GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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Können Männer feministisches Wissen produzieren? Von Hegemonieselbstkritik hin zur pro*feministischen Politisierung der Universität
Feministische Standpunktepistemologien sind aus der feministischen Wissenschaftskritik am Androzentrismus in der Wissenschaft heraus entstanden. Vertreterinnen der feministischen Standpunktepistemologie diskutieren dabei Fragen nach dem wissenschaftsproduzierenden Subjekt und den Bedingungen der Wissenschaftsproduktion. Insbesondere das Verhältnis zwischen sozialer Positioniertheit – qua Geburt und Sozialisation – und der Einnahme einer epistemisch-politischen Positionierung auf Seiten der Marginalisierten steht im Mittelpunkt dieser Debatten. Wenn neues und differenziertes Wissen auch von privilegierten Positionen aus produziert werden kann, können dann Männer feministisches Wissen produzieren? Unter welchen Bedingungen ist dies möglich und welche Rolle spielt dabei die Institution Universität? Diese Fragen bearbeiten wir mit Blick auf die Figur des feministischen Wissenschaftlers, der zwar feministische Theorie rezipiert, jedoch neben seinem 15-stündigen Arbeitstag keine Zeit mehr für Reproduktionsarbeit hat. Wir schlagen daher eine profeministische Perspektive vor, die über das Individuum hinausgeht und letztlich auf eine profeministische Politisierung der Universität abzielt. Dabei greifen wir auf das Konzept der Hegemonieselbstkritik zurück und schlagen in Anknüpfung daran profeministische Praxen auf vier unterschiedlichen Ebenen vor, die in der Universität erprobt und theoretisch vertieft werden können
Interdiskriminierung in der extremen Rechten
Die folgenden Ausführungen basieren auf der These, dass ein Wissen um Intergeschlechtlichkeit und die sie umgebenden Diskurse notwendig ist, um gegenwärtige rechte Diskursformationen rund um das Thema Geschlecht adäquat analysieren zu können. Hierfür untersucht der Beitrag die Schriften wichtiger VertreterInnen der deutschen und österreichischen extremen Rechten und arbeitet als Effekt zweigeschlechtlicher Hegemoniebestrebungen sieben interdiskriminierende Strategien heraus, die als Matrix zur Analyse von Interdiskriminierung dienen können: Ignorieren, Leugnen, Pathologisieren, Bevormunden, Beschwören der 'Polarität', direkt Angreifen und Funktionalisieren für andere Zwecke
Conceptualization of a Queer Cyberspace: ‘Gay Twitter’
This paper seeks to investigate the digital transition from queer, physical spaces to queer, virtual spaces and its subcultural importance within the queer community. A trialectic spatiality approach (Lefebvre 1991; Soja 1996) will be applied to the cyberspace of Twitter in order to explore a particular subversion of a social media platform into a queer cyberspace through a user-established, unique, subcultural sign and code system. By researching the particular experiences of virtual, queer identities on Twitter, the social media platform is characterized as a thirdspace, using the example of ‘Gay Twitter’, conceived as a spatial phenomenon. The essay examines cultural semiotics and the ‘invisible,’ virtual confines of a queered Twitter realm by showcasing the linguistic, contextual and visual markers which create such an ‘imagined,’ exclusive, virtual Twitter community. Subsequently, the cyber-community creation and the establishment of norms and discourses reveal beneficial traits associated with a transition from physical to virtual spaces, but also negative aspects such as virtual gate-keeping, dominant gender and sexuality norms, internal discrimination and underrepresented groups and identities in a queer cyberspace
Open up the Culture of Masculinity in Computer Technology for Gender and Diversity. A Conversation with Judy Wajcman. By Marion Mangelsdorf
The following interview is based on an online conversation that took place in Feb-ruary 2021 between Feminist Science and Technology Studies (STS) researchers Judy Wajcman and Marion Mangelsdorf. In 2004 Judy Wajcman published the STS classic TechnoFeminism, in which she analyses the fundamental presence of digital technologies and technological design processes. Wajcman discusses the range of feminist positions on the technological history of digitization and draws attention to the challenges that still exist today. She casts her decidedly critical eye on the gender issues as well as the racial bias that characterize digitization and assesses opportunities for cultural change
Entwicklungsstränge der Intersektionalitätsforschung über Geschlecht und Behinderung: Dialog zwischen zwei Generationen von Forscher*innen
Die Risiken und Nebenwirkungen sind ungleich verteilt. Covid-19-Krise, Geschlecht und staatliches Handeln in der Schweiz
Die aktuellen Debatten um Islam, Patriarchat und Rassismus vor dem Hintergrund von French Feminism in an International Frame und Can the Subaltern Speak?
Black Feminisms: Entangled geopolitical, historical and contextual backgrounds in conversation. Interview with Hakima Abbas, Maisha Auma, Noémi Michel und Margo Okazawa-Rey
Medikalisierte Weiblichkeit durch Intimhygiene
Dieser Beitrag widmet sich der gesellschaftlichen Bedeutung von weiblicher Intimhygiene aus einer biopolitischen Analyseperspektive. Medikalisierung, welche die Ausweitung des medizinischen Zuständigkeitsbereichs auf immer mehr Bereiche der Prävention und Kosmetik beschreibt, zeigt sich anhand verschiedener Charakteristika, die ich in diesem Beitrag am Beispiel von Intimhygiene erläutern werde. Dafür nehme ich eine theoretische Perspektiverweiterung auf den Begriff Medikalisierung vor, die an einem gouvernementalitätsanalytischen Ansatz nach Michel Foucault orientiert ist. Ich werde darlegen, dass Medikalisierung erstens entlang vorherrschender Körperideale und Geschlechterverhältnisse verläuft, zweitens zur geschlechtsspezifischen Pathologisierung als auch Selbstoptimierung beiträgt und drittens als eine Technik vergeschlechtlicher Selbstoptimierung fungiert.
This article analyses the social significance of female intimate hygiene through the theoretical perspectives of biopolitics. Medicalization - the extension of medical competence to more and more areas of prevention and cosmetics - becomes evident in various characteristics, which the article explains with the example of intimate hygiene. To do this, the article expands the theoretical perspective to include the term medicalization, which is based on a Foucauldian governmentality approach. The article explains that medicalization, firstly, runs along predominant corporeal ideals and gender relations, secondly, it contributes to gender-specific pathologization and self-optimization, and thirdly, it functions as a technique of gendered self-optimization