Forum Qualitative Sozialforschung (Forum: Qualitative Social Research)
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    Affective Ethnography. On Exploring Atmospheres of the Exclusive During the Pandemic

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    Qualitative Sozialforscher*innen sind durch die Covid-19-Pandemie mit Herausforderungen konfrontiert worden, über deren Auswirkungen viel debattiert wurde. Auch mein ethnografisches Projekt, in dem ich Klubs und Verbände in den Blick nehme, die aufgrund von Zugangsbeschränkungen als exklusiv zu verstehen sind, veränderte sich während der Pandemie. So wurden unerwartete Dimensionen relevant, etwa die Bedeutung von Vulnerabilitäten in der Feldforschung. Zudem wurde eine Grundbedingung von Feldforschung deutlich, die zwar häufig thematisiert, aber selten systematisch einbezogen wird: die affektiv-körperliche Verstrickung von Forscher*in und Feld. Dies diskutiere ich, indem ich eine teilnehmende Beobachtung in einem digitalen Setting mit einer in Präsenz kontrastiere. Der Begriff der Atmosphäre dient dafür als Gegenstand und Analysewerkzeug zugleich. Die Beschäftigung mit dem Atmosphärischen verspricht zum einen wichtige Erkenntnisse über mein Feld: die Atmosphären des Exklusiven. Zum anderen wird durch die Frage nach der Atmosphäre meine Position als Ethnografin ins Blickfeld gerückt und in spezifischer Weise untersuchbar. Die Auseinandersetzung mit meinen Gefühlen und affektiv-körperlichen Empfindungen während der Feldforschung dient dabei nicht allein der Selbstreflexion für eine gute wissenschaftliche Praxis, sondern gibt als weitere Datenquelle Aufschluss über das Feld. So lassen sich neue Erkenntnisse gewinnen, die über die spezifischen Bedingungen der Pandemie hinausweisen.Qualitative social research has faced challenges as a result of the Covid-19 pandemic, the implications of which have been much debated. My ethnographic project, in which I focus on clubs and associations that are to be understood as exclusive due to access restrictions, also changed during the pandemic. For instance, unexpected dimensions became relevant, such as the importance of vulnerabilities in fieldwork. In particular, a basic condition of field research became apparent that is often addressed but rarely systematically included: the affective-bodily entanglement of the researcher and the field. To discuss this, I contrast a participant observation in a digital setting with a face-to-face research situation. The concept of atmosphere simultaneously serves as an object and an analytical tool. On the one hand, engaging with the atmospheric promises important insights into my field: the atmospheres of the exclusive. On the other hand, the question of atmosphere brings my position as an ethnographer into focus and makes it possible to analyze it in a specific way. The understanding of my own feelings and affective-bodily sensations during the field research does not only serve the self-reflection for a good scientific practice, but also gives information about the field as a further source of data. In this way, new insights can be gained that extend beyond the specific conditions of the pandemic

    Uses of the Biographical Approach: The Construction of Youth Technobiographies

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    In diesem Artikel berichten wir über unsere Analyse als Teil eines Forschungsprojekts, das von 2012 bis 2018 durchgeführt wurde, und wir untersuchen das Potenzial des biografischen Ansatzes bei der Untersuchung der Aneignung digitaler Technologien (DTs). Der biografische Ansatz (SAUTÚ 2012) wird als theoretisch-methodische Strategie beschrieben, um zu eruieren, wie Menschen über Zeit und Raum und im Rahmen bestimmter kultureller und sozioökonomischer Kontexte mit verschiedenen digitalen Technologien in Verbindung treten und wie sie Bedeutungen, Praktiken und Beziehungen konstruieren. Anhand der Analyse einer Reihe von Technobiografien (CHING & VIGDOR 2005) junger Menschen reflektieren wir die Möglichkeit, mittels der Methode die symbolische Dimension des Zugangs zu digitalen Technologien zu erfassen, den Erwerb digitaler Fähigkeiten und ihre Rolle bei Bildungsübergängen zu rekonstruieren und die Verbindungen zwischen biografischen Verläufen und umfassenderen sozialen Prozessen zu verstehen, wie also z.B. jenen, durch die soziale Ungleichheiten in heutigen Gesellschaften konstituiert und reproduziert werden. Wir zeigen, dass Technobiografien ein nützliches Konstrukt sind, um Wiederholungen, Trends und Verhaltensmuster zu identifizieren, aber auch, um alles Ungewöhnliche in den Wegen der Aneignung von digitalen Medien in einzelnen Gruppen aufzuzeigen.In this article, we report on our analysis as part of a research project conducted from 2012 to 2018, and we explore the potential of the biographical approach in studying the appropriation of digital technologies (DTs). The biographical approach (SAUTÚ, 2012) is described as a theoretical-methodological strategy to address how people, through time and space and within the framework of certain cultural and socioeconomic contexts, connect with various digital technologies and how they construct meanings, practices, and relationships. With the analysis of a series of technobiographies (CHING & VIGDOR, 2005) of young people, we reflect on the ability of the method to capture the symbolic dimension of access to DTs, reconstruct the acquisition of digital skills and their role in educational transitions, and understand the links between biographical trajectories and broader social processes, such as those that constitute and reproduce social inequalities in contemporary societies. We show that technobiographies are a useful construct to identify repetitions, trends, and patterns of behavior, but also to pinpoint anything that is out of the ordinary in the paths of the appropriation of DTs of each particular group

    Challenges and Opportunities in the International Reception of "Communicative Constructivism"

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    In diesem Artikel berichten wir einige Beobachtungen, die wir hinsichtlich der internationalen Rezeption des kommunikativen Konstruktivismus (KoKo) in Großbritannien und den USA gemacht haben. Dadurch versuchen wir zu erklären, warum KoKo in unseren Augen bisher kaum einen Einfluss auf die anglo-amerikanische Soziologie genommen hat. Dabei beziehen wir uns auf die Beziehung des Forschungsprogrammes zur interaktionistischen Soziologie in Großbritannien und den USA, insbesondere den symbolischen Interaktionismus und die Ethnomethodologie sowie auf die Ausrichtung der ethnografischen Forschung in der anglo-amerikanischen Soziologie. Wir schließen mit einigen Hinweisen darauf, wie KoKo an Diskussionen in der Soziologie in Großbritannien und den USA Anschluss finden kann.In this article, we offer some observations on the international standing of communicative constructivism (CoCo), as discussed in scholarship published largely in German over the past decade (e.g., KELLER, KNOBLAUCH & REICHERTZ, 2013; KNOBLAUCH, 2019a [2016]; REICHERTZ, 2009). We seek to explain why, in our view, CoCo has not thus far had a noticeable influence on academic discourse in international, particularly Anglo-American, sociology. Amongst others, we highlight issues regarding the name that was picked for the perspective and regarding the literal translation of German CoCo terminology into the English language. We also point to some theoretical and methodological choices that have made it difficult to link CoCo to interactionist sociology in general, and to ethnomethodology and ethnography in particular, i.e., perspectives that we are closely aligned with. We conclude with a summary of our observations and a few suggested steps communicative constructivists might consider taking to broaden and diversify the appeal of their program beyond German speaking sociology

    Foundations, Strategies, and Techniques of Anonymizing Transcripts in Qualitative Research: A Practice-Oriented Introduction

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    In der qualitativen Forschungspraxis müssen beim Datenschutz die gesetzlichen Rahmensetzungen beachtet werden; damit einhergehende Fragen der Anonymisierung gehen für qualitativ Forschende jedoch darüber hinaus. Denn will man Beforschte vor negativen Folgen durch eine Teilnahme schützen und dabei zugleich die eigenen Erkenntnismöglichkeiten ausschöpfen, müssen fall- und kontextspezifische Textveränderungen und andere Maßnahmen in den verschiedenen Phasen empirischer Praxis abgewogen werden. Dabei stellt das konkrete Vorgehen des Anonymisierens selbst jedoch häufig eine Blackbox dar, die in wissenschaftlichen Veröffentlichungen eher rudimentär Beachtung findet. Mit diesem Artikel stellen wir daher nicht nur die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen dar, sondern fokussieren insbesondere die praktischen Aspekte des Anonymisierens von Transkripten. Mit dem Ziel, einen grundlegenden, zugänglichen und praktisch orientierten Einstieg in das Thema zu geben, systematisieren wir zunächst Datenarten, Anonymisierungsstrategien, und -techniken. Anschließend diskutieren wir praktische Umsetzungsmöglichkeiten und geben Interessierten die Möglichkeit, ein fiktives Transkript selbstständig zu bearbeiten bzw. in Workshops zum Thema einzubinden. Abschließend präsentieren wir grundlegende Schlussfolgerungen für die Methodenausbildung und plädieren für einen offenen kollegialen Austausch zu Anonymisierungspraktiken.In the practice of qualitative research, legal frameworks must be considered in terms of data protection. These frameworks have implications for qualitative researchers regarding the anonymisation of qualitative data. In order to protect research participants from possible negative ramifications of their involvement, yet maximize the insights, case and context specific alterations to transcripts and other measures must be weighed during different stages of research. However, the precise practices of anonymization often remain a black box, due to few discussions in scientific publications. In this article, we provide recent legal frameworks, and also focus on these practices of anonymization. In order to present a foundational, accessible, and practice-oriented introduction, we differentiate various kinds of data, strategies of anonymization, and concrete techniques. Then, we discuss practical implementations and provide a fictive transcript for independently rehearsing these techniques or utilizing it in workshops. We end by formulating conclusions for educating future researchers, and plead for an open collegial exchange on practices of anonymization

    "I Took the Photograph Just to Show You a Little Bit of Perspective": Photo-Elicitation Interviewing With Family Caregivers in the Dementia Context

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    Photo-Elicitation-Interviews (PEI) sind ein bekannter Ansatz in der qualitativen Forschung. In der vorhandenen Literatur fehlt es jedoch an ausreichenden Informationen über die Perspektiven der Teilnehmer*innen, die Fotos verwenden, um ihre Erfahrungen zu erläutern, und darüber, wie die von ihnen aufgenommenen Fotos das Verständnis des untersuchten Phänomens verbessern können, dies insbesondere im Kontext von Demenzerkrankungen. In diesem Artikel berichte ich über die Erfahrungen von Teilnehmer*innen, die in einer qualitativen Studie über die familiären Pflegeerfahrungen mit einem an Demenz erkrankten Angehörigen teilgenommen haben. Insgesamt handelte es sich um fünf pflegende Angehörige, die an dem PEI-Prozess teilnahmen und 28 Fotos zur Verfügung stellten, um ihre Erfahrungen präsentieren. Mittels thematischer Analyse wurde ein übergreifendes Thema, Erleichterung eines tieferen gemeinsamen Verständnisses, identifiziert, das drei Hauptthemen über die Erfahrungen der Teilnehmer*innen unterlag: PEI förderten 1. eine eingehendere Reflexion und neue Perspektiven, 2. ermöglichten sie einen reichhaltigeren Dialog und 3. konnten durch sie komplexe und ansonsten verborgene Erfahrungen aufgedeckt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass PEI eine wirksame Methode sind, um die komplexen und vielschichtigen Erfahrungen bei der Pflege von demenzkranken Angehörigen besser zu verstehen. Die durchdachte Verwendung von Fotografien der Teilnehmer*innen in Interviews kann zu einem umfassenderen Verständnis führen und den pflegenden Angehörigen die Möglichkeit geben, zur Bedeutungsgebung beizutragen, die für die relationalen Aspekte der Pflege im Demenzkontext relevant ist.Photo-elicitation interviewing (PEI) is a well-known approach in qualitative inquiry. Yet existing literature lacks sufficient information on participants' perspectives on using photographs to explicate their experiences and ways in which their captured photographs can enhance understanding of the phenomenon under study, especially in the dementia context. In this article, I report on participants' experiences of partaking in the auto-driven approach of PEI in a qualitative descriptive study on family caregiving experiences to a relative living with dementia. Five family caregivers participated in the PEI process and provided 28 photographs that represented their experiences. Using thematic analysis, an overarching theme, facilitated deeper shared understandings was identified, underpinning three main themes about the participants' experiences of PEI, i.e., it 1. promoted more in-depth reflection and new perspectives; 2. enabled richer dialogue; and 3. revealed complex and otherwise hidden experiences. Findings show that PEI is an effective method for researchers to further understand the complex and multifaceted experiences involved in caring for a relative, living with dementia. Thoughtful implementation of using participant-taken photographs in interviews can provide a richer level of understanding and the means through which family caregivers can contribute to meaning-making relevant to the relational aspects of caregiving in the dementia context

    Mixed Methods in Research on the Psychology of the Internet and Social Media

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    Die Forschung zur Psychologie des Internets und der sozialen Medien (PISM) ist durch eine starke methodische Kompartmentalisierung gekennzeichnet. Im aktuellen Beitrag zeigen wir empirisch, dass 1. quantitative Methoden den bevorzugten Goldstandard des Mainstreams des Feldes darstellen (bevorzugt gegenüber qualitativen Methoden und Mixed Methods) und 2. das Feld in separate Communities of Practice (Psychologie, Kommunikations-, Kultur-/Medienwissenschaften) mit je verschiedenen Kausalitätsverständnissen und Methoden aufgeteilt ist. Hierzu untersuchen wir die im Jahr 2020 in sechs einschlägigen PISM-Zeitschriften veröffentlichten Artikel auf die Verwendung quantitativer, qualitativer und Mixed-Methods-Ansätze und analysieren die jeweils verwendeten kausalen Logiken (Regularitätstheorie vs. subjektive Bedeutung). Wir stellen fest, dass die Analyse kausaler Regelmäßigkeiten im Zentrum der quantitativen Forschungspraktiken in der Psychologie und der Kommunikationswissenschaft steht, während die qualitative Kausallogik der subjektiven Bedeutung von Wissenschaftler*innen in den Kultur- und Medienwissenschaften angewandt wird. Es gibt kaum Überschneidungen zwischen diesen Communities und nur wenige Studien mit Mixed-Methods-Designs. Um zu beschreiben, wie eine Bereicherung von PISM durch Mixed-Methods-Ansätze aussehen könnte, stellen wir anschließend eine Mixed-Methods-Studie zu Social-Media-basierten Integrationsmustern von Menschen koreanischer und türkischer Herkunft in Deutschland vor. Abschließend argumentieren wir für eine Auflösung exkludierender, stereotyper Vorstellungen von Kausalität und Methoden in der PISM-Forschung und schlagen Wege in Richtung methodisch inklusiverer Untersuchungspraktiken vor.Research on the psychology of the Internet and social media (POISM) is characterized by a heavy methodological compartmentalization. In the current contribution we show empirically that 1. quantitative methods constitute the preferred gold standard of the field's mainstream (favored over qualitative and mixed methods), 2. the field is divided into separate communities of practice (psychology, communication, cultural/media studies), each with their own type of causal claims and associated methods. To show this we content analyze published articles in 2020 across six pertinent POISM journals for instances of quantitative, qualitative, and mixed methods as well as regularity-type versus subjective meaning-type causal logic. We find that regularity-type causal logic is at the center of quantitative research practices in psychology and communication, while qualitative subjective meaning-type causal logic is adopted by scholars in cultural/media studies, with hardly any overlap in between, and only few mixed methods studies. To describe how the research area would profit from mixed methods approaches, we subsequently present a mixed methods study about social media-based integration patterns of Korean and Turkish-heritage individuals in Germany. We conclude by dissolving some of the exclusive stereotyped notions of causality and methods in POISM research and suggest avenues for methodologically more inclusive practices of inquiry

    Are There Assessment Criteria for Qualitative Findings? A Challenge Facing Mixed Methods Research

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    Die Synthese qualitativer und quantitativer Forschungsergebnisse in der Mixed-Methods-Forschung setzt eine Beurteilung der Güte beider Teilkomponenten voraus. Dabei stellt sich das Problem, dass zur Beurteilung qualitativer Forschung keine allgemein anerkannten Kriterien existieren. Die Frage der Gütekriterien wird in der methodologischen Literatur seit geraumer Zeit diskutiert. Ich argumentiere, dass eine produktive Weiterentwicklung dieser Debatte die Klärung einiger wichtiger Unterscheidungen zur Voraussetzung hat. Von besonderer Bedeutung ist dabei diejenige zwischen Standards, an denen sich die Bewertung von Forschungsergebnissen orientiert und den Indikatoren, die zur Evaluation im Sinne dieser Standards herangezogen werden. Ich beschreibe die unterschiedlichen Teilaspekte solcher Bewertungsprozesse und begründe die Annahme, dass es spezifische, unmittelbar anwendbare Indikatoren zur Validierung wissenschaftlicher Erkenntnisse bzw. Geltungsansprüche nicht geben kann. Mein Ansatz fügt sich in den allgemeinen Rahmen der Mixed-Methods-Forschung, insofern ich die Annahme prinzipieller philosophischer Unterschiede zwischen quantitativer und qualitativer Forschung zurückweise. Allerdings widerspreche ich den auch in der Mixed-Methods-Literatur verbreiteten Positionen, die eine radikale Neudefinition der ontologischen, epistemologischen und/oder axiologischen Grundannahmen der empirischen Sozialforschung anstreben, beispielsweise in Form von transformatorischen bzw. transformativen Ansätzen.If findings from qualitative and quantitative components in mixed methods research are to be synthesised, the quality of each must be assessed. But an obvious problem is that there are no generally agreed criteria for assessing qualitative findings. The question of criteria has long been debated in the methodological literature. I argue that some important distinctions need to be made if progress is to be achieved on this issue. Perhaps the most important one is between the standards in terms of which assessment is carried out and the indicators used to evaluate findings in relation to those standards. I go on to outline what I believe is involved in such evaluations, rejecting the possibility of a detailed and explicit set of indicators that can immediately be used to determine the validity of knowledge claims. My approach broadly fits the framework of mixed methods research, since I deny that there is any fundamental philosophical difference between quantitative and qualitative methods. But it is at odds with widespread views, even within the realm of mixed methods, whose advocates seek radically to redefine the ontological, epistemological, and/or axiological assumptions of social scientific research, for example in the name of a transformative approach

    Transoptic Landscape Analysis: Multidimensional Landscapes of a Multinational Wales

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    In diesem Artikel schlage ich eine neuartige Erweiterung der Landschaftsanalyse durch ein mehrdimensionales Verständnis vor, das über das Greifbare hinausgeht und ein mehr als nur gegenständliches Verständnis von Landschaft umfasst. Durch diese "transoptische" Herangehensweise, die von der strikten Suche nach visuellen Darstellungen von Kultur gelöst ist, wird es möglich, dass die in Landschaften eingebetteten klanglichen, erfahrungsbezogenen und emotionalen Bedeutungsebenen aus ihren vielfältigen kulturellen und historischen Kontexten sichtbar werden. Erinnerung und die Produktion und Erfahrung von Erinnerung profitieren von diesem transoptischen Verständnis. Am Beispiel der Erinnerungsarbeit in Wales, die sowohl die Produktion als auch den Konsum von Erinnerung umfasst, wende ich eine transoptische Landschaftsanalyse an, um mich dem multikulturellen Verständnis von walisischer Geschichte, Erinnerung, Landschaft und Identität im National Wool Museum zu nähern. Wales steht vor großen Herausforderungen, da es die sich schnell verändernde Geopolitik Europas, des Vereinigten Königreichs und seiner eigenen Geschichte und Institutionen bewältigen muss. Die hier vorgestellte transoptische Methode der qualitativen Landschaftsforschung kann nicht nur auf die komplizierten geografischen Verhältnisse in Wales angewandt werden, sondern auch auf Nationen und Völker, die in ganz Europa und auf der ganzen Welt vor ähnlichen Herausforderungen in der Erinnerungsarbeit stehen. Durch eine Erkenntnistheorie und Methodik, in der Landschaft als transoptisch behandelt wird und die geeigneten gemischten Methoden eingesetzt werden, um mehrdimensionalen Raum und Ort zu erforschen, können klarere Kontexte von eingebetteten, vielleicht sogar umstrittenen Bedeutungen entstehen.In this article I propose a novel extension to landscape analysis through multidimensional understandings, including—yet reaching beyond—tangible and into more-than-representational understandings of landscape. This "transoptic" approach to landscape, breaking away from strictly searching for visual representations of culture, allows for sonic, experiential, and emotional layers of meaning embedded in landscapes to emerge from their plural cultural and historical contexts. Memory, and the production and experience of that memory in the landscape, benefit from this transoptic understanding. Utilizing memory work, which includes both memory production and consumption, in Wales as a case study, I employ a transoptic landscape analysis to approach multicultural understandings of Welsh history, memory, landscape, and identity in the National Wool Museum. Wales faces significant challenges as it navigates the rapidly shifting geopolitics of Europe, the United Kingdom, and its own histories and institutions. This demonstrated transoptic qualitative landscape method may be applied not only to Wales's complicated geographies but to those nations and peoples facing similar challenging memory work across Europe and the globe. Through an epistemology and methodology in which landscape is treated as transoptic and the appropriate mixed methods are deployed to explore multidimensional space and place, clearer contexts of embedded, perhaps even contested, meanings may emerge

    Relational and Dimensional: Heuristic Dimensions in Situational Analysis Using the Example of Care Practices and Their Materiality

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    Die Berücksichtigung von Materialität ist ein wesentlicher Bestandteil der Sozialwissenschaften des 21. Jahrhunderts. Für die empirische Sozialforschung ergeben sich daraus methodologische und methodische Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf nicht-menschliche Akteur*innen und deren Körperlichkeit. Dies erfordert spezifische Analyseverfahren. Die Situationsanalyse mit ihrer Fokusverschiebung auf die Relationalität von heterogenen Akteur*innen, die eine Handlungssituation generieren, bietet dazu eine entsprechende Möglichkeit. Im vorliegenden Beitrag gehen wir auf der Basis zweier empirischer Projekte zu Care-Praktiken im medizinischen Bereich der Frage der Multidimensionalität von materiellen Beziehungen nach. Die Beispiele beziehen sich zum einen auf das Einschläfern von Pferden in der Tiermedizin und zum anderen auf automatisierte Technologien bei der Behandlung von Typ-1-Diabetes. Im Zentrum der Analyse steht die Materialität des Beziehungsgeflechts. Wir schlagen vor, den Werkzeugkasten der Situationsanalyse um ein dimensionalisierendes Relations-Mapping zu erweitern, indem die Beziehungen zwischen Elementen in Dimensionen unterteilt werden. In den Beispielen nutzen wir eine Dimensionalisierung, bei der wir uns an der Care-Theorie orientieren. Die Verwendung von unterschiedlichen Farben im Mapping macht die Multidimensionalität der Situation erst sichtbar und ermöglicht es, der Komplexität der materiellen und körperlichen Beziehungen analytisch mehr Raum zu geben.The consideration of materiality is an essential component of the social sciences of the 21st century. For empirical social research, this poses methodological challenges, especially concerning non-human actors and their corporeality. Therefore, specific analytical strategies are required. Situational analysis, focusing on the relationality of heterogeneous actors generating a situation, offers one such possibility. In this article, we explore the multidimensionality and relationality of materiality through two empirical projects about care practices in the medical field. Examples are euthanizing of horses in veterinary medicine and automated technologies in managing type 1 diabetes. In the analysis, we focus on the materiality of the relational network. We propose to extend the situation analysis toolbox by adding dimensionalizing relational mapping, where we categorize the relations between elements into dimensions. In the examples, we use a dimensionalization inspired by care theory. The use of different colors in the mapping practice highlights the multidimensionality of the situation and gives more analytical space to the complexity of the material and embodied connections

    The Real Story of a Swiss Man Who Set Out to Learn How to Do Research: Ernst Boesch's Psychology and Relational Hermeneutics

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    Ernst BOESCH gehört zu den bedeutenden Psychologen des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Seine seit den 1950er Jahren unternommenen Bemühungen um die Entwicklung einer "symbolischen Handlungstheorie" führten ihn zum Entwurf einer originellen Kulturpsychologie, die er auf der Grundlage seiner (Forschungs-)Erfahrungen in Thailand entwickelte und sodann an immer neuen Fragestellungen und Gegenständen bewährte. Im Beitrag wird dargelegt, dass BOESCHs jahrelange kulturelle Fremdheitserfahrungen der entscheidende Anlass für theoretische und methodische Innovationen waren. Persönliche Begegnungen und expansive Lernerfahrungen, die ihn sukzessive Thai sprechen und eine zuvor völlig unvertraute kulturelle Lebensform kennenlernen ließen, waren die lebensweltliche Voraussetzung für seine wissenschaftlichen Erträge und Innovationen. Diese existenzielle Basis führte BOESCH in der empirischen Forschung, Begriffs- und Theoriebildung zu einer relationalen Hermeneutik, in der jede allzu scharfe Unterscheidung zwischen Forschungssubjekt und -objekt merklich gelockert ist. Nachdem dies dargelegt wurde, werden einige weitere Prinzipien und bleibende Stärken, aber auch Schwächen und – nicht zuletzt methodische – Defizite dieser handlungstheoretischen Kulturpsychologie erörtert.Ernst BOESCH is one of the outstanding psychologists of the 20th and early 21st centuries. His efforts since the 1950s to develop a "symbolic theory of action" led him to a theory of original cultural psychology. He developed this theory based on his research experiences in Thailand and then verified it based on new questions and objects. In this article I show that BOESCH's years in a culturally foreign country were the decisive impetus for theoretical and methodological innovations. Personal encounters and expansive learning experiences which allowed BOESCH to speak Thai and become acquainted with a previously completely unfamiliar cultural way of life, were the prerequisites for BOESCH's scientific yields and innovations. This existential basis led him to a relational hermeneutics in empirical research, conceptualization and theory-building, in which a sharp distinction between research subject and object is noticeably relaxed. Some further principles and remaining strengths, but also weaknesses and methodological deficits of this action-theoretical cultural psychology will be discussed

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