GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
Not a member yet
    3679 research outputs found

    Reproduktive Selbstbestimmung und reproduktive Gerechtigkeit – ein intersektionaler Menschenrechtsansatz

    No full text
    Im Beitrag wird die Diskussion um konzeptionelle Verständnisse von reproduktiven Rechten beleuchtet. Reproduktive Selbstbestimmung hat durch andauernde Delegitimierung an politischer Schlagkraft eingebüßt, steht aber auch in der Kritik, weil sie zu häufig als entsolidarisierendes individuelles Recht privilegierter (weißer) Frauen verstanden und praktiziert würde. Dagegen fordern aus antirassistischen Bewegungen entwickelte Ansätze reproduktiver Gerechtigkeit die Fokussierung auf soziale Rechte statt individuelle Freiheiten und den kollektiven Kampf gegen Strukturen reproduktiver Unterdrückung und intersektionale Diskriminierung. Diesen Ansatz teilen auch die internationalen Menschenrechtsausschüsse, die reproduktive Gesundheit als soziales Menschenrecht konzipieren. Doch verfestigte Traditionen menschenverachtender Bevölkerungspolitiken werfen einen langen Schatten und stellen auf Staatenpflichten basierende Reproduktionspolitiken und deren emanzipatorisches und transformatives Potenzial infrage

    Zur (Un-)Möglichkeit, intersektional zu forschen. Entwicklung eines Fragenkatalogs zur Reflexion epistemischer Gewalt

    Full text link
    Die Verbreitung von Intersektionalität geht mit Vereinnahmung von marginalisiertem Wissen einher. Dies stellt eine Form epistemischer Gewalt dar. Der Beitrag untersucht am Beispiel der eigenen Dissertation die Frage, wie ich mich auf Diskurse um Intersektionalität beziehen und gleichzeitig deren Vereinnahmung entgegenwirken kann. Eine Situationsmap als Werkzeug nutzend, steht die Kritik von antirassistischen Feminist*innen an weißdominierter Geschlechterforschung im Fokus. Aus dieser entwickele ich drei Orientierungslinien: Anerkennung marginalisierten Wissens, Förderung von Verteilungsgerechtigkeit und Reflexion eigener Ausschließungspraxen. Die Anwendung der Orientierungslinien auf die eigene Forschung zeigt eine Herausforderung auf: Anerkennung bleibt selektiv. Dies kann verschiedene marginalisierte Gruppen in Konkurrenz zueinander setzen. Auch ist die Förderung von Verteilungsgerechtigkeit im Rahmen einer Promotion begrenzt, die letztendlich auf die eigene Einschließung ins Wissenschaftssystem abzielt. Der dritten Orientierungslinie folgend werden die Spannungsfelder in einen kritischen Fragenkatalog für Forschungsprojekte übersetzt

    Violence, Gender, and Poverty in the Context of Sweba Accusations in Burkina Faso

    Full text link
    This article analyses the main patterns of a culture and gender specific violence phenomenon among the Mossi of Burkina Faso: The sweba phenomenon. Women are accused, deprived of their livelihood, violently expelled from their villages, and permanently socially excluded. Based on qualitative and quantitative evidence from 1965–2009 of the two biggest shelters in the capital Ouagadougou, the argument is made that sweba accusations are the main reasons for female poverty and homelessness which rose at the end of the 1980s and the beginning of the 1990s to a significant extend and led to change in social care structures. Conflicts over land use, economic interests, and a rising misogynist environment play a main role in the deprivation of women’s rights. In this context, the term “witchcraft” is part of a legitimizing discourse that helps hiding multiple forms of violence against women and must be rejected

    Die Evidenz, die Politik und die Selbstbestimmung: Medizinische Leitlinien für die Geburtshilfe als vielschichtige politische Projekte

    No full text
    Infolge politischen wie medizinpraktischen Regulierungsbedarfs wurden 2020 zwei große evidenzbasierte Leitlinien veröffentlicht, die zu einer Standardisierung der Geburtshilfe in Deutschland beitragen sollen. Basierend auf Material einer umfangreichen ethnographischen Regimeanalyse der Regulierung von Geburt, beleuchte ich diese Wissensprojekte und arbeite fünf sie kennzeichnende wissenspolitische Dimensionen heraus: Neben der Intention einer Standardisierung der geburtshilflichen Praxis ist dies auch der Anspruch einer Evidenzbasierung der politischen Regulierung von Geburt. Trotz scheinbarer Widersprüche boten die Leitlinien weiterhin die Möglichkeit, auch selbstbestimmungsrelevante Forderungen in Rationalitäten von Evidenz zu codieren – eine Errungenschaft frauen*gesundheitspolitischer Akteure. Aus der Perspektive der Reproduktiven Gerechtigkeit gilt es hingegen, die Leitlinien kritisch zu beleuchten. Angesichts dieser multiplen Agenden erweisen sich Leitlinien als vielfältige, ambivalente, ineinander verwobene, konfligierende wie kokonstitutierende, durch Rückkopplungseffekte gekennzeichnete politische Projekte

    Zur Frauen- und Geschlechterforschung im Polen der Transformationszeit

    No full text
    Der polnische Feminismus der Transformationszeit blickt auf eine 40-jährige Geschichte zurück und prägt bis heute international relevante soziale, politische und wissenschaftliche Praktiken und Diskurse. Feminismus als Denkstil geht den feinen Entwicklungslinien zentraler feministischer Denkstilelemente nach und rekonstruiert Motive und Interventionen des feministischen Denkkollektivs von den 1980er Jahren bis zum EU-Beitritt Polens. Neue Perspektiven auf das „Machen von Wissenschaft“ im transnationalen Kontext werden ebenso aufgezeigt wie feministische (Dis-)Kontinuitäten in der Volksrepublik Polen. Dabei stützt sich die Studie auf eine breite Quellengrundlage aus öffentlichen und privaten Archiven sowie auf Interviews mit Schlüsselfiguren des Feminismus und nutzt das theoretische Instrumentarium von Ludwik Fleck. Polish feminism in the transformation period looks back on a 40-year history and continues to characterise internationally relevant social, political and scientific practices and discourses to this day. Feminism as a Thought Style traces the subtle lines of development of central elements of feminist thought and reconstructs the motives and interventions of the feminist thought collective from the 1980s to Poland's accession to the EU. New perspectives on the ‘making of science’ in a transnational context are shown as well as feminist (dis)continuities in the Polish People's Republic. The study draws on a wide range of sources from public and private archives as well as interviews with key figures in feminism and utilises Ludwik Fleck's theoretical tools. Polski feminizm okresu transformacji ma za sobą 40-letnią historię i do dziś charakteryzuje istotne praktyki i dyskursy społeczne, polityczne i naukowe. Monografia analizuje linie rozwoju głównych elementów feministycznej stylu myślowego oraz rekonstruuje motywy i interwencje „neofeministycznego” kolektywu myślowego od lat 80. XX w. do przystąpienia Polski do UE. Pokazane są nowe perspektywy tworzenia nauki w kontekście ponadnarodowym, a także feministyczne (nie)ciągłości z okresem PRL. Badanie opiera się na szerokiej bazie źródeł z archiwów publicznych i prywatnych, a także na wywiadach z kluczowymi postaciami feminizmu i wykorzystuje narzędzia teoretyczne Ludwika Flecka

    Queer Language in Italian Audiovisual Translation

    No full text
    This study examines the audiovisual translation of queer language, elements, and themes through a contrastive analysis of the Italian reception of the movie “If These Walls Could Talk II”, created by HBO in 2000 and the British series “Sex Education”, first released in January 2019 on Netflix. Several scholars have investigated the role of queer topics in translation, highlighting the tendency to censor potentially problematic or ideologically marked concepts in the target culture. The aim is to call attention to the level of censorship, the strategies related to the period of production and distribution, genre, and reception throughout a diachronic analysis which accounts for audiovisual products circulating with almost twenty years of distance. The research’s findings highlight a strict relationship among prevailing ideology, temporality and censorship in the Italian rendering of queer language and offer some new perspectives to manage the language of queer related issues

    Sexrobotik und kapitalistische Geschlechterverhältnisse : Zwischen dynamischer Reproduktion und Transgressionspotentialen

    No full text
    Jüngere Entwicklungen in der Sexrobotik haben in den letzten Dekaden Kontroversen über die technologische und mediale Vermittlung sexueller Praxen und soziosexueller Beziehungen ausgelöst. Diese Debatten sind geprägt von normativen Positionen und utopischen oder dystopischen Wirkungsbehauptungen. Der Artikel sondiert den aktuellen Stand von Robotik und Künstlicher Intelligenz (KI) in diesen Kontexten und skizziert zentrale Positionen früherer Debatten. Im Gegensatz zu technizistischen und normativen Verkürzungen betont er Ambivalenzen in der Nutzung von und den Erwartungen an Sexrobotik innerhalb asymmetrischer Geschlechterverhältnisse. Sexrobotik zeigt Tendenzen, gegebene Sozialverhältnisse und Geschlechterbinaritäten dynamisch zu reproduzieren, aber auch Potenziale, diese herausfordern. Die konkreten Auswirkungen der Technologie hängen von ihrer Nutzung innerhalb widersprüchlicher gesellschaftlicher Verhältnisse und den fortlaufenden Kämpfen um deren Bewahrung oder Veränderung ab

    Von der Betroffenheit zur Befreiung? Such-Bewegungen feministischer Kritik

    No full text
    Persönliche Erfahrung war und ist umstrittener Einsatzpunkt feministischer Kritik. Im Beitrag diskutiere ich anhand theoretischer und autobiografisch inspirierter feministischer Texte das Verhältnis von Betroffenheit und Befreiung, Erfahrung und Kritik. In einer Analyse einer Sammlung fiktiver Briefe von Aktivist*innen verschiedener Generationen an sich selbst als Jugendliche gehe ich dem subjektiven Kritisch- Werden im gesellschaftspolitischen Kontext nach. Dabei geht es auch um die Frage, welches theoretische und methodologische Verständnis feministischer Kritik in den Briefen artikuliert wird und inwiefern dieses für eine (Selbst-)Reflexion der Geschlechterforschung relevant ist, nicht zuletzt im Hinblick darauf, wie diese geschrieben werden kann. Folgende Momente feministischer Kritik werden herausgearbeitet: Bewegung, Entfremdung, Un/Glück, Theorie, (Selbst-)Sorge, Risiko und Community. Abschließend diskutiere ich die Prekarität und das Potenzial eines solchen in persönlichen Erfahrungen und alltäglicher Praxis verankerten Kritikverständnisses

    Dilemmata der Forschung über „Andere“. Zum Verhältnis von cis Forschenden und trans* Beforschten in der Geschlechterforschung

    No full text
    Sozialforschung ist häufig durch verschiedene Herausforderungen im Verhältnis von Forschenden und Beforschten geprägt. Ziel dieses Beitrags ist die Herausarbeitung zentraler Dilemmata am Beispiel der Forschung zu trans* Personen. Daran anknüpfend werden neben einer theoretischen Rahmung mit Spivaks strategischem Essenzialismus Umgangsweisen mit diesen forschungsfeldimmanenten Spezifika aufgezeigt. Zentrale Erkenntnis ist dabei, dass sich die skizzierten Dilemmata nicht auflösen lassen und gerade deshalb einer reflektierten, bewussten und normativen Auseinandersetzung, eines solidarischen Forschens bedürfen

    1,084

    full texts

    3,679

    metadata records
    Updated in last 30 days.
    GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
    Access Repository Dashboard
    Do you manage Open Research Online? Become a CORE Member to access insider analytics, issue reports and manage access to outputs from your repository in the CORE Repository Dashboard! 👇