starting from queer art studies and its critique of identity and visibility politics, the overall aim of this paper is to find out to what extent the photo installation intervenes in normative discourses of sexuality, gender, and desire. In the subcultural context of the techno and rave club culture, Tillmans’ radically ambiguous installation becomes highly political, foregrounding a heterotopic playground, in which norms of visibility are negotiated in a way that eludes the hetero- and homonormative modes of representation. While emphasizing the inescapable dimension of context in both art production and its reception and interpretation, this paper argues that by aiming at a constant (re-)contextualization and (re-)combination Tillmans’ curatorial practice favors discontinuities rather than continuities of meaning. This leaves us with the structural ‘unsaturation’ of contexts, and thus the impossibility of final determination

    Schwul-lesbische Klassenpolitiken: mit Lesbians and Gays Support the Miners (LGSM) politische Solidarität unter Bedingungen von Differenz denken

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    Die Londoner Gruppe Lesbians and Gays Support the Miners (LGSM) war Teil eines breiten Solidaritätsnetzwerks zur Unterstützung des großen Streiks der Bergbaugemeinden 1984/85 in Großbritannien. Ihre Politiken lese ich als schwul-lesbische Klassenpolitiken, die eine Gegenüberstellung von Identitäts- und Klassenpolitiken überwinden, ohne dabei auf Politiken der Sichtbarkeit zu verzichten. Zentral dafür ist das Begehren nach solidarischen Beziehungsweisen. Dieses fungiert als utopisches Moment einer Gemeinschaft und eines Allgemeinen, die in den Beziehungen selbst erst entstehen, die begehrt werden. Im Anschluss an diese Politiken lässt sich Solidarität als politische Solidarität konzipieren, die nicht auf einer gemeinsamen Identität aufbaut, sondern auf ähnlichen Unterdrückungserfahrungen und einer gemeinsamen Opposition zu neoliberalen Politiken. Zur Herausforderung wird hierbei das Spannungsverhältnis zwischen Einheit und Differenz. Unter den Bedingungen von Differenz wird Solidarität schließlich als ‚solidarity to come‘ gefasst

    Die Instrumentalisierung von Frauen*rechten in rechten Diskursen am Beispiel der Kampagne #120db

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    In unserem Beitrag steht mit #120db eine „Frauenrechts-Kampagne“ der sogenannten „Identitären Bewegung“ im Fokus. Die Identitären, die sich als Teil einer modernen rechten Bewegung inszenieren, nutzen vor allem digitale Medien im Zusammenspiel mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen. Anhand einer Analyse des im Mittelpunkt der Kampagne #120db stehenden YouTube-Videos zeigen wir, wie die angeblichen Forderungen nach Frauen*rechten mit geschlechterbinären, rassistischen und antifeministischen Positionen verknüpft sind. Die zentralen Argumentationsmuster des Videos verorten wir im Rahmen von politischen und medialen Debatten, gesellschaftlichen Diskursen und kulturellen Deutungsmustern. Insbesondere finden sich im Video Bezüge zu Nationen und Kriegsdiskursen, zu ethnopluralistischen Positionen, zu medialen Inszenierungen im Kontext von Flucht und Migration sowie schließlich zu aktuellen Sicherheitsdebatten in Österreich. Die Ergebnisse zeigen, dass die Inhalte der Kampagne eng mit rechten Ideologien verknüpft sind, etwa im Hinblick auf völkische und identitätspolitische Diskurse. Darüber hinaus werden Gender, Migration und Gewalt verknüpft, um rassistische Politiken und Ausgrenzung zu legitimieren. Dies wird von einer De-Legitimierung und Abwertung feministischer Politiken begleitet

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