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Innokentij Annenskijs Euripides
Meine Diplomarbeit soll sich mit dem Übersetzer, Pädagogen und Literaturkritiker Innokentij F. Annenskij befassen, welcher einen bedeutenden Beitrag für das Silberne Zeitalter in Russland geleistet hat. Die Arbeit soll versuchen, ein geordnetes Bild über die Übersetzungen und eigenen Dramen Annenskijs zu geben und wie Annenskij es geschafft hat, die Antike auf seine Weise wieder interessant zu gestalten. Es gilt herauszufinden, inwieweit sich Annenskij von den Formvorgaben der Antike, sowohl von den von Euripides durch seine Ausgangswerke gegebenen Vorlagen, als auch von den Vorgaben, die eine antike Tragödie durch zum Beispiel die „Poetik“ des Aristoteles mitbringt, entfernt hat oder auch nicht.
Das erste große Kapitel beschäftigt sich mit dem wissenschaftlichen Umfeld von Annenskij sowie seiner wissenschaftlichen Biographie. Hierbei geht es unter anderem auch darum, wie Annenskij sich in die Strömungen des Silbernen Zeitalters, Symbolismus und Akmeismus, einordnen lässt und welche Spuren er für seine Nachfolger hinterlassen hat. Wie sah nun eigentlich das wissenschaftliche Leben dieses begabten Menschen aus? Annenskij hat sich auch in seiner langen pädagogischen Laufbahn, die ihn bis in die Position des Direktors beziehungsweise eines Schulinspektors brachte, viele Gedanken über die Reetablierung der Antike im schulischen Umfeld Gedanken gemacht und hatte in seinen sogenannten „Pädagogischen Briefen“ viele Ideen, um sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch den Lehrkörper wieder für die Antike zu begeistern. Es sollen auch die Briefe Annenskijs kurze Anerkennung finden, in welchen er sehr oft über geplante Projekte schreibt oder einfach seinen Gefühlen freien Lauf lässt.
Im Hauptkapitel der Arbeit soll der Fokus auf die von Annenskij angefertigten Übersetzungen des Euripides liegen, der von Annenskij als der Beste unter den drei Dramendichtern der Antike gesehen wird. Wie hat Annenskij, der zur Zeit der Anfertigung dieser Übersetzungen noch hauptberuflich als Pädagoge beschäftigt war, es geschafft, überhaupt eine solche Menge an Werken aus dem Altgriechischen zu übersetzen und wie kann man sich solche Übersetzungen vorstellen? Waren es wortwörtliche Übersetzungen oder war dies aufgrund der Zielsprache doch nicht möglich? Auch Annenskijs Berücksichtigung der gewissen stilistischen Elemente, sowie der Absichten des Euripides bezüglich seiner Wortwahl soll auf den Grund gegangen werden.
Der abschließende Teil der Arbeit soll sich um die Frage der antiken Motivik in den eigenen Dramen Annenskijs drehen und inwiefern die antiken Mythen und die antiken theatertechnischen Vorgaben für die modernen russischen Leser adaptiert wurden.
Als Quellen für die Beantwortung all dieser Fragen dienen zunächst und am wichtigsten die Übersetzungen und Dramen aus Annenskijs Feder selbst, doch werden auch einige Werke von Autoren herangezogen werden, die sich unter anderem eingehend mit der Poetik und den lyrischen Werken Annenskis befasst haben. Die Lyrik Annenskijs wird dabei in dieser Diplomarbeit außer Acht gelassen, da diese schon von sehr vielen Autoren in der Vergangenheit behandelt worden ist
Detection of diet components in faecal samples of the common hamster Cricetus cricetus
Der Feldhamster gehört zu den vorratssammelnden Winterschläfern und zeigt große individuelle Unterschiede im Winterschlafverhalten, welche vermutlich mit der Qualität der Vorräte zusammenhängen. Ziel dieser Studie ist es eine neue, nicht-invasive Methode zur Untersuchung der Ernährungsweise von Feldhamstern zu validieren. Dafür wurden massenspektroskopische Analysen spezifischer Peptidmuster von im Kot ausgeschiedenen Pflanzenteilen herangezogen. Hamster wurden unter kontrollierten Bedingungen mit bestimmten Mengen ausgewählter Futtersorten gefüttert. Kotproben wurden gesammelt, aus denen mittels Urea Proteine extrahiert und mit dem Massenspektrometer analysiert wurden. Mit Hilfe des Programm ProtMAX, hat ein Algorithmus die Spektralzählungen aller Peptidmerkmale mit dem gleichen Masse-Ladungs-Verhältnis (m/z) bei einer bestimmten Retentionszeit zusammengefasst. Dadurch können Peptidmerkmale, selbst ohne vorherige Identifikation, weiter analysiert werden. Dieser daten-unabhängige Ansatz heißt Mass Accuracy Precursor Alignment (MAPA). Nach anschließendem Filtern nach bestimmten Peptidmerkmalen, entsteht ein eigener peptide-mass-fingerprint (PMF) für jede Futtersorte. Ebenfalls wurden auch Peptidmerkmale, die in allen Proben vorkamen, als potentiell hamsterspezifische PMFs zusammengefasst, die dann eventuell zur Arterkennung verwendet werden können. Mit diesen PMFs haben wir pflanzenspezifische Biomarker kreiert, die zur Identifikation verdauter Pflanzenarten verwendet werden können und es ermöglichen dadurch die konsumierte Nahrung zu rekonstruieren. Mit Hilfe dieser Methode kann zwischen gelagerten und konsumierten Nahrungsbestandteilen unterschieden werden, wodurch individuelle Nahrungs- und Überwinterungsstrategien verglichen werden können. Die Verwendung dieser Technik in der Analyse von Hamsterkot, bei wildlebenden Hamstern, könnte die Kenntnisse über das Ernährungsverhalten der Feldhamster, insbesondere deren Umgang mit Nahrungsvorräten während des Winters, erweitern, was den Erfolg von Management- und Wiederansiedlungsprojekten entscheidend verbessern könnte.Common hamsters are food-storing hibernators and show high individual variation in hibernation performance, which may be related to the quality of food hoards. This study tried to validate a new non-invasive method in the diet analysis of the common hamster based on mass spectrometry analysis of plant-specific proteins in faecal samples. The experiment was carried out under controlled conditions and the hamsters were fed a managed amount of predetermined foods. Faecal samples were collected, proteins extracted with Urea and put through mass spectrometry. An algorithm called ProtMAX groups all spectral counts of peptide-features with the same mass to charge ratio (m/z) at a certain retention time, where those peptide-features can then be analysed without further sequence information. This data-independent approach is called Mass Accuracy Precursor Alignment (MAPA). After subsequent filtering for specific peptide-features, an intrinsic peptide-mass-fingerprint (PMF) for each plant type fed to the animals remained. Furthermore peptide-features present in all samples were filtered, as potential hamster-specific PMFs, which could be used for species identification. With these PMFs we successfully created plant-specific biomarkers, which can be used to identify consumed plant species and allow to reconstruct a hamster´s diet. The application of this method allows to differentiate between stored and consumed diet components, which makes it possible to compare individual feeding- and overwintering-strategies. Using this technique for the analysis of faeces from wild hamsters could improve our knowledge on their handling of food-stores during winter, which subsequently enables a more successful hamster-friendly management and resettling of captively bred individuals into the wild
Race and gender in Jack Kerouac's "On the Road"
Jack Kerouacs Roman On the Road wurde 1951 geschrieben und gilt allgemein als ein Klassiker im Bereich der “road novels” und als ein wichtiges Werk der Beat Generation. Die Aspekte des Rassismus sowie der Geschlechterdarstellung in Hinblick auf den Roman und dessen Charaktere gilt es zu untersuchen. Der Roman zeichnet ein eindeutiges Bild der Ungleichheiten sowohl zwischen Männern und Frauen, als auch zwischen Angehörigen der weißen Mehrheit und ethnischen Minderheiten. Es ist eine klare Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Charakteren zu beobachten: Männliche Charaktere sind mobil, aktiv und abenteuerlustig und repräsentieren den freien, ungebundenen und oft sorglosen Teil der Gesellschaft, während weibliche Charaktere stationär und häuslich sind und die Rolle der passiven und stillen Zuschauerinnen einnehmen. Diese ungleiche Rollen- und Machtverteilung war typisch für die Vereinigten Staaten in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts und spiegelt sich in vielen Beispielen von Alltagsrassismus, die Teil der Handlung sind, wider. Rassismus spielt eine bedeutende Rolle für die Entwicklung der Geschichte: “Weiß” scheint die dominante und erwünschte Daseinsweise zu sein, wobei im Verlauf der Geschichte deutlich wird, dass die Zugehörigkeit zur Gruppe der Weißen auch eine schwer zu überwindende Last sein kann. Obwohl es im Verlauf des Romans immer wieder Momente des Aufbegehrens gegen und der Ablehnung von Rassismus und Sexismus gibt, gelingt es den Figuren nicht, sich gegen die Konventionen und gesellschaftlichen Verhältnisse durchzusetzen. Indem sie es versäumen, diesen Konventionen und Bedingungen zu widersprechen, beteiligen sie sich an der Konstruktion und Verifizierung dieser sozialen Normen. Die vorliegende Diplomarbeit zeigt auf, dass On the Road von einer Ambivalenz zwischen dem Aufbegehren gegen sozio-politische Konventionen und der gleichzeitigen Reproduktion derselben geprägt ist.Jack Kerouac’s novel On the Road is considered a classic example of road narratives. The story, which is loosely based on the travels of the author between 1947 and 1950, exhibits a variety of thematic and stylistic choices which are of great significance with respect to the issues of race and gender. Using these features, the representation of issues in the context of race and gender presented in the novel can be analyzed in terms of the historical and cultural background the story is set in. In addition, the roles of men and women in the novel are analyzed as well as the question how gender roles influence the course of the story. A clear distinction between male and female characters can be observed: Male characters are mobile, active and adventurous and represent the free, unattached and often carefree part of society, while female characters are non-mobile and domestic and take the role of passive and silent bystanders. In addition to gender inequalities, also racial disparities are depicted. Whiteness is represented as the dominant and desired form of being, although the novel also contains the notion that being white can be a burden which is difficult to overcome. While there are instances of rebellion and the rejection of racism and sexism throughout the novel, the characters fail to prevail against the conventions and social conditions. Instead, they adhere to these social norms and engage in acts of racism and sexism themselves. The identification and analysis of the ambivalence of rejection and reproduction of social conventions with regards to gender and race contained in On the Road is the central element of the present thesis
Selbstbestimmung durch Selbstvertretung von Menschen mit Lernschwierigkeiten
nicht angegebe
Wie kann man den Schutz der Umwelt rechtfertigen?
In dieser Masterarbeit zum Thema „Wie kann man den Schutz der Umwelt rechtfertigen?“ erfolgt eine philosophische und theologische Reflexion zur Umweltdebatte, die theoretische Hintergründe sowie Argumente und Begründungsansätze im aktuellen Diskurs liefert. Dies wird verbunden mit einer Analyse der päpstlichen Enzyklika „Laudato Si“.
Zunächst wird im philosophischen Teil die Umweltethik als Begriff im Wandel mit ihren zentralen Herausforderungen und Fragestellungen dargestellt. Zusätzlich werden elementare Begrifflichkeiten wie der Naturbegriff, Verantwortung und Nachhaltigkeit vorgestellt. Darüber hinaus bilden der geschichtliche Abriss und die Einbettung in den theoretischen Kontext der Ethik die Grundlage für die darauf folgenden Konzeptionen einer Umweltethik.
Im Anschluss daran werden die zentralen Inhalte der Theologischen Ethik näher erläutert und schließlich die christliche Umweltethik im Kontext dieser in den Vordergrund gestellt. Dabei werden sowohl die schöpfungstheologischen Grundlagen des Alten Testaments als auch die eschatologische Perspektive des Neuen Testaments zur Begründung heranzogen.
Den Schluss rundet ein Analyseteil zur Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus mit dem Themenschwerpunkt der Umweltproblematik und einer „Sorge um das gemeinsame Haus“ ab. Hierfür werden die einzelnen Kapitel auf ihre philosophischen sowie theologischen Grundlagen beleuchtet und mit einem reflexiven Fazit auf die Praxis hin versehen.The master thesis discusses the topic of ethical and theological considerations in protecting the environment. The philosophical and theological reflection provides the theoretical background as well as arguments and justifications for the current discourse. This will be combined with an analysis of the papal encyclical “Laudato si’”.
First, in the philosophical part there will be presented environmental ethics as a changing term with its central challenges and questions. Furthermore, elementary terms such as the definitions of nature, responsibility as well as sustainability will be introduced. In addition, a historical outline as well as a contextualization of the theory of ethics form the basis of the following conception of environmental ethics. Further, the central contents of theological ethics will be outlined in more detail and finally Christian environmental ethics in this context will be focused on. Hence, both the theology of creation of the Old Testament as well es the eschatological perspective of the New Testament will be used for justification.
The conclusion will be rounded off by an analysis of the encyclical “Laudato si” by Pope Francis with a topical focus on the environmental issue and “care of our common house”. This will be achieved by looking at the philosophical and theological basis of the individual chapters and by adding a reflective conclusion focussing on practical aspects
Blockchain-Technologie im Sportbusiness
Eine aktuelle technologische Neuerung, der ein enormes Wirkungspotenzial nach-gesagt wird ist die sogenannte Blockchain-Technologie. Diese wird zum jetzigen Zeitpunkt bevorzugt als zugrundeliegende Technologie von digitalen Kryptowährungen, wie beispielsweise Bitcoin, wahrgenommen und diskutiert. Tatsächlich ist die Blockchain-Technologie jedoch mehr als dies und lässt sich auch auf eine Vielzahl alternativer Anwendungsbereiche anwenden, zu der sich die Branche der Sportindustrie identifizieren lässt. Ein besonders aussagekräftiger Zweig der Sportindustrie ist, bei globaler Betrachtung und insbesondere in europäischer Hinsicht, die Fußballbranche, da diese bei Vergleich der verschiedenen Sportarten, u.a. die stärkste mediale Aufmerksamkeit genießt, sowie in den meisten Fällen am fortschrittlichsten, professionellsten und wirtschaftlich-solidesten aufgestellt ist. Wir stehen jedoch noch am Anfang der Erkenntnisse zur Blockchain-Technologie und es bedarf folglich noch weiterer Forschungsarbeit, um das Potenzial, die Auswirkungen, die Herausforderungen und mögliche, zukünftige Richtungen dieser Systeme vollständig verstehen zu können. Durch die Beleuchtung des Themas der Blockchain-Technologie, mit Fokus auf professionelle Fußballklubs, wird das Ziel verfolgt dessen technologische Potenziale, Anwendbarkeit und strategische Sinnhaftigkeit für den Sport-Sektor zu prüfen. Es wurde entschieden für die vorliegende Forschungsthematik das empirische Verfahren der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring zu verwenden. Grund hierfür ist, dass diese Methode sich im Allgemeinen durch ein praxisorientiertes Vorgehen der Erkenntnisgewinnung auszeichnet und sich insbesondere bei noch recht jungen Disziplinen, wie dem eBusiness gut dazu eignet, werthaltige und neuartige Informationen zu erlangen. Im Zuge der Untersuchung konnte u.a. herausgefunden werden, dass die Blockchain-Technologie eine sehr komplexe und erklärungsbedürftige Technologie ist, welche vielseitig einsetzbar ist, sich sowohl in traditionelle Strukturen und Prozesse einbetten lässt, gleichzeitig aber auch in der Lage ist diese neuzudenken. Besonders interessant ist sie in Fällen in denen mehrere sich gegenseitig misstrauende Entitäten interagieren oder Transaktionen vollzogen werden. Für den Sport hat dies zur Folge, dass sich verschiedenste spannende praktikable Anwendungsmöglichkeiten identifizieren lassen, wie z.B. Tokenisierung oder Ticketing, welche vorzugsweise in das Fan-Engagement einzahlen
Möglichkeiten und Grenzen der Rechtsextremismusprävention im Politischen Bildungsunterricht
Rechtsextremismus unter Jugendlichen ist in der österreichischen Gesellschaft ein ernstzunehmendes Problem. Dadurch sind insbesondere Lehrerinnen und Lehrer der politischen Bildung gefordert nicht nur mit rechts(extrem) orientierten Jugendlichen umgehen zu lernen, vielmehr tragen sie auch die Aufgabe, ihre Schülerinnen und Schüler vor rechtsextremen Orientierungen, Strukturen und Einflüssen zu bewahren.
Um Rechtsextremismusprävention im Unterricht erfolgreich einbauen zu können, sind neben einem hohen Fachwissen, vor allem auch hohe pädagogische und didaktische Fähigkeiten erforderlich. Dabei sind die Lehrkräfte in der Praxis jedoch mit vielfältigen inhaltlichen und strukturellen Hindernissen konfrontiert, die sich dem Einflussbereich der einzelnen Lehrperson entziehen.
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Möglichkeiten aber auch die Grenzen der Rechtsextremismusprävention im Rahmen der politischen Bildung in Österreich zu untersuchen. Ein qualitatives Interview mit einer praktizierenden Lehrperson gibt Aufschluss darüber, wie Lehrerinnen und Lehrer Rechtsextremismusprävention in den Unterricht der politischen Bildung integrieren können und mit welchen Grenzen sie dabei konfrontiert werden können. Sie soll mögliche Wege, wie mit manchen von ihnen umgegangen werden kann aufzeigen und gesellschaftlichen, sowie politischen Handlungsbedarf aufzeigen.As right-wing extremism among young people is a problem taken to be seriously in Austrian society, teachers of political education in particular are thus not only challenged with being confronted with right-wing (extremist) oriented young people. Instead, they also carry the task of preventing (all of) their students of right-wing extremist orientations, structures and influences.
In order to successfully integrate right-wing extremism prevention in the classroom, a high level of pedagogical and didactic skills is required in addition to a high level of expertise. Still, in practice teachers are often confronted with a variety of obstacles in terms of content and structure that are beyond the influence of the individual teacher.
This research aims to examine the possibilities, as well as the limits of right-wing extremism prevention in the context of political education in Austria. A qualitative interview with a practising teacher sheds light on how teachers can integrate right-wing extremism prevention into the political education classroom and what hurdles they may face in doing so. It is intended to show possible ways of dealing with some of them and to point out the need for social and political action. The results of the interview are embedded in current scientific right-wing extremism theory
The making of a writer
Die vorliegende Masterarbeit ist das Ergebnis einer ethnographischen Untersuchung von Vereinen für kreatives Schreiben in Wien, bei der mein Fokus auf einem deutschsprachigen und einem englischsprachigen Verein lag. Aufgrund dieser Forschung behaupte ich, dass das Schreiben in diesen Vereinen hauptsächlich als eine Art „serious leisure“ (Stebbins 2001) betrieben wurde, dass den Mitgliedern das Verkraften der Ungewissheit und Anonymität spätmoderner Gesellschaften ermöglichte. Mein Hauptinteresse in diesen Vereinen lag hierbei darin zu verstehen, wie eine Identität als SchriftstellerIn innerhalb dieses Umfelds geschaffen wurde. Weiters beschäftigte ich mich damit, wie diese Vereine den Mitgliedern eine Stütze und Hilfe für ihre Lebensprojekte bot, darüber hinaus als Referenzgemeinschaft fungierte und den Schreibenden Zugehörigkeit und Anerkennung als vollständige Individuen vermittelte. Ich argumentiere hierbei damit, dass die Vereine den Mitgliedern als „technologies of the imagination“ (Sneath, Holbraad & Pedersen 2009) gedient haben. Ich behaupte ferner, dass der heilende bzw. beruhigende Effekt, der sich durch die individuelle Bestätigung in diesem kreativen Umfeld ergibt, nicht nur von den Vereinen an sich abhängt, sondern auch durch das Schreiben per se resultiert. Schreiben stellte für meine GesprächspartnerInnen eine Möglichkeit dar, mit der sie sich selbst erforschen konnten indem sie die Unbeständigkeiten ihres eigenen Lebens umrissten beziehungswiese fokussierten und dadurch sich selbst und ihre Lebenserfahrungen zu verstehen lernten. Dies wurde besonders dann deutlich, wenn sie sich durch das Schreiben von ihren Lebenserfahrungen entfernten und diese aus der dadurch entstandenen Distanz betrachteten. Diese Tatsache offenbart das Schreiben als einen Prozess des Loslösens.This thesis is the outcome of an ethnographic exploration of creative writing associations in the city of Vienna. Focussing on a German and an English speaking one I suggest writing was here mainly pursued as a form of serious leisure (Stebbins 2001) that allowed the participants to come to terms with the uncertainties and anonymity characterising late modern societies. My main focus of attention was how the identity of writers was created within those settings, and how this offered to the associations’ members a community of reference and belonging, an orientation for their life projects and the recognition as fully-fledged individuals. I argue in this sense that the associations worked as technologies of the imagination (Sneath, Holbraad & Pedersen 2009). I furthermore sustain that the soothing effect resulting from individual validation wasn’t only depending on the attendance of the associations but was also a property of writing per se. Writing was indeed for my interlocutors an instrument to explore the possibilities of their selves, helping them to understand themselves and their life experiences by framing and bringing into focus their vicissitudes. Those became more clear in the moment the individuals distanced themselves from them and observed them from far away. This revealed writing to be a process of detachment
"Veritas historiae anima" - Hugo Blotius und die Geschichtsschreibung
Der Niederländer Hugo Blotius trat 1575 in Wien seinen Dienst als erster offizieller Bibliothekar der kaiserlichen Hofbibliothek, der späteren Österreichischen Nationalbibliothek, an. Seine Hauptaufgabe war es, die Bestände der Bibliothek zu erfassen und Inventare anzufertigen. Neben dieser Tätigkeit pflegte Blotius vor allem in Zentral- und Osteuropa ein großes Korrespondentennetzwerk. Von dieser Korrespondenz, die Bloti-us auch zu publizieren plante, liegen in der Nationalbibliothek über 2000 Briefe seiner Korrespondenten sowie Briefe und Briefkonzepte aus Blotius‘ eigener Feder vor. Blotius tauschte sich mit seinen Briefpartnern über unterschiedliche Themen, darunter die Geschichtsschreibung, aus. Obwohl er nie ein größeres historisches Werk fertigstellte, interessierte sich Blotius Zeit seines Lebens für Historiographie. Gegenüber Sebastianus Ambrosius legte er seine Ansichten über die Historiographie in zwei Briefen dar und bat Ambrosius, an ihn einen Brief zu richten, in dem er Blotius‘ Vorhaben, historiographisch tätig zu werden, loben sollte. Anhand dieser Briefsequenz und weiteren zu Blotius‘ historiographischen Ambitionen vorliegenden Briefausschnitten wurden in der vorliegenden Arbeit die theoretischen Grundlagen und Prinzipen, die Blotius im Kontext der Historiographie für grundlegend hielt, untersucht. Dabei zeigte sich, dass Blotius in seinen Denkmustern frühhumanistischen Traditionen verhaftet blieb. Kernaufgabe des Historikers war es demzufolge, die Wahrheit zu schreiben. Auch weil er sich außerstande sah, dies kompromisslos zu tun, verzichtete Blotius schließlich auf die Abfassung größerer historischer Werke und beschränkte sich auf Briefe
Auswirkungen der aufgrund von COVID-19 bedingten Lockdowns auf den Bestandzins bei der Geschäftsraummiete
Angesichts der massiven Einschränkungen durch COVID-19 stellt sich für betroffene Gewerbetreibende die Frage, ob der entsprechende Bestandzins für das (teilweise) unbrauchbare Bestandobjekt zurecht verlangt werden darf. Im Ergebnis deutet vieles darauf hin, dass einige Branchen Anspruch auf Bestandzinsminderung haben