PHIQ - das Repository der Pädagogischen Hochschule St.Gallen
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BLICKWINKEL - DAS AUTISMUS-SPEKTRUM UND DU: Ein Comic über erweiterte Perspektiven
Diese Bachelorarbeit untersucht die Geschichte, Diagnose und Merkmale von Au-tismus. Dabei werden Leo Kanner und Hans Asperger als Pioniere in der Beschrei-bung von Autismus hervorgehoben. Es wird auf die Unterschiede und Gemeinsam-keiten zwischen «Frühkindlichem Autismus» und dem «Asperger-Syndrom» einge-gangen. Neue Forschungen lassen die Trennlinien zwischen den beiden jedoch verschwimmen. Der Begriff «Autismus-Spektrum» wurde eingeführt, um die Vielfalt der Symptome zu betonen. Die Kernsymptome umfassen Schwierigkeiten in sozia-len Interaktionen, Kommunikation und repetitiven Verhaltensmustern. Im Umgang mit autistischen Personen ist es grundlegend, Respekt, Sensibilität und personen-zentrierte Ansätze zu berücksichtigen. Eine Perspektive, die sich auf Empowerment und Stärken fokussiert, rückt die individuellen Talente und Fähigkeiten autistischer Menschen in den Vordergrund.Die weitere Untersuchung dieser Arbeit wird in Form Comics im Kontext des The-mas «Autismus» analysiert. Comics sind ein vielschichtiges Medium, das durch das Zusammenspiel von Text und Bild sowie das Sequenzielle definiert wird. Es werden der Zeichnungsstil, die Text-Bild-Beziehungen, die Farbgebung und verschiedene Comic-Genres untersucht, um die Vielfalt und Bedeutung des Mediums zu beleuch-ten.Bei der Erstellung dieser Arbeit wurden verschiedene Methoden angewandt, um die Fragestellung zu beantworten und als Produkt einen Comic zu erstellen. Die Recherche umfasst verschiedene Werke von Naoki Higashida, Georg Theunissen, Scott McCloud und anderen Autorinnen und Autoren sowie Filme und Dokumenta-tionen zum Thema Autismus. Die Auswahl basiert darauf, breite Perspektiven zu erhalten
Wie sich verbale Strafen auf das soziale Selbstkonzept von Kindern auswirken können
Der Einsatz von Strafen im Schulalltag spielt nach wie vor eine grosse Rolle. Es bestehen sämtliche Forschungen, welche Sanktionen und ihre Auswirkungen untersucht haben. Gerade im Raum Schule sind Schülerinnen und Schüler täglich sozialen Situationen ausgesetzt. So stellt sich die Frage, wie sich Strafen durch die Lehrperson im Schulalltag auf das soziale Selbstkonzept eines Kindes auswirken könnten.Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich in ihrem ersten Teil mit einer umfassenden Analyse von Literatur in den Themenfeldern Bestrafung und Selbstkonzept. Dies wird ergänzt mit einer qualitativen empirischen Forschung, welche darauf abzielt, durch Interviews mit Schülerinnen und Schülern mögliche Zusammenhänge zwischen verbalen Strafen im Schulkontext und der Entwicklung des sozialen Selbstkonzepts aufzuzeigen.Es wurden vier Mittelstufenkinder befragt. Sowohl die Ergebnisse als auch die Erkenntnisse dieser Untersuchung zeigen, dass sich verbale Strafen im Schulkontext negativ auf das soziale Selbstkonzept von Mittelstufenkindern auswirken können (z.B. Belastung von Beziehungen, Verschlechterung der sozialen Identität, Unsicherheit in sozialen Interaktionen und Rückzug der Betroffenen)
"Einfach gesund!" Ernährungsbewusstes Rezeptbuch für einen gesunden Kindergartenznüni
Der Inhalt der Znünibox ist im Kindergartenalltag ein alltäglich präsentes Thema, welches eng in Verbindung mit dem Aufbau von Wissen in Bezug auf Ernährung steht. In der vorliegenden produktorientierten Arbeit werden das Thema gesunde Ernährung und deren Bestandteile sowie Folgen und Ursachen von Übergewicht aufgegriffen. Ebenfalls werden Ergebnisse von Studien bezüglich der Bedeutung von Prävention und Intervention im frühen Alter miteinbezogen sowie die Verankerung des Themas Ernährung im Lehrplan thematisiert, wodurch die Bedeutung einer nährstoffreichen Ernährung hervorgehoben wird. Unter Einbezug der von der SGE entworfenen ‘Schweizer Lebensmittelpyramide’ als Bezugssystem (vgl. Hayer, 2020) erfolgt die Erstellung eines Znüni-Rezeptbuches zur Umsetzung im Kindergartenalltag. Dabei wird Fokus auf die aktive Teilnahme der Kinder an der Zubereitung der Rezepte zur Bewusstseinsförderung gesunder Ernährung gelegt. Dies wird durch die Darstellung der Teilschritte in Bildfolgen und das damit einhergehende selbstständige Arbeiten ermöglicht. Um aufkommende Schwierigkeiten und Probleme während der Zubereitung der Rezepte zu erkennen, werden ausgewählte Rezepte mit Gruppen von Kindern einer Kindergartenklasse praktisch erprobt. Basierend auf den gemachten Erkenntnissen wird ein methodisch-didaktischer Kommentar erstellt, welcher eine Umsetzung im Kindergartenalltag durch beinhaltete Aspekte zur Begleitung der Kinder während, vor und nach dem Prozess ermöglicht
Auswirkungen von Belohnungs- und Bestrafungssystemen im Unterricht
Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Belohnungs- und Bestrafungssystemen im Unterricht. Das Ziel ist es, ausgehend von den theoretischen Grundlagen mittels leitfadengestützter Interviews die Auswirkungen auf das einzelne Kind, die Lernatmosphäre, das Klassenklima, die Motivation und die Klassenführung zusammenzutragen. Deshalb steht in der vorliegenden Arbeit folgende Fragestellung im Zentrum: Was sind die Auswirkungen von Belohnungs- bzw. Bestrafungssystemen im Unterricht? Anhand von fünf qualitativen Interviews, darunter vier Unterstufenlehrpersonen und eine schulische Heilpädagogin, zeigt der empirische Teil subjektive Perspektiven auf denEinsatz von Belohnungs- und Bestrafungssystemen im Unterricht. Die Ergebnisse lassen unterschiedliche positive und negative Auswirkungen von Belohnungs- und Bestrafungssystemen im Unterricht erkennen. Diese Auswirkungen beziehen sich auf das einzelne Kind, die Lernatmosphäre, das Klassenklima, die Motivation sowie die Klassenführung
Einsatz von Eingewöhnungsmodellen in der Kindertagestätte und im Kindergarten – ein Ländervergleich zwischen Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz
AbstractEs ist von enormer Bedeutung, dass Kinder während der Transition positive Erfahrungen sammeln (vgl. Winner & Erndt-Doll, 2009, S. 16-17). Eine unsachgemässe Einführung in neue Lebensabschnitte birgt das Risiko, das Wohlbefinden und die Entwicklung des Kindes zu beeinträchtigen (vgl. Laewen, 1989, S. 882). Um einen gelungenen Übergang für Kinder sicherzustellen, wird sowohl in Deutschland als auch in der Deutschschweiz auf Eingewöhnungsmodelle zurückgegriffen. Da der Einsatz unterschiedlich stattfindet, steht die folgende Fragestellung im Fokus dieser Arbeit: Welche rechtlichen Faktoren (Familiengesetze, strukturelle Gegebenheiten der Institutionen und Vorgaben bezüglich der Eingewöhnung) beeinflussen den Einsatz von Eingewöhnungsmodellen in Kitas und Kindergärten der Länder Deutschland und der deutschen Schweiz?In deutschen Kitas, einschliesslich Kindergärten sowie in schweizerischen Kitaslassen sich gemeinsame Merkmale im Einsatz von Eingewöhnungsmassnahmen feststellen. Diese werden massgeblich von gesetzlichen Vorgaben beeinflusst, was dazu führt, dass Anpassungen im Hinblick auf die Bedürfnisse der Akteure als verbindlich gelten. Im Kontext des Schweizer Kindergartens fehlen hingegen konkrete Richtlinien, wodurch die Anwendung von Eingewöhnungsmodellen nicht als gängige Praxis betrachtet wird. Zusätzlich wird die allgemeine Umsetzung der Eingewöhnung durch den Einfluss familienrechtlicher Vorschriften begünstigt oder erschwert. Auf den Schweizer Kindergarten kann hier kein Einfluss festgestellt werden. Zudem bleibt der Einfluss der institutionellen Strukturen unklar, insbesondere die unterschiedliche Alterseinteilung in den Einrichtungen beiderLänder. Diese Unklarheit resultiert aus einem Mangel an Forschung, die den Bedarf an Eingewöhnungsmassnahmen für Kinder ab dem vierten Lebensjahr eingehend untersucht. Trotz dieses Forschungsdefizits betont die vorliegende Arbeit nachdrücklich die Bedeutung der Eingewöhnung für die kindliche Entwicklung und identifiziert Forschungslücken, insbesondere im Kontext der schweizerischen Kindergärten. Dies unterstreicht die Notwendigkeit künftiger Forschungsbemühungen, um eine umfassendere Erkenntnis über die Transition von Kindern in Bildungseinrichtungen zu erlangen und diese effektiv zu gestalten
Förderung der emotionalen Kompetenz durch Musik und Bewegung - Unterrichtsbausteine für Kindergartenkinder
Phänomene wie Mobbing, Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie die übermässige Nutzung von digitalen Medien sind mögliche Folgen mangelnder emotionaler Kompetenz. Die emotionale Kompetenz ist eine wichtige Fähigkeit, die in verschiedenen Lebensbereichen, einschließlich der Schule, eine entscheidende Rolle spielt. Die eigenen Gefühle zu kennen, sie zum Ausdruck zu bringen und im Umgang mit anderen regulieren zu können sind wichtige Basisfähigkeiten, deren Erwerb eine bedeutsame Entwicklungsaufgabe in der frühen Kindheit darstellt. Diese Arbeit soll aufzeigen, was Emotionen sind, was genau unter emotionaler Kompetenz verstanden wird und welche Bedeutung sie für Kinder hat. Zudem wird die Rolle, welche die Musik und Bewegung für die Vermittlung und Exploration von Emotionen einnehmen kann, erläutert. Ziel ist es, Unterrichtsbausteine zu erstellen, welche im Kindergarten eingesetzt werden können, um Kinder im Bereich des Emotionsbewusstseins durch den Einsatz von Musik und Bewegung zu fördern. Durch das sinnliche Verarbeiten von Höreindrücken sollen die Kinder Emotionen über den ganzen Körper erleben und dadurch zu einem schöpferischen und kreativen Umgang angeregt werden
Wildkräuter in der nahen Umgebung finden, sicher bestimmen und verwerten.
Diese Bachelorarbeit widmet sich der Entwicklung einer Lernkiste zum Thema Wildkräuter. Dazu wurde folgender Fragestellung nachgegangen: «Wie konzipiere ich eine kompetenzorientierte Lernkiste mit Hintergrundwissen und gehaltvollen Aufträgen zu Wildkräuter aus der nahen Umgebung?». Durch eine ausführliche Literaturrecherche wurden relevante Themen identifiziert und passende Verknüpfungen für das Produkt gesucht. Die entwickelte Lernkiste konzentriert sich auf zwölf heimische Wildkräuter. Sie enthält einen Lehrerkommentar mit detaillierten Steckbriefen und Bildern der Kräuter. Zudem werden kompetenzorientierte Lernaufgaben präsentiert, die auf dem LUKAS-Modell basieren. Ergänzend enthält die Lernkiste praktische Kopiervorlagen für die Steckbriefe, Anleitungen und einen Elternbrief. Ebenfalls enthalten sind alle Materialien, die zur Durchführung der Lernaufgaben benötigt werden
Alltagsintegrierte Sprachförderung mit Bilderbüchern und Sprachwortschatzkarten: Eine vergleichende Interventionsstudie zur Sprachförderung im Kindergarten
Die Sprache spielt eine entscheidende Rolle in der sozialen Interaktion und wird frühzeitig durch das individuelle Umfeld geprägt. Die Sprachfähigkeiten eines Kindes stellen eine grundlegende Komponente für den Bildungserfolg dar. Im schulischen Kontext werden Kin- der mit der Bildungssprache in den Bereichen des Schreibens, Lesens, Hörens und Sprechens konfrontiert. Eine sorgfältige Vorbereitung auf diese Aufgabe ist somit in der vorschulischen Betreuung und im Kindergarten für jedes Kind von Bedeutung. Die pädagogische Fachkraft prägt das tägliche Lernumfeld jedes Kindes, indem sie dieses sprachförderlich gestaltet und als Sprachvorbild agiert. Jedoch stellt sich die Frage, wie dies der Lehrperson im pädagogischen Alltag gelingt. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Untersuchung und Bewertung zweier unterschiedlicher Methoden im Kontext der Sprachförderung im Kindergarten. Der Fokus liegt auf der Vergleichsanalyse der spezifischen Arbeit mit Sprachwortschatzkarten und der dialogischen Bilderbuchbetrachtung. Ziel ist es, herauszufinden, welche Methode einen Beitrag leistet zur Wortschatzentwicklung von Kindern, die das zweite Kindergartenjahr besuchen. Anhand einer Literaturrecherche werden in einem ersten Teil die Bedeutung und Ziele der Sprachförderung beleuchtet, die Entwicklungsphasen der Sprache analysiert und die Förderansätze und Methoden der Sprachförderung erforscht. Der zweite theoretische Teil behandelt die dialogische Bilderbuchbetrachtung, wobei vier Bilderbücher der Reihe Pettersson und Findus für die Interventionsstudie ausgewählt und analysiert werden. Der dritte theoretische Teil behandelt die Arbeit mit Sprachwortschatzkarten und zeigt deren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Die Arbeit mündet schliesslich in eine Interventionsstudie, die die Wirksamkeit der dialogischen Bilderbuchbetrachtung im Vergleich zu jener der Sprachwortschatzkarten untersucht. Dabei werden Kindergartenkinder mit unterschiedlichen Sprachprofilen aus insgesamt vier Kindergärten in die Studie einbezogen und anhand von einem Prä- und Posttest auf ihre Wortschatzentwicklung untersucht. Die Erkenntnisse verdeutlichen, dass die angewandten Methoden anhand einer zielgerichteten und intensiven Sprachförderung positive Effekte auf die Wortschatzentwicklung bei Kindern verzeichnen
Förderung der Spielmotivation und der überfachlichen Kompetenzen durch ein Gruppenprojekt im Zyklus 2
In den ersten Jahren verbringen Kinder unzählige Stunden damit zu spielen. Sei es Zuhause, in der Natur, auf einem Spielplatz oder in einer vorschulischen Einrichtung. Durch das Spielen setzen sich jüngere Kinder mit ihrer Umwelt auseinander und lernen sich selbst kennen. Im Kindergarten geht das Spielen weiter, da es einen wichtigen Teil in der Unterrichtspraxis bildet. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich in der Schule der Schwerpunkt vom Spielen auf die Fachbereiche. Aufgrund dessen werden die spielerischen Möglichkeiten im Alltag der Kinder vermindert, wodurch das Spielen vermutlich untergeht. Die Freude am Spielen sollte jedoch auch bei älteren Kindern hoch sein, da sie sich bei spielerischen Tätigkeiten weiterhin mit der Umwelt und mit sich selbst auseinandersetzen können. In der vorliegenden Arbeit steht deshalb folgende Fragestellung im Zentrum: Wie kann die Spielmotivation zusammen mit den überfachlichen Kompetenzen durch die Produktion und Nutzung von einem Karten- oder Brettspiel in einer Gruppe im zweiten Zyklus gefördert werden? Nach der Definition des Begriffs «Spiel» wird der Schwerpunkt des Zyklus 1 und 2 im Lehrplan der Volksschule St. Gallen dargelegt. Im Anschluss wird die Bedeutung des Spielens in der Kindheit und der Schule sowie Möglichkeiten für das Spielen in der Primarstufe aufgezeigt. Im Rahmen der Arbeit wurde ein Praxisprojekt in einer vierten Klasse durchgeführt, in welchem eigene Spiele hergestellt und gespielt wurden.
Die Arbeit zeigt, dass Spielen durchaus auch im zweiten Zyklus einen Platz im Unterricht hat und bei den Kindern zur Förderung der Spielmotivation und der überfachlichen Kompetenzen beitragen kann
Wenn Stundentafeln unterschiedliche Lehr- und Lernvoraussetzungen schaffen
Diese Masterarbeit untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher Stundentafeln auf den Unterricht im Fach Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH) in den Deutschschweizer Kantonen St. Gallen, Aargau und Bern. Der Lehrplan 21 dient dabei als einheitlicher Rahmen für die schulische Bildung in der Schweiz, um gleiche Bildungsziele und Standards zu gewährleisten. Doch in der Praxis zeigen sich kantonale Unterschiede, insbesondere in der Anzahl der für das Fach WAH vorgesehenen Lektionen. Diese strukturellen Unterschiede können zu erheblich variierenden Lehr- und Lernvoraussetzungen führen, welche die Möglichkeiten zur Kompetenzentwicklung der Schüler:innen beeinflussen können.
Ziel der Arbeit ist es, die Unterschiede in den kantonalen Stundentafeln detailliert zu analysieren und deren Einfluss auf die Unterrichtsgestaltung sowie die Erreichung der im Lehrplan 21 festgelegten Kompetenzen zu untersuchen. Dazu wird zunächst im theoretischen Teil auf grundlegende lerntheoretische Ansätze eingegangen, die das Lernverhalten und die Kompetenzentwicklung der Schüler:innen fördern und formen können. Verschiedene Faktoren, die den Lernerfolg beeinflussen, wie die Anzahl der zur Verfügung stehenden Unterrichtsstunden, die Gruppengrösse und die spezifischen Rahmenbedingungen im Klassenzimmer, werden ebenfalls beleuchtet. Diese Faktoren tragen massgeblich zur Lernqualität und Chancengleichheit bei und bilden den Ausgangspunkt für die Analyse der kantonalen Unterschiede im WAH-Unterricht. Im empirischen Teil der Arbeit wird untersucht, wie Lehrpersonen in den unterschiedlichen Kantonen mit diesen variierenden Rahmenbedingungen umgehen. Qualitative Interviews mit WAH-Lehrpersonen aus St. Gallen, Aargau und Bern dienen dazu, deren Perspektiven und Handlungsstrategien offenzulegen. Diese Gespräche zeigen, dass die Lehrpersonen trotz unterschiedlicher struktureller Voraussetzungen bestrebt sind, die zentralen Bildungsziele des Lehrplans 21 umzusetzen. Gleichzeitig werden jedoch Kompromisse bei der Themenwahl und der inhaltlichen Tiefe sichtbar: In Kantonen mit einem geringeren Stundenangebot im Fach WAH müssen oft thematische Kürzungen vorgenommen werden, wodurch bestimmte Inhalte nur oberflächlich behandelt oder sogar ganz ausgelassen werden. Im Gegensatz dazu ermöglicht ein erweitertes Stundenkontingent eine vertiefte Auseinandersetzung mit einzelnen Themen und eine stärkere Berücksichtigung der individuellen Lernbedürfnisse der Schüler:innen.
Diese Masterarbeit verdeutlicht somit, dass die unterschiedlichen Stundentafeln zu variierenden Voraussetzungen für Lehr- und Lernprozesse führen, die wiederum die Umsetzung der Bildungsziele beeinflussen können. Dennoch streben die Lehrpersonen in allen untersuchten Kantonen die Erfüllung der zentralen Kompetenzen des Lehrplans 21 an. In der Diskussion wird untersucht, ob die Bildungsziele in allen Kantonen mit der gleichen Gewichtung und Tiefe umgesetzt werden und welche zusätzlichen Massnahmen ergriffen werden könnten, um bestehende Unterschiede zu kompensieren. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, bildungspolitische Diskussionen zu den Stundentafelregelungen anzuregen und verdeutlichen die Bedeutung struktureller Rahmenbedingungen für eine chancengleiche Bildung