GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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    Zur Bedeutung von Körperarbeit in vergeschlechtlichten Arbeitsfeldern

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    Dass Arbeit eine verkörperte Praxis ist, wird bisher arbeitssoziologisch und geschlechtertheoretisch wenig beleuchtet. Mit dem Begriff der Körperarbeit wird in dem Beitrag das Verhältnis von Arbeit und ihren Verkörperungen neu konzeptualisiert, wodurch auch das Verständnis von Prekarität feminisierter Arbeit geschärft wird. Körperarbeit wird dafür in drei analytischen Dimensionen skizziert: (1) Körperarbeit ist Arbeit, die Körper auf unterschiedliche Weise herstellt, einbezieht, fordert und verletzbar macht. (2) Arbeiten am Körper anderer nehmen zu, sind weithin vergeschlechtlicht und abgewertet und zugleich von Dienstleistungslogiken durchzogen. (3) Die Notwendigkeit, am eigenen Körper zu arbeiten und diesen aufs Neue als Arbeitskraft herzustellen, stellt sich besonders in vergeschlechtlichen Feldern intimer Arbeit. Diese Dimensionen analysieren wir durch das Zusammendenken zweier ethnografischer Forschungsprojekte in vergeschlechtlichten Arbeitsbereichen – Kosmetik-, Pflege- und Reinigungsarbeiten

    Biographical Agency of Male Au Pair Migration to Germany

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    Au pair mobility has long been dominated by females. In recent years, young men have also begun to travel abroad as au pairs, but little is known about their motives and perspectives on this gender atypical migration pathway and occupation. Based on Schütze’s concept of biographical patterns, dynamics, and change processes this article shows how young men use the au pair stay as a biographical moratorium of emerging adulthood. By transcending expectation patterns of masculinity in their home and receiving context, they initiate a biographical turning process which allows them to escape a life course trajectory in their home country that is determined by high unemployment and access highly skilled jobs in Germany. In the au pair families, they are expected to perform “caring masculinity” for male children to substitute the missing participation of fathers. Hence, the commodification of care work does not only imp

    Wirksamkeit marktförmiger Leistungsnormen in Karrierestrategien des wissenschaftlichen Nachwuchses der Frauen- und Geschlechterforschung

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    Im Beitrag wird am Beispiel der Frauen- und Geschlechterforschung erörtert, wie sich die mit der Neoliberalisierung von Hochschule und Forschung verbundenen Leistungsnormen Publikationen, Drittmittelakquise und Internationalisierung in den Qualifizierungsprozessen und Karrierestrategien des wissenschaftlichen Nachwuchses im deutschen Wissenschaftssystem widerspiegeln und von diesem bewertet werden. Basierend auf einer qualitativen Inhaltsanalyse von 20 problemzentrierten Interviews mit Prä- und Postdocs in der Frauen- und Geschlechterforschung zeigt sich erstens, wie tief der wissenschaftliche Nachwuchs diese Leistungsnormen verinnerlicht hat, an ihnen leidet und zugleich mit ihrer Erfüllung ringt. Zweitens wird deutlich, dass sich die Frauen- und Geschlechterforschung hinsichtlich der Leistungsnormen in Bezug auf Wissenschaftskarrieren zwar kaum von anderen Disziplinen unterscheidet, deren Erfüllung aber für bestimmte Themenbereiche und Fragestellungen der Grundlagenforschung erschwert ist. Dies ist in ihrer Besonderheit begründet, zumeist als Element der etablierten Disziplinen und nur in Einzelfällen als eigene Disziplin institutionalisiert zu sein

    Versuch eines diffraktiven Lesens

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    In diesem Artikel gehe ich der Frage nach, wie sich mit Karen Barads agentiellem Realismus umwelt- epigenetische Studien lesen lassen. Barad bietet eine diffraktive Methodologie an, beschreibt aber auch in neusten Texten noch auf der Suche nach passenden Werkzeugen zu sein, um Verschränkun- gen zu untersuchen (vgl. Barad 2017). Mich interessiert, wie ich Intra-aktionen und Verschränkungen in der umweltepigenetischen Forschungspraxis aufspüren kann und welche Hinweise Barad sowie das Feld der Epigenetik selbst dafür bieten. Für mein Dissertationsprojekt arbeite ich Verbindungspunkte zwischen Barads Theorie und meinem Anwendungsbeispiel (Umweltepigenetik) heraus. Diese An- knüpfungspunkte bieten mir Orientierung in den Analysen umweltepigenetischer Studien, in denen ich eine agentiell realistische Lesart vorschlage und ein diffraktives Lesen vornehme. In this article I discuss how to read studies from the field of environmental epigenetics with Karen Barad·V agenWial realiVm. Barad developed a diffractive methodology but also in her latest work ques- tions how to further find suitable tools for considering entanglements (Barad 2017). I am interested in how to trace intra-actions and entanglements in epigenetic research and which guiding principles for WhiV projecW I can find in Barad·V Zork aV Zell aV in epigeneWicV. In m\ PhD projecW I Zork oXW linkV beWZeen Barad·V Zork and enYironmenWal epigeneWicV Zhich Zill gXide m\ anal\ViV of epigeneWic VWXd- ies. My aim is to propose an agential realistic interpretation and undertake a diffractive reading of environmental epigenetics

    #Metoo, LoSHA and the Digital Dalit

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    Auf dem Höhepunkt der internationalen Sichtbarkeit von #metoo wurde auf Facebook eine Liste mit den Namen angesehener indischer Akademiker veröffentlicht, denen sexualisierte Belästigung vorgeworfen wurde. Die Liste war nicht nur insofern umstritten, als sie zu einem viralen Phänomen wurde (und damit zu einem Streitpunkt in der Frage nach der Legitimität von Internet-Kulturen im politischen Handeln), sondern auch, weil die Anschuldigungen keine Kontextualisierung der Umstände der angeblichen Verbrechen enthielten, um die Anonymität der Opfer zu schützen. Die Liste wurde schnell als "die Liste des Naming and Shaming" bezeichnet und stieß in der feministischen Bewegung selbst auf heftigste Kritik, da etablierte Feminist*innen öffentlich gegen solche Methoden und gegen Raya Sarkar, die queere Dalit, die das Dokument veröffentlicht hat, argumentierten. Der Artikel untersucht diese Solidaritätskonflikte als Konflikte zwischen transnationalen und lokalen Positionierungen und argumentiert für die Möglichkeit digitaler Räume als Umgebungen, die zu einem queering von Identitätspolitik, dem Ermöglichen konstruktiver Uneinigkeiten und transformativer Gerechtigkeit einladen, statt nur zu Konflikten und deren Lösung durch eine homogene feministische Identität

    Intersektionale Sozialforschung

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    Wie wirken Herrschaftsverhältnisse in gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaften? Wie lassen sich Ungleichheiten im Zusammenhang erforschen? Die Intersektionale Mehrebenenanalyse ist ein vielseitig anwendbares Instrument für subjektzentrierte und praxisorientierte Sozialforschung im Rahmen einer intersektional-feministischen Gesellschaftsanalyse. Kathrin Ganz und Jette Hausotter stellen die Theorie des Intersektionalen Mehrebenenansatzes vor und führen Schritt für Schritt durch den Forschungsprozess: von der Konzeption über die Datenerhebung und -auswertung bis zu den Ergebnissen. Zudem werden die Potenziale der Methode für die intersektionale Praxisforschung ausgelotet

    “We care about feminist notions of genuine security” A Conversation with Margo Okazawa-Rey

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    Margo Okazawa-Rey is Professor Emerita at San Francisco State University. Her research develops an understanding of security from an intersectional, transnational, and activist perspective. She examines the connections between militarism, economic globalization and the impacts on local and migrant women in East Asia, as well as the role of feminist research in activism, women’s empowerment and policy change. She was a founding member of the Combahee River Collective, which articulated a theory of intersectionality in the 1970s. The following interview with Margo Okazawa-Rey took place on September 24, 2019 by video call

    Gender Health Gap als Folge ungleicher Vernutzungsbedingungen von Arbeitskraft und Arbeitsvermögen

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    Der Beitrag geht der Frage nach, ob sich geschlechtsbezogene Ungleichheit zum Nachteil von Frauen nicht nur an Verdienstnachteilen und an eingeschränkten Aufstiegsmöglichkeiten festmachen lässt, sondern auch an den Vernutzungsbedingungen von Arbeitskraft und Arbeitsvermögen und mit ihnen der Gesundheit. Anhand quantitativer und qualitativer arbeitssoziologischer Untersuchungen wird gesundheitliche Ungleichheit geschlechterbezogen erforscht. Es wird gezeigt, dass im Feld der Erwerbsarbeit und im Feld der Sorge- und Hausarbeit Frauen höheren Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind als Männer, die Arbeitswelt demnach auch durch einen Gender Health Gap gekennzeichnet ist

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