GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
Not a member yet
3679 research outputs found
Sort by
Zuordnungen in Bewegung : Geschlecht und sexuelle Orientierung quer durch die Disziplinen
Durch aktuelle gesellschaftspolitische und rechtliche Debatten um geschlechtliche und sexuelle Vielfalt ist einiges in Bewegung geraten: Tradierte (Zu-)Ordnungen von Geschlecht sind durchlässiger geworden, strikte Regulierungen von Sexualität(en) sind aufgebrochen. Soziale Wirklichkeiten scheinen nun pluralisiert und neue Chancen für selbstbestimmte Lebensweisen eröffnet. Zugleich haben institutionalisierte Vorstellungen von binären Geschlechterdifferenzen und von Heterosexualität Spuren hinterlassen, die als ‚Einschreibungen’ der sozialen Verhältnisse weiter existieren.
Der vorliegende Band ist das Ergebnis interdisziplinärer Reflexionen in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Die Beiträge geben einen Einblick in unterschiedliche disziplinäre Perspektiven auf Gender- und Sexualitäts(zu)ordnungen. Sie spannen die Breite der Forschungsfelder mit ihrem jeweiligen Bezug zu Alltagspraktiken auf; vor dem Hintergrund der Fachkulturen und wissenschaftlichen Entwicklungen beleuchten sie begriffliche Konzepte, Fragestellungen sowie Arbeitsweisen und reflektieren vor allem auch die Gleichzeitigkeit von Kontinuität, Wandel und neuen Normierungsprozessen.Der vorliegende Band ist das Ergebnis interdisziplinärer Reflexionen in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Die Beiträge geben einen Einblick in unterschiedliche disziplinäre Perspektiven auf Gender- und Sexualitäts(zu)ordnungen. Sie spannen die Breite der Forschungsfelder mit ihrem jeweiligen Bezug zu Alltagspraktiken auf; vor dem Hintergrund der Fachkulturen und wissenschaftlichen Entwicklungen beleuchten sie begriffliche Konzepte, Fragestellungen sowie Arbeitsweisen und reflektieren vor allem auch die Gleichzeitigkeit von Kontinuität, Wandel und neuen Normierungsprozesse
Der ‚kritische‘ und ‚neoliberale‘ Vereinbarkeitsdiskurs in der Alltagskommunikation berufstätiger Mütter
In der Geschlechterforschung wird angeregt über den Zusammenhang von Feminismus, Neoliberalismus, demografischer Wende in der Familienpolitik und der sich verändernden Rolle von Müttern debattiert. Dieser Beitrag zielt darauf ab, die Art und das Ausmaß der Rezeption öffentlicher Diskurse um Vereinbarkeit herauszuarbeiten. Hiernach werden insbesondere hochqualifizierte Frauen durch wirkmächtige Leitbilder darauf verpflichtet, Karriere und Mutterschaft selbstständig zu vereinbaren, während die Kritik am asymmetrischen Geschlechterverhältnis weitgehend verstummt. In diesem Beitrag wird auf der empirischen Basis qualitativer Interviews analysiert, ob und wie sich der ‚kritische‘ oder ‚neoliberale‘ Vereinbarkeitsdiskurs in der Alltagskommunikation und in Vereinbarkeitsstrategien berufstätiger Mütter niederschlägt. Als zentrales Ergebnis ist festzustellen, dass diese sich weitgehend als ‚Familienmanagerinnen‘ sehen, die durch gute Planung, Struktur und Organisation Vereinbarkeit selbst herstellen. Der neoliberale mediale Vereinbarkeitsdiskurs wurde von ihnen damit weitestgehend übernommen und in Vereinbarkeitsstrategien umgesetzt, die durch individuelle Lösungen gekennzeichnet sind
White Skin/ Brown Masks : The Case of ‘White’ Actresses From Silent to Early Sound Period in Bombay
My paper explores categories of gender, ethnicity, modernity and performance through the figure of the ‘white’ actress in the early years of Indian cinema (1920-1940). Film was a lucrative site of business for intrepidly ambitious individuals in search of reinvention in Bombay. For women from ‘white’ backgrounds, cinema became a means to recast their identity; helping them reclaim the public sphere in new and radical ways. The trace of ‘white’ actresses in the history of Indian cinema configures and transforms the status of performers and performance from the silent to the early sound period. The industry attracted a large number of Anglo Indian, Eurasian and Jewish girls, who became the first group of women to join the industry uninhibited by the social opprobrium against film work. I use hagiographic records, film reviews and stills to map the roles women from the Anglo Indian and Jewish communities were dressed up to ‘play’ in the films. These roles helped perpetuate certain stereotypes about women from these communities as well as impinged on the ways that their identity was configured. Through the history of the Anglo Indian and Jewish women in the larger public sphere I lay out and highlight the field from where individuals and personalities emerged to participate in the cinematic process. I see the community as marking and inflecting a system of signs on the body of these women through which identity was constructed and their attempts at reinvention were engendered - a process of individuation, of ‘being’ and of being framed within a particular logic of the popular imaginary frames of representation
Gleicher Titel, ungleiche Entlohnung. Geschlechtsbezogene Lohnunterschiede unter Promovierten in Deutschland
Die bisherige Promoviertenforschung deutet darauf hin, dass Frauen monetär weniger vom Erwerb eines Doktortitels profitieren als Männer. Daher werden im vorliegenden Beitrag erstmals das Ausmaß und die Ursachen geschlechtsbezogener Lohnunterschiede unter Promovierten in Deutschland untersucht. Es wird erwartet, dass sich promovierte Frauen und Männer hinsichtlich ihrer Studienfachwahl und Beschäftigungsmerkmale unterscheiden. Auf der Grundlage des DZHW-Absolventenpanels 2001 werden die Brutto-Stundenlöhne zehn Jahre nach Studienabschluss mittels OLS-Regression und Oaxaca-Blinder-Dekomposition untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Stundenlöhne von promovierten Frauen um 16,3 Prozent geringer sind als diejenigen von promovierten Männern. Diese Lohnunterschiede sind zu zwei Dritteln darauf zurückzuführen, dass promovierte Frauen häufiger Fächer mit einem hohen Frauenanteil studiert haben, nach ihrem Studium weniger Berufserfahrung sammeln und seltener Leitungspositionen innehaben als promovierte Männer
Flüchtige Präsenz. Umkämpfte Solidaritäten des EU-Migrationsregimes
Der Beitrag diskutiert das Migrationsregime der EU im Hinblick auf ambivalente Prozesse der (Ent-)Solidarisierung. Er betrachtet zunächst Bewegungen der binneneuropäischen Entsolidarisierung, die durch die strukturellen Asymmetrien der Dublin-Verordnungen evoziert werden. Fokussiert wird dabei der Nord-Süd-Konflikt zwischen Italien und der EU, in dem neo-koloniale Differenzen zwischen den ‚Kernstaaten‘ und den südlichen ‚Peripherien‘ Europas reproduziert werden. Im Folgenden konzentriert sich die Untersuchung dann auf eine radikaldemokratietheoretische Analyse der Proteste von „Lampedusa in Hamburg“, anhand derer europäische Solidarisierungsbewegungen aufgezeigt werden. Im Anschluss an die Arbeiten von Judith Butler, Isabell Lorey und Jacques Rancière wird hierfür das Konzept der flüchtigen Präsenz entwickelt, durch das die Proteste von „Lampedusa in Hamburg“ als widerständige Subjektivierung lesbar werden