MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
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The Division for Media Education: A Glance Back for the Future
Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der Geschichte der Sektion Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE). Zugleich ist er ein Rückgriff auf eine Tagung, die unter dem Motto «Mit Medienpädagogik in die Zukunft» stand und vom Autor in Form einer Keynote eröffnet wurde. Im vorliegenden Beitrag reflektiert der Autor zum einen die Bedeutung der medienpädagogischen Forschung über eine Auseinandersetzung mit medienpädagogischen Themen. Zum anderen blickt er sowohl aus wissenschaftlicher Perspektive als auch vor einem berufsbiografischen Hintergrund auf die Zeit seit der Gründung der Sektion zurück. Insgesamt schliesst er seinen Beitrag mit Perspektiven für die zukünftige Medienpädagogik zwischen Theorie und pädagogischer Praxis ab.This article deals with the history of the division for Media Education of the German Educational Research Association (GERA). At the same time, it is a reference to a conference that took place under the title «With media education into the future» and was opened by the author in the keynote presentation. In this article, the author reflects on the one hand on the importance of media education research in the context of dealing with media educational topics. On the other hand, he looks back on the time since the chapter was founded, both from a scientific perspective and against a professional biographical background. Overall, he concludes his paper with perspectives for the future of media education between theory and educational practice
Pedagogical Making at a Highschool in a Socially Deprived Location: Eine Fallstudie
Im vorliegenden Beitrag wird der These nachgegangen, dass die Definition und die praktische Umsetzung von Maker Education im schulischen Kontext durch die Schulkultur der Einzelschule wesentlich mitgeprägt wird und dies zu unterschiedlichen Ausprägungen von Making führt. Dazu wurden nicht-standardisierte Interviews mit jeweils einem Lehrer und einer Person aus der Schulleitung einer Gesamtschule in einer sozialräumlich deprivierten Lage geführt. Die Daten wurden mit der rekonstruktiv-interpretativen Grounded Theory Methodology analysiert. Dabei wurde die Schulkulturtheorie zur theoretischen Sensibilisierung genutzt. In der Fallrekonstruktion zeigt sich, dass bestimmte Aspekte der imaginären Anspruchskultur der Maker Education wie individualisiertes und selbstbestimmtes Lernen nur unzureichend auf wesentliche Strukturprobleme der Schule bezogen werden können. Seitens des Lehrers führt dies zu einer ambivalenten Positionierung gegenüber dem Postulat des selbstbestimmten Lernens. Zudem ist in diesem Fall eine Stigmatisierung der Schule und des Stadtteils als mögliches Hindernis für gelingendes Lernen zu berücksichtigen. Das integrativ ausgerichtete pädagogische Leitbild des Praktischen Lernens nimmt Bezug auf dieses Anerkennungsdefizit sowie Disziplinierungsprobleme. Eine Anschlussfähigkeit des imaginären Entwurfs der Maker Education an das dominante schulkulturelle Deutungsmuster (den «Schulmythos») des Praktischen Lernens konnte festgestellt werden.In this article, the thesis is pursued that the definition and practical implementation of Maker Education in the school context is significantly influenced by the school culture of the individual school and that this leads to different forms of Making. For this purpose, non-standardized interviews were conducted with one teacher and one person from the school management at a highschool in a socio-spatially deprived location. The data were analyzed using the reconstructive-interpretative Grounded Theory Methodology. School culture theory was used as a theoretical sensitization. The case reconstruction shows that certain aspects of the imaginary aspirational culture of Maker Education, such as individualized and self-determined learning, can only insufficiently be related to essential structural problems of the school. On the part of the teacher, this leads to an ambivalent positioning towards the postulate of self-determined learning. Moreover, in this case a stigmatization of the school and the district as an obstacle to successful learning has to be taken into account. The integrative pedagogical model of practical learning refers to this recognition deficit as well as disciplinary problems. The connectivity of the imaginary design of Maker Education to the dominant school-cultural pattern of interpretation (the «school myth») of practical learning could be established
Critique of Aesthetics and Aesthetics of Critique: Media Education Between Mediation and Investigation in the Intermediary of Reason and Imagination
Der Beitrag diskutiert die Rolle von Kritik und Ästhetik in der Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik. Darüber hinaus wird ein Modus von Kritik als «Konstellative Bildungstheorie» entwickelt und vorgestellt, der darauf zielt, zwischen Urteils- und Einbildungskraft zu vermitteln und diese zu fördern, was ebenfalls als zentrale Aufgabe einer (Medien)Pädagogik begründet wird.The article discusses the role of critique and aesthetics in educational science and media education. In addition, a mode of critique is developed and presented as a «constellative theory of education», which aims to mediate between judgment and imagination and to promote these. Furthermore this is also established as a central task of (media) education
Hack your Curricula: Making in Interdisciplinary Projects
Um Making auch im Fachunterricht, der einen hohen Lehrplanbezug aufweist, umsetzen zu können, ist aus Sicht einer Lehrperson eine Öffnung des Unterrichts, verbunden mit dem schrittweisen Verlassen der ‹curricularen Komfortzone›, notwendig. Diese Öffnung kann auf verschiedene Arten wie Making im fächerübergreifenden Unterricht, Making im Projektbasierten Lernen (PBL) und ‹Making Vanilla› mit jeweils unterschiedlicher Distanz zur ‹curricularen Komfortzone› und unterschiedlicher Berücksichtigung vorgegebener Lernziele stattfinden. Es ist empfehlenswert, die Sichtbarkeit der Lernziele im Making im Voraus zu überdenken. Ob die Lernziele versteckt, offen, oder beliebig montiert sind, legt die Mitbestimmungsfähigkeit der Schüler:innen beim Making bereits in der Vorbereitung des Unterrichtsvorhabens, aber auch den Lehrplanbezug selbst fest. Um einen gemeinsamen Standpunkt zum Making zu definieren, eignen sich verschiedene Vorgehensweisen zum Verbinden der Lernziele aus verschiedenen Fachbereichslehrplänen. Offensichtliche Querverweise zu Lernzielen, gleiche Themen für Lernziele, ähnliche Operatoren in Lernzielen und zufällige Kombinationen von Lernzielen bieten unterschiedlich kreative, für die Lehrperson auch unterschiedlich ‹komfortable›, problemorientierte Fragestellungen für Making-Vorhaben und -Projekte an. Methoden des Design Thinking sind gut geeignet, solche problemorientierten Fragestellungen zu finden, seien es Alltagsphänomene oder andere authentische Probleme.In order to be able to implement Making in subject lessons, which have a high curricular relevance, it is necessary for teachers to open up their lessons and gradually leave the ‹curricular comfort zone›. This opening can take place in different ways, such as Making in interdisciplinary teaching, Making in project-based learning (PBL), and ‹Making Vanilla›, each with a different distance to the ‹curricular comfort zone› and different consideration of given learning goals. It is advisable to think about the visibility of the learning objectives in Making activities in advance. Whether the learning objectives are hidden, open, or arbitrarily mounted, determines the co-determination of the students in Making already in the preparation of the project. To define a position on cross-curricular Making, different approaches to linking learning objectives from different subject area curricula are suitable. Obvious cross-references to learning objectives, same topics for learning objectives, similar operators in learning objectives, and random combinations of learning objectives offer differently creative, and for the teacher also differently ‹comfortable›, problem-oriented questions for Making activities. Design Thinking methods are well suited to find authentic, problem-oriented questions.
‹Every night Instagram, TikTok, YouTube›: The Digital Media Diary as a Qualitative Method for Researching the Media Activities of Young People
Im Zuge von Mediatisierung und Digitalisierung nehmen digitale Medien im Alltag junger Menschen eine zentrale Rolle ein. Gleichzeitig gerät das klassische Methodenrepertoire der Kinder- und Jugendmedienforschung zunehmend an seine Grenzen, wenn es darum geht, die medial durchdrungenen Lebenswelten empirisch zu untersuchen. Diesen Bedarf an methodischer Innovation greift der Beitrag auf, indem er ein qualitatives digitales Tagebuchverfahren zur Erforschung des subjektiven Medienalltags junger Menschen vorstellt und diskutiert. Nach einer Einführung in das Medientagebuch als Forschungsinstrument wird seine konkrete Umsetzung im Forschungsprojekt DigiPäd 24/7 – Digitalisierung in Heimen und Internaten in den Blick genommen. Dort wurden im Rahmen eines qualitativen Multi-Methods-Designs über dreissig Kinder und Jugendliche ethnografisch begleitet und führten im Zuge dessen auch digitale Medientagebücher. Zentrales Element war dabei eine Messengersoftware, die das leitfadengestützte Erstellen von Beiträgen per Sprachnachricht sowie deren Kontextualisierung über den Einsatz von Emojis ermöglichte. Die Tagebucheinträge wurden in einem mehrstufigen Verfahren angefertigt und teils durch Gespräche begleitet. Insgesamt liefert das eingesetzte Verfahren profunde Einblicke in die Medienpraktiken und -repertoires der jungen Menschen in den Einrichtungen. Im Fokus des Beitrags stehen die Darstellung der entwickelten Methode im Kontext des Projekts sowie ihre Potenziale und Limitationen.In the course of mediatization and digitalization, digital media play a central role in young peopleʼs everyday lives. Simultaneously, the traditional repertoire of methods in child and youth media research is increasingly reaching its limits when it comes to taking an empirical look at the media-permeated lifeworlds. The article addresses this need for methodical innovation by presenting and discussing a variant of the qualitative method of the digital diary for researching the subjective everyday media life of young people. After introducing the media diary as a research method, the article presents its practical implementation in the research project DigiPäd 24/7 – Digitalization in children’s homes and boarding schools. There, as part of a qualitative, multi-methods design, more than thirty children and adolescents were ethnographically accompanied and in the course of this also kept digital media diaries. Their central element was a messenger software that enabled the guideline-based creation of entries via voice messages and their contextualization using emojis. The diary entries were made in a multi-stage process and partly accompanied by interviews. Overall, the method applied provides profound insights into the media activities and repertoires of the young people living in the facilities. The article focuses on the presentation of the developed method in the context of the project as well as its opportunities and limitations
Making contradictory requirements visible: Impulses of post-digital analyses using the example of the YouTube beauty community
Soziale Plattformen und insbesondere Beauty Content – also Beiträge, in denen Praktiken des Schönheitshandelns thematisiert werden – generieren pädagogische Aufmerksamkeit im Schnittpunkt von Gender- und Medienpädagogik. Damit bietet die Beauty Community in zweierlei Hinsicht Ansatzpunkte für die Frage nach postdigitalen Impulsen für die Pädagogik: Zum einen ist sie Gegenstand pädagogischer Arbeit, zum anderen ein neuer sozialer Raum, der komplexe Analysen der Performances und Aushandlungen sozialer- und Geschlechterordnungen ermöglicht. In diesem Beitrag werden die Befunde einer geschlechtersoziologischen Studie der YouTube Beauty Community (Richter 2021) im Hinblick auf die Frage nach pädagogischen Implikationen postdigitaler Kultur gelesen. Dafür werden zunächst pädagogische Problematisierungen der Beauty Community dargelegt und anschliessend durch ausgewählte Befunde der fokussierten Studie kontrastiert, um eine produktive Perspektive auf diese Probleme zu erarbeiten: Die Akteur:innen der Community werden darin sichtbar als in Widersprüchen verortet, die Herstellung von Souveränität wird als zentraler Wert verhandelt. Pädagogische Implikationen postdigitaler Kultur, so wird abschliessend argumentiert, liegen im analytischen Potenzial der Untersuchungen digitaler Arenen, das sowohl für die Erforschung gegenwärtiger gesellschaftlicher Transformationen als auch als Grundlage für pädagogisches Handeln eingesetzt werden kann – nicht zuletzt in Bezug auf Herausforderungen, die mit der Entstehung und Etablierung dieser neuen Arenen und ihrer Ausbreitung einhergehen.Social platforms and in particular beauty content, i.e. posts in which beautification practices are thematised, evoke pedagogical attention situated in the intersection of gender and media pedagogy. The beauty community thus allows to approach to the question of post-digital pedagogy in two respects: On the one hand, it is the object of pedagogical work and interventions, and on the other hand, it is a new social space that enables complex analyses of performances and negotiations of social and gender orders. In this article, the findings of a gender-sociological study of the YouTube beauty community (Richter 2021) are read with regard to the question of the pedagogical implications of post-digital culture. For this purpose, pedagogical problematizations of the beauty community are first presented and then contrasted with selected findings of the focused study in order to develop a productive perspective on these problems: The actors of the community appear situated in contradictions, the production of sovereignty is negotiated as a central value. Post-digital pedagogy, it is argued in conclusion, appears characterised by the analytical potential of studies of digital arenas, which can be used both for studying complex contemporary social transformations and as a basis for pedagogical action – not least in relation to challenges that arise with these new arenas
Teachers in the Area of Tension between Acquiring and Teaching Digital Competences: A DigikoS Support Program to Promote Digital Teaching
Die fortschreitende Digitalisierung prägt die Bildungswelt und erfordert von Lehrenden spezifische digitale Kompetenzen, die über traditionelle didaktische Kernkompetenzen hinausgehen und diese erweitern. Lehrende sind dazu angehalten digitale Medien zielgerichtet in der Lehre einzusetzen und gleichzeitig die digitalen Kompetenzen der Studierenden zu fördern. In dem Beitrag wird untersucht, wie Lehrende durch den Umgang mit dem Learning Management System (LMS) ILIAS diesen Anforderungen gerecht werden können. Im Rahmen des Verbundprojekts «DigikoS – Digitalbaukasten für kompetenzorientiertes Selbststudium» wurde hierfür eine Toolbox entwickelt, die Lehrende situativ und bedarfsorientiert unterstützen soll. Die zentrale Fragestellung des Artikels bezieht sich auf die Inhalte der Toolbox: Es galt herauszufinden, welche Lernangebote notwendig sind, um die digitalen Kompetenzen von Lehrenden für ihre digital gestützte Lehre sowie im Rahmen der Nutzung des LMS ILIAS zu erweitern. Zusätzlich wird dabei die Förderung der digitalen Kompetenzen sowie der Selbstlernkompetenz Studierender näher betrachtet, da diese wesentlich für ein erfolgreiches Lernen mit digitalen Medien sind. Hierfür erfolgt zunächst eine Vorstellung der Kompetenzanforderungen, welche durch Erfahrungen aus der Lehrpraxis ergänzt werden. Aus diesen Ergebnissen werden abschliessend die Inhalte der Toolbox abgeleitet. Der Beitrag bietet einen Einblick in die komplexe Thematik digitaler Kompetenzen in der Hochschullehre.Advancing digitalisation is shaping the world of education and requires teachers to have specific digital skills that go beyond traditional didactic core competencies and expand them. Teachers are required to use digital media in a targeted manner in their teaching and at the same time promote students’ digital skills. This article examines how teachers can fulfil these requirements by using the Learning Management System (LMS) ILIAS. As a part of the joint project «DigikoS – Digital Toolbox for competence-oriented self-study», a toolbox was developed to support teachers in a situational and needs-orientated manner. The central question of the article relates to the contents of the toolbox: The aim was to find out, which learning opportunities are necessary to expand the digital skills of teachers for their digitally supported teaching and in the context of using the LMS ILIAS. In addition, the promotion of digital competences and the self-learning skills of students is examined in more detail, as these are essential for successful learning with digital media. For this purpose, the competence requirements are first presented, which are supplemented by experiences from teaching practice. Finally, the contents of the toolbox are derived from these results. The article offers an insight into the complex topic of digital competences in university teaching
Design as the Past, Present and Future of Media Education: Zeitgeists, Affordances, and Pedagogical Imaginaries Inscribed in Digital Technologies
Relevant für die Medienpädagogik ist Design, weil es über die Gestaltung von Medien und Prozessen Strukturen des Handelns und Denkens konfiguriert und hervorbringt. Insbesondere das Interaktionsdesign digitaler Technologien ruft bestimmte Nutzer:innen an, macht Identitätsangebote und offeriert Sinndeutungen und Gesellschaftsentwürfe. In dem Beitrag werden aus designhistorischer Perspektive die programmatischen Gesellschaftsentwürfe und pädagogischen Imaginationen von der Industrialisierung bis zur heutigen Zeit nachverfolgt. In der Industrialisierung wuchsen erste Ideen einer planerisch-materiellen Sequenzierung von Denken und Handeln, die sich dann unter anderem in Strömungen des Bauhauses als Ordnung von Lebenswelten weiterentwickelt. Später kamen mit kybernetischen Ansätzen die Steuerungsprogrammatiken von Verhalten und Gesellschaft durch Technologien hinzu und vermischten sich darauffolgend mit Individualisierungsbestrebungen, der Gestaltung von Erlebniswelten und der Idee, dass Computertechnologie das Denken unterstützen sollte. Die Affordanzen digitaler Technologien – also Sinnangebote und nahegelegte Gebrauchsweisen – spitzen sich in der Delegation der Ordnung und Steuerung sozial-kultureller Lebenswelten immer weiter zu und jene sollen sich qua Design unmerklich durch nutzerfreundliches Design in den Alltag einschmiegen. So werden in stiller Anwesenheit digitaler Technologien eingeschriebene Subjekt- und Gesellschaftsentwürfe unmerklich in der Praxis mithilfe von Technologien aktualisiert. Eine medienpädagogische Möglichkeit, darauf zu reagieren, wird in dem Beitrag mit dem kritischen Design formuliert. Diese zielt darauf ab, die den digitalen Technologien innewohnenden Affordanzen sichtbar und diskutierbar zu machen. Als medienpädagogische Analysemethode und Praxis ist das kritische Design eine Möglichkeit, gestalterisch-kreativ die in Technologien eingeschriebenen Werte und Gesellschafts- und Subjektentwürfe zu analysieren und darauf basierend, unterschiedliche Zukünfte anhand von fiktiven Design-Artefakten und Narrativen aufzuzeigen.Design plays a crucial role in media education because it configures and establishes frameworks for action and thought through the deliberate arrangement of media and processes. Particularly, interaction design of digital technologies imagines and addresses specific user groups, fosters identity constructs, and offers meanings and concepts of society. This article adopts a design-historical perspective to explore the evolution of programmatic social designs and pedagogical visions from the era of industrialization to the present. The onset of industrialization sparked the initial concepts of planned, material sequencing of thought and action. These concepts subsequently evolved into the organization of living environments, as exemplified by the Bauhaus movement. Afterwards, cybernetic methodologies enhanced the programming of societal and behavioral control through technologies, which then converged with efforts towards individualization, designing worlds of experience, and the concept that computer technology should augment cognitive processes. The affordances of digital technologies – defined as the implied meanings and suggested uses – are increasingly prominent in their role of subtly orchestrating and controlling socio-cultural realms, seamlessly integrating into everyday life through user-friendly designs. Within this framework, digital technologies perpetually and unobtrusively update subject and social constructs in practice. In response to these developments, the article advocates for critical design as a media pedagogical strategy. This approach aims to illuminate and critically discuss the affordances embedded in digital technologies. As a method and practice in media education, the critical design facilitates the creative examination of the values and social concepts encoded within technologies. By leveraging fictional design artifacts and narratives, it proposes various future scenarios, encouraging a reimagining of technology’s role in society
Artificial Intelligence in the Context of Competencies, Assessment and Instructional Design: Old and New Questions of Practices and Design
Der Beitrag untersucht Auswirkungen und Fragestellungen von generativen Sprachmodellen, einer Form der Künstlichen Intelligenz (KI), in den Bereichen von Kompetenzen, Prüfungen und Lehr-Lern-Szenarien. Wir diskutieren, inwiefern KI neue Kompetenzen erfordert, Kompetenzen an Relevanz verlieren und Kompetenzen verloren gehen. Die teilweise veränderten Kompetenzen wirken auch auf die Prüfungsgestaltung: Es stellt sich die Frage, wo KI aus Prüfungen ausgeschlossen und wo sie bewusst eingeschlossen werden sollte. Beide Entscheidungen haben Einfluss auf die Zuverlässigkeit und Alltagsnähe der Prüfungen. KI wirkt hier als Verstärker bestehender Fragen und Problemstellungen. Im Bereich der Lehr-Lern-Szenarien eröffnet KI Lernenden die Möglichkeit, Lernmedien selbst zu adaptieren. Darüber hinaus kann KI als weiterer Akteur in Lehr-Lern-Settings hinzukommen und es stellen sich Fragen, wie dies die soziale Situation des Lernens verändern kann. Im Sinne des Constructive Alignment argumentiert dieser Beitrag, dass KI nicht isoliert, sondern didaktisch verschränkt in Kompetenzen, Prüfungen und Lehr-Lern-Szenarien integriert werden muss. Für die Diskussion und Exploration der sich daraus ergebenden Fragen brauchen Bildungsinstitutionen Offenheit und Experimentierräume.This article examines the impacts and issues of generative language models, a form of artificial intelligence (AI), in the areas of competencies, assessments, and instructional design. We discuss to what extent AI requires new competencies, makes competencies lose relevance, and leads to the loss of competencies. Changes in competencies also affect the design of assessment scenarios: The question arises as to where AI should be excluded from assessments and where it should be deliberately included. Both decisions have an impact on the reliability and practical relevance of the assessment. Here, AI acts as an amplifier of existing questions and issues. In the area of instructional design, AI offers to learners the possibility to adapt learning media to their own needs. Furthermore, AI can participate as an additional actor in instructional settings, raising questions about how this can change the social situation of learning. Following the view of constructive alignment, this article argues that AI should not be discussed in an isolated way, but integrated into competencies, assessments and instructional designs in a holistic way. Educational institutions need openness and room for experimentation to discuss and explore the resulting questions