Sammelpunkt. Elektronisch archivierte Theorie
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White Look-Alikes: Mainstream Culture Adoption Makes Immigrants “Look” Phenotypically White
White Americans generally equate “being American” with “being White.” In six studies, we demonstrate that White Americans perceive immigrants who adopt American mainstream culture as racially White and, reciprocally, perceive White-looking immigrants as assimilating more. In Studies 1 and 2, participants visually represented immigrants who adopted U.S. culture by acculturating to mainstream American culture or by holding a common or dual identity as more phenotypically White and less stereotypic in appearance. In Studies 3 and 4, these processes explained why participants were less likely to racially profile immigrants but also regarded them as less qualified for integration support. In Study 5, participants perceived light skin to fit to high U.S. culture adoption and dark skin to low U.S. culture adoption. Finally, in Study 6, light-skinned immigrants were seen as less threatening because they were perceived as assimilating more. Immigrants’ acculturation orientation and appearance interact and shape how they are evaluated
Maßstab und Regel. Ein Berührungspunkt zwischen Hegel und Wittgenstein
Hegel und Wittgenstein untersuchen Wissensformen, die „Phänomenologie des Geistes“ verfolgt die Entfaltung des „natürlichen Bewusstseins“, die „Philosophischen Untersuchungen“ beziehen sich auf das Alltagsverständnis als Regulativ der Kritik an der herkömmlichen Philosophie. Am Beispiel der Messpraxis, die beide Philosophen als regelgeleitetes Verfahren betrachten, lassen sich Affinitäten zwischen ihnen zeigen. Sie implizieren eine vergleichbare Sicht dynamischer Erfahrungsprozesse, verschwinden aber, wenn es darum geht, ihnen eine Richtung zuzuweisen
Kausales Wissen als Algorithmus. Eine rekursive Prozedur in David Humes "Treatise of Human Nature"
Ausgangspunkt dieser Untersuchung war die Beobachtung, dass Hume die Kausalrelation zunächst als drittes Assoziationsprinzip neben Ähnlichkeit und räumlicher / zeitlicher Nähe nennt - bei der Erklärung von Kausalität dann aber erneut auf spezifischere Formen von Ähnlichkeit und Nähe zurückgreift. Diese schleifenartige, rekursive Struktur, die sich durch Humes gesamte Epistemologie zieht, soll transparent gemacht werden. Kap. 1 befasst sich mit den Elementen von Kausalrelationen. Kap. 2 ruft allgemeine Probleme des Ursache-/Wirkungsbegriffs in Erinnerung. Kap. 3 analysiert Humes Position im "Treatise" unter Berücksichtigung der Forschungslage. Kap. 4 erläutert die Begriffe von Rekursion und Selbstreferenz. Kap. 5 übersetzt Humes Theorie mithilfe der in der Informatik gängigen Flowcharts in einen Algorithmus. Kap. 6 diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen eines solchen Ansatzes in Bezug auf einige aktuelle Positionen in "cognitive science" und Psychologie
Gewissenserforschung an Drohnen
Der „Vienna Summer of Logic“ 2014 (Vienna 2014) war für die internationale Forschergemeinschaft in formaler Logik und Künstlicher Intelligenz-Forschung ein Großereignis. Zum Programm gehörten auch Gespräche kontroversen Inhalts von öffentlichem Interesse. Eines von ihnen trug einen speziell provokanten Titel: „Drones with a guilty conscience: the ethics of Artificial Intelligence“. Die science-fiction-Pointe diente dazu, Aufmerksamkeit zu erwecken. Es fragt sich, ob man ihr einen belastbaren philosophischen Gehalt abgewinnen kann. Der folgende Beitrag nimmt die Provokation auf und versucht, sie in überschaubare Bahnen zu lenken. Nach der Exposition werden zwei Optionen vorgestellt, ihr die Spitze zu nehmen. Es folgt eine „Erinnerung“, welche die anscheinend brandneue Frage in einen historisch-philosophischen Kontext stellt. Zuletzt wird das Stichwort Gewissen aufgenommen und gefragt, was sich „gewissenhaft“ zu den Streitpunkten der exponierten Kontroverse sagen lässt
Digitalität, Diversität
Dieses Arbeitspapier erläutert einen philosophischen Begriff des Digitalen anhand von Definitionen aus dem 20. nachchristlichen und einer Denkfigur aus dem 5. vorchristlichen Jahrhundert. Es stellt dar, wie ein gedankliches Manöver die begriffliche Verwegenheit der Denkfigur abmildert und bemerkt abschließend, dass Digitalität und Digitalisierung weniger miteinander zu tun haben, als es ihre Namensähnlichkeit vermuten lässt
Meat eaters by dissociation: How we present, prepare and talk about meat increases willingness to eat meat by reducing empathy and disgust
Sinnangebote. Kolonisierungsnarrative in vier global orientierten Philosophiegeschichten: Jaspers, Störig, Mall & Hülsmann, Holenstein
Ganz im Sinne der von Hayden White in Metahistory vorgelegten Theorie, untersucht der Autor folgender Arbeit anhand von vier exemplarisch ausgewählten, global orientierten Philosophiegeschichten Narrative geistig-kultureller Assimilationsprozesse im Zuge und in der Folge kolonialer Machtstrukturen als nicht-widerlegbare Sinnangebote, die uns historische Prozesse überhaupt erst verständlich und zugänglich machen. Dabei werden in einem ersten Kapitel die untersuchten Werke kurz vorgestellt: Karl Jaspers' Vom Ursprung und Ziel der Geschichte (1949), Hans-Joachim Störigs Weltgeschichte der Philosophie (1950ff), Die drei Geburtsorte der Philosophie von Ram-Adhar Mall und Heinz Hülsmann (1989) und nicht zuletzt: Elmar Holensteins Philosophie-Atlas. (2004) Nach einer einleitenden Auseinandersetzung mit der White'schen Theorie (Kap. 2), folgt eine Analyse der ideal-typischen Strukturen der untersuchten Historiographien, also der Kriterien, an denen der Autor sein eigenes Werk misst. (Kap. 3.) Wenn dies geleistet ist, wird der Autor versuchen die narrative Strukturen herausarbeiten, nach der die verschiedenen Werke sich richten (Kap. 4) und explizieren, welche ideologischen Implikationen sie haben. (Kap. 5) Danach können die eine historische Untersuchung überhaupt erst ermöglichenden, sog. präfigurativen Akte der jeweiligen Historiker identifiziert werden. (Kap. 6) Die Arbeit schließt mir einer vergleichenden Darstellung der Quellentexte und einer kurzen Bemerkung zur Bedeutung der Untersuchungsergebnisse für das Projekt eine egalitäre philosophische Debatte auf globaler Ebene zu ermöglichen
Beruhigung und Beunruhigung. Über den Umgang mit Unsicherheit bei Epikur und in der Philosophie der Orientierung
Epikurs Philosophie ist Ausdruck seines Ringens um Orientierung. Es geht ihm nicht um ein abstraktes, theoretisches, auf Wahrheiten basierendes Lehrsystem, sondern um die Praxis eines gelingenden Lebens. Durch nüchterne Planung und Einsicht in die Abläufe der Natur will er Ängste vermeiden und eine sichere Orientierung auch im Umgang mit dem Ungewissen gewährleisten. Der Epikureismus lässt sich mit grundlegenden Begriffen und Konzepten der Philosophie der Orientierung deuten, darunter Vertrauen, Autorität, Plausibilität, Paradoxien, Orientierung in Routinen und Orientierung durch Achtung und Planung.
In: Andrea Bertino / Ekaterina Poljakova / Andreas Rupschus / Benjamin Alberts (Hg.), Zur Philosophie der Orientierung, Berlin / Boston 2016, S. 33–48
Has ‘Modernity’ Shown All Arguments for the Existence of God to be Wrong?
Review of: T. Buchheim, F. Hermanni, A. Hutter, C. Schwöbel Gottesbeweise als Herausforderung für die moderne Vernunft [Proofs for the Existence of God as a Challenge to Modern Reason], Tübingen: Mohr Siebeck