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Spectral analysis of infinite quantum graphs
Der Begriff „Quantengraph” bezeichnet einen Laplace-Differentialoperator auf einem metrischen Graphen (ein kombinatorischer Graph, dessen Kanten als Intervalle unterschiedlicher Länge aufgefasst werden). Dieses Konzept wurde von L. Pauling in den 1930er-Jahren eingeführt und fand zahlreiche Anwendungen in der Chemie, Physik und Biologie. Endliche Quantengraphen (d.h., der metrische Graph besitzt endlich viele Knoten und Kanten) wurden in den letzten Jahren intensiv studiert. Über die Eigenschaften von Quantengraphen auf unendlichen Graphen ist weniger bekannt und ein großer Teil der existierenden Literatur behandelt diese nur unter einer zusätzlichen geometrischen Annahme, der Existenz einer strikt positiven unteren Schranke für die Kantenlängen. Gleichzeitig ist jedoch bekannt, dass dies gewisse interessante Phänomene und spektrale Eigenschaften bereits ausschließt.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit verschiedenen Aspekten der Spektraltheorie von unendlichen Quantengraphen. Besonderer Fokus liegt dabei auf unendlichen Graphen ohne zusätzliche geometrische Bedingungen und den besonderen Phänomenen, die in diesem Fall auftreten können.
Der erste Teil der Arbeit widmet sich Spektralabschätzungen für den Kirchhoff Laplace-Operator. Wir definieren eine isoperimetische Konstante für unendliche Quantengraphen und beweisen eine Cheeger-Abschätzung. Dies ergibt insbesondere rein kombinatorische Bedingungen unter denen der Kirchhoff Laplace-Operator strikt positives oder rein diskretes Spektrum besitzt.
Im zweite Teil studieren wir die isoperimetrische Konstante für den Spezialfall von planaren metrische Graphen näher. Motiviert durch ähnliche Konzepte für kombinatorische Graphen benützen dafür wir eine Krümmungsgröße.
Im dritten Teil untersuchen wir radialsymmetrische Antibäume, eine spezielle Klasse von unendlichen Graphen mit besonderen Symmetrieeigenschaften. Wir analysieren grundlegende spektrale Eigenschaften und konstruieren Beispiele von Antibäumen, für die das absolutstetige Spektrum des Kirchhoff Laplace-Operators gleich der positiven Halbachse ist.
Das Ziel des vierten Teils ist die Entwicklung grundlegender Erweiterungstheorie für den minimalen Kirchhoff Laplace-Operator. Unter der oben erwähnten geometrischen Annahme ist dieser Operator selbst-adjungiert und daher gibt es zu diesem Thema bisher nur wenige Resultate. Wir studieren den Zusammenhang zwischen selbst-adjungierten Erweiterungen und Graphenden, einem klassischen Randbegriff für unendliche Graphen, der unabhängig von Freudenthal und Halin eingeführt wurde. Dabei erhalten wir eine scharfe untere Abschätzung für die Defektindizes und eine geometrische Charakterisierung der Existenz einer eindeutigen markowschen Erweiterung.
Der fünfte und letzte Teil stellt ein Komplement zum vorigen dar. Wir definieren den Gaffney Laplace-Operator im Kontext von unendlichen metrischen Graphen, beweisen Resultate im Zusammenhang mit seiner Abgeschlossenheit und finden unter der Verwendung von Graphenden eine explizite Formel für die Defektindizes des minimalen Gaffney Laplace-Operators.A “quantum graph” is a Laplacian differential operator on a metric graph, that is a combinatorial graph where edges are identified with intervals of certain lengths. Introduced by L. Pauling in the 1930s, this concept has found various applications in chemistry, physics and biology. Finite quantum graphs (i.e., the metric graph has finitely many vertices and edges) are rather widely studied. On the other hand, less is known about quantum graphs on infinite metric graphs and in particular, a large part of the existing literature relies on an additional geometrical assumption, the existence of a uniform positive lower bound on the edge lengths. However, this is known to exclude certain interesting phenomena and spectral properties.
The present thesis is concerned with several aspects of the spectral theory of infinite quantum graphs. Particular focus lies on infinite graphs without additional geometrical assumptions and the specific phenomena arising in this situation.
The first part of the thesis is devoted to spectral estimates for the Kirchhoff Laplacian. We introduce a notion of an isoperimetric constant for infinite metric graphs and obtain a Cheeger-type estimate. This leads in particular to purely combinatorial criteria for the Kirchhoff Laplacian to have uniformly positive or discrete spectrum.
The second part contains a study of the isoperimetric constant for tessellating metric graphs. Motivated by similar concepts in the setting of combinatorial graphs, this is carried out in terms of a curvature-like quantity.
In the third part we investigate radially symmetric antitrees, a special class of infinite graphs with a high degree of symmetry. We perform a detailed spectral analysis and provide examples of antitrees for which the Kirchhoff Laplacian has absolutely continuous spectrum equal to the positive halfline.
The goal of the fourth part is to develop basic extension theory for the minimal Kirchhoff Laplacian. The geometric standard assumption implies self-adjointness and hence there has been little prior work on this subject. In our approach, we study the connection between self-adjoint extensions and the notion of graph ends, an ideal boundary for infinite graphs introduced independently by Freudenthal and Halin. We obtain a sharp lower estimate on the deficiency indices and a geometric characterization of uniqueness of a Markovian extension.
The fifth part can be seen as a complement to the previous. We introduce the Gaffney Laplacian on an infinite metric graph, prove results regarding its closedness and provide an explicit formula for the deficiency indices of the minimal Gaffney Laplacian in terms of graph ends
Die aktuelle Befindlichkeit als Beweggrund der sexuellen Initiative bei Frauen und Männern in heterosexuellen Partnerschaften
Einleitung: Vergangene Studien konnten sowohl einen positiven als auch einen negativen Einfluss der sexuellen Aktivität auf die Befindlichkeit nachweisen. Ebenso zeigen sich hinsichtlich des Einflusses der Befindlichkeit auf die sexuelle Aktivität widersprüchliche Ergebnisse: Positives, negatives und neutrales Befinden sind mit der Vorhersage von sexuellen Aktivitäten assoziiert. Ein auf die sexuelle Aktivität einflussnehmender Handlungsprozess ist die sexuelle Initiative, die in diesem Zusammenhang bisher jedoch kaum berücksichtigt wurde. Die Analyse der sexuellen Initiative statt der allgemeinen Betrachtung der sexuellen Aktivität, soll unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede zur Klärung der heterogenen Ergebnislage dienen.
Methode: Die gesunde, seit mindestens einem Jahr in heterosexueller Partnerschaft lebende Stichprobe (n1 = 30; Alter: M = 24.3, SD = 2.58) führte ein 14-tägiges ambulantes Assessment mit sieben täglichen Messzeitpunkten durch. Die Befindlichkeit zum Messzeitpunkt vor und nach der sexuellen Aktivität wurde mit der sexuellen Initiative in Beziehung gesetzt.
Ergebnisse: Die Art der sexuellen Initiative unterscheidet sich signifikant nach dem Geschlecht. Für diesen Unterschied ist die größere Masturbationshäufigkeit seitens männlicher Teilnehmer ausschlaggebend. Von welcher Person die Initiative ausging konnte weder bei Männern noch bei Frauen durch die Befindlichkeit zum Messzeitpunkt vor der Aktivität vorausgesagt werden. Zudem hat die Art der Initiative keinen Einfluss auf die Veränderung der Befindlichkeit im Anschluss einer Aktivität.
Schlussfolgerungen: Die sexuelle Initiative steht in keiner statistisch bedeutsamen Interaktion mit der aktuellen Befindlichkeit von Frauen und Männern. Dennoch regt diese Arbeit dazu an, ebenjene als bisher vernachlässigtes Teilkonstrukt der Sexualität zukünftig zu untersuchen, um die mit sexuellen Aktivitäten in Zusammenhang stehenden Beweggründe zu erforschen
Text mining and computational modeling of collective emotions in online discussions
In dieser Studie untersuchen wir kollektive Emotionen in Online Diskussionen durch Anwendung von agentenbasierender Computermodellierung und Sentiment-Analyse. Simulationen unseres Cyberemotions-Modells zeigen einen Skalierungsexponenten in der Beziehung zwischen der Anzahl der Agenten und der generierten emotionalen Ausdrücke, der fast analog zu realen Werten steht. Der Wert fällt in einen Bereich, der in der sozialen Skalierung von Information omnipräsent ist, was suggeriert, dass unser Modell unterliegende soziale Dynamiken realistisch darstellen kann. Die Resultate unserer LIWC Sentiment-Analyse des One-Million-Posts-Korpus, ein Datensatz von über einer Million Kommentaren des Diskussionsforums einer österreichischen Nachrichten-Website, suggerieren die Möglichkeit den emotionalen Inhalt eines Kommentars und affektive Reaktionen darauf durch frühere Kommentare vorherzusagen. Während Ersteres durch die Prozent-zahl emotionaler Wörter der Nachricht gemessen wird, betrifft Letzteres dessen Bewertung durch Upvotes und Downvotes Anderer. Allerdings scheint es durch Messen von LIWC-Variablen nicht möglich, in Kommentaren kognitive Muster zu entdecken die System 1 oder 2 entsprechen, wie es von kognitiven Dual-Prozess-Theorien postuliert wird. Unsere Ergebnisse geben weitere Einblicke in die Beziehung zwischen emotionalem Inhalt von Nach-richten-Artikeln und dessen Kommentaren und die Erfassung von Emotionen durch Forum-Moderatoren.We study collective emotions using agent-based modeling and sentiment analysis of online discussions. Simulation results using an implementation of the Cyberemotions framework show a scaling exponent in the relationship between the numbers of agents and emotional expressions that is almost analogous to that of real-world data. It corresponds to a range of values that is omnipresent in the social scaling of information, suggesting our implemented model may capture underlying social dynamics realistically. Applying the sentiment analysis tool LIWC on the One Million Posts corpus, a dataset containing over a million comments posted in the online forum of an Austrian news website, our results indicate that it may be possible to predict the emotional content and affective reaction of a post, measured as percentage of emotion words and upvotes, based on data of previous posts in the discussion. However, we failed to capture patterns of cognitive systems 1 and 2, as they are described by dual-process theories of the mind, using LIWC variables as indicators of cognitive complexity. Our results provide further insights into the relationship between the emotional content of a news article and its comments, and the ability of moderator annotations to predict sentiment
Functional magnetic resonance imaging of auditory and visual processing in congenital anosmics and healthy controls
Zahlreiche Studien haben bereits gezeigt, dass der Verlust eines Sinnes zu funktionellen wie auch strukturellen Veränderungen im Gehirn der betroffenen Person führt. Diese Veränderungen werden als ‚crossmodal plasticity’ bezeichnet. Während der Großteil der Forschung jene Effekte an blinden Individuen untersuchte, konnten auch einige Studien dieses Phänomen an Tauben feststellen. Untersuchungen betreffend den Geruchssinn sind hingegen bis jetzt noch spärlich. Das Ziel dieser Studie war, herauszufinden, ob angeborene Anosmie zu funktionellen Veränderungen in den Gehirnen der Betroffenen führt, bei denen sich veränderte Aktivitätsmuster im Gehirn von anosmischen Menschen im Vergleich zu Gesunden zeigen. Hierfür wurden zuerst visuelle und auditive Stimuli vorbereitet. Im ersten Experiment wurden diese auf ihr Identifizierbarkeit und Geruchsassoziation geprüft. Daten von 22 gesunden Teilnehmern wurden evaluiert um geeignete Stimuli für das zweite Experiment auszuwählen. Die Ergebnisse dieses Experimentes zeigten, dass der Großteil der gewählten Objekte und Tiere einfach zu identifizieren war, vor allem nach visueller Präsentation. Es wurden 48 Stimuli, welche entweder durchschnittlich mit einer sehr hohen oder sehr niedrigen Geruchsassoziation verbunden wurden, ausgewählt. In einem zweiten Experiment, wurden funktionelle Magnetresonanztomographie (MRT) Scans an 16 anosmische Individuen und 16 gesunde Kontrollteilnehmer durchgeführt. Während des Experiments wurden den Versuchspersonen die zuvor ausgewählten visuellen und auditiven Stimuli präsentiert. Die Teilnehmer mussten die Objekte/Tiere identifizieren und daran denken. Das Ziel der Studie war Aktivierung in Gehirnarealen, die gewöhnlicherweise für die Verarbeitung von Gerüchen zuständig sind, zu finden. Weiters wurde vermutet, dass es einen Unterschied zwischen der Aktivierung durch Objekte mit hoher und geringer Geruchsassoziation geben könnte. Es konnten keine sinnvollen Aktivierungsmuster gefunden werden. Um eine crossmodale Plastizität in olfaktorischen Bereichen des Gehirns komplett auszuschließen, sollten jedoch noch weitere Studien durchgeführt werden.Numerous studies have shown crossmodal plasticity after the loss of one of the senses (i.e., the occupation of brain regions previously involved in the processing of input from a lost sensory modality by the remaining senses). While this has been intensively studied for the visual and auditory senses, little research has assessed whether crossmodal plasticity occurs for the sense of smell. As such, this study aimed to investigate the effect of congenital anosmia on brain function by assessing potential differences in brain activation between individuals with anosmia and healthy controls. Initially, suitable auditory and visual stimuli were created. In the first experiment, these stimuli were tested for their recognizability and odor association. Data from twenty-two healthy participants was evaluated to choose stimuli for the second experiment. The results showed that most objects and animals were easily identified, especially when presented visually. A total of 48 different stimuli, which either had a very high or very low odor association, were chosen. In the second experiment, functional magnetic resonance imaging (fMRI) data from 16 anosmic individuals and 16 healthy controls were acquired. During scanning, participants were presented with the visual and auditory stimuli. Their task was to identify and think of the object/animal. It was hypothesized that anosmics would have increased activation in the olfactory cortex relative to controls, and that this activation is additionally stronger for stimuli with a high odor association compared to stimuli with a low odor association. We identified activations in both auditory and visual cortices as response to the corresponding stimulation, in both anosmic and control participants. However, we did not find the hypothesized patterns we were looking for. Further research is required to determine whether crossmodal plasticity is possible for olfactory areas
Mission first?
Mobbing hat verheerende Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit eines Menschen. Die hier vorliegende Studie beschäftigt sich mit den Arbeitsbelastungen im österreichischen Bundesheer und deren Zusammenhang mit Mobbing. Ebenso wird der moderierende Einfluss von sozialem Klima, wie auch der Einfluss von Mobbing und Arbeitsbelastungen auf psychische und physische Beschwerden, sowie auf den Alkoholkonsum untersucht. Grundlage dieser Analyse sind die Daten des sozialen Lagebildes 2018, welches jährlich an einer repräsentativen Zufallsstichprobe des österreichischen Bundesheeres erhoben wird. Arbeitsbelastung wurde hierbei mittels des Efford-Reward Imbalance-Short Fragebogens (ERI-S), der Anzahl der Arbeitsstunden pro Tag und der Arbeitstage pro Woche operationalisiert. Psychische Beschwerden wurden mittels des Patient Health Questionnaire 4 (PHQ-4) erfasst, physische Beschwerden wurden durch den Gießener Beschwerdefragebogen 8 (GBB8) operationalisiert, sowie Alkoholkonsum mittels des Alcohol Use Disorder Identification Test-Consumption - Fragebogen (AUDIT-C) gemessen wurde. Mobbing wurde mit Hilfe des Mobbingintensität der Kollegen Fragebogens (MOB-K) erfasst, zur Erhebung des sozialen Klimas wurde das Netzwerkkapital des Bielefelder Sozialkapital Index (BISI) angewandt. Für die hier vorliegende Studie wurden ausschließlich Berufssoldaten in die Analyse inkludiert (n=882). Arbeitsbelastungen und Mobbing wiesen einen positiven Zusammenhang auf. Ausschließlich für Arbeitsstunden ließ sich kein signifikanter Zusammenhang feststellen. Die hypothetisierten Mediationseffekte von Mobbing konnten ebenfalls für alle Variablen, mit Ausnahme von Arbeitsstunden, bestätigt werden. Der Einfluss des sozialen Klimas fiel nur für Belohnung und überdurchschnittliches berufliches Engagement signifikant aus. Alkoholkonsum korrelierte mit keiner der Variablen im signifikanten Bereich. Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass soziales Klima eine vernachlässigbare Rolle im Zusammenhang mit Mobbing im Bundesheer zu haben scheint. Zukünftige Interventionen sollten einen besseren Umgang mit unvermeidbaren Arbeitsbedingungen wie Zeitdruck, Arbeitsmenge und Unterbrechungen bringen, sowie eine Lockerung der völligen beruflichen Hingabe im Sinne des Mission-First Prinzips
The hostile media effect: a preregistered metaanalytic investigation
Der Hostile Media Effect (HME) beschreibt ein oft untersuchtes und nachgewiesenes
psychologischen Phänomen, wonach Personen, die mit Medienberichten über ein bestimmtes
Thema, zu dem sie bereits eine Vormeinung haben, konfrontiert werden, diese Medienberichte
als voreingenommen und tendenziös wahrnehmen. Genauer gesagt, wird diesen Berichten
unterstellt, die jeweils gegenteilige Meinung zu vertreten. Der HME ist seit der Einführung des
Begriffes 1985 im Fokus interdisziplinärer Forschungsansätze, die den HME in verschiedenen
Kontexten auf die Probe stellten. Diese Studie ist ein Versuch, die existierende, oft sehr
heterogene Literatur in einer Multilevel Metaanalyse zu synthetisieren und einen Gesamteffekt
zusammenzufassen, mögliche Moderatorvariablen zu identifizieren und hinsichtlich eines
möglichen Publication Bias zu untersuchen. Aus 23 Studien wurden 46 Effektsärken
identifiziert, die einen Gesamteffekt von g = 0.67, 95% KI = [0.42; 0.93] ergaben. Das
Publikationsjahr erwies sich als der einzige signifikanter Moderator, im Gegensatz zum HMETypus,
Involvierung, Reichweite und Studienqualität. Dem neuesten Stand der Technik
entsprechen wurden Publication Bias Tests durchgeführt (p-curve, p-uniform, p-uniform* und
Egger’s Regression Test), die allesamt keine Hinweise auf Publication Bias lieferten. Somit
erwies sich der HME als robuster Effekt, der in verschiedenen Kontexten zu beobachten ist.
Allerdings ist ein Resümee für zukünftige Forschung zu ziehen, die sich insbesondere den
methodischen Unterschieden und der theoretischen Konzeptualisierung widmen sollte.The hostile media effect (HME)–the tendency that individuals with a strong pre-existing opinion
on an issue perceive neutral, even handed news coverage on that issue as biased against their side
and in favour of the opposite point of view–has been the subject of intensive research across
many different disciplines. First termed by Vallone, Ross, & Lepper in 1985, looking back at 35
years of HME research reveals this phenomenon to be quite robust and observable in many
different contexts. The present multilevel meta-analysis aimed at summarizing already existing
research and quantifying an overall effect size, investigating possible moderator variables, and
applying state-of-the-art analyses for publication bias. Forty-six effect sizes from 23 different
studies were synthesized into an overall effect of g = 0.67, 95% CI = [0.42; 0.93]. No significant
moderating effects could be found for type of HME (relative or absolute), reach, involvement,
and study quality. Year of publication, on the other hand, turned out to be a significant moderator
of HME. No indication of publication bias was detected in p-curve, p-uniform, p-uniform*, or
Egger’s regression test. Although the effect appears to be robust, further research is needed to
address differences in study-design and methodological approaches, as well as theoretical
conceptualizations of moderating variables and practical implications of this media bias
Rescaling regional development
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der institutionellen Restrukturierung der Regionalentwicklungspolitik in einer ländlichen und suburbanen Kleinregion in Niederösterreich. Im Mittelpunkt des Prozesses stand die Gründung der NÖ.Regional GmbH 2014. Die Forschung baut theoretisch auf institutionalistischen Ansätzen und dem Regional Governance Konzept auf. Das Datenmaterial besteht aus Strategiedokumenten und strukturierten Experteninterviews, die für das Forschungsprojekt COHSMO geführt wurden. Es kommt ein Multi-Methoden Ansatz zur Anwendung, der eine Dokumentenanalyse und eine explizite qualitative Inhaltsanalyse kombiniert. Im Kern verweisen die Resultate auf drei Ziele der Restrukturierung: New public management Bestrebungen, Verbesserung der Regionalentwicklung und die Macht bei Bedarf Kontrolle zu übernehmen. Bei den Kleinregionen hat sich gezeigt, dass die Ländliche bereits ausgereifte Strukturen hat und daher wenig von NÖ.Regional profitierte. Bei der Suburbanen waren diese nicht vorhanden, weshalb alle Serviceleistungen rasch übernommen wurden. Dennoch besteht keine deutliche kausale Verbindung zur territorialen Ebene, da Kontext und Historie wichtiger erscheinen. Die Gründung der NÖ.Regional „rescaled“ (≈verschob) die Machtstruktur in diesem Politikfeld und gab vormalige Gemeindekompetenzen in die Hand der Landesregierung.This thesis researches the influence of an institutional restructuring in the field of regional development policy in a rural and sub-urban micro-region of Lower Austria. The centre of the process was the founding of NÖ.Regional GmbH in 2014. Theoretically, the research is backed by institutionalist approaches and the concept of regional governance. The data material consists of strategy documents and expert interviews, which were conducted for the research project COHSMO. A multi-method approach is applied combining document analysis and explicative, qualitative content analysis. In essence, the results show that the restructuring had three main objectives: New public management goals, improvement of regional development and power of taking control. Concerning the micro-regions, the rural one had already well-developed structures and hence didn´t profit much from NÖ.Regional. The sub-urban one had none and therefore easily utilized all services offered. Still, there is no causal link to the territorial level, as context and history seem to be more important factors. The introduction of NÖ.Regional, however, rescaled the power structure in the policy field, putting former municipal competences into the hand of Lower Austria´s government
Veränderungen im städtischen Lebensraum und Auswirkungen auf das Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen
Im Laufe der letzten Generationen haben sich die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen im städtischen Bereich von allen bestehenden Gesellschaftsschichten aus Industrienationen gravierend verändert. Diese Entwicklung bezieht sich nicht nur auf deren Aufwachsen, Sozialverhalten, Rechte und Pflichten, sondern auch auf ihre Zugänge zu Freizeitmöglichkeiten sowie ihre Veränderungen im Freizeitverhalten. War zu Beginn der 1930er Jahre der Lebensraum von Kindern noch dadurch gekennzeichnet, dass sie diesen mit zunehmendem Alter kontinuierlich von der Wohnung aus ins nähere Wohnumfeld erweiterten, so kam es in den darauffolgenden Jahrzehnten zu immer größeren baulichen Eingriffen seitens der Erwachsenen in diesen primären, von Multifunktionalität und Anregungsreichtum geprägten Aufenthaltsraum. Folglich fand daher eine kontinuierliche Verlagerung der Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen in die von Erwachsenen bereitgestellten privaten, halböffentlichen und öffentlichen Bereiche statt, welche vor allem durch eine Monofunktionalität, Funktionalisierung und Spezialisierung gekennzeichnet sind. Sowohl aus unteren als auch oberen Bevölkerungsschichten standen Kinder und Jugendliche dabei, heute noch mehr wie noch vor zwei Jahrzehnten, unter dem Schutz, der Aufsicht und Kontrolle von Erwachsenen. Allerdings sind bei der Nutzung von solchen betreuten Angeboten die Möglichkeiten von beiden Einkommensschichten natürlich unterschiedlich, denn, es ist nicht allen Erziehungsberechtigten möglich, entsprechende finanzielle Beiträge, die beispielsweise für einen Kursbesuch nötig sind, aufzubringen und daher gibt es eine Vielzahl an Kindern und Jugendlichen, die sich grundsätzlich immer noch in ihrer Freizeit primär in öffentlichen städtischen Räumen aufhalten und ihn für ihre Aktivitäten nutzen
Das lebendige Schweigen
In meiner Masterarbeit über Robert Musils Die Verwirrungen des Zöglings Törleß mache ich verständlich, wie die komplexe und teils widersprüchliche „Weltsicht“ des Romans bzw. seiner Hauptfigur als ein Wechsel und eine Konkurrenz innerer Figuren begriffen werden kann. Sie besitzen sämtlich eine spezifische Ontologie, sind in ein jeweils anderes Seinsverständnis gestellt, ohne dass der Roman darauf ausgelegt wäre, sie zusammen zu führen. Eher noch will er den Kontrast darstellen. Als vieldeutig kann sich das Sein nur im Rahmen seiner Geschichtlichkeit erweisen. In diese führen uns die Werke Martin Heideggers ein. Mein Ansatz ist darum die Seinsgeschichte (auch: „Geschichte der Metaphysik“). Sie wird helfen, unseren Gedanken Unterscheidungskraft im ontologischen Labyrinth dieses Romans zu verleihen. Daher folgt, nach einem kurzen Schlaglicht auf die These von den inneren Figuren, eine – selbstverständlich auf unsere Zwecke abgestimmte – Erläuterung des Seins und der Seinsgeschichte. Theoretisch und literarhistorisch klären wir danach die Möglichkeit und Bedeutung solcher „innerer Figuren“. Dann können wir endlich mit der sorgfältigen Beschreibung dieser Figuren (es sind: der Forscher – der Ästhet – der Sohn – der Liebhaber – der Seher) beginnen, angefangen bei derjenigen, die unserer heutigen Metaphysik am nächsten steht.In my masterʼs thesis on Robert Musilʼs Die Verwirrungen des Zöglings Törleß I seek to show how the complex and partially self-contradictory „world view“ of the novel and its protagonist can be understood as „inner characters“ competing with each other, with one replacing the other as the dominant force within young Törleßʼs consciousness. They all possess a specific ontology, a different understanding of Being, without the novel being designed to achieve any congruence among them. Rather, it attempts to contrast them. Only when seen as historically contingent, can Being show itself as plurivalent. The works of Martin Heidegger explain and demonstrate this. My approach is thus Seinsgeschichte, „history of Being“ (also: history of metaphysics). It will help us to find our way in the ontological labyrinth of this novel. Thus after briefly highlighting the idea of inner characters, I will expound on Being and the history of Being in the way as best to fit the needs of our work of literary interpretation. After this I clarify the possibility and meaning of inner characters in terms of narratological theory and literary history. Then we can start the detailed description of these characters (there are: the researcher – the aesthete – the son – the lover – the seer), beginning with the one closest to todayʼs metaphysics
Die Bedeutung des Dreiländernaturparks Raab für die Region am Beispiel des Tourismus und der grenzübergreifenden Regionalentwicklung
Ziel der Arbeit ist, die Grundsätze für die Entstehung eines Naturparks, die beteiligten Akteure sowie dessen Effekte auf den Tourismus und auf die Entwicklung der Region, darzustellen. Da es sich beim Untersuchungsgebiet um einen trilateralen Naturpark handelt, stehen grenzübergreifende Initiativen ebenso im Fokus. Die Forschungsarbeit basiert im Wesentlichen auf dem Konzept des
naturnahen Tourismus, welches sich im Alpenraum bereits etablieren konnte. Die Spannungen und Synergien, welche sich durch das Zusammenspiel diverser Akteure im Naturpark ergeben, werden anhand der „Assemblage-Theorie“ von De Landa analysiert. Zur Untersuchung der Bedeutung des Dreiländernaturparks für den Tourismus und dessen Effekte auf die Region wurden sowohl eine Gästebefragung mittels Fragebögen als auch leitfadengestützte ExpertInneninterviews durchgeführt. Die statistische Untersuchung umfasst 100 retournierte Fragebögen. Aus sieben geführten ExpertInneninterviews konnten darüber hinaus aufschlussreiche Informationen extrahiert werden. Ausgehend von diesen Informationen werden
Handlungsempfehlungen, welche vor zehn Jahren erteilt wurden, evaluiert und um den Aspekt der grenzübergreifenden Regionalentwicklung ergänzt. Die Untersuchungen zeigen, dass die Gäste dem Naturpark Raab besondere Bedeutung im Bereich Erholung und Naturschutz beimessen. Die Funktionen Bildung und Regionalentwicklung sehen die Befragten weniger erfüllt. Insgesamt wird der Naturpark von den Gästen zur Erholung und zur Bewegung in der Natur genutzt. Diese Nutzungsformen bilden auch die Basis des naturnahen Tourismus. Mit diesem Tourismuskonzept konnten zudem zahlreiche Übereinstimmungen festgestellt werden. Alle ExpertInnen sprachen sich für eine Intensivierung der länderübergreifenden Kooperationen aus, da sie Chancen für die Entwicklung der Grenzregion wittern. Einige gaben ihre Ideen dafür Preis. Diese konnten daher in die Revision der Handlungsempfehlungen miteinbezogen werden