GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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    Symbolische Gewalt im Übergang von der Paarbeziehung zur Elternschaft

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    Die in den Strukturen der sozialen Ordnung angelegte Geschlechterungleichheit wird im Falle einer Familiengründung verstärkt wirksam, da der aufgeworfene Widerspruch zwischen familialer Lebensführung in der heutigen Erwerbsgesellschaft auf der einen Seite und der ökonomischen Existenzsicherung auf der anderen Seite von den Akteuren in ihrer alltäglichen Praxis aufgelöst werden muss. Liebe spielt dabei eine besondere Rolle, und zwar nicht nur als Liebe zwischen Menschen, sondern vor allem als Liebe zum Schicksal, als amor fati. Nach Bourdieu ist dies die „körperliche Neigung, eine Identität zu verwirklichen“ (Bourdieu 2005: 91). Bei dieser Inkorporierung des Sozialen handelt es sich gleichzeitig um Inkorporation von Herrschaft (im Sinne einer sozialen Ordnung, wie der Geschlechterordnung). Verkörperte Geschlechterkonstruktionen sind tief verankerte Überzeugungen der Akteurinnen und Akteure, die offen sind für die Wirkungen symbolischer Gewalt. Sie knüpfen an die noch immer durch Organisationsformen von Arbeit unterstützte und in den Strukturen gesellschaftlicher Institutionen enthaltene Geschlechterdichotomien an, auch wenn das Paar nach Gleichheit strebt. / Gender inequality as a crucial part of the social order is inevitably effective when couples start a family. This is because the partners have to dissolve the contradiction between family life and economic constraints in their everyday practices. Love has a key role to play as a driving force in this dilemma, not only as love between men and women, but also as amor fati. Bourdieu calls this the embodied penchant to realize a certain identity, which is also a gendered identity. Embodying an identity means incorporating a social order, i.e. a gender order, which is, concurrently, an act of symbolic violence. In this article I argue that parents, by holding up the ideal of equal opportunities in their relationship after their first child is born, cannot refrain from negating this structural power and, at the same time, making it more effective. Since the organization of work and work organizations as such reproduce gendered dichotomies, and since these dichotomies are still structurally powerful in identity work, this leads to a “tryst with (a gendered) destiny” rather than to more equality in couples

    Menschliche und weniger menschliche Verbindungen : Posthumanismus und Gender

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    Posthumanismus wird immer wieder mit Transhumanismus verwechselt bzw. synonym verwendet. In diesem Artikel werden Positionen vorgestellt, die sich unter dem Begriff des Posthumanismus scharf vom Transhumanismus abgrenzen sowie problematische Aspekte des Humanismus mithilfe von Anthropozentrismuskritik, Androzentrismuskritik und Eurozentrismuskritik zu überwinden trachten. Im Zentrum des Beitrags stehen Positionen eines feministischen new materialism, der sich an Karen Barad, Rosi Braidotti, Iris van der Tuin und Cecilia Åsberg orientiert. Dabei interessieren mich die Fragen: Was passiert, wenn wir die Produktion von technikwissenschaftlichem Wissen als das Etablieren eines Forschungsapparats zur Herstellung einer bestimmten Perspektive auf die Welt und deren Materialisierung verstehen? Ist es dann möglich, diesen Forschungsapparat zu analysieren und Verschiebungen in den Geschlechternormen, die damit produziert oder legitimiert werden, herauszulösen? Oder muss Geschlecht selbst als ein solcher Apparat verstanden werden, als Mechanismus, durch den eine bestimmte Ordnung von Personen, anderen Organismen und Dingen etabliert wird

    Re-thinking Fatherhood in Context

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    Schwierige Verhältnisse: Menschenhandelsopfer und Geschlecht in Gerichtsverfahren

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    Das deutsche Strafrecht unterscheidet Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Unsere Untersuchungen zeigen, dass das soziale Objekt „Opfer von Menschenhandel“ trotz geschlechtsneutraler Gesetzgebung in popkulturellen Narrativen aber auch in Praktiken der Rechtsprechung stark vergeschlechtlicht ist. An die Zeuginnen bzw. Zeugen werden geschlechtlich codierte Erwartungen herangetragen. Dies ist nicht einfach in einem Sexismus der RichterInnen begründet, sondern ein struktureller Effekt der Logik von Rechtsprechung und institutioneller Pfadabhängigkeiten. So werden Standardnarrative zum weiblichen, unschuldigen Opfer sexueller Ausbeutung in der Prostitution zum Deutungshorizont in Gerichtsverfahren, an dem die realen Personen, die als Geschädigte aussagen, gemessen werden. Zur Arbeitsausbeutung fehlen dagegen verfestigte Narrative, und die Unterstützung von Betroffenen ist weit weniger institutionell verankert. Fälle von Arbeitsausbeutung werden deutlich seltener angeklagt, und die Betroffenen erscheinen vorrangig als ökonomische Subjekte und häufiger als Mitschuldige. In beiden Fällen resultiert dies in einem Verschwinden von Opfern: Im einen Fall aufgrund der Überdeterminierung, im anderen Fall aufgrund von Unterbestimmung

    Eine kritische Analyse

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    Dieser Beitrag zeichnet die historische Entwicklung von Gesetzgebung und Rechtsprechung im Zusammenhang mit Homosexualität in Deutschland nach und zeigt auf, wie gesellschaftlicher Wandel auf diese Bereiche einwirkt. Er beschreibt die rechtliche Behandlung desselben Lebensbereichs in einem Terrorregime (NS), die parallel stattfindende Entwicklung in zwei verschiedenen politischen Systemen im geteilten Deutschland hin zur Zusammenführung und Neuregelung nach der Wiedervereinigung bis heute. Als Fazit lässt sich feststellen, dass eine Gleichstellung von Homosexuellen und Heterosexuellen auch heute noch nicht vollständig verwirklicht ist.This article reviews the historical development of legislation and case law concerning homosexuality in Germany and shows the impact that changes in society have within this context. The article describes the legal treatment of this issue in a terror regime (NS), parallel developments in two different political systems in a separated Germany through to reunification and the ensuing new order right up to the present day. In conclusion, it is evident that even today full equality of homosexuals and heterosexuals has still not been achieved

    Das Spiel der Anderen – die Entwicklung der Berichterstattung zu Frauenfußball-Großturnieren seit der WM 2011 in Deutschland

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    Fußball wird meist mit Männersport in Verbindung gebracht, weswegen der Frauenfußball als solcher sprachlich abgegrenzt wird. Dies führte in der Vergangenheit dazu, dass fußballspielende Frauen unter anderem in den Medien stereotypisiert wurden. In diesem Artikel zeige ich zunächst in einem einleitenden Kapitel die aktuelle Situation des deutschen Frauenfußballs auf. Im weiteren Verlauf werde ich in einer qualitativen Medienanalyse darstellen, wie die Berichterstattung über das deutsche Nationalteam sich seit Beginn der WM 2011 verändert hat. Dazu analysiere ich Onlineberichte der Magazine 11Freunde, Kicker und Spiegel zur EM 2013 und zur WM 2015. Der Fokus liegt dabei auf dem zeitlichen Vergleich. Die Analyse von Medienerzeugnissen ist deshalb so relevant, da die Medien dazu beitragen Geschlechterverhältnisse zu reproduzieren und damit eine soziale Realität zu schaffen

    Erfahrungen von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und queeren Jugendlichen in Deutschland

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    Der gesellschaftliche Blick auf sexuelle und geschlechtliche Vielfalt hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Doch nach wie vor sind nicht-heterosexuelle und nicht-cisgeschlechtliche Lebensweisen in Deutschland keine Selbstverständlichkeit. Das zeigt sich z. B. daran, dass in sozialwissenschaftlichen Jugendstudien lesbische, schwule, bisexuelle, trans und queere (LSBTQ-)Lebensweisen weiterhin kaum berücksichtigt werden. Die Folge ist ein Mangel an Erkenntnissen über ihre Lebenssituation. Die Ergebnisse der bundesweiten Studie Coming- out – und dann …?! zeigen, welche Erfahrungen LSBTQ-Jugendliche bei ihrem inneren und äußeren Coming-out in alltäglichen Lebensbereichen wie Familie, Bildungs und Arbeitsorten und dem Freundeskreis machen und welche Diskriminierungserfahrungen sie dort erleben. Außerdem wird deutlich, wie sie mit Herausforderungen und Problemen umgehen, die aufgrund einer heteronormativen Zwei-Geschlechter-Ordnung bestehen. Über 5 000 lesbische, schwule, bisexuelle, trans und queere Jugendliche haben in einer Online-Befragung Auskunft über ihre Erlebnisse gegeben. Außerdem wurden deutschlandweit 40 problemzentrierte Interviews mit LSBTQ-Jugendlichen geführt, in denen sie von ihren Erfahrungen und Umgangsweisen berichtet haben. Der Beitrag gibt einen Überblick über zentrale Ergebnisse der Studie Coming-out – und dann …?!Social attitudes to sexual und gender diversity have changed in recent decades. Nevertheless, non-heterosexual and non-cisgender ways of life are still not normal. For example, empirical research on young people hardly takes account of lesbian, gay, bisexual, transgender and queer lifestyles. The consequence is a lack of knowledge about their lives. The results of the nationwide study Coming out – and then …?! show how young LGBTQ people experience the process of self-awareness and coming out. The study focuses on their daily lives in a family, educational and work context and amongst their peers and shows what kind of discrimination these adolescents face. It also reveals the challenges and problems they face living in a heteronormativity- based society. More than 5,000 young people took part in an online survey. In addition, 40 problem centered interviews were conducted across Germany in which these young people talked about their individual experiences and behaviours. The article presents an overview of the key results of the study Coming out – and then …?

    Genderspezifische Verteilungswirkungen der Reformen des österreichischen Lohnsteuer- und Sozialversicherungsbeitragssystems

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    Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Verteilungswirkungen der Reformen des österreichischen Lohnsteuer- und Sozialversicherungsbeitragssystems. Untersucht werden dazu Maßnahmen der Reformen 2004/05, 2009 und 2015/16. Im Mittelpunkt der Analyse stehen dabei die Auswirkungen von Veränderungen der staatlichen Einnahmenseite auf die Verteilung der Sekundäreinkommen. Während bei den meisten Untersuchungen Aspekte der vertikalen Verteilung im Vordergrund stehen, wird in dieser Arbeit ein spezieller Fokus auf den Einfluss der Reformen auf die Verteilung zwischen den Geschlechtern gelegt. Generell lässt sich feststellen, dass die betrachteten Reformen durchaus die größten relativen Einkommenszuwächse in den unteren Einkommensbereichen und somit bei Frauen mit sich bringen, durch aber gleichzeitig ständige Entlastung der oberen Einkommen und der besonderen Konzentration der Männereinkommen im oberen Einkommensbereich, Männer in wesentlich größerem Umfang von den Maßnahmen der einzelnen Reformen profitieren. Eine Analyse des Einflusses der Begünstigungen zeigt zudem, dass die Maßnahmen der untersuchten Reformen zu einer Umverteilung der Einkommen von Frauen zu Männern beitragen sowie von den verschiedenen Reformen eher Beschäftigte in Wirtschaftsklassen profitieren, die einen höheren Männeranteil aufweisen

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