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"kann nicht schlafen" - ein Blick in die Gedankenwelt von Menschen mit intellektueller Behinderung am Beispiel des "Literaturpreises Ohrenschmaus"
Der Literaturpreis Ohrenschmaus als erster und bislang einziger österreichischer Literaturpreis für Menschen mit Lernbehinderung wird erstmals in dieser Ausführlichkeit beschrieben. Er zielt darauf ab, Menschen mit Lernbehinderung zum Schreiben und damit zum Artikulieren ihrer Gedanken und Gefühle zu animieren. Die Auszeichnung und Veröffentlichung ihrer literarischen Texte bestärkt sie einerseits in ihrem Können, das durch Zuschreibungen von außen vielfach angezweifelt wird. Andererseits bieten die Texte Einblicke in ihr Leben, die zur Sensibilisierung und Aufklärung nichtbehinderter Menschen beitragen. Menschen mit Behinderung und stärker noch Lernbehinderung sehen sich nach wie vor mit Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert. Als Kontrapunkt dazu verfolgt diese Diplomarbeit das Ziel, Vorurteile Menschen mit Behinderung gegenüber zu entkräften, ihre Lebensvielfalt zu betonen und dadurch zu einem positiveren Bild von Menschen mit (Lern-)Behinderung beizutragen.
30 prämierte Texte von 28 Autor*innen der ersten zehn Existenzjahre des Literaturpreises Ohrenschmaus, 2007 bis 2016, werden anhand der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring beforscht. Als Kategoriensystem wird der OECD Better Life Index auf der Basis der Lebensqualitätsforschung an das Textkonvolut herangetragen. Auf diese Weise werden Erkenntnisse über Lebensumstände, die Menschen mit Lernbehinderung geprägt, berührt, belastet und herausgefordert haben, aus ihren Texten extrahiert, sodass daraus Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die Arbeit und Begegnung mit Menschen mit (Lern-)Behinderung abgeleitet werden können. Da diese Forschungsarbeit im Kontext eines Lehramtsstudiums steht, richten sich diese Hinweise in erster Linie an Lehrer*innen.Literaturpreis Ohrenschmaus, the first and so far the only Austrian literary award for people with learning disabilities, has been described in this detail for the first time. The prize aims at encouraging people with learning disabilities to write and thus articulate their thoughts and feelings. On the one hand, the honouring and publication of their literary texts reinforces their abilities which are often questioned by external attributions. On the other hand, the texts offer insights into their lives which contribute to raising awareness and informing non-disabled people. People with disabilities and even more people with learning disabilities still face severe exclusion and discrimination. In counterpoint to that, this diploma thesis pursues the objective to disprove prejudices against people with disabilities, emphasize their diversity in life and, thereby, contribute to a more positive image of people with (learning) disabilities.
30 award-winning texts by 28 authors within the first ten years of existence of Literaturpreis Ohrenschmaus, 2007 to 2016, are explored by using Mayring's qualitative content analysis. The OECD Better Life Index has been applied as a category system based on research into the quality of life. Thus, insights into the living conditions that have shaped, touched, stressed and challenged people with learning disabilities are extracted from their texts. Henceforth, conclusions and recommendations for encountering and working with people with (learning) disabilities can be derived. Since this research paper is to be seen in the context of teacher education, the results are primarily addressed to teachers
Post-anthropozentrische Körper
Die Arbeit möchte sich mit verschiedenen post-anthropozentrischen Körper- und Materiekonzeptionen auseinandersetzen, um der Frage nachzugehen, ob diese einen philosophischen Beitrag dazu leisten könnten, ein differenzierteres Verständnis des Planeten Erde zu gewinnen, und ein neues Verständnis der menschlichen und nicht-menschlichen Eingebettetheit in die Biosphäre und Relationalität der Lebensformen untereinander zu entwickeln
Vergleichende Darstellung und Bewertung von verpflichtenden und freiwilligen Systemen und Modellen der Herkunftskennzeichnung und -information für Lebensmittel auf EU-Ebene, unter zusätzlicher Berücksichtigung von ExpertInneninterviews
Die vergleichende Darstellung und Bewertung von verpflichtenden und freiwilligen Systemen und Modellen der Herkunftskennzeichnung und -information für Lebensmittel auf EU-Ebene bildet das Herzstück dieser Masterarbeit. Qualitative Interviews mit ExpertInnen (Österreich und Südtirol) ermöglichen die Vertiefung diverser Themenbereiche. Relevant ist dabei auch die Analyse der aktuellen rechtlichen Situation in der EU, von einzelstaatlichen/nationalen Kennzeichnungsvorschriften und von neuen bzw. zukünftigen Regelungen. Diese Masterarbeit basiert auf Fachliteratur, die bis zum 15. Dezember 2019 publiziert wurde.
VerbraucherInnen werden mit Herkunfts- bzw. Ursprungsangaben in diversen Ausführungen, auf obligatorischer und freiwilliger Basis, konfrontiert. Solche Angaben können das Einkaufsverhalten und die Kaufentscheidung beeinflussen. Der Trend „Regionalität“ beeinflusst den Lebensmittelsektor markant. Auf der anderen Seite sind Verbrauchererwartung, Interpretation und Auffassung von Herkunfts- und Ursprungsangaben unterschiedlich. Kompromissbereitschaft für (neue) Kennzeichnungsvorschriften für Lebensmittel auf EU-Ebene und für aus Drittstaaten in die EU eingeführte Lebensmittel ist von allen Mitgliedsstaaten und Akteuren notwendig, um das Herkunftskennzeichnungsrecht zu optimieren und Problemen, wie das der Irreführung, entgegenzuwirken.
Einige verpflichtende und freiwillige Systeme/Modelle der Herkunftskennzeichnung und -information sind gut etabliert, andere noch nicht ausreichend oder müssen überarbeitet/angepasst werden. Generell weisen sowohl freiwillige als auch verpflichtende Systeme Vor- und Nachteile auf und je nach Lebensmittel muss geprüft werden, welches System sich besser eignet. In dieser Arbeit konnten einige gut funktionierende Systeme spezifisch für Österreich und Italien aufgezeigt werden. Die Zukunft wird zeigen, ob weitere Verpflichtungen zur Herkunftskennzeichnung erlassen werden und wenn ja, für welche Lebensmittelgruppen, in welcher Form und ob für die gesamte EU geltend oder nur für einzelne Mitgliedsstaaten. Dasselbe gilt für die Außer-Haus-Verpflegung
Begnadigungspraxis von NS-Medizinverbrecher*innen nach 1945
In der vorliegenden Diplomarbeit wird der Umgang von NS-Medizinverbrecher*innen nach der Urteilssprechung der Volksgerichte beleuchtet. Der Fokus liegt hierbei auf den Prozessen gegen das Personal der „Arbeitsanstalt für Asoziale Frauen“ am Steinhof sowie der Landesheil- und Pflegeanstalten in Gugging und Mauer-Öhling. Zu Beginn der Arbeit werden die den Verurteilungen zugrundeliegende Sondergesetzgebungen erläutert. Nachdem in den Prozessen auch Gesetzestexte des Strafgesetzes sowie der Strafprozessordnung angewendet wurden, wird auch auf diese eingegangen. Somit sollen die Schuldsprüche der Verurteilten verständlicher werden. Im Anschluss daran wird auf die Begnadigungen eingegangen, indem die rechtlichen Möglichkeiten diesbezüglich dargelegt werden. Begnadigungen waren demnach primär für einzelne Ausnahmefälle gedacht, die Kompetenz für den Vollzug oblag dem Bundespräsidenten. Zur Veranschaulichung wird der Verlauf der Gnadenpraxis exemplarisch dargestellt. Anschließend werden die Prozesse sowie die Medizinverbrechen der dieser Arbeit zugrundeliegenden Volksgerichtsprozesse in verkürzter Weise dargestellt. Der praktische Teil der Arbeit beschäftigt sich mit Akten aus dem Archiv der Justiz sowie des Wiener Stadt- und Landesarchives. Neben einer ausführlichen Darstellung der Korrespondenzen in Bezug auf die Gnadenansuchen wird auch die Einflussnahme von Politikern auf das Strafverfahren sowie den Gnadenweg betrachtet. Anhand der Untersuchung der Gnadenwege soll verdeutlicht werden, dass die Urteilssprüche der Volksgerichte nicht endgültig waren und dass die Gnadenpraxis nicht mit der vorzeitigen Haftentlassung endete
Serielle Adaption auf Basis der Serien "Once upon a time" und "Grimm"
In dieser Arbeit beschäftige ich mich damit, inwiefern die Serien Once Upon a Time und Grimm auf den Volksmärchen der Gebrüder Grimm basieren. Zusätzlich wird ausgeführt, welche Änderungen in den Serien vorgenommen werden und welche Rolle dabei den Frauen zu teil werden. Der Fokus liegt dabei auf ausgewählten Märchenfiguren wie Rotkäppchen, Schneewittchen, die böse Königin, der Prinz im Märchen von Schneewittchen und das Hexenbiest aus Grimm. Für die Analyse werden zuerst die Definition und die Merkmale eines Volksmärchens bestimmt. Daraufhin werden die Elemente der Serialität, die Unterschiede von Episoden- und Fortsetzungsserie und die Genres der ausgewählten Serien untersucht. Für die Analysen der Figuren werden auch Definitionen von der Hexe im Märchen und der Stiefmutter veranschaulicht, da sie besonders für das Märchen Schneewittchen von Bedeutung sind
Rekombinante Produktionssysteme in der Enzym-Prodrug-Therapie
Diese Arbeit befasst sich mit der Kultivierung von Pichia pastoris (in weiterer Folge P. pastoris genannt), Hefezellen, die mittels rekombinanter DNA das Protein Hydrophobin produzieren und sekretieren, dem darauffolgenden Aufschluss der Hefezellen, dem Aufreinigungsprozess und der anschließenden Testung des reinen Hydrophobins auf den Zelllinien Caco-2 (Colon-Karzinom-Zellen) und SvHuc (mit Simian-Virus infizierte humane Uroepithelzellen).
P. pastoris stellt einen attraktiven biotechnologischen Wirtsorganismus dar, da der Hefestamm sehr robust gegenüber äußerer Stressfaktoren, wie pH-Wert- oder Druck-Veränderungen, und schnell und einfach zu kultivieren ist. Außerdem weist P. pastoris, im Gegensatz zum häufig eingesetzten Bakterienstamm Escherichia coli (in Folge E. coli genannt), die vorteilhafte Eigenschaft auf, dass bei der Protein-Produktion die korrekten, für ein funktionierendes Protein notwendigen, post-translationalen Modifikationen ausgeführt werden können. Über einen Vektor wurde die DNA der Hefe so verändert, dass das Protein Hydrophobin, fusioniert mit einem roten oder grünen Fluoreszenz-Marker, produziert und sekretiert wird.
Auf die Kultivierung folgt ein Zellaufschluss, um die gesamte Ausbeute an produziertem, aber teilweise nicht sekretiertem Hydrophobin zu gewinnen. Diese Versuchsreihe stellt den Hauptfokus dieser Arbeit dar, da der Aufschluss der Hefe aufgrund deren Robustheit und die speziellen tensidartigen Eigenschaften des produzierten Fusionsproteins den Down-Stream-Prozess erschweren. Der Aufschluss der Hefezellen wurde mit verschiedenen Verfahren getestet, unter anderem enzymatisch durch Zusatz von Lyticase, mechanisch, mittels Einsatzes einer Kugelmühle und zwei verschiedener Sonotroden.
Nach dem Aufschluss waren mehrere Aufreinigungsschritte notwendig, um Verunreinigungen und in der Suspension verbliebene Hefezell-Bestandteile abzutrennen, wofür Methoden wie Ultrafiltration, Zentrifugation, ein Zwei-Phasen-Trenn-System (ATPS) und Säulenchromatografie zur Anwendung kamen. Filtration und Zentrifugation dienten der Abtrennung größerer Suspensionspartikel, zur Trennung des Hydrophobins von anderen, durch die Hefezelle produzierten, Proteinen kam die Säulenchromatografie zur Anwendung.
Die aufgereinigten Proben konnten danach für Bindungs- und Internalisierungsversuche an den oben genannten Zelllinien eingesetzt werden. Die Bindungsversuche wurden an Einzelzellsuspensionen durchgeführt und mittels Flow Cytometer (FCM) vermessen, die Internalisation wurde an Zell-Monolayern getestet und die Fluoreszenz des Fusionsproteins via Spektrophotometrie gemessen.
Weiters wurden einige Probe-Chargen von Mikro- und Nanopartikeln aus biodegradablem Polylactid-co-Glycolid (PLGA) hergestellt, wie sie im zielgerichteten Wirkstoff-Transport Anwendung finden. Rekombinantes Hydrophobin könnte hier möglicherweise eine Alternative bieten zu bisher eingesetzten Stabilisatoren bei der Herstellung der Partikel , könnte als Überzugsmittel zur Erhöhung der Hydrophilie fungieren, oder gemeinsam mit einem bioadäsiven Liganden (als Fusions-Protein) für zielgerichtetes Drug-Targeting eingesetzt werden.This thesis deals with the cultivation of the yeast Pichia pastoris (subsequently written as P. pastoris) that produces and secretes the amphiphile protein Hydrophobin, the breakdown of the yeast cells, the purification process of the fusion protein and the testing of its interaction with Caco-2 cells (colon carcinoma cells) and SvHuc cells (simian virus-transformed human uroepithelial cells).
P. pastoris poses as an attractive host organism system for biotechnological processes as its cultivation is relatively easy and cost efficient. The yeast also holds an advantage to commonly used bacterial host Escherichia coli (E. coli) as P. pastoris produces proteins with the correct post-translational modifications. A DNA-vector-system was used to provide a genetically modified yeast that produces and secretes an organism foreign protein fused with red or green fluorescent markers.
Different methods were used to break down the host cell walls after the purification process to get a hold of un-secreted fusion protein. These experiments represent the focus of this thesis as P. pastoris is a very robust type of yeast that withstands different external influences.
After breaking down the cell walls, several purification steps were needed to separate the Hydrophobin from the rest of the harvest biomass. Methods like ultrafiltration, centrifugation, an aqueous two-phase system (ATPS) and size exclusion chromatography were tested as purification methods.
The last step was to test the ability of the purified protein to bind onto or internalize into mammal cell-lines like Caco-2 or SvHuc. Single-cell suspensions and cell monolayers were used for these experiments.
Another aspect of this thesis was the production of micro- and nanoparticles made from biodegradable polylactic-co-glycolic acid (PLGA) and the possibility of using Hydrophobin as a stabilizing agent in the process or coating the particles with the protein to enhance the hydrophilicity of the particles so that they may enhance targeted drug-delivery
"Lieber Freund, ich habe ein Spendenprojekt für dich" - Sozialkapital als Erfolgsfaktor im Corporate Fundraising
Der Einsatz von Sozialkapital als Akquisestrategie im Bereich Corporate Fundraising wird in der Praxis zwar regelmäßig angewandt, dessen Wirkung ist in der Forschung jedoch noch nicht detailliert analysiert. Diese Arbeit setzt hier an und untersucht die Wirkung von eingesetztem Sozialkapital einer FundraiserIn auf den Anbahnungsprozess von Unternehmensspenden im Corporate Fundraising. Hierzu werden bereits abgeschlossene Fundraisingprojekte einer Non-Profit Organisation aus Perspektive der maßgeblich involvierten Akteure empirisch betrachtet. Diese Analyse bestätigt bereits erfolgte Untersuchungen der Wirkung von Sozialkapital im Rahmen instrumenteller Handlungen für die Arbeitsplatzsuche und lässt die Vergleichbarkeit und Anwendung auf das Corporate Fundraising zu. Die theoriegeleitete Annahme, dass eingesetztes Sozialkapital die Anbahnung von Unternehmensspenden erleichtert, wird bestätigt, ist allerdings nicht als einziger Einflussfaktor zu sehen. Weitere Determinanten, etwa die Spendenmotive der potentiellen GeberInnen sowie Entscheidungsstrukturen in Unternehmen, werden in dieser Arbeit aufgezeigt. Basierend auf den empirischen Ergebnissen werden Vorschläge für eine möglichst optimierte Anwendung des Einsatzes von Sozialkapital in der Fundraising-Praxis dargestellt
Vezas Lachen
Diese Arbeit reflektiert einen wesentlichen Aspekt in den Texten von Veza Canetti: Die Satire. Anhand der Kurzgeschichte Geduld bringt Rosen wird die satirische Vorgehensweise der Autorin untersucht. Sie lebte zu jener Zeit in Wien, war Sozialistin und eine Frau. Dies stellen die Bewertungskriterien dar, hinsichtlich welcher das satirische Wirken in dieser Untersuchung beurteilt wird.
Die Erzählung kreist um das Leben zweier unterschiedlicher Familien – den wohlhabenden Prokops und der verarmten Mäusles – die im gleichen Wiener Wohnhaus leben. Das Zusammenwirken sowie die Konsequenzen von Genügsamkeit und Anspruch werden im Text ersichtlich. In direkter Gegenüberstellung von Reichtum und Armut wird ein Machtgefüge erzeugt, das auf unterschiedliche soziale Bereiche einwirkt. Eine Hierarchie lässt sich aufgrund der Kategorien Geschlecht und Vermögen feststellen. Jedoch zeigt sich in der Erzählung kein klassisches Täter-Opfer-Schema, sondern eine komplexe Zusammensetzung aus Unterdrückten und Unterdrückern.
Die Satire ist jene Methode, die es ermöglicht, soziale Missstände sichtbar zu machen, ohne sich mit den Beteiligten zu assoziieren. Veza Canetti zeichnet keine widersprüchlichen Charaktere, sondern Figuren und Schablonen von Menschen. Es handelt sich um Typen, die ihre Wesenszüge durch ihre Handlungen, sowie Mimik und Gestik preisgeben. Die Autorin enthält sich jeglicher Empathie und ermöglicht es somit, das Zusammenspiel von Leidtragenden sowie Unterdrückenden zu erkennen und vor allem das Eigenverschulden der Personen selbst zu erkennen
Abfallverhalten von geflüchteten Menschen aus Syrien, die in Wien leben
Die vorliegende Masterarbeit hat zum Ziel, Integration mit Abfall zu verbinden. Beides sind aktuelle
Themen, die getrennt voneinander im öffentlichen Diskurs sowie in unterschiedlichen wissenschaftlichen
Disziplinen viel Aufmerksamkeit erleben. Dabei wird Abfall nicht nur als technische,
sondern auch als soziale und politische Herausforderung gesehen. In Österreich sollen die wachsenden
Hausmüllmengen unter anderem mit der Förderung von Abfallvermeidung und Recycling bewältigt
werden. Die Abfallbehandlung in der MENA-Region (Middle East Northern Africa) wiederum
unterscheidet sich stark von der europäischen: Meist wird Abfall unbehandelt und ungetrennt
auf Deponien verbracht. Der Migrationsdiskurs erhielt in den Jahren 2015/2016 besonderen Aufschwung,
als zehntausende Menschen vor allem aus den vom Krieg gezeichneten Ländern Afghanistan,
Syrien und Irak nach Europa flohen. Die Menschen, die in Österreich blieben, sollten ‚integriert‘
werden. „Integration durch Leistung“ lautet das Integrationsverständnis der ÖVP, eine der
aktuell regierenden Parteien in Österreich. Während sogenannter Integrationsmaßnahmen wie
Deutsch- oder Wertekursen lernen die Geflüchteten die Gewohnheiten des Landes kennen – darunter
auch die getrennte Sammlung von Müll oder Abfall im öffentlichen Raum.
Diese Masterarbeit fragt nach dem Abfallverhalten von geflüchteten Menschen, die in Wien leben.
Mittels Leitfadeninterviews und anschließender Auswertung anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse
wird erörtert, inwiefern geflüchtete Menschen sich das österreichische Abfallsystem zu eigen gemacht
haben. Insgesamt werden neun Interviews mit Personen aus Syrien durchgeführt. Die vier
Themen sind die Abfallwirtschaft in Syrien, Abfallwissen respektive -kommunikation, Abfalltrennung
sowie dessen Vermeidung. Aus der Befragung können folgende Schlüsse gezogen werden:
Erstens scheinen in Syrien Mehrweg-Behälter und Erhaltungskultur (noch) nicht Einwegverpackungen
und Obsoleszenz gewichen zu sein. In Anbetracht dessen, dass im Globalen Norden die langjährige
Instandhaltung von Waren ein erwünschtes, aber unerreichtes Ziel ist, ist die Entwicklungszusammenarbeit
in der MENA-Region im Bereich Abfallwirtschaft kritisch zu hinterfragen. Zweitens
stellt Abfall für die Befragten nicht nur ein Umwelt-, sondern vor allem auch ein Gesundheitsproblem
dar. Drittens wird bei der getrennten Abfallsammlung eine Kluft zwischen Bewusstsein
und dem tatsächlichen Handeln ermittelt. So geben die meisten Befragten an, dass die Abfalltrennung
wichtig für den Umweltschutz ist, jedoch trennen sie privat nur wenige Altstoffe. Zuletzt
scheinen die befragten geflüchteten Menschen über besondere Fähigkeiten in der Vermeidung von
Abfall zu verfügen. Selbst wenn dieses Verhalten unter anderem finanziell motiviert ist, kann trotzdem
die Frage gestellt werden, ob und wie die österreichische, großteils konsumorientierte Gesellschaft
vom Know-How der geflüchteten Menschen in Sachen Abfallvermeidung profitieren kann.The aim of this master thesis is to combine the topics integration and waste. Both are current issues,
which receive a lot of attention separately from each other in public discourses as well as in different
scientific disciplines.
Waste is not only a technical, but also a social and political issue. In Austria, the growing quantity
of domestic waste shall be managed by promoting waste prevention and recycling. In turn, waste
treatment in the MENA region (Middle East Northern Africa) is different from Europe: Most of the
waste is untreated disposed on landfills. Recycling rarely takes place.
Migration has been widely discussed in the years of 2015/2016, when tens of thousands of people
fled to Europe – particularly from war-torn Afghanistan, Syria and Iraq. People, who decided to stay
in Austria, should get ‚integrated‘. However, what does ‚integration‘ actually mean? The term is
controversial. One of the currently ruling parties in Austria, the ÖVP, considers the meaning of integration
as follows: „Integration through effort.“ Syrian refugees get to know the habitualities of the
country during the procedure of integration. They are obliged to complete German or/and so-called
value courses, which include the separate collection of waste or waste in public spaces.
This master thesis asks about the personal waste treatment of refugees. By means of surveys and a
subsequent evaluation based on the qualitative content analysis, it discusses to what extent Syrian
refugees living in Vienna are implementing the Austrian waste system in their daily life. A total of
nine interviews are carried out with people from Syria. The four topics of the questionnaire are:
waste management in Syria, waste knowledge/communication, recycling and waste prevention.
The following conclusions can be drawn from the survey: Firstly, in Syria reusable packaging and
longtime maintenance of goods instead of disposable packaging and obsolescence seem to be (still)
actual practice. Considering that long-term preservation of products is a desirable, but surpassing
goal in the Global North, development aid in waste management in the MENA region should be called
into question. Secondly, waste appears to pose not only a challenge for environment, but also for
health. Thirdly, a gap between awareness and actual action in separate waste collection can be identified.
Most of the questioned refugees state that waste separation is important for environmental
protection, but they only separate a few substances at home.
Last but not least, the refugees interviewed seem to have outstanding abilities to avoid waste. Even
though this behavior is also financially motivated, the question is whether and how Austrian society,
which is largely oriented by consumerism, could potentially benefit from the know-how of refugees
in waste prevention
Übersetzen in Leichte Sprache
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept der Leichten Sprache aus dem Blickwinkel der Translationswissenschaft. Leichte Sprache ist zwar aus linguistischer Per-spektive bereits weitgehend untersucht, eine Betrachtung des Konzepts aus übersetzungswis-senschaftlicher Perspektive hat jedoch noch kaum stattgefunden, obwohl das Übersetzen in Leichte Sprache als Form der intralingualen Translation einen Teilbereich der Translations-wissenschaften darstellt. Im Zentrum dieser Arbeit steht die Untersuchung des Translationsprozesses von Leichte-Sprache-ÜbersetzerInnen, wobei vor allem die Problemlösung- und Entscheidungsfindung in diesem Prozess untersucht wird. Ausgehend von den Ergebnissen der bisherigen Forschung zu Leichte-Sprache aus übersetzungswissenschaftlicher Perspektive, zu intralingualem Übersetzen, zu den Ergebnissen der Translationsprozessforschung zum Übersetzungsprozess allgemein und insbesondere zu der Problemlösung und Entscheidungs-findung in diesem Prozess wird die Problemlösung und Entscheidungsfindung im Leichte-Sprache-Übersetzungsprozess in der vorliegenden Arbeit empirisch in Form einer sogenannten Zweifallstudie bei zwei österreichischen Anbietern für Leichte-Sprache-Übersetzungen untersucht.This master-thesis deals with the concept of German Plain Language from the perspective of translation science. While German Plain Language is largely investigated from a linguistic point of view, there is hardly any research from the perspective of translation science, even though translation in German Plain Language can be seen as a form of intralingual transla-tion. The aim of the present thesis lays in the investigation of the German Plain Language translation process by focusing especially on the problem-solving and decision making within this process. In the light of the already existing research in the field of German Plain Language, intralingual translation, translation process research and especially problem-solving and decision making in translation processes, this paper tries to investigate the German Plain Language translation process by conducting a two-case-study in two Austrian companies which offer translation in German Plain Language