GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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Back to the Future? Die Geschlechterpolitik der Taliban als Schlüsselelement ihrer Herrschaftskonzeption und weibliche Überlebensstrategien
Das Leumundszeugnis „der Prostituierten“. Zum Engagement des Genfer Vereins Aspasie für erweiterte Erwerbsmöglichkeiten von Sexarbeiterinnen (1982–1989)
Bis 1989 verweigerten die Genfer Behörden Sexarbeiterinnen ein Leumundszeugnis mit der Begründung, dass Prostitution einen besonders „unehrenhaften“ Charakter zum Ausdruck bringe. Sexarbeiterinnen brauchten aber ein solches Zeugnis, wenn sie einer anderen Erwerbstätigkeit nachgehen wollten. Die Praktik der Genfer Behörden verfestigte gesellschaftliche Deutungen, die in der Sexarbeit tätige Frauen auf eine Identität als „Prostituierte“ festlegten und fixierten. Denn die Folge der Genfer Regelung war, dass eine berufliche Neu- und Umorientierung für Sexarbeiterinnen massiv erschwert wurde. Im Genfer Verein Aspasie organisierte Sex- und Sozialarbeiterinnen wehrten sich ab Beginn der 1980er-Jahre gegen diese Regelung und erreichten, dass sie 1989 aufgehoben wurde. Für ihren Widerstand war es zentral, „Prostituierte“ als Identitätszuschreibung aufzubrechen und als Erwerbsarbeit sichtbar zu machen. Denn erst die Anerkennung von Prostitution als Arbeit eröffnete aus ihrer Perspektive die Freiheit, sich auch gegen die Sexarbeit und für eine andere Erwerbstätigkeit zu entscheiden
Representing AIDS’ Invisible Subjects: Iris De La Cruz and the Historical Intersectional-Recovery Imperative
There is a particular impetus to consider the history of the US AIDS epidemic through an intersectional lens, given that the inequities structuring the early years of the crisis continue to be reproduced in the popular imagination of its history. Iris De La Cruz (1953-1991) is often mobilized in this context as an example of the diversity of AIDS activism as well as of the epidemic’s disproportionate toll on marginalized groups. However, this framing, though well-intentioned, positions De La Cruz’s AIDS diagnosis as the entry point to her life and historical significance. Further, by identifying marginalized women with their serostatus, it privileges oversimplified associations over self-identification and historical specificity, emptying the lives of women with AIDS of individuality. Overall, narratives of De La Cruz as an AIDS fighter, activist, and simply as a woman with AIDS disregard the rest of her vibrant life and reveal nothing about her that could not have been said in advance
Much Loved: eine Analyse intersektionaler Diskriminierung marokkanischer Sexarbeiter*innen und deren Repräsentation
Der Beitrag beschäftigt sich mit den Interdependenzen der Diskriminierung, die Sexarbeiter*innen in Marokko erfahren. Ausgangspunkt der Analyse ist der 2015 erschienene Spielfilm Much Loved von Nabil Ayouch, welcher als Repräsentation gesellschaftlicher Praxen und Diskurse verstanden und anhand einer intersektionalen Mehrebenenanalyse der marokkanischen Sexarbeit kontextualisiert wird. Die Analyse stellt vor allem den strukturellen und repräsentationalen Charakter der Intersektionalität heraus
ZwischenWelten. Impulse fiktionaler Literatur für feministische Perspektiven auf Transformation
Queeres Begehren on Stage
Im Mittelpunkt des Beitrags steht ein Sharing von Gerard X Reyes, das vom Theorem der Sexarbeit inspiriert wird. Das Sharing des Choreografen, Tänzers, Lehrers, zertifizierten Sexological Bodyworkers, Intimacy Coordinators und Montreal Kiki Ballroom Scene Pioniers Reyes wird im Sinne einer tanzwissenschaftlichen Aufführungsanalyse diskursiv verhandelt. Dabei basiert der Prozess der Bedeutungszuschreibung auf der Grundlage einer Foucault’schen Diskursanalyse. Das generierte Anschauungsmodell erfolgt zwar entlang der Aufführung, ist aber stets nur eine Analyse der Aufführung, die ihren eigenen Diskurs erzeugt. Es wird davon ausgegangen, dass Darstellungen und Verweise zu Sexarbeit am Körper und seinen Materialisierungsprozessen befragbar sind und in Verkörperungsprozessen sowie Darstellungsweisen zum Ausdruck kommen. Im Fokus der Analyse steht eine Bedeutungsgenerierung, in welcher Reyes’ Performance als ästhetische und ethische Situation im Theaterraum im Kontext der Konzepte Erotik, Leidenschaft, Begehren sowie der Kategorien sex, gender und desire betrachtet wird. Dies führt dazu, dass die Performance als Ausdruck eines queeren Begehrens begrifflich bestimmt wird
Education, masculinities and violence in the National University of Mexico
This article is part of a large research project on the various forms of violence encountered in the National Autonomous University of Mexico (UNAM). From the standpoint of critical masculinities and some of the basic proposals of feminist research, such as the notion of a continuum and the persistence of sexist structures and harassment practices, a review of the most relevant aspects of three theoretical approaches is attempted: hegemonic masculinity, manhood acts theory, and male peer support. A three-pronged educational model that simultaneously looks at ideals, strategies, and alliances is thus proposed to tackle the discussion on masculinities and lead the struggle against the various forms of violence. Our critique leads to a revision of “multiple masculinities” vis-à-vis recent proposals that question the toxicity/positivity dichotomy and advance hybridity as an option. The article ends by outlining the three-pronged model, starting with the strategies of naming and self-reflection