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Cofinitary groups
Das Thema dieser Arbeit sind kofinitäre Gruppen, eine spezielle Klasse an Untergruppen der unendlichen Permutationsgruppen. Wir beginnen mit einer Übersicht der algebraischen Resultate für diese Gruppen. Die wichtigsten Resultate in diesem Kapitel sind strukturelle Einschränkungen der Kardinalität von kofinitären Gruppen durch ihre Orbitstruktur. In weiterer Folge betrachten wir Konstruktionen von kofinitären Gruppen mittels projektiver Limits und Automorphismen von Boolschen Algebren. Der Rest der Thesis befasst sich mit maximalen kofinitären Gruppen, wobei wir zuerst die möglichen Größen, sowie die kombinatorische Charakteristik a_g betrachten. In Kapitel 4 werden wir Forcing verwenden, um zu jedem Tupel (n, m) in N>0 x N eine maximale kofinitäre Gruppe zu finden welche n unendliche und m endliche Orbits aufweist, wodurch wir unendlich viele nicht isomorphe Gruppen konstruieren können. In Kapitel 5 konstruieren wir mittels Forcing eine maximale kofinitäre Gruppe in welche wir alle abzählbar unendlichen Gruppen einbetten können. Im letzten Kapitel zeigen wir eine Konstruktion, welche uns die möglichen Größen von maximalen kofinitären Gruppen in unserem Modell steuern lässt.The topic of this thesis is cofinitary groups, which are special subgroups of the infinite permutation group. We will begin by giving an overview of the algebraic properties of cofinitary groups. We will survey the algebraic properties of cofinitary groups, where the main results give us bounds on the size of cofinitary groups based on their orbit structure. We will then examine how to construct cofinitary groups using inverse limits and automorphisms of Boolean algebras. We then begin looking at maximal cofinitary groups and their possible sizes as well as the combinatorial characteristic a_g. In chapter 4 we will use forcing to show that there are infinitely many, non-isomorphic, maximal cofinitary groups, by constructing a group with n infinite and m finite orbits, for any tuple (n, m) in N>0 x N. In chapter 5, we use forcing constructions to show the existence of a maximal cofinitary group into which every countable group embeds. Finally, we show that we can tightly control the possible sizes of cofinitary groups in a model by adapting a novel proof from the theory of maximal almost disjoint families
Local limit theorems for hitting and return times
Ein wichtiger und oft untersuchter Aspekt im Studium von dynamischen
Systemen ist die erste R¨uckkehrzeit zu gewissen Teilmengen. Eine typische
Situation hierbei ist eine Folge von Mengen (Al)l≥1, die zu einem Punkt
schrumpfen. Es ist bekannt das die R¨uckkehrzeiten in diesem Fall ¨ublicherweise in Verteilung gegen die Standard-Exponentailverteilung konvergiert.
Hier untersuchen wir ein verwandtes Konzept der punktweisen Grenzwerts¨atzen, das von Saussol, B. und Zweim¨uller, R. vorgeschlagen wurde. Wir
zeigen, dass, unter st¨arkeren Vorrausetzungen an das Misch-Verhalten des
Systems, solche Grenzwerts¨atze immer noch existieren. Zus¨atzlich geben wir
einige Beispiele von Systemen, die solche Grenzwerts¨atze erf¨ullen. Prominente Beispiele beinhalten Rychlik Abbildungen und Collet-Eckmann unimodale Abbildungen.An important tool in the study of dynamical systems is the first return time
to a given set. Usually, one considers a sequence of sets shrinking to a single
point. It is well known that for many natural systems and sufficiently nice
sets (Al)l≥1 the return times, normalized by the measure of the set, will
converge in distribution, the most prominent case being that of a standard
exponential. We consider a stronger notion suggested by Saussol, B. and
Zweim¨uller, R. of local limit theorems for return times. As it turns out,
those limit theorems, though much more elusive, are still present in various
systems with strong mixing properties. Along with some abstract criteria,
we give examples of prominent systems having these limit theorems. Examples include piecewise expanding interval maps, as introduced by Rychlik,
M., and Collet-Eckmann unimodal maps
Synthesis of hydrophilic core-shell Superparamagnetic iron oxide nanoparticles
Einheitliche sphärische superparamagnetische Eisenoxid-Nanopartikel (SPIONs) mit enger Größenverteilung wurden durch thermische Zersetzung von Eisenpentacarbonyl und Eisenoleat synthetisiert. Diese Nanopartikel sind ursprünglich mit einer Hülle aus hydrophobem Oleat bedeckt. Superparamagnetische Eisenoxid-Nanopartikel können als Kontrastmittel in der Medizin eingesetzt werden. Für diese Anwendung müssen sie mit einer dichten Hülle aus biokompatiblen und hydrophilen Liganden bedeckt werden, damit sie nicht aggregieren, von den Zellen aufgenommen und vom Immunsystem erkannt werden können. Die Oleatschale muss daher vollständig durch hydrophile Liganden ersetzt werden. Liganden-Stripping und sequenzielles Refrafteding ist ein Ansatz, um dies zu erreichen und superparamagnetischen Eisenoxid-Nanopartikeln in biologischen Medien kolloidale Stabilität zu verleihen. Die nächste Herausforderung nach dem Ersetzen des Polymerliganden auf der Oberfläche der Nanopartikel ist die effiziente Entfernung des zusätzlichen ungebundenen Liganden und der verdrängten anfänglichen Ölsäure aus der Reaktionslösung. In dieser Studie untersuchte ich die Pfropfung von mit Nitrodopamin verankertem Polyethylenglykol (PEG-5000) auf verschiedene SPION-Grössen von 6.1 bis 20.7 nm. Zusätzlich verwendete ich Dialyse-, Magnetdekantier- und Membranzentrifugationsmethoden, um die Dispersion von extra freiem PEG zu reinigen. TEM-Diagramme zeigten, dass die Nanopartikel eine einheitliche Größe und Form haben. Die aus den TGA-Massenverlustergebnissen berechneten PEG-Pfropfungsdichten zeigten, dass die Pfropfungsdichten zwischen 0.5-6 Ketten/nm2 liegen. Pfropfdichten um 1 Kette/nm2 gelten als vielversprechende Ergebnisse in Bezug auf die kolloidale Stabilität in biologischen Medien. SPIONs mit optimalen Pfropfdichten zeigten kolloidale Stabilität durch DLS-Messung über 40 Tage Monitoring. Vollständiger Ligandenersatz wurde durch 1H-NMR-Experiment nachgewiesen.Uniform spherical superparamagnetic iron oxide nanoparticles (SPIONs) with narrow size distribution have been synthesised by thermal decomposition of iron pentacarbonyl and iron oleate. These nanoparticles are originally capped with a shell of hydrophobic oleate. Superparamagnetic iron oxide nanoparticles can be applied as contrasting agents in medicine. For this application, they have to be covered with a dense shell of biocompatible and hydrophilic ligands to prevent them from aggregation, uptake by cells, and recognition by the immune system. Thus, the oleate shell must be completely replaced by hydrophilic ligands. Ligand stripping and sequential regrafting is an approach to achieve this and provide superparamagnetic iron oxide nanoparticles with colloidal stability in biological media. The next challenge after replacing the polymer ligand on the nanoparticle surface is efficiently removing extra unbound ligand and displaced initial oleic acid from the reaction solution. In this study, I investigated the grafting of polyethylene glycol (PEG-5000) anchored with nitrodopamine on different SPION sizes from 6.1 to 20.7 nm. Additionally, I used dialysis, magnetic decantation and membrane centrifugation methods to purify the dispersion from excess free PEG. TEM graphs revealed that nanoparticles are uniformly sized and shaped. PEG grafting densities calculated from thermogravimetric analysis of organic mass loss during thermal decomposition indicated grafting densities between 0.5-6 chains/nm2. Grafting densities around 1 chain/nm2 are considered promising results with respect to colloidal stability in biological media. SPIONs with optimal grafting densities showed colloidal stability through DLS measurement over 40 days of monitoring. Full ligand replacement was proved by 1H-NMR experiment
Rechnungslegung und Registrierkassenpflicht bei Vereinen
Die Verpflichtung zur Führung einer Registrierkasse hat für Vereine viele Fragen aufgeworfen. Die zahlreichen Vereine, die von der Registrierkassenpflicht betroffen sind, werden durch verschiedenste Strukturen und Vereinszwecke charakterisiert. Unter jenen, die nahezu ausschließlich auf ehrenamtliche Mitarbeiter setzen, befin- den sich unter anderem Jugendorganisationen.
Wenn es um Vereine und Registrierkassenpflicht geht, wird oft von Erleichterungen gesprochen. Es stellt sich zugleich die Frage, wie es in der Praxis aussieht und wie sich Vereine mit der Registrierkassenpflicht „zurechtfinden“. Das Ziel dieser Master- arbeit ist es, herauszufinden, wie viele Jugendorganisationen tatsächlich von der Registrierkassenpflicht betroffen sind und welche konkreten Auswirkungen diese nach sich zieht.
Der erste Teil der vorliegenden Arbeit bietet einen theoretischen Einblick in die Thematik. Im zweiten Abschnitt wird die empirische Studie präsentiert. Für die Beantwortung der Forschungsfrage wurden Daten ausgewertet, die mithilfe einer Umfrage anhand eines Fragebogens erhoben wurden. Das betroffene Rechnungswesen und die Implikationen einer Registrierkassenpflicht für Jugendorganisationen wurden anhand einer empirischen Studie innerhalb einer repräsentativen Stichprobe der Zielgruppe untersucht.
Zusammengefasst kann beurteilt werden, dass Jugendorganisationen sehr wohl von der Registrierkassenpflicht betroffen sind. Sie sind in erster Linie aufgrund der Einkünfte ihrer Vereinsarbeit dazu verpflichtet. Es gibt auch Jugendorganisationen, die betriebliche Einkünfte haben, für die jederzeit die Registrierkassenpflicht auslösen können. Des Weiteren sind die Jugendorganisationen von Schulungs-, Zeit-, Kosten- und Mehraufwand betroffen. Besonders für ehrenamtliche Mitarbeiter hat die Regist- rierkasse einen beträchtlichen Mehraufwand verursacht. Bei einem zusätzlichen Aufwand, der insbesondere weitere Schwierigkeiten mit sich bringt, kann die Exis- tenz eines Vereins bedroht sein. Daher ist es wichtig für den Gesetzgeber, bei der nächsten Novellierung des Gesetzes die Ausnahmen von der Registrierkassenpflicht für (Jugend)vereine auszuweiten, sodass die Existenz der ehrenamtlichen Arbeit junger Menschen nicht gefährdet ist
Unaccompanied children in Serbia: best interests implementation in law and practice
Diese Arbeit untersucht das derzeitige Betreuungssystem für unbegleitete Flüchtlingskinder in Serbien aus rechtlicher und praktischer Sicht. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Wohl des Kinderprinzips gelegt, da seine Einbeziehung und Rolle im Bereich der Kinderrechte (insbesondere für unbegleitete Kinder) von zentraler Bedeutung ist. Mit der Einführung eines neuen Gesetzes über Asyl und vorübergehenden Schutz hat das serbische Asylsystem die aktualisierten Rechtsbestimmungen für Kinder erweitert. Die Wirksamkeit und der Einfluss dieses Gesetzes werden im Zusammenhang mit dem Sozialschutzsystem des Landes untersucht.
Unter Beibehaltung eines menschenrechtsorientierten Ansatzes werden Kinderrechtsstandards und -grundsätze verwendet, um den bestehenden Rahmen der rechtlichen und sozialen Schutzstrukturen zu bewerten. Auf diese Weise wird ermittelt, welches Schutzniveau gewährt wurde und welche Lücken bestehen, um Hindernisse, die Personen in gefährdeten Positionen ausschließen, besser abzubauen. Relevante Literatur wird überprüft und gleichzeitig werden 11 halbstrukturierten Interviews, die zu diesem Thema mit Vertretern wichtiger Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen durchgeführt wurden, unterstützend herangezogen. Die Ergebnisse werden dann zusammengesetzt und durch eine thematische Analyse präsentiert, die sich mit folgenden Themen befasst: Identifizierung, Alterseinschätzung, Vormundschaft, Unterbringung und Bildung.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass zwar wichtige Fortschritte in der Rechtssphäre der serbischen Gesetze erzielt wurden, das Kindeswohl jedoch aufgrund wichtiger systemischer Barrieren nicht angemessen umgesetzt oder bewertet wird.This thesis explores the current system of care offered to unaccompanied refugee children in Serbia from a legal and practical perspective. Particular attention is paid to the best interests of the child principle, as its inclusion and role within the realm of children’s rights (especially for unaccompanied children), is pivotal. With the introduction of a new Law on Asylum and Temporary Protection, Serbia’s asylum system has extended updated rights provisions to children. This law’s efficacy and influence is investigated in relationship to the country’s social protection system.
In maintaining an approach that is human rights focused, child’s rights standards and principles are used to evaluate the existing framework of legal and social protection structures. This works to identify what level of protection has been granted and what gaps exist to better dismantle obstacles that exclude individuals in vulnerable positions. Relevant literature is reviewed, as well as the inclusion of 11 semi-structured interviews conducted in relation to the topic with representatives from key refugee and human rights organizations. Results are then compounded and presented through a thematic analysis dealing with: identification, age assessment, guardianship, accommodation, and education.
The results of this research highlight that although important advancements have been made in the legal sphere of Serbia’s laws, the best interests of the child is not adequately implemented or assessed as a result of key systemic barriers
The return of refugees who fail in the Austrian asylum process back to their respective countries
Während der jüngsten Migrationskrise hieß Österreich viele Flüchtlinge willkommen und wirkte als Transitland für viele, die in andere europäische Staaten, vor allem nach Deutschland und Schweden weiterreisten. Flüchtlinge, die sich für Österreich als Zielland entschieden, mussten um Asyl ansuchen als legalen Prozess ansuchen, um im Land bleiben zu dürfen. Jedoch nicht jeder, der um Asyl ansucht qualifiziert sich automatisch für internationalen oder subsidiären Schutz. Sehr viele Menschen bestanden den Asylprozess nicht, sie müssen laut dem Gesetz in ihre Herkunftsländer zurückgehen beziehungsweise zurückgebracht werden. Flüchtlinge, die den Asylprozess nicht bestanden haben zurückzubringen, stellte eine große Herausforderung für Österreich dar, denn nicht alle Flüchtlinge, die einen Abschiebungsbescheid erhalten haben, können freiwillig zurückkehren oder abgeschoben werden. Das ist aufgrund gesetzlicher und faktischer Gründe, die außerhalb der Kontrolle der Flüchtlinge liegen.During the recent migration crisis, Austria welcomed a large number of refugees and was also a transit place for many who continued to other European countries especially Germany and Sweden. Refugees who decided for Austria as their final destination had to apply for asylum as a legal process to allow them stay in the Country. However, not everyone who applies for Asylum automatically qualifies for International protection or subsidiary protection. A big number of people failed in the asylum process, and by law, those people have to return or be returned back to their countries of Origin. Returning refugees who fail in the Asylum process has however turned to be a big challenge for Austria as not all refugees who receive a return order can either voluntarily return or be kicked out of the country, this is due to legal or factual reasons that are beyond control of the refugees themselve
Sedimente der Höhlen am Dachstein-Nordrand und ihre Aussage für die Höhlen- und Landschaftsentwicklung
Diese Arbeit befasst sich mit Sedimenten dreier Höhlen am Dachstein-Nordrand in den Nördlichen Kalkalpen (Oberösterreich, Österreich): Der Dachstein-Mammuthöhle (67 km Länge), der Dachstein-Rieseneishöhle (3 km) und der Schönberghöhle (9 km). Das Dachsteinmassiv ist mit 580 km² Fläche eines der größten Karstmassive Österreichs und ist schon seit Kaiserzeiten ein beliebtes Wander- und Erholungsgebiet. Nach der Entdeckung der Mammuthöhle und der Rieseneishöhle im Jahre 1910 spielt auch die Höhlenforschung eine wichtige Rolle. Um ein genaueres Bild von der Entstehungsgeschichte der untersuchten Höhlen zu erhalten, wurden an 23 Profilen und Aufschlüssen 43 Sedimentproben entnommen und analysiert.
Im Rahmen dieser Arbeit wurden Sieb- und Sedigraphmessungen an den Proben durchgeführt. Diese zeigen einen fluviatilen Transport und dass sich die Strömungsgeschwindigkeit drastisch geändert haben. Die Komponenten weisen eine Rundung auf, welche auf einen längeren Transport hinweist. Imbrikationen zeigen eine generell west-gerichtete Strömung, die mit morphologischen Formen korreliert. XRD Messungen zeigen die Mineralzusammensetzung der Proben. Fünf Proben von Sinterlagen wurden im Rahmen dieser Arbeit mittels der 230Th/U Ungleichgewichtsmethode datiert um die Ablagerung der Sedimente zeitlich einzugrenzen.
Auch wenn die meisten Profile eine oftmalige Umlagerung einzelner Schichten anzeigen, konnte durch Zusammenführen aller Daten und Profile die klastischen Sedimente in vier Haupttypen eingeteilt werden und eine relative Altersabfolge bestimmt werden.
(1) Die ältesten Sedimente sind grünliche Gemenge aus schlecht sortierten Silten bis Grobkiesen. Nur wiederaufgearbeitete Schichten (z.B. Sand- oder reine Augensteinlagen) zeigen eine gute Sortierung. Die grünliche Färbung beruht auf Klinochlor. Die Mächtigkeit dieser Schicht kann über 2 m ausmachen. Meist kann diesem Typ Channel- bzw. Thalweg-Fazies zugeordnet werden; beides deutet auf schnell fließende Höhlenbäche hin. Der hohe Quarzanteil lässt schließen, dass es sich um Anteile der oligo- bis miozänen Augenstein-Formation handelt, die in die Höhle eingeschwemmt wurde. Die aus den Korngrößen abgeleiteten Paläo-Fließgeschwindigkeiten stimmen mit denen von Fließfacetten an den Höhlenwänden überein. Dies lässt darauf schließen, dass dieses Sediment in einer frühen Phase der Höhlenentstehung abgelagert wurde. In einem anderen Projekt erhobene Einschwemmalter an Quarzen (Al/Be-burial-age-dating) von über 4.4 Ma unterstützen eine obermiozäne bis pliozäne Ablagerung.
(2) Darüber folgen meist massige, dunkle rötlich-braune Tone. Vermutlich handelt es sich um Paläoböden, die in die Höhle eingespült wurde, wobei der Zeitpunkt unklar ist. Dieser Fraktion konnte hauptsächlich die Slack-water-Fazies zugeordnet werden.
(3) Vorwiegend Kiese und Steine, die fast ausschließlich aus hellem Kalk bestehen, bilden den dritten Typ. Sie treten nur lokal auf. Neben einem teils geringen Feinsand-Anteil kommen Steinen mit bis zu 0,2 m Größe vor. Die Schichtung in einem der Aufschlüsse (Konglomeratwand) legt fluviatilen Transport nahe. Komponenten mit bis zu 0,8 m Durchmesser, die sehr nahe der Oberfläche lagern, wurden wahrscheinlich vom Gletscher in die Höhle geschoben.
(4) Die jüngsten Sedimente sind Lehme von hellrosa-gelblicher Farbe. Diese wurden schon früher als Heller Höhlenton bezeichnet. Sie sind in den drei untersuchten Höhlen fast allgegenwertig und schließen die meisten Profile ab. Die Mächtigkeit der Schichten kann rund 1 m betragen. In höher gelegenen Höhlen am Dachstein fehlt der Helle Höhlenton (Günther-Stummer-Höhle, 1950 m S.h.), in tiefer gelegenen Höhlen (Hierlatzhöhle, 900 m S.h.) bildet er bis über 4 m mächtige Schichten. Auffällig ist eine Feinschichtung: die hellen kalkreicheren Lagen haben bis zu bis 88 % Karbonatanteil und die dunkleren sind silikatreicher. Es ist wahrscheinlich, dass es sich um Warven handelt, aber mangels datierbarem Material nicht nachweisbar. Für die Entstehung dieses Sedimentes der Slack-Water-Fazies wird glaziale Erosion der Karboante an der Oberfläche und gletscherbedingter Aufstau der Wässer in den Höhlen angenommen (Pleistocene backflooding). Mittels 230Th/U-Datierung von darunter oder darüber lagernden Sintern konnten eine Ablagerung zwischen 5 und 700 ka festgestellt werden.This thesis is primarily concerned with sediments of three caves at the northern edge of the Dachstein Massif in the Northern Calcareous Alps (Upper Austria, Austria): the Dachstein-Mammuthöhle (67 km length), the Dachstein-Rieseneishöhle (3 km) and the Schönberghöhle (9 km). The Dachstein forms with 580 km² one of the largest karst massifs in Austria. Since the times of the Austrian emperors it is a famous trekking and recreation area. After the discovery of the Mammuthöhle and the Rieseneishöhle in the year 1910, cave exploration and the study of caves plays an important role.
For this thesis, 23 sections and outcrops were recorded and 43 samples were collected and analysed in different parts of the three caves to get a better picture of their formation history. These samples were analyzed with respect to stratigraphy, grain size, mineral composition (XRD), heavy minerals, carbonate content, and color. Sieve and Sedigraph measurements showed that the current velocity changed drastically over time. Components of the samples showed a roundness which indicates longer travel times. Imbrication showed that the current ran relatively constant in western direction.
Even though many layers in the profiles show frequent redistribution, it was possible by combination of data and profiles to classify four main types of clastic sediments and establish their relative ages.
(1) The oldest sediments are poorly sorted, often greenish, and can reach at least 2 m in thickness. They range from silt to very coarse gravel and are dominated by quartz and mica; the greenish color derives from chlinochlore. This type of sediment is often associated with channel- or thalweg-facies. The origin of the sediments is the Oligocene to early Miocene Augenstein Formation. As the flow velocity for transporting the gravel corresponds to that indicated by scallops at the cave walls, it is assumed that it was deposited during an initial phase of speleogenesis. Layers of moderately to well sorted quartz gravel or greenish sands are interpreted as a fractionation of this sediment. Dating of quartz rich samples from other projects gave burial ages of more than 4.4 Ma.
(2) Subsequently, a dark brown fine-grained sediment was deposited, which lacks layering. It can be classified as a slack-water facies. It is most likely attributed to a paleo soil that derived from the Augenstein Formation and was washed into the cave. However, the time of deposition is unclear.
(3) Only at a few places, a coarse sediment or conglomerate with rounded limestone components occurs. Grain size ranges from sand to pebbles. At two outcrops, layering indicates fluvial transport, but at one site, which is very close to the earth surface, it seems that gravels and boulders (up to 0.8 m in diameter) were pushed into the cave by glacier ice.
(4) The youngest sediment is a bright pinkish yellow, thin-layered silty clay. It has already been described as Heller Höhlenton. It is almost omnipresent on the top of the profiles in the three caves and can reach thicknesses of up to one meter. It is likely that the layering represents varves, but due to the lack of datable material this can`t be proven. The carbonate content is generally high and can reach 88 %. In other caves in Dachstein at low altitude (e.g. Hirlatzhöle at 900 m asl.), this sediment type is much thicker (>4 m), and in elevated ones (e.g. Günther-Stummer-Höhle at 1950 m asl.), it is missing. It derived from glacial erosion and was deposited as slack-water facies due to glacial back flooding. Deposition during the Pleistocene is supported by 230Th/U-dating of flowstone layers that grew between 5 and 700 ka
Herausforderung Klimakrise unterrichten
Die Klimakrise gilt als eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Der IPCC-Report zeigt dahingehend die Bedeutung die globale Erderwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu beschränken, um die Schäden an humanen und natürlichen Systemen, sowie die damit verbundenen Risiken, gering zu halten. Umso klarer wird der Bedarf an weitreichenden Reaktionen auf die Klimakrise hin zu einer dekarbonisierten, nachhaltigen Gesellschaft. Bildung wird als ein zentraler „sozialer Wendepunkt“ diskutiert, welcher neben vier weiteren Wendepunkt-Maßnahmen von großer Bedeutung ist, um einen Prozess hin zu einer CO2-neutralen Gesellschaft anzustoßen. Unter anderem durch das Bekenntnis zu den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) gilt es, Bildung als Maßnahme für Klimaschutz wahrzunehmen.
Um diesem Bekenntnis gerecht zu werden und um das Potential, welches von Bildungsinstitutionen ausgeht, nutzen zu können, müssen Herausforderungen bewältigt werden. Hierfür ist bei Lehrkräften ein umfangreiches Professionswissen im fachlichen und fachdidaktischen Bereich erforderlich. Die vorliegende Arbeit untersucht in diesem Zusammenhang in einem ersten Schritt die von den Studierenden empfundenen, Emotionen, Herausforderungen und die Adäquatheit der Lehrer*innenausbildung in Bezug auf „Klimawandel unterrichten“. In einem zweiten Schritt wird analysiert, welchen Einfluss eine Bildungsintervention in der universitären Lehrer*innenausbildung mit dem Schwerpunkt „Klimakrise unterrichten“ auf die Einstellungen gegenüber der Klimakrise, dem Fachwissen zur Klimakrise, der emotionale Betroffenheit und Handlungsbereitschaft für Klimaschutzengagement von zukünftige Biologielehrer*innen hat.
Im Prä-Posttest-Design wurde hierfür an der Universität Wien eine einsemestrige Bildungsintervention an 17 Biologie Lehramtsstudent*innen mit dem Titel „Klimawandel unterrichten – Professionsverantwortung in der Klimakrise“ durchgeführt. Das Seminarkonzept beinhaltete zwei Aspekte des Professionswissens: Fachwissen und fachdidaktisches Wissen. Als Komponenten des Fachwissens erfolgte eine inhaltliche Einführung sowie Expert*innenvorträge aus den Bereichen Biodiversität, Klimaphysik, Klimapsychologie und Klimapolitik. In weiteren Blockterminen folgte eine fachdidaktische Auseinandersetzung mit dem Thema. Ein weiterer Fokus lag auf der Anwendung des fachlichen und fachdidaktischen Wissens in der Praxis. So konnten die Studierenden ihr Wissen zu Anwendung bringen, indem Unterrichtsmodule designt und mit Schulklassen umgesetzt wurden. Dem Praxisteil folgte schließlich eine Abschlussreflexion und die Posttestung.
Die Daten der Erhebung geben Hinweise darauf, dass sich die angehenden Lehrkräfte durch ihre Ausbildung an der Universität Wien nicht ausreichend vorbereitet fühlen, das Thema Klimakrise im Unterricht zu behandeln. So empfinden die Proband*innen einerseits Respekt davor, das Thema zu unterrichten, andererseits jedoch auch Vorfreude. Manche Proband*innen empfinden beide Emotionen. Gleichzeitig sehen die befragen angehenden Lehrkräfte in diversen Aspekten Herausforderungen, das Thema Klimakrise im Unterricht zu behandeln. Hierbei beziehen sie sich beispielsweise auf die Komplexität der Thematik und die fachdidaktische Herangehensweise an den Unterricht. Weitere Herausforderungen sehen sie beispielsweise darin, die Objektivität und Parteiunabhängigkeit zu wahren oder auch darin, die Bedeutung des Themas nicht ausreichend vermitteln zu können. Die Daten der Prätest-Posttest-Analyse zeigen, dass die Werte der Einstellung gegenüber der Klimakrise (Mittelwert Prätest = 4,3; Mittelwert Posttest = 3,953; Wilcoxon-Test: z = -2,027, p = .043, n = 17), die Handlungsbereitschaft für Klimaschutzmaßnahmen (Mittelwert Posttest = 1,1467; Mittelwert Prätest = .9618; Wilcoxon-Test: z = -3.386, p = .001, n = 17) und das Fachwissen über die Klimakrise (Mittelwert Posttest = .774; Mittelwert Prätest = .6494; Wilcoxon-Test: z = -3,148, p= 0,002, n = 17) nach Teilnahme an der Bildungsintervention in der untersuchten Stichprobe gestiegen ist. Die Werte der emotionalen Betroffenheit (Mittelwert Posttest = 1,806; Mittelwert Prätest = 1,676; Wilcoxon-Test: z = -.664, p = .507, n = 17) weisen in der Steigerung einen schwachen Effekt auf. Aufgrund der geringen Stichprobe konnten innerhalb der Personenparameter keine Korrelationen nachgewiesen werden. Die Betrachtung von Einzelergebnissen ermöglicht Hinweise auf Wirkungszusammenhänge zwischen einzelnen Personenparameter als Basis für weiterführende Forschung mit größeren Stichprobenzahlen.
Diese Forschungsarbeit unterstreicht die Bedeutung einer flächendeckenden Implementierung der Thematik Klimakrise innerhalb des Curriculums der Lehrer*innenausbildung sowie den hohen Bedarf weiterführender Forschung zur fortführenden Optimierung der Klimabildung
(Bi)causal optimal transport
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit Dualität und Existenz von optimalen Couplings für das (bi)kausale Transportproblem. Dabei werden weniger restriktive Annahmen
als in ähnlichen bereits existierenden Resultaten benötigt. Anschließend wird, mithilfe einer
Zerlegung des jeweiligen Maßes, eine Charakterisierung des Trägers einer Kostenfunktion
gegeben, deren optimale Transportkosten verschwinden. Diese Charakterisierung stellt sich
als hilfreich bei Gegenbeispielen heraus, bei denen das kausale und bikausale Problem nicht
übereinstimmt. Den Abschluss der Arbeit bildet eine Art Kantorovich-Rubenstein Dualität
für kausalen Transport. Dies wird ermöglicht durch eine Brücke zwischen kausalem und
schwachem Transport. Dadurch können vor kurzem bewiesene Dualitätsresultate für
schwachen Transport genutzt werden.In the first part of this thesis, we will prove duality and existence of optimal couplings for
the (bi)causal optimal transport problem with looser conditions than the current theory
allows for. Subsequently, we will give a characterization of the support of cost functions
for which the optimal (bi)causal value vanishes by decomposing the underlying measures
and using already existing general transport theory. This characterization will prove
useful when it comes to counterexamples where the causal and bicausal problem do not
agree. In the end, we will use recent theory in the area of weak transport to establish a
Kantorovich-Rubenstein type result for the causal case, considering only two-step stochastic
processes
Characterisation of Fine Mesh Photomultiplier Tubes for the ALICE Fast Interaction Trigger
Kurz nach dem Urknall existierte Materie, die der starken Wechselwirkung unterliegt, als Quark-Gluon-Plasma (QGP). Da QGP im heutigen Universum nicht mehr existiert, ist es von großem Interesse diese heiße und dichte Form der Materie im Labor durch Experimente mit Kollisionen von Schwerionen zu erzeugen. Eines dieser Experimente ist ALICE, welches sich am LHC am CERN in der Schweiz befindet und QGP in Kollisionen von Blei-Ionen studiert.
Da der LHC aufgerüstet wird, um bei höherer Luminosität und Leistung zu arbeiten, muss ALICE ebenfalls angepasst werden. Dafür wird ein neues Triggersystem, der Fast Interaction Trigger (FIT), in ALICE installiert. Dieser fungiert sowohl als Vorwärtstrigger als auch als Luminometer. FIT kombiniert und ersetzt die drei vorherigen Detektoren T0, V0 und FMD durch die neuen und verbesserten T0+ und V0+.
Der neue V0+ besteht aus einem segmentierten Szintillator-Ring und deckt eine größere Fläche ab als der vorherige V0. Das Szintillationslicht wird von fine mesh PMTs ausgelesen, die um den Szintillator-Ring platziert sind und durch optische Fasern mit den Szintillatorsegmenten verbunden sind.
Um eine optimale Leistung zu garantieren, müssen die Charakteristiken der PMTs vor ihrer Installation im V0+ Modul genau bestimmt werden. Dafür werden sie gründlichen Tests unterzogen, welche die Messung ihrer Anodenpuls-Anstiegszeit, Verstärkung, Transitdauer der Elektronen, Verteilung der Transitdauer, Pulslinearität, Anodenuniformität und Stabilität über Zeit umfassen. Die Auswertung dieser Charakteristiken zeigt, dass sich alle PMTs wie erwartet verhalten und daher bereit für die Installation im V0+ Modul sind, welche auch bereits angefangen hat.Shortly after the big bang strongly interacting matter existed as Quark-Gluon Plasma (QGP). As QGP can no longer be found in our universe today it is of high interest to generate and study this hot and dense state of matter in the laboratory, through experiments colliding heavy ions. One of those experiments is ALICE, located at the LHC at CERN in Switzerland, which studies QGP in lead ion collisions.
As the LHC is being upgraded to work at higher luminosity and performance, the ALICE experiment has to be adapted as well. For that, a new trigger system is installed in ALICE, the Fast Interaction Trigger (FIT), which serves as a forward trigger as well as a luminometer. FIT combines and replaces the three previous detectors T0, V0, and FMD by the new and enhanced T0+ and V0+.
The new V0+ consists of a segmented scintillator ring and covers a larger area than the previous V0. The scintillation light is read out by fine mesh PMTs, placed around the scintillator ring, which are connected to the scintillator segments via optical fibres.
In order to ensure optimal performance, the PMTs have to be characterised previous to their installation in the V0+ module. For that they undergo thorough testing, which includes measurements of their anode pulse rise time, gain, electron transit time, transit time spread, pulse linearity, anode uniformity, and stability over time. The evaluation of this characterisation shows that the PMTs all perform as expected and are thus ready for their installation in the V0+ module, which has already begun