GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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Über queere Jugendliche forschen
Die Forschung über queere Jugendliche ist ein wachsendes Forschungsfeld. Die zunehmende Befragung von Jugendlichen über ihre Lebenssituation macht es möglich, ihren Alltag konkreter darzustellen, politische Handlungsempfehlungen abzuleiten und ihre Perspektive als relevante Erfahrung zu etablieren. Gleichzeitig gehen mit diesem neuen Interesse Bedarfe der ethischen Reflexion einher. Eine Forschung zu quee-ren Jugendlichen agiert innerhalb von Dilemmata: der Be- und Entlastung von Jugendlichen; der Fixierung und Eröffnung von Identitätskonzepten; der Ausblendung und sozialpädagogischen Problematisierung; sowie der Verfügbarmachung für eine heteronormative Gesellschaft und deren Ver-änderung. Basierend auf der Praxis von Forschungsprojekten eröffnet der Beitrag Fragen für deren Reflexion und Qualitätssicherung. Er regt einen Diskurs darüber an, was die Forschung zu queeren Jugendlichen kann, soll, muss und darf
Die Markierung der Unmarkierten
Das Forschungsprojekt FORTESY zu neuen Technologien und Diversität im Feuerwehrwesen war im Jahr 2019 nach verzerrenden Darstellungen des Projekts durch FAZ und Nuhr im Ersten Gegenstand einer mediatisierten Empörungswelle und Zielscheibe (gewaltförmiger) antifeministischer und rechtspopulistischer Delegitimierungen, deren Systematik wir in diesem Beitrag mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse (QIA) und der Grounded- Theory-Methodologie (GMT) analysieren. Die Ergebnisse zeigen einerseits eine deutliche Überschneidung antifeministischen und rechten Gedankenguts, andererseits wird sichtbar, wie unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit gezielt kritische Geschlechter- und Diversitätsforschung angegriffen und behindert werden soll
Producing Knowledge with Care : Building Mutually Caring Researcher-research Participants Relationships
Today’s development studies are going through a decolonial turn. At the heart of the debates surrounding the turn are discussions about the relationship between the researcher – often from the Global Norths – and her research participants – often from the Global Souths, and how this relationship may be constructed in a more reciprocal and respectful way. This paper uses the example of the author’s dissertation research with Jordanian women’s organizations in 2017 and 2018. It looks into how the feminist mutual-care-approach developed by Joan Fisher and Berenice Tronto may inform a reciprocal and respectful way of doing research and producing knowledge with and in the Souths in practice, and looks into the challenges that may arise from it
From Verona, with love: “anti-gender” mobilizations and transfeminist (re)actions
In this article, we take Verona as an entry
point to analyse “anti-gender” mobilizations
in Italy and transfeminist reactions. We pro
vide an overview of the Italian “anti-gender”
campaign by describing the role of Catholic
actors and the political Right. We therefore ex-
amine the many forms these mobilizations
have taken, especially between 2013 and
2017, and some of the responses by activists
and academics during those years. We then
consider some exemplary cases of both “anti-
gender” attacks and transfeminist reactions
that took place between 2018 and 2019. In
particular, we focus on the so-called Pillon de-
cree, which displays the link between “anti-
gender” movements and legislative initiatives,
on the Zelger motion against abortion presen-
ted by the Verona City Council, and on the
13 th World Congress of Families that took
place in Verona. We conclude with an exami-
nation of the reactions to these events – the
“Verona transfeminist city” demonstration
and the creation of GIFTS, the Italian network
of gender studies – in order to show the
strength of the counterattack
Feindselige Anfragen. Die Nutzung eines parlamentarischen Instruments zur Diskreditierung der Geschlechterforschung
Die Krise in der Krise. Sozial-ökologische Perspektiven auf Zuschreibungen, Bestätigungen und Verluste des ‚Reproduktiven‘ in Zeiten von ‚Corona‘
Die ‚Corona-Krise‘ fordert die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend heraus. Dies gilt für die gesellschaftlichen Naturverhältnisse ebenso wie für die darin eingeschriebenen Geschlechterverhältnisse. Unserem Beitrag liegt die These zugrunde, dass ein ‚gutes‘ und damit nachhaltiges Leben die Sicherung der Reproduktionsfähigkeit von ‚Natur‘ und Gesellschaft gleichermaßen voraussetzt. Entsprechend fragen wir nach den Verbindungen zwischen der sozialen und ökologischen Sphäre. Dazu gehen wir im Anschluss an das sozial-ökologische Konzept (Re-)Produktivität davon aus, dass die Trennung und Hierarchisierung einer produktiven und einer sogenannten reproduktiven Sphäre, wie sie das kapitalistische Gesellschaftssystem strukturell prägt, krisenverursachend ist. Ob und inwieweit die ‚Corona-Krise‘ zu Irritationen dieser sicher geglaubten Zuschreibungen und Trennungen führt oder/und es zu Verschiebungen und Neukonfigurationen kommt, ist die erkenntnisleitende Frage unseres Beitrags, der wir anhand von ausgewählten Diagnosen, Begriffen und politischen Maßnahmen nachgehen, die sich im Zuge des Corona- Krisenmanagements etabliert haben
Berta Lasks Die Befreiung (1926). Betrachtungen zum Verhältnis von Frausein und Revolution
Mit der Befreiung präsentierte Berta Lask der Öffentlichkeit der Weimarer Republik ein Stück, das in der Tradition des revolutionären proletarischen Theaters die Massen, in diesem Falle Arbeiterinnen, zur aktiven politischen Teilnahme motivieren sollte. Anhand der Analyse der Figurenkonzeption und des formalen Aufbaus des Dramas soll gezeigt werden, wie das Verhältnis von Revolution und Geschlecht innerhalb dieser seltenen, auf weibliche Figuren zentrierten Handlung verhandelt wird. Zwar wird Frauen politische Teilhabe zugestanden bzw. diese auch in Form von Agitation gefordert, jedoch bleiben gewisse Handlungsräume – wie der Kampf an der Waffe – weiterhin problematisch für Frauen. Darüber hinaus werden die unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexte und Konfliktlinien in Verbindung mit der Voraussetzung revolutionären Erwachens diskutiert. Während nach einer gemeinsamen Identifikationsmöglichkeit aller Frauen über die politische Gesinnung gestrebt wird, bleiben gewisse Darstellungen doch zum einen in kulturchauvinistischen Traditionen verhaftet und zum anderen die weibliche Beteiligung immer als Nachahmung von bzw. Anschluss an männliche revolutionäre Aktivität markiert
The Athena SWAN Process to Promote Gender Equity in Third-Level Education in Ireland
Introduction: Sexism and misogyny remains an ongoing threat to optimal health and medical
services. An important factor in health and medical services is the education and training
pipeline into these careers. A substantial body of literature demonstrates the impacts of sexism
in third-level education and training institutions developing future health service staff. Athena
SWAN accreditation is a benchmark designed to counter such institutional and individual
sexist practices in education settings to foster equality. In recent years the Athena SWAN
process has expanded to include professional and administrative staff, as well as academics.
This process has also evolved to move beyond a narrow focus on gender, to also include other
crucial issues such as race, sexuality and gender identity.
Methods: This examination is based on the author’s role as a participant observer and critiques
the Athena SWAN process in an Institute of Technology in Ireland.
Results: This examination identifies a substantial number of deficits in the Athena SWAN
process, as well as also identifying institutional resistance strategies to such gender equality
work.
Conclusion: The current Athena SWAN process in Ireland is critically flawed. Suggested
strategies for those engaged in such work into the future are outlined