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Selective distribution agreements in the luxury world
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist das selektive Betriebssystem in der Luxuswelt
und insbesondere die Verbote des selektiven Vertriebsmarktes im Rahmen der
Gruppenfreistellung für vertikale Vereinbarungen.
Die Arbeit gliedert sich in vier miteinander verbundene Teile und beschreibt zunächst
den Inhalt der bekannten wettbewerbsrechtlichen Bestimmungen nach Artikel 101 und
102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union und erläutert
ausführlich, was unter diesen Bestimmungen als vertikale Vereinbarung gilt.
Es folgt eine detailliertere Analyse der Beurteilung, die vorgenommen werden muss,
um zu individualisieren, ob eine vertikale Vereinbarung gemäß der Verordnung Nr.
330/2010/EG der Kommission (GVO) und den Leitlinien für vertikale Beschränkungen
(VGL) von der Anwendung des Artikels 101 Absatz 3 des Vertrags über die
Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) freigestellt werden kann.
Nach der theoretischen Analyse folgt eine spezifische Bewertung der
Freistellungsmöglichkeiten für selektive Vertriebsvereinbarungen nach der GVO und
insbesondere der sogenannten "Metro-Kriterien", die die Anwendung der GVO weiter
verdeutlichen. Dieses erste Kapitel wird dann mit einem Überblick über die beiden
führenden Fälle zu diesem Thema abgeschlossen: die Fälle „Coty“ und „Pierre Fabre“.
In Kapitel 2 dieser Arbeit wird untersucht, wie das Wettbewerbsrecht und insbesondere
das selektive Vertriebssystem mit einem wichtigen Grundsatz des Rechts an geistigem
Eigentum zusammenhängt, nämlich dem Erschöpfungsgrundsatz. Im Rahmen dieses
Themas wird der relevante „Silhouette“-Fall untersucht, in dem entschieden wurde,
dass der Grundsatz der internationalen Erschöpfung innerhalb des EWR keine
Anwendung findet, wenn eine Ware zuerst außerhalb des EWR in Verkehr gebracht
wurde. Zu diesem Thema werden zwei wichtige Urteile des Mailänder Gerichtshofs
analysiert: die Rechtssachen „Nashi“ und „Chantecler.“
Es folgt eine Erläuterung der unterschiedlichen europäischen Rechtsprechung zur
Anwendung der (vom Hersteller umgesetzten) Verbote von Online-Plattformen für
Dritte, d. h. die unterschiedlichen Auslegungen des Falles „Coty,“ die in verschiedenen
europäischen Mitgliedsstaaten beschlossen wurden. Daher wird in Kapitel 3 die
europäische Rechtsprechung vom „ASICS“-Fall in Deutschland über den
„Nike/Action-Sport/Amazon“-Fall in den Niederlanden, die sich beide auf den „Coty“-
Fall beziehen, bis hin zum „Stihl“-Fall in Frankreich untersucht, um die Vorteile bzw.
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Begründungen für die Ausweitung des Anwendungsbereichs auf Nicht-Luxusprodukte
zu erforschen.
Da die derzeitige Vertikal-Gruppenfreistellungsverordnung Nr. 330/2010 am 31. Mai
2022 ausläuft, folgt eine Studie zur Bewertung der Fragen, die sich während der
Geltungsdauer der o. g. Verordnung ergeben haben, zusammengefasst in der
Veröffentlichung der "Staff Working Document Evaluation" der Europäischen
Kommissison.
Die wachsende Welt des Internets und die Implementierung einer Omni-Channel-
Realität haben einen starken Einfluss auf die Einzelhandelswelt, und dies ist eines der
Hauptthemen, das von den Interessenvertretern der neuen Verordnung im Auge
behalten wird.The subject of the present thesis is the Selective Distribution system in the luxury world
and, in particular, the selective distribution marketplace’s bans under the block
exemption for vertical agreements.
This paper ramified in four interconnected parts, and it starts by describing the content
of the well-known competition law provisions under articles 101 and 102 of the Treaty
on the Functioning of the European Union, as well as explaining in detailed what is
considered to be a vertical agreement under the same provisions.
It then follows a more detailed analysis of the assessment that needs to be done in order
to individualized if a vertical agreement can be exempted from the application of article
101(3) of the Treaty on the Functioning of European Union, according to the
Commission Regulation No. 330/2010/EC (VBER) and to the Guidelines on Vertical
Restraint (VGL).
After the theorical analysis have been made, it follows a specific evaluation on the
possibility for a selective distribution agreement to be exempted under the VBER and,
in particular, of the so-called “Metro Criteria”, that further clarifies the application of
the VBER. This first chapter is then completed with an overview of the two leading
cases on this topic: the Coty and Pierre Fabre cases.
Chapter 2 of this thesis explores how competition law and, in particular, the selective
distribution system, interrelates with an important principle of IP Law, which is the
principle of exhaustion. Under this topic, the relvant Silhouette case is examinated,
which ruled that the principle of international exhaustion has no application within the
EEA, whenever a goods was first placed on the market outside the EEA. On this matter,
two important judgment of the Court of Milan are analyzed: Nashi and the Chantecler
cases.
It follows an explanation of the different european case law on the application of the
third-party online platforms’ bans (implemented by manufacturer), meaning the
different interpretations of the Coty case, ruled in differents European Member States.
Therefore, Chapter 3 goes through an examination of the European case law from the
ASICS case in Germany to the Nike / Action Sport / Amazon Case in the Netherlands,
both referring to the Coty Case, or the Stihl case in France, concerning the exploration
of the benefits or justifications for broadening the scope to non-luxury products from.
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Since the current Vertical Block Exemption Regulation, No. 330/2010 will expire on
May 31st, 2022, it follows a study on the evaluation of the questions that arose during
the period of application of the above-mentioned Regulation, summarized in the
publication of the “Staff Working Document Evaluation” of the European Commisison.
The growing of the internet world and the implementation of an “omnichannel” reality
are having a strong impact on the retail world and this is one of the main issues beared
in mind by the stakeholders of the new Regulation
Synthesis and biological evaluation of potential PET tracers for the muscarinic acetylcholine receptors
Eine vergleichende Analyse der Wirkungen von Price Caps und Revenue Caps
Price-Cap- und Revenue-Cap-Regulierungen kommen bei monopolähnlichen öffentlichen Versorgungsunternehmen zur Anwendung. Trotz der Relevanz dieser Mechanismen fehlt es in der wissenschaftlichen Literatur an konkreten Vergleichen. Dabei bleibt die Frage, welcher von beiden der geeignetere Ansatz für KundInnen und Unternehmen darstellt, unbeantwortet. Das Gleiche gilt für die Frage, ob eine Mischung aus beiden Ansätzen eine Verbesserung ermöglicht. Diese theoretische Arbeit versucht anhand einer tabellarischen Gegenüberstellung diese Wissenslücken zu schließen. Die Ergebnisse zeigen ein fragmentiertes Bild. Weder Revenue noch Price Caps oder hybride Verfahren scheinen die jeweils anderen zu dominieren. Welches das bessere Verfahren ist, hängt letztlich von der gegebenen Situation ab. Des Weiteren findet eine Auseinandersetzung mit der in der Forschungsliteratur vorherrschenden Begriffsverwirrung statt. Eine fundierte Auseinandersetzung mit dieser Problematik könnte zu einer tieferen Akzeptanz der Bedeutung und Prinzipien der Anreizregulierung und der kostenbasierten Regulierung in der Öffentlichkeit und Politik führen.Price and revenue caps are used for regulating monopolistic public utility enterprises. Despite the relevance of these mechanisms, there is a lack of concrete comparisons in the academic literature. It follows that the question which one of the two is the more appropriate approach for both customers and companies remains unanswered. The same holds for the question whether a mixture of both approaches might allow for an improvement or not. This theoretical work attempts to answer these questions by means of a tabular comparison. The results show a fragmented picture. Neither revenue nor price caps nor hybrid approaches seem to dominate each other. Which is the better method ultimately depends on the given situation. This study also deals with the confusion of terms that is widespread in the research literature. A well-founded discussion of this problem could contribute to a deeper acceptance of the relevance and principles behind incentive and cost-based regulation in the public and political arena
FinTech and bank collaboration
Diese Arbeit untersucht die FinTech-Branche in Mittel- und Osteuropa und analysiert ihre Beziehung zu traditionellen Retailbanken. Die Arbeit gibt einen Überblick über den Bankensektor und beschreibt die Theorie der Finanzintermediation, indem Transaktionskosten, Skalenvorteile sowie die Liquiditätssicherung erörtert werden. Ich untersuche die verschiedenen Aspekte der FinTech-Branche, wie FinTech-Segmente und Geschäftsmodelle, und erkläre den Wandel der Finanzdienstleistungsbranche, einschließlich der Finanzkrise von 2008, der Regulierung und der sich verändernden Kundennachfrage. Experteninterviews mit Beratern, FinTechs und Banken zeigen unterschiedliche Sichtweisen auf die Zusammenarbeit von FinTech und Banken. Das Ergebnis der Studie ist, dass die Zusammenarbeit zwischen FinTech und Banken für beide Partner verschiedene Vorteile in Bezug auf Kundenakquisition, Skaleneffekte, Innovation und Kundenerlebnis bringen kann. Es hängt jedoch vom spezifischen Wertversprechen und der Art des FinTech ab, ob man sich für eine Zusammenarbeit oder den Wettbewerb mit einem etablierten Unternehmen entscheidet. Viele Faktoren sind für eine erfolgreiche Partnerschaft entscheidend, und die Kooperationspartner müssen Hindernisse wie unterschiedliche Unternehmenskulturen, alte IT-Systeme und die komplexe Bankeninfrastruktur überwinden. Daher ist die Zahl der Kooperationen in der CEE-Region eher begrenzt. Die Studie untersucht auch die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Finanzdienstleistungsbranche und zeigt, dass COVID-19 den technologischen Fortschritt und die Nachfrage nach digitalen Lösungen gefördert hat. Laut der Literatur und den befragten Experten gibt es derzeit eine Tendenz zur Zusammenarbeit, die in Zukunft weiter zunehmen wird.This thesis investigates the FinTech industry in Central and Eastern Europe and analyses its relationship with traditional retail banks. The work gives an overview of the banking sector and describes the theory of financial intermediation by discussing transaction costs, economies of scale and scope, and liquidity insurance. I examine the various aspects of the FinTech industry, such as FinTech segments and business models, and explain the changing financial services industry, including the financial crisis of 2008, regulation, and the shifting customer demand. Expert interviews with consultants, FinTechs, and banks demonstrate different views on FinTech and bank collaboration. The result of the study is that FinTech and bank collaboration can generate various benefits in terms of customer acquisition, economies of scale, innovation, and customer experience for both partners. However, it depends on the specific value proposition and type of FinTech, whether to decide for collaboration or competition with an incumbent. Many factors are vital for a successful partnership, and the collaboration partners must tackle obstacles such as different corporate cultures, legacy IT systems, and the complex banking infrastructure. Thus, the number of collaborations in the CEE region is somewhat limited. The study also examines the impact of the Corona crisis on the financial services industry and shows that COVID-19 boosted technological advancement and the demand for digital solutions. According to the literature and the experts interviewed, there is currently a tendency for collaboration, which will further increase in the future
Digitalisierung und Innovationen
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Neuerungen die aufgrund der Digitalisierung und technologischen Innovationen für Interne RevisorInnen entstehen. RevisorInnen erbringen unabhängige Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen für die Unternehmen. Dazu stellt sich die Frage, welche Tätigkeiten ausgeübt und welche Fähigkeiten in Zukunft gebraucht werden. Die Digitalisierung beeinflusst des Weiteren die Abhängigkeiten von IT-Unternehmen und die Teamzusammenstellung innerhalb der Internen Revision könnte sich verändern. Diese Aspekte werden ebenso in der vorliegenden Arbeit abgedeckt. Außerdem werden die Auswirkungen der Pandemie COVID-19 auf die Zukunft der Internen Revision untersucht. In weiterer Folge werden zentrale Tendenzen der Tätigkeiten und Fähigkeiten aufgrund unterschiedlicher Unternehmensgrößen ermittelt. Dazu konnten keine signifikanten Ergebnisse identifiziert werden
La Araucanía bajo fuego - representation of the Mapuches and the Mapuche conflict in Chilean newspapers
Die folgende Masterarbeit ist eine Untersuchung der Mapuches und des sogennanten Mapuche Konflikts in Chile. Die Erhebung soll sowohl erforschen, wie die chilenischen Zeitungen El Mercurio und Las Últimas Noticias die Mapuches und den Mapuche Konflikt darstellen, als auch das Meinungsbild der Chilenen zu diesen Themen zu reflektieren. Diese Masterarbeit basiert auf der These, dass die chilenischen Medien den Mapuche Konflikt auf eine bestimmte Art und Weise darstellen: Auf eine negative Weise, welche die Mapuches als faul, subversiv und terroristisch darstellt.
Für diese Untersuchung wurden zwei Methoden angewendet. Im ersten Teil wurde in beiden Zeitungen im Zeitraum von September 2018 und bis Januar 2019 eine Kritische Diskursanalyse (engl. Critical Discourse Analysis, CDA) durgeführt. Dieser Zeitraum entspricht den zwei Monaten vor und nach dem Tod des Mapuche Aktivisten Camilo Catrillanca. Die Hauptergebnisse bestätigen, dass die meisten Artikel beider Zeitungen in negativer Form verfasst sind und hauptsächlich von Brandanschlägen und Gewalt, die mit dem Mapuche Konflikt assoziert werden, berichten. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Kritischen Diskursanalyse wurde ein Online-Fragebogen implementiert, um die Meinung der Chilenen zu diesen Themen zu bestimmen. Die Ergebnisse des Fragebogens spiegeln eine Wahrnehmung der Befragten wider, welche eine negative Berichterstattung der untersuchten Zeitungen über die Mapuches überwiegend bestätigt. Sie zeigen auch jedoch eine negative Darstellung von den Mapuches, da ein Zusammenhang zwischen dem Mapuche Konflikt und Terrorismus gezeigt wurde. Etwa 30% der Teilnehmer glauben, dass der Mapuche Konflikt unter ihre Definition von Terrorismus passt
Methods for the detection of autoantibodies in seronegative Myasthenia Gravis patients
Myasthenia gravis (MG) ist eine Autoimmunerkrankung, die den neuromuskulären Übergang (NMJ) betrifft, dessen Hauptsymptom in einer Schwäche der Skelettmuskulatur besteht. Bei rund 85% der MG-Patienten wurden Autoantikörper gegen den Acetylcholinrezeptor (AChR) diagnostiziert, und 30% der verbleibenden 15% zeigten Antikörper gegen den muskelspezifischen Kinase-Rezeptor (MuSK). Diejenigen ohne Antikörper gegen AChR oder MuSK gelten als seronegative MG (SNMG). SNMG-Patienten sind eine heterogene Gruppe, in der Pathogenität, Erkrankungsalter und betroffene Muskelgruppen sehr unterschiedlich sind. Das Ziel der Studie war der Nachweis von Antikörpern und unbekannten Antigenen, die an SNMG beteiligt sind, sowohl unter Verwendung von primären Muskelzellkulturen als auch von Muskelgewebe.
20 SNMG-Seren wurden mit zellbasierten Assays (CBA) und gewebebasierten Assays (TBA) getestet, um das Vorhandensein von Antikörpern gegen das NMJ zu bewerten. In vitro zeigten humane Myotuben kein geclustertes AChR, und insgesamt 39 verschiedene Bedingungen wurden getestet, um es zu induzieren. Schließlich wurde ein Immunpräzipitationsassay durchgeführt, um unbekannte Moleküle bei SNMG-Patienten zu isolieren.
Die Ergebnisse der Experimente hoben verschiedene Bedingungen hervor, die eine Clusterbildung von AChR in menschlichen Myotubes ermöglichten, aber keine der Bedingungen zeigte eine vollständig entwickelte postsynaptische Region. Die Immunpräzipitation erlaubte weder die Isolierung von menschlichem IgG noch von NMJ, was darauf hinweist, dass der Assay möglicherweise unterschiedliche Zellmodelle zum Nachweis von Antikörpern und Antigenen benötigt.
Zusammenfassend wurde die Notwendigkeit verschiedener Modelle hervorgehoben, um die Mechanismen der Bildung und Aufrechterhaltung von NMJ zu untersuchen. Darüber hinaus kann der hier vorgestellte Ansatz verwendet werden, um SNMG-Seren auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen Komponenten des NMJ zu screenen, um die unbekannten Antigene nachzuweisen.Myasthenia gravis (MG) is an autoimmune disorder that affects the neuromuscular junction (NMJ) whose main symptom is represented by skeletal muscle weakness. Around 85% of MG patients have been diagnosed with autoantibodies against the acetylcholine receptor (AChR), and 30% of the remaining 15% displayed antibodies against muscle-specific kinase receptor (MuSK). The ones without antibodies against AChR or MuSK are considered seronegative MG (SNMG). SNMG patients are a heterogeneous group in which pathogenicity, age of onset, and affected muscle groups are highly variable.
The aim of the study was the detection of antibodies and unknown antigens involved in SNMG, using both primary muscle cell cultures and muscle tissues.
20 SNMG sera have been tested with cell-based assays (CBA) and tissue-based assays (TBA) to assess the presence of antibodies against the NMJ. Human myotubes in vitro did not display clustered AChR and a total of 39 different conditions have been tested to induce it. Finally, an immunoprecipitation assay was performed to isolate unknown molecules in SNMG patients.
The results of the experiments highlighted different conditions that allowed clustering of AChR in human myotubes, but none of the conditions showed a fully developed postsynaptic region. The immunoprecipitation did not allow the isolation of neither human IgG nor NMJ, indicating that the assay may need distinct cell models to detect antibodies and antigens.
In conclusion, it has been highlighted the need for different models to study the mechanisms of NMJ formation and maintenance. Moreover, the approach here presented may be used to screen SNMG sera for the presence of antibodies against components of the NMJ, to detect the unknown antigens
Protein-protein interactions between human cytomegalovirus tegument proteins and human protein phosphatase 1
Das Humane Cytomegalievirus (HCMV) ist ein verbreitetes Pathogen, das lebenslange Infektionen hervorruft und in immunkompromittierten Patienten Komplikationen verursacht. HCMV trägt die humane Proteinphosphatase 1 (PP1), welche es von infizierten Zellen erbeutet, in der Tegumentschicht des Virions mit. Es ist bisher unklar, welche biologische Konsequenz daraus resultiert und welche molekularen Mechanismen dahinterstecken.
Der Zweck dieser Arbeit war es herauszufinden, welche HCMV Tegumentproteine an PP1 binden. Bereits in einer früheren Studie unserer Gruppe wurde UL32 als Bindekandidat (über ein kurzes RVxF Motiv) identifiziert. Mittels Mutagenese und Mammalian 2hybrid (M2H) Assays konnten wir nun allerdings nachweisen, dass dieses schwache Signal wahrscheinlich keine spezifische Interaktion über RVxF darstellt. Außerdem wiesen wir nach, dass sich peptidbasierte Anwendungen in der Identifikation von PP1 Bindungspartnern via M2H weniger gut eignen als Proteine in voller Länge. Allerdings konnten wir auch mit den Gesamtproteinen UL24, UL32, UL38 und UL82 von HCMV keine Interaktion nachweisen. Mehrere Massenspektrometriedatensätze geben zudem Hinweise darauf, dass HCMV zusätzliche humane Proteine im Virion mitträgt, von denen manche potenziell mit PP1 interagieren, was eine mögliche Inkorporation von PP1 als komplett humanes Holoenzym suggeriert. Die vier humanen Proteine die wir hierzu testeten, gaben zunächst keinen Hinweis auf eine direkte Interaktion über M2H oder ersten Co-Immunopräzipitationsversuchen (Co-IP).
Abschließend haben wir ein Protokoll für die Co-IP von His-markiertem PP1 mit HA-SDS22 und anderen potenziellen PP1-Bindern optimiert. Diese Methode wird weiter zur Identifizierung von viralen PP1-Interaktoren beitragen, sowie zur Aufklärung des molekularen Mechanismus der PP1-Integration beitragen.Human cytomegalovirus (HCMV) is a widespread pathogen causing life-long infection and serious disease in immunocompromised patients. Previous research has shown that HCMV carries the human Ser/Thr Protein Phosphatase 1 (PP1), which it captures from infected cells, in its own tegument. The molecular mechanisms of this phosphatase incorporation into the viral particle and their biological consequences are still unclear.
The aim of this study was to identify HCMV tegument proteins that bind to PP1. Previous research of our group identified UL32 as a candidate of PP1 binding via a short RVxF motif. By using a mutational approach and mammalian 2hybrid (M2H) assays, we could show that the observed weak signal is likely not a specific, RVxF-mediated interaction. We further determined that full-length proteins are more suited to discover PP1 interactors compared to peptides when using the M2H system. However, we did not obtain evidence of PP1 interaction with the HCMV proteins UL24, UL32, UL38 and UL82 on the whole protein level. Multiple Mass spectrometry datasets indicate that HCMV virions contain multiple human proteins, some of which are potential PP1 interactors. However, no evidence of direct interaction with 4 candidate proteins was found using M2H or preliminary co-immunoprecipitation (Co-IP) assays.
Finally, we established a Co-IP protocol for interaction of His-tagged PP1 with HA-SDS22 and other potential PP1 binders. This method will be useful in the investigation of PP1 interactors, which will contribute to identify the HCMV binding partner of PP1 and help understand the mechanism of PP1 incorporation into the HCMV tegument
Kemalistische Narrative im Schatten der Shoah
Diese an der Schnittstelle von historischer Holocaust-Forschung und turkologisch ausgerichteter Politik- und Sozialgeschichte angesiedelte Arbeit widmet sich anhand einer Beleuchtung des Schicksals türkischer Jüd*innen (im Herrschaftsbereich des NS-Regimes, sowie in der Türkei) den ideologischen Diskrepanzen der kemalistischen Ideologie im temporalen Rahmen 1938-1945/46. Damit versuchen die folgenden Seiten eine Brücke zwischen zwei in der Forschung fest etablierten und bearbeiteten Zweigen (Theorie und Praxis des Kemalismus; Holocaust-Forschung) darzustellen, die bis dato eher selten miteinander verbunden wurden – die angesichts der im öffentlichen Raum nach wie vor bestehenden und reproduzierten Meistererzählungen, die die Republik Türkei als sicheren Hafen für Jüd*innen idealisieren, jedoch verstärkte Aufmerksamkeit verdienen. Anhand eines breit aufgestellten Quellenkorpus (Oral History Interviews, Zeitungsmeldungen, verschiedene Archivdokumente, Editionen, Datenbanken etc.), dessen genrespezifische Vielfalt einen möglichst facettenreichen Überblick über die behandelten Thematiken geben soll, werden Diskrepanzen zwischen einzelnen kemalistischen Prinzipien (insbesondere zwischen milliyetcilik und laiklik), sowie Brüche und Unstimmigkeiten in den etablierten, oft retrospektiv konstruierten Meistererzählungen exemplarisch dargestellt, wobei die unter anderen von Erik Zürcher postulierte Kontinuität soziopolitischer und soziokultureller Strukturen des Osmanischen Reichs in der Republik Türkei als Basis der Überlegungen herangezogen wird. Aufbauend auf einzelnen, die Passivität der Republik Türkei in Hinblick auf das Schicksal türkischer Jüd*innen unter dem NS-Regime darstellenden Fallstudien und teils umfangreichen Arbeiten zu einzelnen Aspekten kemalistischen social engineerings wird ein diachron angelegtes, zwei verschiedene Herrschaftsformen und mehrere Jahrzehnte umspannendes Bild nationalistisch motivierter, homogenisierender politischer Strukturen gezeichnet, die einmal mehr die Kontinuitätsthese sowohl auf der Ebene der gesetzten Handlungen und etablierten Diskurse, als auch auf personeller Ebene bestätigen.Intertwining two different branches of research – Holocaust research and political, as well as social history in the field of Turkology – this study is concerned with ideological discrepancies inherent in Kemalist ideology, which served as the theoretical and ideological underpinning of the new Republic of Turkey. In doing so, the paper particularly focuses on Turkish Jews living in territories controlled by the national socialist regime, but also highlights different examples for discriminating social engineering embraced by Kemalist politics, thereby taking the monolithic and asymmetric conceptions of Turkish nationhood into account that shaped Turkish domestic and foreign politics during the course of the Second World War. Thus, the study aims at linking the two well-established fields of Holocaust research and research into the Kemalist ideology, thereby reacting to the persistence of glorifying narratives portraying Turkey as a safe haven for European Jews fleeing national socialist destruction policies. Based on a corpus of sources encompassing a multitude of different genres (Oral History interviews, newspaper articles, different archival documents and databases, editions …), this paper seeks to show in an exemplary way how discrepancies in Kemalist master narratives and principles (e.g. referring to milliyetcilik and laiklik) can be interpreted as further evidence for continuity of Ottoman discourses and attitudes – a hypothesis formulated by Erik Zürcher among others. Taking Turkey’s passivity regarding the annihilation of thousands of Turkish Jews during the Holocaust and different aspects of Kemalist social engineering into account, the paper aims attempts to give a diachronic picture of nationalist political structures aiming at social and cultural homogeneity that once more serve as evidence for the persistence of socio-cultural and socio-political links between the late Ottoman Empire and the young Republic of Turkey that are especially tangible with regards to personnel-wise continuity in politics
Der Einfluss des Selbstwerts auf die Stressreaktion auf einen psychosozialen Stressor und Effekte der Anwesenheit anderer
Es existieren Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Stress und dem Selbstwert einer Person. Von besonderem Interesse sind in diesem Kontext, angesichts der sozialen Komponente des Selbstwerts, sozial-evaluative Stressoren, welche durch eine potenzielle Bedrohung des sozialen Status einer Person charakterisiert sind. Ziel der aktuellen Studie war es demnach, einen potenziell vorhersagenden Effekt des Selbstwerts auf die akute Stressreaktion in Folge eines psychosozialen Stressors zu untersuchen. Zudem sollte analysiert werden, inwieweit das Ausmaß der sozial-evaluativen Bedrohung, manipuliert durch die Anwesenheit bzw. Nicht-Anwesenheit anderer, mit dem Selbstwert und dessen Effekt auf die Stressreaktion interagiert. Die Stichprobe setzte sich aus 122 Personen (49.2 % weiblich) im Alter von 18 bis 34 Jahren zusammen. Die Teilnehmer*innen wurden dem Trier Social Stress Test (TSST) bzw. Trier Social Stress Test für Gruppen (TSST-G), einem Instrument zur Induktion von psychosozialem Stress, ausgesetzt. Dabei wurden zu multiplen Zeitpunkten Parameter der physiologischen (Speichelkortisol, Speichel-Alpha-Amylase) sowie psychologischen (visuelle Analogskala des subjektiven Stressempfindens) Stressreaktion erhoben. Die Erfassung des Selbstwerts erfolgte im Vorfeld online anhand der Rosenberg Self-Esteem Scale (RSES). Es konnten keine Hinweise auf einen vorhersagenden Effekt des Selbstwerts auf Anstiege in Speichelkortisol, Speichel-Alpha-Amylase und subjektivem Stressempfinden infolge eines psychosozialen Stressors gefunden werden. Darüber hinaus wurde der Zusammenhang zwischen dem Selbstwert und der physiologischen sowie psychologischen Reaktion auf den psychosozialen Stressor nicht durch die Anwesenheit anderer Teilnehmer*innen moderiert. Die Ergebnisse stehen mitunter im Widerspruch zu vorheriger Forschung und werfen weiterführende Fragen hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen dem Selbstwert und der Stressreaktion sowie Einflüssen sozialer Interaktion auf.Research suggests a link between stress and an individual’s self-esteem. Given the social components of self-esteem, social-evaluative stressors, characterized by a potential threat to a person’s social status, seem to be of special interest within this framework. The present study aimed to examine a potential predictive effect of self-esteem on the acute stress response following a psychosocial stressor. In addition, an examination of how the degree of social-evaluative threat, manipulated by the presence or absence of other participants, interacted with self-esteem and its effect on the stress reaction, was carried out. 112 participants (49.2 % female) within an age range between 18 and 34 years were recruited for the present study. Participants were exposed to the Trier Social Stress Test (TSST) or Trier Social Stress Test for Groups (TSST-G), both known for effectively inducing psychosocial stress. Physiological (salivary cortisol, salivary alpha-amylase) and psychological (visual analog scale of subjective stress) markers of stress were assessed at multiple points throughout the experiment. Self-esteem levels were measured in advance using the Rosenberg Self-Esteem Scale (RSES) as part of an online questionnaire. Results indicated that there was no predictive effect of self-esteem on increases in salivary cortisol, salivary alpha-amylase, and subjective stress in response to a psychosocial stressor. In addition, the relationship between self-esteem and the physiological and psychological reaction to a psychosocial stressor was not moderated by the presence or absence of others. The current investigation thus partly contradicts previous studies and raises further questions regarding the relationship between self-esteem and stress, as well as the role of social interaction