GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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Vom Ausbleiben des Aufstiegs und der Krise als Dauer: Szenen sozialer Im/Mobilität im postmeritokratischen Kino der Gegenwart
Anhand von zwei Spiel- und einem Dokumentarfilm setzt sich der Beitrag mit der filmischen Inszenierung sozialer Im/Mobilität auseinander. Den Ausgangspunkt bildet die These, dass das meritokratische Versprechen eines sozialen Aufstiegs durch Leistung im Kino der Gegenwart irritiert und auf unterschiedliche Weise hinterfragt und problematisiert wird. Nicht nur die Inhalte der Filme, sondern auch die formale Gestaltung weisen ein Spannungsverhältnis zwischen linearen, narrativen Verläufen und szenischen Gefügen auf, das wir anhand der Filme Parasite (Südkorea 2019, Regie: Bong Joon-ho,), Hillbilly Elegy (USA 2020, Regie: Ron Howard) und Jetzt oder Morgen? (Österreich 2020, Regie: Lisa Weber) untersuchen. Methodisch lässt sich der Beitrag von den affekttheoretischen Thesen der Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Lauren Berlants anleiten, die sie in ihrem 2011 erschienenen Buch Cruel Optimism entwickelt hat
Decolonial Coalitions: Afro-Brazilian Feminisms and the Poetic-Politics of Quilombo
Moving beyond the legal and historical hegemonic definitions of the quilombo, this paper investigates continuities in gendered racial violence in Brazil by evoking the political and poetic of the quilombo. Inspired by the works of the historian and poet Beatriz Nascimento, the multifaceted notion of quilombo is conceptualized as an ongoing praxis of fugitivity and coalition that draws on the interconnectedness of anti-colonial, feminist, and anti-racist struggles. In exploring geopolitical breaks and epistemological ruptures, this paper fosters a necessary conversation between theory and practice by engaging with the living archives of three Afro-Brazilian writers and activists: (i) Beatriz Nascimento’s fundamental contributions on the political, material and symbolic dimensions of quilombo; (ii) the legacy and vision of Marielle Franco focusing on the necessity to ocupar the institutional politics like a growing seed; (iii) the work of Erica Malunguinho and Mandata Quilombo through the praxis of aquilombar the constitutional democracy, based on the alternation in representative power and repossession
(Anti-)Feministische Mobilisierung im Rechtssystem. Alte und neue Konflikte um das Recht auf Abtreibung in Deutschland und den USA
Die Geschlechterpolitik gilt als prototypisches Politikfeld, in dem gesellschaftliche Interessen über den Rechtsweg erfolgreich durchgesetzt wurden. Rechtsstrategien sind bei mangelnder gesellschaftlicher Akzeptanz jedoch riskant und werden ebenso von antifeministischen Akteuren genutzt. Mit dem Konzept des „Adversarial Legalism“ untersucht der Beitrag die Dynamik antifeministischer Rechtsmobilisierung anhand der Rechtskonflikte um die Regulierung der Abtreibung in den USA und Deutschland. Der Beitrag zeigt, dass mit Rechtsstrategien erfolgreich Interessen durchgesetzt werden können, es werden aber auch Gegenbewegungen erzeugt und politische Geltungsmacht wird abgegeben
"You Are Resonating with Ideas More than with Frequencies." : A Conversation on Performing Music in Digital and Hybrid Self-Organized Spaces
Schwarzfeministische Perspektiven auf Künstliche Intelligenz: Erkenntnisse und neue Fragen zu KI-gestützter Gesichtserkennung und Überwachung
Schwarzfeministische Perspektiven auf KI bieten eine Analyse und Kritik von Techniken wie Gesichtserkennung und Überwachung, die Mainstream-Debatten um AI Ethics ergänzen und herausfordern. Der Beitrag zieht drei Analyserahmen des US-amerikanischen Schwarzen Feminismus heran (Unterdrückung, Hypervisibility/Invisibility, Widerstand) und diskutiert in Anwendung auf den Fall von Gesichtserkennung und Überwachung den Mehrwert der mithilfe dieser Analyserahmen gewonnenen Erkenntnisse. Dabei zeigt sich, dass KI-gestützte Gesichtserkennung und Überwachung im historischen Kontext eingebettet und im Hinblick auf ihre zugrundeliegenden Werte betrachtet werden müssen. Der Beitrag diskutiert Schwarzfeministische Lösungsansätze für ethisch bedenkliche Technik von reformorientierten bis hin zu abolitionistischen Ansätzen, welche die Abschaffung unterdrückerischer Technik fordern
Active Citizenship, Globalized Gender Relations and Human Rights
This paper discusses globalized gender relations and the meaning of citizenship and human rights in Europe. Under the promise of efficiency, a restructuring of European welfare states has taken place which concerns many aspects of life and has strong effects on social rights, especially concerning the cutting back of public care services.
At the same time, gender relations have changed in the sense that women, traditionally the main care providers for their relatives, increasingly take part in the labor market. In this context, the question about who will care for children and the elderly becomes all the more important. To look at migration in this context is interesting because it is mostly female migrants as care providers, in precarious working conditions from all over the world, who fill the gap. These migrants seem to embody globalized gender relations, this is my thesis. Similar to care providers in earlier times, they are barely mentioned, rarely have access to social benefits and are seldom granted rights as full citizens. These "cosmobile" care providers challenge traditional concepts of citizenship, this is my second thesis, on an epistemic, normative,
and empirical level in far-reaching ways