GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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Reproduktion und Widerstand in den ausbeuterischen Strukturen globaler Migrations-, Geschlechter- und Arbeitsregime: Migrantinnen als Hausangestellte im Libanon
In einer internationalen reproduktiven Arbeitsteilung werden Verantwortungen über Haushalts- und Pflegearbeit in vielen Ländern mit hohem und mittlerem Einkommen zunehmend zu einer ausbeutbaren eingewanderten Arbeitskraft verlagert. Restriktive Migrationsregime, Geschlechterdiskriminierungen und flexible Arbeitsmärkte ermöglichen extreme Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen, durch die sich Arbeitsbedingungen teils Formen der Zwangsarbeit annähern. Im Libanon, erleben Hausangestellte aus verschiedenen asiatischen und afrikanischen Ländern mit zeitlich befristeten Arbeitsverträgen, die Konsequenzen dieser globalen Trends, während Versuche ihre Situation zu verbessern Hindernissen begegnen, die durch die komplexen und weitreichenden Strukturen der Ausbeutung gestellt werden. Jedoch hat das Engagement von Migrant_innen und der Zivilgesellschaft in letzter Zeit zu einer Zunahme von Initiativen geführt, die die Mobilisierung und das Empowerment von Arbeiter_innen zum Ziel haben, insbesondere die Gründung einer Gewerkschaft für Hausangestellte im Januar 2015. Im Hinblick auf diese Entwicklungen wird der Artikel die strukturellen Herausforderungen mit denen Hausangestellte auf nationalen und globalen Ebenen konfrontiert sind, sowie interne Spaltungen, die kollektive Organisation und Widerstand erschweren, darstellen. Besondere Aufmerksamkeit wird den Ungleichheiten in der internationalen reproduktiven Arbeitsteilung und den sozialen Beziehungen und Interessen zukommen, die die kontinuierliche Ausbeutung von mobilen Arbeiter_innen aufrechterhalten und weitreichende Veränderungen der Bedingungen ohne beträchtliche kollektive und transnationale Mobilisierung unwahrscheinlich machen
Deutschland (post)kolonial? Visuelle Erinnerungskulturen und verwobene Geschichte(n) : Eine Einleitung
Issue No 59 of FKW // Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur explores the specific postcolonial condition in Germany, particularly as it appears in the field of visual culture. Departing from the relationship as it is (implicitly) articulated in recent debates and practices between German colonial history and Germany’s nationalsocialist past, it outlines a research gap in current discourse. From today’s perspective, the editors argue, German colonialism must necessarily be considered and discussed as a postnationalsocialist condition. The histories of National Socialism and Second World War are inevitably inscribed into the memory of German colonialism. The issue, therefore, focuses on the question of how colonial history and the history of nationalsocialism are interwoven in the visual cultures of memory of both the two German states, FRG and GDR, after 1945/1949 and in re-united Germany after 1990. This implies to consider how after the Second World War images of gender and/or gendered imageries were employed to (consciously or unconsciously) remember and not remember, to make visible and invisibilise German colonial history
eine empirische Analyse
Bilderbücher vermitteln nicht nur Informationen,
sondern haben auch einen großen Einfluss
auf den Spracherwerb und die Ausbildung
von kognitiven Kompetenzen. Damit
leisten sie einen zentralen Beitrag zum Kulturalisierungsprozess
von Kindern und übermitteln
zugleich als Träger_innen gesellschaftlicher
Diskurse Vorstellungen von Geschlecht
und geschlechts(un)typischem Verhalten.
Anhand der Analyse von 6 117 Figuren aus
133 aktuell in Kindertageseinrichtungen genutzten
Bilderbüchern wird in diesem Beitrag
den Fragen nachgegangen, welche zweigeschlechtlichen
Verteilungsmuster in Bilderbüchern
vorzufinden sind, inwieweit geschlechtsstereotype
Darstellungen gefestigt
beziehungsweise aufgebrochen werden und
ob aktuell verwendete Kinderliteratur einem
heteronormativen Paradigma verhaftet ist.Gender representations in picture books – an empirical analysis
In addition to providing information, picture books have a great influence on language learning and the development of cognitive skills. They thus make an important contribu tion to children’s culturalization process, and as a conduit of social discourses they trans port ideas of gender and men’s and women’s (a)typical behaviour. Using data from 6,117 characters in 133 picture books which are currently being read in child day care facili ties, the article examines the following ques tions: What is the binary gender distribution in picture books? Are gender stereotypes re produced or are they softened? Do picture books add to the heteronormative dualism of men and women
Von der (reflexiven) Koedukation zur (reflexiven) Inklusion1 - ein Hürdenlauf der besonderen Art
„Brave Mädchen“? Herstellung von Passfähigkeit weiblicher Peerkulturen durch Schülerinnen und Lehrkräfte
Weibliche Peerkulturen gelten als passfähiger zu den Erwartungen und Anforderungen des Systems Schule als männliche. Der Artikel diskutiert auf der Basis eines Fallvergleichs von zwei Schulen, die sich hinsichtlich der sozialen Herkunft der SchülerInnen und des Rufs der Schule deutlich unterscheiden, ob und inwieweit es Schülerinnen durch ein gelungenes impression management gelingt, sich auf der Vorderbühne passfähig zu den gängigen Erwartungen der Schule zu inszenieren, obwohl ihr Verhalten den festgelegten Normen nicht immer entspricht, und wie die LehrerInnen als „Ko-KonstrukteurInnen“ an der Herstellung weiblicher Passfähigkeit beteiligt sind