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The promise of the road
Die hier vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob eine Dekonstruktion herkömmlicher Vorstellungen von Männlichkeit bzw. Weiblichkeit und den damit verbundenen klischeebehafteten männlichen bzw. weiblichen Rollenbildern in modernen amerikanischen Filmen möglich ist. Da die Dichotomie von starken, vernünftig agierenden Männern und emotionalen, irrational handelnden Frauen in klassischen Hollywoodnarrativen seit jeher perpetuiert wird, um die Illusion inhärenter Unterschiede in männlichen bzw. weiblichen Verhaltensmustern und Denkweisen aufrechtzuerhalten, soll nun untersucht werden, welche Bilder und Konstrukte in Filmen verwendet werden, um besagte Klischees zu reproduzieren oder gegebenenfalls auch aufzubrechen.
Die drei in der Arbeit analysierten Filme, Ridley Scotts Thelma & Louise, George Millers Mad Max: Fury Road und Duncan Tuckers Transamerica, gehören alle dem Genre des Road Movies an. Dieses Genre bietet fruchtbaren Boden für das Unterfangen dieser Diplomarbeit, da es seit seiner Entstehung in den 1960er Jahren ein klar männlich dominiertes Genre war, in welchem Abenteurer und Freigeister die vermeintlich unendlichen Weiten des amerikanischen Westens erkundeten, während Frauen höchstens Nebenrollen einnahmen, welche sich mehrheitlich auf die häusliche Sphäre, den ihnen zugewiesenen Innenraum, beschränkten. Daher ist es interessant zu sehen, inwiefern sich dieses Genre in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Abgesehen davon wird das Konzept der „Identität“ im Genre des Road Movies konstant in Frage gestellt und im Verlauf der metaphorischen Reise dekonstruiert, adaptiert und neu geschaffen. In diesem Kontext stellt sich auch die wohl berechtigte Frage, ob dann nicht auch klassische Konzeptionen von Männlichkeit und Weiblichkeit genauso veränderbar seien.
Den theoretischen Hintergrund der Arbeit bilden psychoanalytische Konzepte von Sigmund Freud und Jacques Lacan sowie feministische Theorien. Zu Beginn des Theorieteils wird Augenmerk auf ein paar fundamentale Konzepte Sigmund Freuds, wie etwa die Traumdeutung und den psychischen Apparat, gelegt, welche dazu dienen, latente sexuelle Konnotationen und damit die Mechanismen der Unterdrückung von Frauen im Patriarchat offenzulegen. Jacques Lacans Konzepte des Imaginären, des Spiegelstadiums und der Symbolischen Ordnung skizzieren grundlegend die Sozialisation des Menschen, beginnend mit der harmonischen Einheit mit der Mutter im Imaginären über die Erkenntnis des Selbst im Spiegel, bis das Kind schließend in die väterliche Symbolische Ordnung, dominiert von Sprache, Gesetzen und Normen, eingeführt wird. Feministische Theorien haben es sich zum Ziel gesetzt, naturalisierte Dichotomien, die Männer mit Kultur und Vernunft, und Frauen mit Natur und Emotion assoziieren, aufzubrechen. Judith Butler stellt ebenfalls das dyadische Paar von Geschlecht und Gender in Frage, indem sie auf den performativen Charakter des Konzepts Gender hinweist. Indem sich Charaktere bewusst entscheiden, bestimmte Rollen anzunehmen oder abzulehnen, oder sich aus der Verbindung von disparaten Elementen eine neue Identität schaffen, welche keiner Imitation eines schon vorhandenen Originals bedarf, subvertieren sie sowohl die schablonisierten Rollenbilder des Patriarchats als auch die strikt geregelte Symbolische Ordnung. Dies soll anhand mehrerer beispielhaft ausgewählten Szenen aus obgenannten Road Movies bewiesen werden. Den Abschluss des Theorieteils bildet eine Einführung in das Genre des Road Movies, welche Entstehung, Konventionen und konstitutive Elemente zusammenfasst.
Den Ausgangspunkt der filmischen Analysen stellt Kapitel drei mit einer eingehenden Betrachtung jenes Filmes, der 1991 das Genre des Road Movies revolutionierte, indem statt zwei männlichen Protagonisten zwei befreundete Frauen das Steuer übernahmen: Ridley Scotts Thelma & Louise. In diesem Teil der Arbeit wird observiert, auf welche Art und Weise Thelma & Louise mit Konventionen des Road Movies bricht und patriarchale Strukturen hinterfragt, an denen die gleichnamigen Protagonistinnen schlussendlich zerbrechen. Es wird argumentiert, dass Thelma und Louise letztlich deshalb zum Scheitern verurteilt sind, weil sie Sprache, Verhaltensmuster und Kleidung, welche konventionell „männlich“ kodiert sind, einfach übernehmen. Diese Übernahme gesellschaftlich approbierter Geschlechteridentitäten bestätigt die patriarchale Ordnung mehr als sie zu unterminieren, da hier klischeehaft anmutende Rollenzuschreibungen letztendlich doch intakt bleiben.
Der Hauptteil der Diplomarbeit soll nun untersuchen, inwiefern sich traditionelle Darstellungen von Männlichkeit bzw. Weiblichkeit in jüngeren Road Movies verändert haben. Kapitel vier induziert die Diskussion männlicher und weiblicher ActionheldInnen mit einer Analyse von George Millers 2015 erschienenem Road Movie Mad Max: Fury Road. Auf den ersten Blick fällt auf, dass besagter Film stark mit Dichotomien arbeitet, welche Männlichkeit mit Gewalt, Herrschaft und Rationalität assoziieren, während Frauen entweder rein der Reproduktion dienen und mehrfach „Dinge“ genannt werden, oder aufgrund ihrer Emotionalität irrationale bis leichtsinnige Entscheidungen treffen, die ein Weiterkommen erschweren. Eine genauere Betrachtung enthüllt jedoch, dass die Hauptcharaktere Max und Furiosa keineswegs in herkömmliche Schemata von ActionheldInnen passen und gemeinsam jene Schreckensherrschaft beenden, unter der Männer als Krieger ausgebildet und Frauen als „Gebärmaschinen“ eingesperrt werden.
Kapitel fünf, welches den Fokus auf Duncan Tuckers Transamerica von 2005 legt, hinterfragt und dekonstruiert schließlich herkömmliche Konzeptionen von Geschlechteridentitäten, indem es die Geschichte der transsexuellen Bree alias Stanley erzählt. Transamerica befürwortet eine postmoderne Auffassung von Identität, welche es den ProtagonistInnen Bree und Toby erlaubt, mithilfe disparater Accessoires ihre eigene Identität zu kreieren und auch unkonventionelle Rollen anzunehmen. Die im Laufe des Films ständig wechselnden Kleidungsstücke und Accessoires deuten stark auf den performativen Aspekt von Geschlechteridentitäten hin, der es Bree und Toby schlussendlich erlaubt, sich von den Erwartungshaltungen ihrer Mitmenschen zu befreien. Mit dieser Feststellung schließt die Arbeit ab, nachdem verschiedene Strategien, schablonisierte Rollenbilder zu hinterfragen, vorgestellt und anhand filmischen Materials analysiert wurden.
Eine vollkommene Dekonstruktion der vorherrschenden maskulin dominierten Ordnung gelingt weder in Thelma & Louise, noch in Mad Max: Fury Road oder Transamerica. Dennoch kann man argumentieren, dass besagte Filme einen essentiellen Beitrag dazu liefern, stereotype Darstellungen von Männlichkeit bzw. Weiblichkeit zu hinterfragen und somit einen wichtigen Schritt in Richtung Akzeptanz und Gleichstellung der Geschlechter setzen. Was die drei zugegebenermaßen sehr unterschiedlichen Filme vereint, ist, dass deren Charaktere heteronormative Diskurse hinterfragen und dass – zumindest in Mad Max und Transamerica – lebbare Alternativen zu ebendiesen entworfen werden. Indem vorgefertigte Rollenbilder kategorisch verworfen werden, weisen die ProtagonistInnen der neueren Road Movies darauf hin, dass Geschlechteridentitäten konstruiert und daher auch potentiell veränderbar sind
La instrumentalización y desmitificación de un antiguo mito dicótomo - la santa-prostituta en "La increíble y triste historia de la cándida Eréndira y de su abuela desalmada" de Gabriel García Márquez
Diese Diplomarbeit analysiert die kritische Instrumentalisierung des Mythos Heilige-Hure in der Kurzgeschichte Die unglaubliche und traurige Geschichte von der einfältigen Eréndira und ihrer herzlosen Großmutter (Originaltitel: La increíble y triste historia de la cándida Eréndira y de su abuela desalmada) von Gabriel García Márquez. Die vorliegende Untersuchung hat drei erklärte Ziele: Zunächst soll belegt werden, dass die Mythenversion, welche der Autor gewählt hat, um seine literarischen Ziele zu verfolgen, nur eine veränderte Variante jener ist, die bereits von Fernando de Rojas in seinem Werk La Celestina verwendet wurde. Zweitens gilt es anhand eines konkreten Beispielwerkes zu demonstrieren, wie der kolumbianische Schriftsteller diesen langlebigen dichotomischen Mythos aufgreift, um diverse mit ihm verknüpfte soziale Problematiken aufzuzeigen, insbesondere die negativen Auswirkungen des Kapitalismus. Abschließend soll nachgewiesen werden, dass García Márquez’ Kritik an diesem sozioökonomischen System einer Mythisierung sowie einer anschließenden Entmythisierung im Bartheschen Sinne gleichkommt
Sex-specific differences in sonic organs, agonistic behaviour and sound production in the Pygmy gourami (Teleostei)
Trotz zahlreicher Studien über Lautproduktion bei Fischen allgemein, ist die Zahl der Untersuchungen der Lautproduktion bei Weibchen überschaubar. Dies liegt vor allem daran, dass Männchen besser ausgebildete lautproduzierende Organe besitzen und häufiger Laute erzeugen. Dabei sind Weibchen sehr wohl zur Lautbildung befähigt, da die Organe hierfür selten fehlen. In zwei von drei Arten innerhalb der Gattung Trichopsis ist die Lautproduktion gut untersucht, allerdings gibt es Widersprüchlichkeiten, was die letzte und kleinste Art T. pumila betrifft. Diese Studie dient dazu, die Frage bezüglich der Lautproduktion in weiblichen Zwergguramis zu klären. Desweitern soll untersucht werden, ob es geschlechtsspezifische Unterschiede im agonistischen Verhalten, in den Lautmerkmalen sowie in dem zugrunde liegenden Mechanismus bestehen. Hierfür wurde die Anatomie der verstärkten Sehnenpolster (SPs), das agonistische Verhalten sowie die agonistischen Laute von weiblichen und männlichen Zwergguramis (T. pumila) untersucht. Folgende Variablen wurden ausgewertet: Durchmesser vom ersten (SP1) sowie vom zweiten (SP2) verdickten Sehnenpolster, Kampf- und Lateraldisplay-Dauer, Anzahl von Lauten sowie von Stossen innerhalb einer Auseinandersetzung, Anzahl von Bursts, Prozentanzahl von Einzelbursts innerhalb eines Lautes, Burstperiode, Hauptfrequenz und Schalldruckpegel (SDP). Die SPs hatten bei Männchen einen doppelt so großen Durchmesser wie bei Weibchen. Bei beiden Geschlechtern waren die SP1-Durchmesser rund 1.5-mal größer als der SP2. Es gab keine geschlechtsspezifischen Unterschiede in Kampf- und Lateraldisplay-Dauer, der Anzahl von Lauten sowie des Stossens innerhalb einer Auseinandersetzung. Dafür haben sich die Geschlechter jedoch in allen fünf untersuchten Lautmerkmalen unterschieden. Männliche Laute bestanden aus doppelt so vielen Bursts, welche hauptsächlich aus Doppelimpulsen (um 80 %) bestanden und einer höheren Burstperiode. Desweiteren waren männliche Laute mit einer Hauptfrequenz um 2090 Hz sowie einem SDP um 114 dB wesentlich tieffrequenter und lauter als die der Weibchen. Im Gegensatz zu früheren Annahmen produzieren rund zwei Drittel der weiblichen Zwergguramis Laute während agonistischen Auseinandersetzungen. Dabei reflektiert der Sexualdimorphismus in den Sehnenverdickungen die Unterschiede in den Lautmerkmalen zwischen Männchen und Weibchen.Sound production in fish was primarily described in males, because they have more developed sound generating mechanisms and vocalize during nest defence and courtship. But females in vocal species rarely lack sonic mechanisms and regularly produce sounds in agonistic contexts. Acoustic signalling is well studied in females of two out of three species of croaking gouramis (genus Trichopsis). The present study investigates sex-specific differences in sonic organs, vocalizing behaviour and sounds emitted in the third species, the pygmy gourami T. pumila, because based on our current knowledge, it is unclear if females are able to vocalize.
Croaking gouramis pluck two enhanced (sonic) pectoral fin tendons (ETs) during rapid fin beating, resulting in a series of double-pulsed bursts. The diameter of the first (ET1) and second (ET2) sonic tendon was measured in both sexes. In addition, the following behavioural and acoustic variables were determined: Duration of dyadic contests and of lateral displays, the number of sounds emitted and of buttings, the total number of bursts and the percentage of short bursts within a sound, the burst period, the dominant frequency and the sound pressure level (SPL). Twenty out of 21 males and ten out of 13 females possessed two ETs, but female ETs were less developed. The diameter of male ETs was twice as large as in females, and ET1 was 1.5 times larger than ET2 in both sexes. Sexes did not differ in behaviour (duration of contests and lateral displays, number of buttings and vocalizations), but in all sound characteristics. Male sounds consisted of twice as many bursts, a higher percentage of double-pulsed bursts (80 % vs. 7 % in females) and of a higher burst period. Additionally, male sounds had a lower dominant frequency (2090 Hz vs. 2280 Hz in females) and a higher SPL (114 dB vs. 99 dB in females).
In contrast to previous reports, the majority of female pygmy gouramis possessed sonic organs and were able to vocalize during dyadic contests. The sexual dimorphism in ETs is clearly reflected by sex-specific differences in sound characteristics, but not in agonistic behaviour
Geschlechterunterschiede im Konstrukt Homocidal Fantasies
In der Evolutionspsychologie sind umstrittene Erklärungsmodelle zu Tötungsdelikte, die gegen andere Menschen gerichtet sind, vorhanden. Buss und Duntley (2011) versuchten mit der Homicidal Adaptations Theory (HAT) zu erklären, warum Menschen töten. Sie postulierten, dass das Töten von Menschen in unserer Evolution entspringt und Töten als ein adaptiver Mechanismus, um Probleme zu wie vorzeitiger Tod, Ressourcengewinnung, Eliminierung von sexuellen Rivalen und Verhindern von Untreue des Partners zu sehen ist. Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht, ob die Ergebnisse von Duntley (2005) in Österreich repliziert werden können. Es wurden zwei Stichproben mit einer Zeitspanne von 14 Jahren analysiert, indem die beiden Datensätze verglichen wurden. Um die Daten zu vergleichen, wurden Mantel-Haenszel-Tests verwendet. Beweise, die für eine Homicide Adaptations Theory (HAT) sprechen, konnten nicht gefunden werden. Dies führt zu der Überlegung, dass sicher wohl auch der kulturelle Hintergrund einen Einfluss auf die Ergebnisse hat. Daher wurden biologische und kulturelle Unterschiede im Kontext mit Homicidal Adaptions Theory diskutiert
Die Vertrauensperson in der Einvernahme beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Asylverfahren in Österreich. Dabei wird der Blick auf jene Menschen gerichtet, die als Vertrauenspersonen den in Österreich Schutz suchenden Antragssteller*innen zur Seite stehen und diese zu ihren Einvernahmen beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl begleiten.
Den Vertrauenspersonen ist es als Begleitung der Antragssteller*innen erlaubt, während der Asylanhörung anwesend zu sein, jegliche Teilnahme an dem Gespräch ist ihnen hingegen untersagt. In dieser scheinbar klar definierten Rolle verstecken sich signifikante Widersprüche, mit welchen die Menschen hinter der Rolle der Vertrauenspersonen konfrontiert sind. Um diesen Widersprüchen auf den Grund zu gehen wurden angelehnt an Franz Breuers Reflexive Grounded Theory Daten erhoben und ausgewertet (vgl. Breuer et al. 2019). Die Ergebnisse der empirischen Forschung zeigen, dass Vertrauenspersonen in bzw. trotz der scheinbaren Passivität der ihnen zugeteilten Rolle Möglichkeiten wahrnehmen, die Antragssteller*innen zu unterstützen. Die empirisch gewonnenen Erkenntnisse werden in weiterer Folge in Beziehung zu Paul Watzlawicks Kommunikationstheorie gestellt, die den theoretischen Rahmen dieser Arbeit darstellt. Dabei wird deutlich, dass sich im offiziellen Bild der Vertrauenspersonen als „anwesend, jedoch nicht teilnehmend“ ein grundlegendes Paradox manifestiert: Alle Teilnehmer*innen der Einvernahme kommunizieren aktiv, denn laut Watzlawick können Menschen „nicht nicht kommunizieren“ (Watzlawick et al. 1969: 60). Das Interaktionsverbot der Vertrauenspersonen bezieht sich primär auf die verbale Ebene – eine Ebene, die zwar handlungsrelevant ist, aus kommunikationstheoretischer Sicht jedoch nicht die einzige und zentrale Ebene darstellt. Somit sind Vertrauenspersonen wesentliche Partner*innen in der Kommunikationssituation und damit aktive Teilnehmer*innen der Einvernahme. Der Unterschied zwischen der zugeschriebenen Rolle im Verfahren und der Kommunikations- situation wird von den Vertrauenspersonen erlebt und als Widerspruch erfahren.The present master thesis deals with the asylum seeking procedure in Austria, in particular with the interview conducted by a staff member of the Federal Office for Immigration and Asylum (Vienna) as part of the asylum application. The focus is on those persons (persons of trust/confidants) who support asylum seekers and accompany them to the interview.
The person of trust is allowed to be present at the interview, but any active participation is forbidden. Thus, the accompanying person seems to have a clearly defined role, but a closer look at the communicative situation reveals that s/he is confronted with significant contradictions. In order to uncover these, data was collected in the course of the empirical study and interpreted on the basis of Franz Breuer’s Reflexive Grounded Theory (vgl. Breuer et al. 2019). The results of the study document that although a passive role is assigned to the person of trust, s/he takes advantage of the possibilities that emerge to support the asylum seeker. These findings were then analysed within the framework of Paul Watzlawick’s communication theory, which constitutes the theoretical basis of the present master thesis. What becomes clear is that the officially assigned situation of „present but not participating“ contains a paradox: all participants in the interview communicate actively as, according to Watzlawick, “you cannot not communicate” (Watzlawick et al. 1969: 60). Any prohibition of interaction or participation can therefore only touch the verbal part of communication, which is important as a basis to take action; from a communication theoretical point of view, however, this is neither the only nor the central level of communication. The persons of trust interviewed for the present study are aware of this discrepancy between the officially assigned passive role and their ‚active’ participation in the communicative situation, and they perceive their role as contradictive
From gerrymandering to ballot stuffing
Die vorliegende Arbeit betrachtet das Thema der strukturellen Wahlbeeinflussung aus einer neuen, breiteren Perspektive. Es werden sowohl datengetriebene Methoden vorgestellt, die sich mit Wahlbetrug beschäftigen, aber auch Methoden, die legale Beeinflussungsmöglichkeiten analysieren. Darunter wird beispielsweise das bewusste Verschieben von Wahlbezirksgrenzen aus politischen Gründen - auch bekannt als Gerrymandering - verstanden. Unter dem Begriff Wahlbetrug sind unter anderem Praktiken wie das Hinzufu ̈gen von Stimmzetteln, die nicht von Wahlberechtigten abgegeben wurden - auch als Ballot Stuffing bekannt - gemeint. Die Phänomene werden analysiert und Methoden zu deren Aufdeckung vorgestellt. Die statistischen Rahmenbedingungen, Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Herangehensweise werden ausgearbeitet und Anwendungsbeispiele der Methoden präsentiert. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Problemstellungen in beiden Fällen ähnlich sind und auch die Schwierigkeiten in der praktischen Anwendung vergleichbar sind. Unterschiede wurden hinsichtlich der Komplexität der Verfahren zur Erfassung der Praktiken festgestellt.This thesis analyses election bias from a new and broad perspective. Data-driven methods for the detection of election fraud and methods for the analysis of legal practices of influencing election results are presented. Legal practices include the conscious manipulation of political district boundaries which is also known as gerrymandering. Methods considered as election fraud contain among others so-called ballot stuffing which is the addition of votes never cast by a voter towards the ballot box. These phenomena are analysed and methods for detection are presented. The statistical framework, similarities and differences between the two approaches are presented in detail and applications on election data are discussed. The thesis concludes that the problem settings show many similarities in both cases and the difficulties in application are comparable as well. Differences were spotted regarding the complexity of the methods used for detection
Die Normalisierung von Rechtsextremismus
In der vorliegenden Masterarbeit wird die Frage behandelt, inwiefern die Berichterstattung über die Frankfurter und Leipziger Buchmessen im Jahr 2018 exemplarisch als Normalisierung von Rechtsextremismus im gegenwärtigen bundesdeutschen Kontext gedeutet werden kann. Die Buchmessen haben sich historisch als Orte für Auseinandersetzungen mit relevanten gesellschaftspolitischen Themen und politischer Debatten entwickelt und sind seit 2016 zunehmend von extrem rechten AkteurInnen für deren Selbstdarstellung sowie einen von ihnen inszenierten „Kulturkampf" instrumentalisiert worden. Eine begriffsgeschichtliche, historische sowie ideologische Auseinandersetzung mit dem Begriff der „Neuen Rechten", mit dem häufig auf extrem rechte VerlegerInnen im Kontext der Buchmesse verwiesen wird, bildet den Ausgangspunkt der Arbeit. Die ursprünglich strategische Selbstbezeichnung extrem rechter AgitatorInnen wird als historisch spezifische Ausprägung und Subkategorie des gesamtgesellschaftlichen Phänomens Rechtsextremismus bestimmt. In einem weiteren Schritt wird im Rahmen einer Kritischen Diskursanalyse das diskursive Feld der Berichterstattung in Online-Artikeln von Leitmedien sowie von extrem rechten Publikationsorganen abgesteckt. Es konnte eine Reproduktion extrem rechter Ideologien und Argumente im hegemonialen Diskurs festgestellt werden, wie sich am deutlichsten an dem Motiv „der eingeschränkten Meinungsfreiheit" nachzeichnen lässt. Eine Verschiebung der Grenzen des Sagbaren, die eine zentrale Strategie der „Neuen Rechten" darstellt und den Versuch einer Dominanz über den Diskurs beschreibt, konnte im Forschungsmaterial ausgemacht werden. Die Verschiebung nach rechts auf einer diskursiven Ebene muss dabei in einen Zusammenhang zu einem Anstieg nationalistischer und autoritärer Ideologien und Handlungen gesetzt und damit in gegenwärtig herrschende Verhältnisse verortet werden.This master’s thesis engages in addressing the question of how the media coverage of the 2018 book fairs in Frankfurt and Leipzig can be interpreted as a representation of normalization of right-wing extremism in the current German context. Historically, the book fairs developed as places for disputes, concerning relevant socio-political topics and political debates and since 2016, have been increasingly instrumentalized by extreme right-wing protagonists for their self-portrayal as well as a staged "culture war". An analysis of the history of the concept and the historical, as well as ideological context of the term, "New Right”, which is commonly used for extreme right-wing publishers in the context of the book fairs, is the initial point of this academic work. The initial strategic self description of extreme right-wing agitators is determined by historically specific expression and a subcategory of the societal phenomenon of right-wing extremism. In a further step, the discursive field of the media coverage of online articles in leading media as well as extreme right-wing publication media is determined by means of the critical discourse analysis. A reproduction of extreme right-wing ideologies and arguments in the hegemonic discourse was demonstrated, most clearly shown on the basis of the concept of "restrained freedom of opinion". A shift of limits from what can be said was found in the research material which is a central strategy of the "New Right" and describes the attempt of gaining sovereignty over the discourse. A shift to the right at a discursive level needs to be put into correlation with an emergence of nationalist and authoritarian ideologies and therefore in current societal relations
Qualität von Translation Crowdsourcing am Beispiel einer Softwarelokalisierung
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, ein Bewertungsmodell für die Qualität von Translation Crowdsourcing zu finden. Bei der zu bewertenden Übersetzung handelt es sich um die Open Source Software BleachBit, die auf der Lokalisierungsplattform Launchpad vom Englischen ins Deutsche übersetzt wurde. Die Bewertung dieser crowdbasierten Übersetzung erfolgt auf Basis der Skopostheorie von Reiß und Vermeer (1984) und des Modells der Bewertungshandlung von Lauscher (2006). Um eine einzelne subjektive Bewertung zu vermeiden, werden zwei weitere Annotatoren herangezogen, wodurch der Zieltext von insgesamt drei Personen mittels Fehlerkategorisierung evaluiert wird. Die Übereinstimmung zwischen den einzelnen Bewertungen wird anschließend mithilfe von Fleiss‘ Kappa ausgewertet. Anhand dieser Methode soll dargelegt werden, welche Fehler in dieser crowdbasierten Übersetzung am häufigsten auftreten und in welchen Bereichen die Beurteilenden die höchste bzw. niedrigste Übereinstimmung haben. Die erstellte Fehlertypologie stellt einen ausreichenden Umfang für die Bewertung dar und wird somit als mögliche Lösung vorgestellt.The following thesis aims to find an evaluation model for the quality of translation crowdsourcing. The translation in question is BleachBit, an open source software which was translated on the crowdsourcing localization platform Launchpad from English into German. The evaluation is based on Reiß’ and Vermeer’s Skopos theory (1984) and Lauscher’s model of evaluation (2006). In order to avoid a single subjective assessment, two additional raters are involved in the error-based evaluation. The agreement among the raters is then measured using Fleiss’ Kappa. This approach is used to identify which errors occur most frequently in the translation and in which categories the raters have the highest and lowest agreement. The error typology used in this thesis provides a sufficient scope for the evaluation and is therefore presented as a possible solution
Code-Switching während der Hausübungssituation
Mehrsprachigkeit spielt gegenwärtig auch in Gesellschaften eine wesentliche Rolle, die sich zuvor als monolingual gesehen haben. Deshalb wird das Phänomen „Code- Switching“ für die Forschung zunehmend relevanter. Die vorliegende Arbeit untersucht das Sprachwechselverhalten in einer bilingualen Familie. Das Forschungsziel dieser Arbeit ist eine akademische Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Code-Switching zwischen den Sprachen Türkisch und Deutsch. Die Arbeit wird in zwei Teile gegliedert:
Zunächst werden theoretische Rahmenbedingungen erarbeitet und ausführlich behandelt. Wesentliche theoretische Grundlagen und Methoden in den Bereichen „Mehrsprachigkeit“ und „Code- Switching“ werden dargestellt. Der zweite Teil widmet sich der empirischen Forschung, bei der folgende Fragen den Fokus bilden:
1.Welche Art/en des Code-Switching können bei Deutschsprachigen mit türkischem Migrationshintergrund beobachtet werden?
2.Wie verhält sich das Phänomen Code-Switching in der Familie?
3.Welche Wortarten und Satzarten lösen am meisten Code-Switching aus?
4.Sind bestimmte Wortarten häufiger betroffen?
5.Welche Auslöser für Code-Switching gibt es