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Politik der jouissance
In dieser Arbeit soll an Herbert Marcuse anknüpfend eine theoretische Perspektive zur Analyse der gegenwärtigen ideologischen Funktion von Konsum im Kontext der Krise gesellschaftlicher Naturverhältnisse entworfen werden. Marcuses Begriff von Ideologie als „falsches Bewusstsein“ wird dabei mithilfe der Arbeiten Ernesto Laclaus und Slavoj Žižeks spezifiziert. Mit dem daraus entwickelten Ideologie-Begriff soll anhand der Analyse von sechs „ideologischen Symptomen“ gezeigt werden, dass Konsum in der sich zuspitzenden ökologischen Krise gegenwärtig eine individualisierend-entpolitisierende und verleugnend-entpolitisierende Funktion erfüllt. Um diese Funktion theoretisch fassen zu können, braucht es ein Verständnis von Konsum als Ergebnis einer Politik der jouissance, verstanden als symbolische Interaktionsstruktur von Objekt klein a, dem hegemonialen Charakter von Gesellschaft und kapitalistischer Reproduktion.Drawing up on the work of Herbert Marcuse this thesis attempts to offer a theoretical perspective on the contemporary ideological function of consume in the context of the crisis of societal nature relations. Marcuses understanding of ideology as “false consciousness” is thereby specified by the work of Ernesto Laclau and Slavoj Žižek. By analysing six “ideological symptoms” with the so developed concept of ideology it is attempted to show, that consume in the context of the intensifying ecological crisis fulfils an individualising-depoliticising and a denying-depoliticising function. In order to grasp this function in a theoretical manner it’s necessary to develop an understanding of consume as a result of Politics of jouissance, understood as a structure of symbolic interactions of objet petit a, the hegemonic character of society and capitalist reproduction
Genetic analysis of fragmented populations of Pinus cembra L. in the Berchtesgaden National Park
Die Konifere Pinus cembra L. (Zirbelkiefer) ist eine endemische Schlüsselart des oberen subalpinen Waldgürtels. Bereits in der Vergangenheit verschiedensten negativen menschlichen Einflüssen ausgesetzt, leidet die Zirbe in der Gegenwart unter fortlaufender Fragmentierung ihres Lebensraums. Zusätzlich ist diese Baumart durch die extremen klimatischen Bedingungen in ihrem Habitat und durch artspezifische Eigenschaften sehr empfindlich auf die Auswirkungen des Klimawandels, weshalb zukünftig eine signifikante Reduktion der für die Zirbelkiefer besiedelbaren Flächen erwartet wird. Vor allem in kleinen und fragmentierten Populationen am Rande des Verbreitungsgebiets von Pinus cembra wurden bereits Anzeichen genetischer Verarmung, eingeschränkten Genflusses und Tendenzen zu Inzucht nachgewiesen. In der vorliegenden Studie werden drei Zirbenpopulationen untersucht, gelegen im Nationalpark Berchtesgaden in Bayern, Deutschland, am nördlichen Verbreitungsrand der Art in den Kalkalpen. Analysen von genetischen Mustern und Verwandtschaftsbeziehungen werden mithilfe von vier Chloroplasten- und zwölf nuklearen Mikrosatellitenmarkern anhand von Proben von Verjüngung und adulten Bäumen aus fünf über die drei Populationen verteilten Probeflächen durchgeführt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die drei Populationen seit Langem getrennt sind und dass genetischer Austausch hauptsächlich innerhalb der Populationen stattfindet. Das Ausmaß von genetischer Fragmentierung und Inzucht, die genetischen Strukturen und der Verjüngungserfolg variieren zwischen den drei Populationen. Daher wird erwartet, dass Vitalität und Weiterbestehen in Zukunft unterschiedlich erfolgreich für jede der Populationen ausfallen werden.The conifer Pinus cembra L. (Swiss stone pine) is an endemic key stone species of the upper subalpine forest belt. It has been subject to various negative anthropogenic impacts in the past and is challenged by ongoing habitat fragmentation in the present. In addition, extreme climatic conditions in the species’ habitat as well as individual traits make it highly susceptible to impacts of climate change, and a significant decrease of area habitable for the tree in future climates is expected. Especially small and fragmented populations at the margins of Pinus cembra’s distribution range have already shown signs of genetic depletion, restricted gene flow and inbreeding tendencies. Three Swiss stone pine populations embedded in the Berchtesgaden National Park in Bavaria, Germany, located at the northern species distribution boundary within the Calcareous Alps, are evaluated in the underlying study. Genetic and parentage analysis of juvenile and adult samples gathered from five sampling plots distributed over the three population areas are carried out using four chloroplast and twelve nuclear microsatellite markers. Results suggest, that the fragmentation of the three populations dates back a long time, and genetic exchange in the present is mostly restricted to the intra-populational level. Individual extents of genetic fragmentation and trends of inbreeding, genetic patterns and success of regeneration vary among the populations, therefore each of them is expected to display different degrees of success and viability in the future
Das rumäniendeutsche literarische Feld
Die „rumäniendeutsche Literatur“ hat sich als Beschreibungskategorie im literaturwissenschaftlichen Diskurs der letzten 50 Jahre nachhaltig durchgesetzt, wobei sich jedoch kein Konsens über die Definition des Begriffes gebildet hat. Die verschiedenen – sich teilweise widersprechenden – Theorien zur „rumäniendeutschen Literatur“ basieren auf der Praxis des literaturwissenschaftlichen Labellings. Anhand von Begriffen wie „Minderheitenliteratur“ oder „Inselsprachenliteratur“ wird das Label „rumäniendeutsche Literatur“ in einem Zirkelschluss definiert, ohne dass damit jedoch eine tatsächliche Bedeutungserweiterung eintritt. Labels dienen dabei als aufmerksamkeitslenkende Begriffe, die neue Themen in den literaturwissenschaftlichen Forschungsdiskurs einführen. Ihr nachhaltiger Nutzen für die Forschung ist jedoch in Frage zu stellen, wenn die Verwendung von Labels nicht auch mit der Anwendung einer konkreten Methode einhergeht. Als Alternative und mögliche Überwindung dieser Problematik wird die Anwendung einer feldtheoretischen Analyse im Sinne Pierre Bourdieus für die Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsgegenstand vorgeschlagen und die Existenz eines „rumäniendeutschen“ literarischen Feldes argumentiert. Bourdieus theoretische Ausführungen stellen eine ergiebige Methode für eine literatursoziologische Untersuchung der verschiedenen Aspekte der deutschsprachigen Literaturproduktion Rumäniens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar
Die Rechte der indigenen Völker in Chile
Auf der völkerrechtlichen Ebene wurden Instrumente zum Schutz der Rechte der indigenen Völker erfasst: solche sind die ILO Indigenous and Tribal Populations Convention 169 (ILO Konvention 169, ILO C169), ein rechtsverbindlicher Vertrag, und die U.N. Declaration on the Rights of Indigenous People (UNDRIP). Im interamerikanischen System wurden auch gewisse Standards zum Schutz der indigenen Rechte entwickelt. Die lateinamerikanische Region ist nämlich diejenige, welche am meisten zur legalen Anerkennung indigener Rechte beitrug.
In der vorliegenden Masterarbeit geht es tatsächlich um die Rolle solcher völkerrechtlichen Instrumente zum Schutz der indigenen Rechte in Chile und ob selbige einen Beitrag zur Verfestigung der indigenen Rechte leisten. In Chile wird die Anerkennung der indigenen Rechte als „reconocimiento debil“ (Fuentes; De Cea 2014) definiert, obwohl der südamerikanische Staat die ILO C169 ratifizierte, die UNDRIP unterschrieb und die Gerichtsbarkeit des interamerikanischen Gerichtshofes anerkennt. Hiervon ausgehend wird untersucht, ob das Völkerrecht ein “reconocimiento fuerte” (starke Anerkennung) in Chile fördern kann
Bedeutung der Psychohygiene und Präventionsmaßnahmen gegen Burnout im Lehrberuf
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Psychohygiene der Wiener Lehrkräfte sowie mit Präventionsmaßnahmen und gesundheitsfördernden Maßnahmen gegen Burnout, die seitens der Bildungsdirektion Wien und seitens der Führungskräfte diesen Lehrkräften in Wiener Schulen angeboten werden. Die Untersuchungsgruppe stellt Personen dar, die nicht länger als fünf Jahre als Lehrerinnen und Lehrer tätig sind oder waren, da gerade diese Grup-pe besonders vom Burnout-Syndrom betroffen ist. Da es sich um subjektive Sicht der Lehr-kräfte handelt, wurden acht episodische Interviews mit vier männlichen und vier weiblichen Lehrpersonen durchgeführt. Diese Interviews wurden im Anschluss daran mit der strukturie-renden Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet und in Bezug auf die Theorie dargestellt.The present Master´s thesis is dealing with mental health of the Viennese teachers as well as with preventive and remedial measures against burnout which are proposed to those teachers working at the Vienna schools by the Vienna Board of Education. The examined group in-volves persons who do not work as teachers for more than five years forasmuch as especially this group is threatened with burnout. Whereas it is the subjective teachers´ point of view, there has been performed eight episodic interviews with four male and four female teachers. These interviews have been subsequently evaluated with the structured content analysis ac-cording to Mayring and described in relation to the theory
The nature of the Babylonian conquests in the North-western Periphery of Mesopotamia during the late 7th and early 6th century BC
Das Neubabylonische Reich (626-539 v. Chr.) erstreckte sich vom mesopotamischen Kernland bis an die Levante und Teile der arabischen Halbinsel. Es trat damit die Nachfolge des Neuassyrischen Reiches (744-609 v. Chr) an, das diese Regionen zuvor beherrschte und von einer Allianz aus Babyloniern und Medern gestürzt wurde. Dieser Eroberungszug und die nachfolgenden Jahrzehnte, mit der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier und dem darauffolgenden Babylonischen Exil, repräsentieren bis heute einen wichtigen Teil in der kulturellen Geschichte des Judentums. Aufgrund der Tatsache, dass schriftliche Quellen für diese Zeit äußert rar sind, wurde die Zeitperiode der babylonischen Herrschaft insbesondere in Israel intensiv archäologisch erforscht. Das Resultat dieser Ausgrabung unterstützt zumeist das biblische Narrativ, wodurch die babylonischen Eroberungen größtenteils als äußerst destruktiv und auf den eigenen Vorteil abzielend beurteilt wurden. Allerdings wurden andere Bereiche des ehemaligen Herrschaftsgebietes – insbesondere in der Peripherie – nicht mit derselben Intensität bearbeitet wie das Gebiet des heutigen Israels.
Die vorliegende Masterarbeit versucht diese Forschungslücke in einigen ausgewählten Regionen zu schließen, in dem vor allem die archäologischen Forschungsergebnisse, aber auch die schriftlichen Quellen aus bzw. die entsprechenden Gebiete betreffend, gesammelt und einer neuen Interpretation unterzogen werden. Dies soll zum besseren Verständnis der babylonischen Eroberungen, aber auch der Außenpolitik und Strategien im Umgang mit unterworfenen Bevölkerungsgruppen des Neubabylonischen Reiches beitragen
Polar domain walls in lead titanate
Es wird auf Polarität von Domänenwänden in PbTiO3 in seiner tetragonalen Phase untersucht mit Hilfe von einem “layer group” Ansatz. Es wird gezeigt, dass Domänenwände in 90° (ferroelastischen) Domänenzwillingen polar sind. Die polaren anti-phase Domänenwände stimmen nicht überein mit Vorhersagen vorheriger Berechnungen über "density-functional" Theorie. Keine der anti-phase Domänenwänden sind polar. Für ferroelastische Domänenwände wird gezeigt, dass nicht alle kristallographisch äquivalent sind und daher die Stärke der Polarisation abhängig von der Zusammensetzung der Domänenzustände in Domänenzwillingen variieren kann. Die Ergebnisse dieser Arbeit und Diskrepanzen zu den Vorhersagen vorheriger Berechnungen werden ebenfalls diskutiert. Dazu werden potentielle Erklärungen mit Hilfe moderner Überlegungen besprochen.The polarity of domain walls in PbTiO3 in its tetragonal phase are investigated via a layer group approach. It is shown that domain walls in 90° (ferroelastic) domain twins can be polar. The anti-phase domain walls predicted to be polar are not in agreement with previous calculations using density-functional theory. None of the anti-phase domain walls exhibit polarization. It is further shown that not all ferroelastic domain walls are crystallographically equivalent and therefore the magnitude of polarization may differ depending on the composition of the domain states in domain twins. The predictions made in this thesis and discrepancies to previous calculations are also discussed
Simultaneous acquisition of Austrian German and Croatian at home and in preschool
Die vorliegende Studie befasst sich mit dem simultanen Erstspracherwerb (2L1) von Deutsch und Kroatisch bei Kindergartenkindern in Österreich. Die Fallstudie untersucht den sprachlichen Erwerbsprozess von vier Kindern mit unterschiedlichen sozioökonomischen Hintergründen im Alter von 3 bis circa 4,6 Jahren. Die semi-longitudinal angelegte Untersuchung beleuchtet die lexikalische, grammatische, narrative Entwicklung beider Sprachen sowie den sprachlichen Wechsel zwischen beiden Sprachen (Code-switching, Code-mixing).
In Anlehnung an das INPUT-Projekt (e.g. Czinglar et al., 2015; Korecky-Kröll et al., 2016) wurden mehrere Erhebungsmethoden eingesetzt, unter anderem Spontansprachenaufnahmen im Kindergarten und zuhause, Interviews mit Eltern und Pädagog*innen, wie auch verschiedene Sprachtests parallel für beide Sprachen. Die Unterteilung der Kinder erfolgte in zwei Gruppen zu je zwei Kindern, gemäß dem sozioökonomischen Status (SES) der Eltern, in high SES und low SES. Basierend auf Studien wie jenen von Oller und Eilers (2002) wird angenommen, dass ab der dritten Generation von Personen mit Migrationshintergrund die Herkunftssprache verloren geht.
Diese und andere Faktoren, die auf den Verlust und die Erhaltung der Herkunftssprache Kroatisch einwirken können, werden in der vorliegenden Arbeit diskutiert. Weiter wird der Einfluss des SES auf den bilingualen Spracherwerb untersucht, wie auch die individuelle simultane Entwicklung beider Sprachen in Hinblick auf die verschiedenen sprachlichen Ebenen (Lexik, Grammatik, Narration, Code-switching/-mixing). Zu guter Letzt bietet diese Dissertation einen Überblick über mögliche Einflussfaktoren auf den erfolgreichen 2L1 Erwerb, bezugnehmend auf die hier erhobenen Daten sowie andere relevante Studien in diesem Zusammenhang.
Die vorliegende Forschung belegt, dass Kindergartenkinder (noch) stark vom innerfamiliären sprachlichen Gebrauch beeinflusst werden und hier der sprachliche Input zentral ist. Ferner deuten die Daten darauf hin, dass das mütterliche Wissen über Spracherwerb ein wichtiger Einflussfaktor dafür sein könnte, wie sie Sprache dem Kind vermitteln. Die mütterliche Bildungsaspiration in Hinblick auf Zweisprachigkeit und der Stellenwert der Herkunftssprache scheinen hier ausschlaggebend.The present study aims to investigate the simultaneous bilingual acquisition (2L1) of Austrian German and Croatian among preschoolers in Austria. In the context of migration this multiple case study on four children from different socioeconomic backgrounds focuses on describing the bilingual development of two languages from age 3 to approximately age 4;6. The present semi-longitudinal study investigates the children’s lexical, grammatical and narrative development in both of their languages, as well as their language switching activities (code-switching, code-mixing).
A mixed method design used for the INPUT project (e.g. Czinglar et al., 2015; Korecky-Kröll et al., 2016) was applied to evaluate the children’s linguistic development, comprising spontaneous speech recordings, interviews with parents and preschool teachers, and identical language assessments in both languages. Additionally, children were divided according to their socioeconomic status (SES) – two from a high and two from a low SES family. Based on Olller & Eiler’s findings (2002) showing that bilingualism diminishes among immigrant children from third-generation onwards, the various factors that may influence the loss or maintenance of the heritage language Croatian will be discussed. Furthermore, the influence of SES on bilingual language acquisition as well as the individual simultaneous bilingual language development of all four children, considering specific aspects of linguistics, will be the main focus of this research. Finally, the thesis gives an overview of factors most influential for a successful 2L1 acquisition according to the data from this research as well as other relevant research mentioned in this particular context.
The data presented in this study reveals that preschoolers are still very much influenced by the family language use and parental input, and here especially by the maternal motivation to preserve the heritage language and also their knowledge on language acquisition to ultimately foster the development of both languages
Prokaryotic communities and plastic pollution in the ocean
Die Plastikverschmutzung der Ozeane ist eines der größten Umweltprobleme in den letzten Jahrzehnten. Der Anstieg der Plastikproduktion und des damit einhergehenden Abfalls hat zu einem Anstieg an Plastik in den Ozeanen geführt. Das Ausmaß der Auswirkung von Plastikverschmutzung auf marine Lebensräume ist noch nicht vollständig geklärt, und das Schicksal von Plastik in den Ozeanen ist unbekannt. Das Verstehen des Einflusses von Mikroben auf Plastik und vice versa, ist essentiell, um den Lebenszyklus des Plastiks und dessen Einfluss auf die Ozeane der Welt zu verstehen. Diese Arbeit versucht Aufschluss über die Interaktion zwischen Plastik und prokaryotischen Gemeinschaften, sowohl in der Wassersäule als auch auf Plastik an der Meeresoberfläche zu geben. Unterschiede im Besiedlungsmuster prokaryotischer Gemeinschaften unter unterschiedlichen Lichtverhältnissen,wurden in dieser Arbeit untersucht. Bakterien und deren Stoffwechselwege, die auf einen möglichen Abbau von Low-Density-Polyethylene (LDPE) und / oder zugehörigen Stoffen hinweisen, wurden identifiziert. Der Einfluss des Auswaschen von gelösten organischen Kohlenstoff auf die mikrobielle Aktivität im Meereswasser wurde ebenfalls untersucht.
Im Ozean wird Plastik von einem diversen Biofilm von Prokaryoten und Eukaryoten kolonialisiert. Die grundlegenden Faktoren, die die Kolonialisierung von Plastik bestimmen, sind großteils noch unbekannt. Um zu untersuchen wie verschiedene prokaryotische Gemeinschaften verschiedene Arten von Plastik unter denselben Umständen kolonialisieren, wurden fünf verschiedene Arten von Plastik und Glas für zwei Monate im nordadriatischen Meer abgedunkelt und in Umgebungslicht inkubiert. Die Zusammensetzung der prokaryotischen Gemeinschaften der diversen Biofilme wurde dann nach einer Woche, einem Monat und zwei Monaten via 16S rRNA Genanalyse untersucht. Die fünf Plastiktypen, die im Experiment verwendet wurden, waren LDPE, High-Density-Polyethylene (HDPE), Polypropylene (P), Polyvinylchlorid (PVC) mit di-isononyl Phthalate (DINP) als Zusatzstoff und PVC mit bis(2-ethylhexyl) Phthalate (DEHP) als Zusatzstoff. Insgesamt war die Zusammensetzung der prokaryotischen Gemeinschaft auf LDPE, HDPE, PP und Glas relativ ähnlich, und unterschiedlich zu der Zusammensetzung des Biofilms auf PVC. Der Unterschied war deutlicher nach einer Woche der Inkubation, und nahm in den späteren Phasen der Biofilmentwicklung ab. Gleichzeitig gab es Taxa die bestimmte Typen von Plastik gegenüber den anderen Typen und Glas bevorzugt haben, speziell nach einer Woche Inkubation. Oberflächeneigenschaften sind ein bekannter Einflussfaktor bei Etablierung von Biofilmen auf Oberflächen und könnten der Grund für die beobachteten Unterschiede zwischen den verschiedenen Plastiktypen sein. Die Präsenz und Konzentration von Zusatzstoffen könnten auch eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Biofilmen spielen.
Drei PE Biofilme wurden für zwei Jahre mit LDPE als einzige Kohlenstoffquelle in künstlichem Meerwasser inkubiert. Die Gemeinschaften die mit LDPE als einzige Kohlenstoffquelle überlebt haben, wurden nach einem und nach zwei Jahren mit metagenomischen Analysen untersucht. Die Analysen zeigten einen Anstieg der Häufigkeit einer taxonomisch diversen Gemeinschaft, mit einer vorherrschenden Anreicherung von Mitgliedern der Rhodobacteraceae, der Plantcomycetota und mit Repräsentanten der Alcanivoraceae. Genomische Analysen von Metagenome Assembled Genomes (MAGs) mehrerer dieser Bakterien zeigten, dass die Mehrheit der Bakterien Gene besitzen, die die essentiellen Enzyme zur Zersetzung von Alkanen kodieren, insbesondere Gene die Tenside kodieren, Alkan Transporter, Alkohol und Aldehyd-Dehydrogenase, und Gene die Enzyme kodieren welche verantwortlich für die initiale Oxidierung von Alkanen sind, wie die Gene alkB, CYP153, LadA und AlmA. Auch manche dieser Gene zeigten einen Anstieg in relativer Häufigkeit mit fortschreitender Inkubationsdauer in allen Inkubationen. Viele der Bakterien die in den LDPE Inkubationen angereichert wurden, waren allgegenwärtig auf Plastik welches im Nordatlantik, im Pazifik und im nordadriatischen Meer gesammelt wurde. Weiters zeigte die 16S rRNA Genanalyse, dass Mitglieder der Rhodobacteracaea, welche in LDPE Inkubationen angereichert wurden, LDPE und PE in den in-situ Inkubationen im nordadriatischen Meer gegenüber PP und Glas bevorzugten. Alles zusammengenommen deutet darauf hin, dass manche Mitglieder von Biofilmen auf Plastik in den Ozeanen das Potential zur Zersetzung von PE Polymer oder PE-verwandten Stoffen haben und dass Abbauwege von Alkanen beteiligt sein könnten.Plastic pollution in the ocean has become one of the major environmental concerns of the last decades. Increase in plastic production and consequently waste has been accompanied with an increase in plastic debris in the ocean. The extent of the impact plastic pollution has on marine environments is still unclear, and the fate of plastic in the oceans is unknown. Understanding the influence of microbes on plastics and vice versa is essential to understand the lifecycle of plastics and their impact in the world’s oceans. This thesis aimed at shedding light on the interaction between plastics and prokaryotic communities living in the seawater and attached to the plastics at the sea surface. Differences in prokaryotic colonization patterns under both dim and ambient light conditions on different plastics were studied. Bacteria and associated metabolic pathways putatively indicating degradation of low-density polyethylene (LDPE) and/or associated compounds were identified. The influence of plastic leachates on the dissolved organic carbon (DOC) pool and microbial activity in the seawater was also investigated.
Once in the ocean, plastics become colonized by a taxonomical diverse biofilm of prokaryotes and eukaryotes. The underlying factors determining plastic colonization are still to be understood. To determine whether different prokaryotic communities colonize different plastics under the same conditions, five different plastics and glass were incubated in the North Adriatic Sea over two months under both, dim and ambient light conditions. The prokaryotic community composition of their biofilm was then analyzed after one week and after one and two months via 16S rRNA gene analysis. The five plastics used in these experiments were LDPE, high-density polyethylene (HDPE), polypropylene (PP), polyvinyl chloride (PVC) with diisononyl phthalate (DINP) as an additive and PVC with bis(2-ethylhexyl) phthalate (DEHP) as an additive. Overall, the prokaryotic community composition of LDPE, HDPE, PP and glass was relatively similar between each other and different from those of the biofilm of the PVC. This difference was more pronounced after one week of incubation and decreased in later stages of biofilm development. At the same time, there were certain taxa that discriminated for certain plastics over the others and over glass, also especially after one-week incubation. Surface properties are known to influence biofilm establishment on surfaces and might have been the cause for the observed differences between different plastics. The presence and concentration of additives could also play an important role in the biofilm development.
Three PE biofilms were incubated in artificial seawater with LDPE as the sole carbon source for two years. Metagenomic analysis was used to investigate the consortiums surviving with LDPE as sole carbon source after one- and two-years incubations. The analysis revealed an increase in the abundance of a taxonomically diverse consortium of bacteria with a predominant enrichment of members from the Rhodobacteraceae family, the Planctomycetota phylum and bacteria associated to the Alcanivoraceae family. Genomic analysis of metagenome assembled genomes (MAGs) of several of these bacteria revealed that the majority harbored genes encoding for the essential enzymes for alkane degradation, particularly genes encoding surfactants, alkane transporters, alcohol and aldehyde dehydrogenases and genes encoding enzymes responsible for the initial oxidation of alkanes such as genes alkB, CYP153, LadA and AlmA. Some of these genes also increased in relative abundance over time in all incubations. Several of the bacteria that were enriched in the LDPE incubations were also found to be ubiquitous on the biofilm of plastics collected in the North Atlantic, the Pacific and the North Adriatic. Furthermore, 16S rRNA gene analysis also revealed that members of the Rhodobacteraceae family enriched in LDPE-incubations discriminated for LDPE and PE in the in-situ incubations performed in the North Adriatic in comparison to PP and glass. Taken together, this indicates that some members of the biofilm of plastics in the ocean might have the potential to degrade the PE polymer or PE-associated compounds and that alkane degradation pathways might be involved
Using eHealth to support exercise and physical activity in patients with hematological malignancies
Hintergrund Erkrankungen der blutbildenden und lymphatischen Systeme stellen eine ausgesprochen heterogene Gruppe mit differenzierten Prognosen dar. Diese beschränken sich selten auf einzelne Organsysteme und benötigen folglich intensive, systemische Therapien. Neben der durch den Krebs verursachten Symptomatik beeinträchtigen Nebenwirkungen der Behandlung die Lebensqualität maßgeblich. Entgegen der Vielzahl an Untersuchungen zur Durchführbarkeit und V orzügen einer aktiven Gestaltung des PatientInnenalltags, ist die Datenlage zur unterstützenden Verwendung von elektronischen Devices und Applikationen überschaubar. Ziel Mit dieser Studie versuchten wir Wissenslücken in der Implementierung von modernen elektronischen Devices und Applikationen in der Trainingstherapie von malignen hämatologischen Erkrankungen zu schließen. Methoden Im Rahmen dieses systematischen Reviews wurde eine Literatursuche auf Pub Med mit Hilfe zweier vorgefertigter Suchtermini durchgeführt. Arbeiten ab Mai 2010 bis Mai 2020 wurden in die Auswahl gezogen und durchliefen drei konsekutive Auswahlverfahren. Ergebnisse Schlussendlich wurden siebenundzwanzig Arbeiten eingeschlossen, welche die Thematik Bewegung und Leukämien (n=8), Lymphome (n=7), Multiples Myelom (n=6) und Devices (n=6) behandelten. Diskussion Zukünftige elektronische Vorrichtungen und mobile Applikation besitzen enormes Potential zur Unterstützung der medizinischen Trainingstherapie. Technischer Fortschritt machen diese erschwinglicher und praktikabler in deren Anwendung. Dennoch ist deren Verwendung in der Hämatologie stark unterrepräsentiert und menschliche Interaktion weiterhin unabdingbar.Background Hematological malignancies are considered highly heterogenous, ranging from potentially curable to being associated with devastating prognosis. Affecting several blood cell lines they require intense systemic chemotherapy, radiation and/or stem cell transplantation. Patients not only suffer mentally from prolonged hospitalization and cancers symptoms, but also from intense medication and side effects. Several articles have been published proofing feasibility and benefit of exercise interventions in this population. However, up to date, there is no such data on modern therapeutic approach of using mobile applications or electronic devices in exercise of patients with hematological malignancies. Aims We aimed to tackle current lack of evidence in electronic device or application-assisted exercise while treatment or at follow-up of patients with hematological malignancies. Method To address the research issue, a systematical review using literature search on Pub Med was conducted. By two defined search terms relevant articles published from May 2010 to May 2020 were selected. Papers which passed through three consecutive selection steps (ST) were included and compared. Results After several selection steps twenty-seven articles were involved, consisting of exercise interventions in leukemic malignancies (n=8), lymphoma (n=7), multiple myeloma (n=6) and use of electronic devices in malignancies in general (n=6). Discussion Future holds great options for supportive use of electronic devices and applications, since they are getting more economical and practicable. However, as data on promoting exercise in hematological malignancies is still rare and each patient is individual, human therapists’ expertise is still indispensable