Sammelpunkt. Elektronisch archivierte Theorie
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    Die Wahrheit erlügen – Biographie an der Schwelle von Dichtung und Wahrheit

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    László F. Földényi, einer der führenden intellektuellen Ungarns, hielt am 13. Juni 2017 im Wien Museum die 7. Carl E. Schorsche Lecture. Veranstalter war das IFK, das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften. In seinem Vortrag geht László F. Földényi der Frage nach, warum die Gattungen der Biographie und Autobiographie so tief in der europäischen Kultur verwurzelt sind

    „Wahrheit“ im Triangel. Lacan – Badiou – Wittgenstein

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    1970 kommt Jacques Lacan im Seminat XVII „Die Kehrseite der Psychoanalyse“ auf Ludwig Witttgenstein zu sprechen. 1993 bezieht sich Alain Badiou in einer Vorlesung über Wittgenstein als Anti-Philosophen auf diesen Kommentar. Die beiden Positionen, aufgebaut gegenüber Wittgensteins Tractatus, bilden ein Dreieck, zwischen dessen Eckpunkten Zitate, Erklärungen, Unterstellungen und Projektionen zirkulieren. Der folgende Lokalaugenschein gliedert sich in drei Themenkomplexe.. Einleitend wird dargestellt, welche Themen Badiou in seiner Vorlesung aus Lacans Bemerkungen hervorhebt. Dann wird gefragt, wie sich diese französische Achse zur konventionellen Lesart des TLP im Rahmen der deutsch- und englischsprachigen Wittgensteinforschung verhält. Die Beziehung ist kontrovers. Darum wird abschließend gefragt, ob und was aus diesem Dreieck zu lernen ist

    Wieviel Kant steckt in ›Wilhelm Meisters Lehrjahren‹? – Eine Recherche zu Vernunft und Mündigkeit

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    Die Verknüpfung mit einem – konkret Kant verschriebenen – Verständnis von Aufklärung erscheint im Falle der beiden Wilhelm-Meister-Romane Johann Wolfgang von Goethes zunächst mehr als naheliegend. Goethe selbst hat sie in den ›Wanderjahren‹ ausdrücklich herstellt: »Kant hat uns aufmerksam gemacht, daß es eine Kritik der Vernunft gebe, daß dieses höchste Vermögen, was der Mensch besitzt, Ursache habe, über sich selbst zu wachen«. Sowohl über die ›Lehrjahre‹, in denen Kant nicht explizit aufgerufen wird, als auch über die wesentlich später entstandenen ›Wanderjahre‹ erstrecken sich wiederholte Bezugnahmen auf »Vernunft« und »Verstand« – mal alltagssprachlich, mal philosophisch verankert. Wenn zudem die ›Lehrjahre‹ als Bildungsroman aufzufassen sind, dann kann in der Tat ein Kantbezug nicht nur assoziativ oder dekorativ aufscheinen, sondern er müsste substantiell wirken. Habermas verweist für diesen Roman auf die Anlage eines synthetisierend angelegten Personenverständnisses als »gebildet[e] Persönlichkeit« im Sinne der neuhumanistischen »Idee der sich frei entfaltenden Persönlichkeit«. Vorliegender Aufsatz untersucht, inwiefern sich die Figur des Wilhelm Meister in den ›Lehrjahren‹ tatsächlich als vor dem Hintergrund eines Kant’schen Konzepts von Aufklärung und des Primats von Vernunft und Mündigkeit entfaltet begreifen lässt. Beschließend ergibt sich die Feststellung, dass Wilhelm sein »Glück« wohl nicht mit eigener Aufklärung und Mündigkeit erreicht hat oder mit diesen vertauschen möchte: Sein Modus bleibt die dankbare Affirmation

    Zögern in der Kaiserstadt: Grillparzer. Ein Gespräch mit Walter Seitter

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    Während die Philosphie im neuzeitlichen England, Frankreich, und Deutschland blühte, beschränkte sie sich im Habsburgerreich auf einen scholastischen, gegenreformatorischen Lehrbetrieb. Erst im 19. Jahrhundert begann sich das zu ändern. Walter Seitter beschreibt die Umstände im Gespräch mit Herbert Hrachovec. Im Mittelpunkt stehen die philosophischen Ansätze Franz Grillparzers, die sich zum Beispiel in seiner "Libussa" studieren lassen

    Epochendenken in der Philosophiegeschichtsschreibung

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    Zwischen 1960 und 2000 beschränkten sich viele deutsch- sprachige Philosophieprofessoren auf Philosophiegeschichts- schreibung, sie verteidigten nicht ihre eigenen Antworten auf philosophische Fragen. Dieser Aufsatz legt dar, wie die Annahme der Existenz von Epochen ein Grund für diese Beschränkung ist, und plädiert dafür, daß die Suche nach Antworten auf die philosophischen Fragen auch heute durch nichts ersetzt werden kann und soll

    Kollektive Identitäten und plurale Zugehörigkeiten. Über die Einbettung von kollektiver Identität in der Philosophischen Anthropologie von Helmuth Plessner

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    Angesichts zeitgenössischer Koketterien, nicht zuletzt von Seiten diverser evolutionstheoretischer Erklärungsansätze, den Gegenstandsbereich menschlichen Kulturschaffens auf seine ‚biologischen Ursachen‘ zu reduzieren, dürfte die Besinnung auf eine zwischenzeitlich in Vergessenheit geratene Denkrichtung der deutschsprachigen Philosophie, welche den Menschen grundsätzlich in seiner Verschränkung als ‚Natur-‘ und ‚Kulturwesen‘ zu begreifen versucht, angebracht sein, um philosophisch fundiert ‚vom Menschen her‘ die Eigenständigkeit von Soziologie und Kulturwissenschaft vor biologistischen Übergriffen zu verteidigen. Die Denkrichtung welche dies zu leisten imstande ist, ist die Philosophische Anthropologie. In vorliegender Arbeit soll deshalb die als ‚kollektiv‘ verfasst rekonstruierte menschliche Identitätsbildung im Mittelpunkt stehen und anhand derer theorieinterner Verarbeitung in der philosophisch-anthropologischen Konzeption von Helmuth Plessner der Versuch unternommen werden, die erwähnte Verschränkung in naturphilosophischer, sozialphilosophischer und geschichtsphilosophischer Hinsicht zu begründen. Dabei soll nicht zuletzt eine Annäherung an dem Gegenstandsbereich der Kulturalität erfolgen, um wegen der naturphilosophisch erarbeiteten Grundlage zugleich eine Andeutung davon zu geben, inwiefern gerade solche Lebensformen, welche ihr Zusammenleben über ‚kollektive Identitäten‘ organisieren, volle soziologische und kulturwissenschaftliche Beachtung verdienen. Zwar wird in dieser Arbeit lediglich eine Ausgangsbasis geschaffen, die erst noch mit den zeitgenössischen Erfahrungswissenschaften abgeglichen werden müsste, um die Geeignetheit der philosophisch-anthropologischen Kategorien als Rahmentheorie zu belegen, aber ein erster Schritt dürfte damit getan werden, der gerade weil er an der Schnittstelle zwischen Verhaltensforschung und soziokulturellem Schaffen liegt, für beide Seiten, also für Wissenschaften welche den Menschen vorrangig als ‚Naturwesen‘ und für diejenigen welche den Menschen vorrangig als ‚Kulturwesen‘ begreifen, einen gemeinsamen Ansatzpunkt bietet

    Wieviel Kant steckt in ›Wilhelm Meisters Lehrjahren‹? – Eine Recherche zu Vernunft und Mündigkeit

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    Die Verknüpfung mit einem – konkret Kant verschriebenen – Verständnis von Aufklärung erscheint im Falle der beiden Wilhelm-Meister-Romane Johann Wolfgang von Goethes zunächst mehr als naheliegend. Goethe selbst hat sie in den ›Wanderjahren‹ ausdrücklich herstellt: »Kant hat uns aufmerksam gemacht, daß es eine Kritik der Vernunft gebe, daß dieses höchste Vermögen, was der Mensch besitzt, Ursache habe, über sich selbst zu wachen«. Sowohl über die ›Lehrjahre‹, in denen Kant nicht explizit aufgerufen wird, als auch über die wesentlich später entstandenen ›Wanderjahre‹ erstrecken sich wiederholte Bezugnahmen auf »Vernunft« und »Verstand« – mal alltagssprachlich, mal philosophisch verankert. Wenn zudem die ›Lehrjahre‹ als Bildungsroman aufzufassen sind, dann kann in der Tat ein Kantbezug nicht nur assoziativ oder dekorativ aufscheinen, sondern er müsste substantiell wirken. Habermas verweist für diesen Roman auf die Anlage eines synthetisierend angelegten Personenverständnisses als »gebildet[e] Persönlichkeit« im Sinne der neuhumanistischen »Idee der sich frei entfaltenden Persönlichkeit«. Vorliegender Aufsatz untersucht, inwiefern sich die Figur des Wilhelm Meister in den ›Lehrjahren‹ tatsächlich als vor dem Hintergrund eines Kant’schen Konzepts von Aufklärung und des Primats von Vernunft und Mündigkeit entfaltet begreifen lässt. Beschließend ergibt sich die Feststellung, dass Wilhelm sein »Glück« wohl nicht mit eigener Aufklärung und Mündigkeit erreicht hat oder mit diesen vertauschen möchte: Sein Modus bleibt die dankbare Affirmation

    Arnold Berleant: Sinn und Sinnlichkeit

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    Der Doyen der Umwelt- und Sozialästhetik war erstmals zu Gast in Wien. Der US-amerikanische Philosoph Arnold Berleant war Ehrengast bei der internationalen Tagung „Hospitality and Mental Health“ an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien. In seinem Vortrag legte der Begründer der environmental aesthetics die Grundzüge seines Denkens dar. Berleant erläuterte die für ihn zentralen Begriffe der Sensibilität und des engagement und grenzte sich von Kant, Gadamer und den zeitgenössischen Naturästhetikern ab. Arnold Berleant wurde 1932 in Buffalo, New York, geboren, lehrte an der Long Island University und ist Past President der International Association of Aesthetics. Eine Sendung von Mădălina Diaconu mit Kompositionen von Arnold Berleant

    Wunder verletzen die Naturgesetze nicht

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    Einige versuchen, Wunder mit den Naturgesetzen vereinbar zu machen, indem sie „Wunder“ als etwas anderes als göttliche Eingriffe definieren. Dieser Aufsatz behauptet hingegen, daß Wunder die Naturgesetze nicht verletzen, obwohl sie göttliche Eingriffe sind. Wunder sind auch keine „Ausnahmen“ der Naturgesetze, noch treffen die Naturgesetze nicht auf sie zu. Naturgesetze haben nie Ausnahmen, sie werden nie verletzt oder ausgesetzt, sie sind wahrscheinlich notwendig und unveränderlich, und sie treffen auch auf göttliche Eingriffe zu. Wir sollten nicht unsere Vorstellung von Wundern, sondern unsere Vorstellung der Naturgesetze in Frage stellen. Die Hauptthese dieses Aufsatzes ist, daß Naturgesetze keine Abfolgeregelmäßigkeiten implizieren und daß deshalb Wunder die Naturgesetze nicht verletzen. Wir brauchen eine neue Theorie der Naturgesetze: die Tendenztheorie

    Freiheit und Regulierung, dargestellt am Beispiel zahnärztlicher Standespolitik im Wandel. Eine sozialphilosophische und systemtheoretische Untersuchung.

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    Dissertation zur Erlangung des Grades des Doktors der Philosophie an der Internationalen Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein, im Herbstsemester 2017 vorgelegt von Henning Richter, Köln

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