Sammelpunkt. Elektronisch archivierte Theorie
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Widerstand vor unserer Zeit: Österreich 1938-45
Stellen Sie sich ein Szenario vor. Zehntausende Bürgerinnen und Bürger demonstrieren. Sie schwenken die Nationalflagge und tragen Transparente: "Stoppt die Diktatur", "Wir sind das Volk". Auf welche Stadt tippen Sie? Auf Minsk unter Lukaschenko? Oder auf Wien, Anfang Dezember 2021? Beides trifft zu, das ist doch sehr verdächtig. Der Widerstand gegen staatliche Maßnahmen kann sich an äußerst unterschiedlichen Anlässen entzünden. Im Fall von Covid 19 sind auch Brandbomben und körperliche Attacken durch Demonstrierende dabei.
Die folgende Sendung wirft einen Blick zurück, als Widerstand gegen eine echte Diktatur geleistet wurde. Manfried Rauchensteiner war Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien und ist Träger zahlreicher wissenschaftlicher Auszeichnungen. Er spricht über die vielfältigen, häufig lebensgefährlichen Formen des Aufbegehrens gegen die Nazidiktatur.
Woran denken Sie bei der folgenden Beschreibung? "Über Nacht werden abertausende Menschen ohne Urteil interniert. Pauschal und ohne Gerichtsurteil." An die Massenverhaftungen unmittelbar nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland? Oder an die Vorschriften zur Eindämmung der Pandemie 2020-2021
Giorgio Agambens Behauptung einer erfundene Pandemie
Eine Vorlesung Herbert Hrachovec' beleuchtet die Situation, in der Giorgio Agamben am 26.2.2020 in einem Blogeintrag die These aufstellt, die Covid 19 Infektionen stellten keine Pandemie dar. Sie ist, gegeben sein unmittelbares Umfeld, plausibel, nicht jedoch mit Blick auf die folgenden Entwicklungen. Dennoch hat der Autor sie nicht zurückgenommen
Wahrheit
Der Begriff Wahrheit kennzeichnet lebenswichtige Aspekte humaner Kommunikation und, in anspruchsvollerem Gebrauch, einen idealen Anspruch auf Sachgerechtigkeit. Der Bedeutungsbogen des Terminus reicht von „wahren Behauptungen“ in Alltag und Wissenschaft bis zu Suggestivformen wie „wahres Leben“ oder „die ganze W.“. Er lässt sich nicht kontextfrei definieren, doch eine Redewendung trifft den Kern der Bedeutungsvielfalt: Jemand „sagt es, wie es ist“. Aristoteles zufolge ist es wahr, zu behaupten, Seiendes sei, Nicht-Seiendes hingegen nicht. Dieser epistemologisch-ontologische Ansatz ist vielfach abgewandelt worden. Die dabei auftretenden Divergenzen betreffen die Basisbestimmungen von W.; eine übergeordnete Frage gilt dem Begriffsfeld als solchem.
Welchen Beitrag leistet W. zum Selbstverständnis weltoffener, deliberativer Lebewesen? Aus diesem Kontext stammen die emphatisch-programmatischen Bestimmungen von W
Hermann Cohen am Breslauer Rabbinerseminar
Der Philosoph und jüdische Denker Hermann Cohen (1842-1918) bezog 1857 für vier Jahre das Jüdisch-theologische Seminar ‚Fraenckelscher Stiftung’ in Breslau. Am Seminar – Cohen nannte es später die „vornehmste Bildungsstätte meiner Jugend“ – lehrten bedeutende Vertreter der Wissenschaft des Judentums: Zacharias Frankel, Heinrich Graetz, Jacob Bernays, Manuel Joël u.a. Cohens philosophisches Profil v.a. der Religionslehre, einer eigenen Form von Wissenschaft des Judentums, wurde hier wesentlich vorbereitet. Vorgelegt wird eine archivalische Dokumentation, verbunden mit systematischen Erörterungen
Eine philosophische Untersuchung des Neuen Coronavirus
Das Neue Coronavirus (NCoV, SARS-CoV-2) verursacht bei durchschnittlich gesunden Menschen keine oder leichte grippale Symptome. Die schweren Symptome, die bei einigen NCoV-Infizierten auftreten, werden nur zum geringen Teil oder gar nicht durch das NCoV verursacht. Auch ein Laie kann das erkennen. Das heißt, wenn er einige Informationen sammelt und richtig darüber nachdenkt, sollte er das rationalerweise glauben. Die Wirkung des NCoV kann man nicht durch die Bestimmung der Letalitätsrate bestimmen, sondern nur durch eine Betrachtung der Fälle, in denen gesunde Menschen durch NCoV infiziert werden
Parmenides untersagt Nicht-Sein
Ein Gespräch zwischen Alfred Dunshirn, Christian Fermüller und Herbert Hrachovec über das Lehrgedicht des altgriechischen Philosophen. Es steht am Beginn der abendländischen Auseinandersetzung mit "dem Sein" und versucht zu zeigen, dass vom Nichts nicht wahrheitsgemäß die Rede sein kann. Das würde voraussetzen, dass es *ist*
Urbild, Paradigma, Regel
Regeln sind ausformulierte Handlungsanleitungen. Beide Aspekte, die Kodifizierung und die Leitfunktion, sind in der Analyse zu berücksichtigen. Diese Betrachtungsweise enthält allerdings einen Dualismus, den pragmatisch orientierte Philosophinnen ablehnen. Regeln sind ihnen zufolge das Ergebnis sozialer Verabredungen (Esfeld 2001), (Tietz 2004). Die Rede vom „Geist“ eines Gesetzes, oder von seinem „Buchstaben“ ist danach eine Abstraktion ohne operativen Wert. Eine „Mitte“ zwischen beiden sei für diese gelebten Konventionen kommunikativ operierender Gruppen entbehrlich. Ludwig Wittgensteins Konzept der Sprachspiele wird oft in diesem Sinn kommentiert. Sie können, als Lebensformen, erklären, vor welchem gemeinschaftlichen Hintergrund das Phänomen sich entwickelt (Boncompagni 2016), (Coliva 2010), (Moyal-Sharrock 2004)
Omnipräsenz/Telepräsenz
Die Omnipräsenz Gottes ist, ausgehend von einigen biblischen Belegstellen, in der mittelalterlichen Scholastik als eine seiner charakteristischen Eigenschaften herausgearbeitet worden. Im Symbol des „Auges Gottes“ ist diese Zuschreibung sinnfällig dargestellt. Die durch digitale Kommunikationstechnologien bewirkte Telepräsenz hat, informatisch betrachtet, damit nichts zu tun. Dennoch konnten Assoziationen zwischen den beiden Themenkreisen nicht ausbleiben. Analogien zwischen der göttlichen und der kybernetischen Allgegenwart drängten sich auf. Die Überwachung im Netz der Informationsgesellschaft erinnert unweigerlich an die uneingeschränkte Sichtbarkeit des Menschenlebens unter dem Blick des Schöpfers.
Um diese eigenartige Koinzidenz aufzuklären, werden die separaten Entwicklungen der beiden Motive nachgezeichnet und anschließend aufeinander bezogen. Es zeigt sich, dass ihre Zusammenstellung die Phantasie beflügelt, aber keiner ernsthaften Belastungsprobe standhält
Kranksein in der Epileptologie. Dieter Janz’ „Nebensachen“
Epilepsie als besondere Form des Krankseins war lebenslanges Thema des bedeutenden Arztes Dieter Janz (1920-2016). Sein letztes Buch "Nebensachen" ist eine knappe Summa und Autobiographie dieser Forschungsarbeit. Zentrale Bezugspunkte sind die Dichtung Dostojewskis und Raphaels Gemälde "Verklärung"
Widerspruch und Identität bei Cohen und Hegel. Schutz des Denkens vor Selbstvernichtung
Ein Vergleich zwischen Hermann Cohens "Logik der reinen Erkenntnis" und G. W. F. Hegels "Wissenschaft der Logik" in Bezug auf zwei iher jeweiligen Grundbegriffe