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    Characterization of microRNA-mediated cleavage events in Arabidopsis embryos

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    MicroRNAs (miRNAs) sind eine Klasse kleiner regulatorischer RNAs, die Gene, sowohl in Pflanzen als auch in Tieren, unterdrücken. Bisher fanden wir heraus, dass miRNA-defiziente Arabidopsis-Embryonen eine Vielzahl an Zelldifferenierungs- und Entwicklungszeitdefekte aufweisen (Nodine and Bartel, 2010). Über die Beiträge spezifischer miRNAs zur Musterbildung ist jedoch wenig bekannt. Um die miRNA-Funktionen während der Embryogenese systematisch zu charakterisieren, haben wir kleine RNAs während der Embryogenese profiliert und dutzende von miRNA-Familien identifiziert, die während der Morphogenese-Phase der Embryonalentwicklung häufig vorkommen. Die Funktionen von miRNAs werden durch die Gene definiert, die sie regulieren. In Pflanzen haben miRNAs eine nahezu perfekte Komplementarität mit ihren Zielsequenzen und steuern typischerweise deren endonukleolytische Spaltung. In dieser Arbeit haben wir nanoPARE (parallele Analyse von RNA-Enden) entwickelt, eine Hochdurchsatzmethode, um miRNA-Spaltprodukte genomweit aus Sub-Nanogramm-Mengen der Gesamt-RNA zu profilieren. Wir haben nanoPARE auf RNA früher Embryonen angewendet und Dutzende von miRNA:Zielinteraktionen identifiziert, die während der Embryogenese ablaufen. Zusammen mit der Transkriptomanalyse von Wildtyp- und miRNA-defizienten Embryonen ermöglichten unsere nanoPARE-Daten die Identifizierung mehrerer miRNA-Familien, die unterschiedliche Familien von Transkriptionsfaktoren spalten und unterdrücken. Da die miRNA-vermittelte Regulation von Transkriptionsfaktoren für die Bildung embryonaler Muster besonders wichtig sein kann, haben wir diese miRNAs zur weiteren Charakterisierung ausgewählt. Wir verwendeten fluoreszierende proteinbasierte Methoden, um die Aktivitätsmuster dieser miRNAs bei zellulärer Auflösung während der Embryogenese zu bestimmen. Zusätzlich erzeugten wir transgene Pflanzen, die miRNA-resistente Versionen dieser Zieltranskriptionsfaktoren exprimierten, und untersuchten die Morphologie von Embryonen, um festzustellen, ob eine zellspezifische Repression von Transkriptionsfaktoren für eine ordnungsgemäße Embryonenmorphogenese erforderlich ist. Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, dass miRNAs die räumlich-zeitliche Lokalisierung von Transkriptionsfaktoren definieren, die für die Erstellung des Körperplans zu Beginn des Pflanzenlebens erforderlich ist.MicroRNAs (miRNAs) are small regulatory RNAs that repress genes in plants and animals. Previously we found that miRNA-deficient Arabidopsis embryos exhibit widespread cellular differentiation and developmental timing defects (Nodine and Bartel, 2010). However, little was known about the contributions of individual miRNAs to pattern formation. To systematically characterize miRNA functions during embryogenesis, we profiled small RNAs throughout embryogenesis and identified dozens of miRNA families that are abundant during the morphogenesis phase of embryo development. The functions of miRNAs are defined by the genes they regulate. In plants, miRNAs have nearly perfect complementarity to their targets and typically guide their endonucleolytic cleavage. We have developed a high-throughput method, nanoPARE (parallel analysis of RNA ends), to profile miRNA cleavage products genome-wide from sub-nanogram amounts of total RNA. We applied nanoPARE to early embryos and identified dozens of miRNA:target interactions operating during embryogenesis. Our nanoPARE data, together with transcriptome analysis of wild-type and miRNA-deficient embryos, enabled the identification of several miRNA families that cleave and repress distinct sets of transcription factors. Because miRNA-mediated regulation of transcription factors may be especially crucial for embryonic pattern formation, we selected these miRNAs for further characterization. We used fluorescent protein-based methods to determine the activity patterns of these miRNAs at cellular resolution during embryogenesis. In addition, we generated transgenic plants expressing miRNA-resistant versions of these target transcription factors and examined the morphology of embryos to determine whether cell-specific repression of transcription factors is required for proper embryo morphogenesis. Altogether, our results demonstrate that miRNAs define the spatiotemporal localization of transcription factors, which is determinative for establishing the body plan at the beginning of plant life

    Österreichisch-marokkanische Diplomatie im 18. Jahrhundert

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    In dieser Arbeit wird erstmals eine Edition einer marokkanischen Handschrift aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vorgelegt. Es handelt sich dabei um die Handschrift Cod. Mixt. 506, die an der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien aufbewahrt wird. Die Hand-schrift enthält die Abschriften 33 diplomatischer Briefe der marokkanischen Sultane Sultan Sīdī Muḥammad (r. 1757-90) und Sultan Sulaimān (r. 1798-1822), die sich mit ihren Schreiben an die europäischen Höfe, europäische Konsuln und Statthalter richteten. Der Wiener k. k. Hofsekretär und Hofdolmetscher Franz Lorenz von Dombay (1758-1810), Sammler und Schreiber der Briefe, brachte diese von seinem Aufenthalt in Marokko (1783-1788) mit nach Österreich. Neben der in dieser Arbeit behandelten Sammlung aus Wien ist noch eine weitere Sammlung von Briefen, die Dombay hinterlassen hat, bekannt, diese befindet sich in der John Rylands University Library in Manchester (Arabic MS. 285 und 286). Die Wiener Sammlung enthält insgesamt zehn neue Briefe, die in der Sammlung der John Rylands University Library nicht vorkommen. Außerdem enthält sie die von Dombay angefertigte Übersetzung der ersten 12 Briefe. Die restlichen 21 Schreiben wurden von mir erstmalig übersetzt. Auch habe ich den Versuch unternommen, den historischen Kontext der Zeitphase der Briefe herauszuarbeiten. Die Edition ist eine neue Quelle von diplomatischen Briefen, deren Inhalt zuvor noch unbekannt gewesen ist. Sie kann als ein weiteres Puzzleteil der Geschichte Marokkos gesehen werden und ist vor allem dadurch wertvoll, da es sich bei den Briefen um keine europäische, sondern um eine marokkanische Quelle aus der Zeit handelt.This thesis provides the first-ever edition of a Moroccan manuscript from the second half of the 18th century. The manuscript is Cod. Mixt. 506, preserved at the Austrian National Library in Vienna. It contains copies of 33 diplomatic letters by the Moroccan sultans Sīdī Muḥammad (r. 1757-90) and Sulaimān (r. 1798-1822) addressed to European courts, consuls and governors. The Viennese k. k. court secretary and interpreter Franz Lorenz von Dombay (1758-1810), collector and scribe of these letters, brought them to Austria following his stay in Morocco (1783-1788). Apart from this collection from Vienna another collection of letters by Dombay is known; it is being kept in the John Rylands University Library in Manchester (Arabic MS. 285 and 286). The Viennese collection, however includes ten new letters not part of the John Rylands University Library collection. In addition, it contains Dombay's translation of the first 12 letters. The remaining 21 letters have been translated by me for the first time. I have also attempted to provide historical context to the period in which the letters were written. This edition is a new source of diplomatic correspondence whose content was hitherto unknown. It is a missing piece of the puzzle that is Moroccan history, especially considering that it offers a genuinely Moroccan perspective as opposed to a European one.

    Buñuel - von der Pseudodokumentation zum Animationsfilm

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    Luis Buñuel zählt zu den wichtigsten Filmregisseure des 20. Jahrhunderts. Bis dato beeinflusst sein Lebenswerk zeitgenössische Filmemacher. Das zentrale Thema dieser Arbeit ist Buñuels dritter Film, „Las Hurdes“ (1933) und seine Repräsentation in Salvador Simós „Buñuel en el Laberinto de las Tortugas“ (2018). In dieser Arbeit werden drei Methoden angewandt, um eine Analyse durchzuführen: Die her-meneutische Bild- und Textanalyse, die Grounded Theory und die soziologische Filmanalyse. Ziel der Arbeit ist es, anhand der Analyse der Ergebnisse eine intertextuelle Konnektivität beider Filme nachzuweisen. Der erste Film ist eine Pseudodokumentation in schwarz-weiß, welche Fakt und Fiktion vermischt. Der zweite Film, ein Animationsfilm für Erwachsene, ist ein biographischer Film über einen Regisseurs und seinen Film. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verwendung von Originalmaterial im neuen Film ein entscheidendes Merkmal ist, um eine intertextuelle Beziehung herzustellen und Kontext zu schaffen. Die Studie legt nahe, dass die Originalszenen je nach ihrem Auftreten in den Filmen unterschiedliche Funktionen erfüllen. Zusammenfassend liegt das Hauptaugenmerk der Studie darauf, eine intertextuelle Kopplung der Filme durch eine Analyse des bestehenden Filmmaterials aufzuzeigen und dessen repräsentativen und reproduktiven Charakter zu beleuchten.Luis Buñuel is recognized as one of the most important film directors of the 20th century. To this day, his cinematographic work is influential to contemporary filmmakers. The central topic of this thesis is Buñuel´s third film, “Las Hurdes” (1933) and its representa-tion in Salvador Simó´s “Buñuel en el Laberinto de las Tortugas“ (2018). This thesis implements three different methods to execute an analysis: Hermeneutic analysis of picture and text, grounded theory and sociologic analysis of film. The aim is to prove an intertextual connectivity of both films based on the analysis of the findings. The first film, a black and white pseudo-documentary, mixes fact and fiction; the second film, an animated film for adults, creates a biopic of a film director and his movie. The results show that the use of original material in the new film is a crucial feature in order to establish context and an intertextual relation. The study suggests that the original scenes perform different functions depending on their appearances in the films. In conclusion, the main focus of the study is to point out the interconnection of the films through an analysis of cinematographic material and its representative and reproductive char-acter

    Zur Erhaltung von Geschlecht, Name und Stamm

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    Die historische Adelsforschung geht davon aus, dass die „Rearistokratisierung“ der fürstlichen Zentralverwaltung im 17. Jahrhundert einerseits den Zugang nichtadliger Gruppen zu Spitzenposten erschwerte, andererseits die Integration in den etablierten Adel und die Inkorporation adliger Lebensformen ein zentrales Movens dieser Gruppe darstellte. Die vorliegende Arbeit untersucht drei nobilitierte homines novi in einem lange von Nichtadligen dominierten Amt am Kaiserhof mit dem Ziel, die Selbstwahrnehmung sozialer Aufsteiger am Kaiserhof, deren Teilnahme am sozialen Feld der höfischen Gesellschaft sowie deren Familienstrategien zur Festigung des erlangten Status zu ermitteln. Fokus der Untersuchung bilden die Testamente der Hofkanzler Johann Baptist Verdenberg (um 1582–1648), Johann Paul Hocher (1616–1683) und Theodor Heinrich Althet Strattmann (um 1637–1693), aber auch vorhandene Selbstzeugnisse, Leichenpredigten und dingliche Quellen sollen herangezogen werden. Neben einer Aufarbeitung der vorhandenen Informationen zu Herkunft und Sozialisation der Akteure sollen zunächst deren Nobilitierung und Integration in den höfischen Adel anhand ihres sozialen Umfelds erforscht werden. Im Hauptteil werden unter Anwendung des Bourdieu’schen Habitus- und Kapitalsortenmodells die Testamente auf Erb- und Nachfolgestrategien analysiert, die einerseits Erkenntnisse über die Investitionen der neugeadelten Hofkanzler in symbolisches Kapital, andererseits über Strategien in der Distribution der akkumulierten Ressourcen bereithalten. Zuletzt wird die Konstruktion der Hofkanzler im sozialen Gedächtnis anhand der überlieferten Grabmäler und Leichenpredigten behandelt.The thesis examines three social climbers at the Imperial court at a time when the nobility regained almost exclusive access to central administrative offices, increasingly stifling the ambitions of educated commoners aspiring to advance into the nobility. The central goal of this paper is to examine the self-perception of these “newcomers” at the Imperial court, most evidently displayed in their engagement with the social space (field) of court society requiring the emulation of a noble lifestyle, as well as in their family strategies designed to consolidate the achieved social status for future generations. The last will and testament of Johann Baptist Verdenberg (c.1582–1648), Johann Paul Hocher (1616–1683) and Theodor Heinrich Althet Strattmann (c.1637–1693) provide the main sources for the analysis; additional sources include documents such as Selbstzeugnisse, funeral sermons as well as non-written sources. After an introduction outlining the social background of the social agents, their ennoblement and social environment will be discussed; the latter is often identified as a crucial factor in a successful assimiliation to the nobility. Further measures undertaken to achieve integration into the court nobility will be explored by analysing inheritance and succession strategies in the wills of these “newcomers” by applying Pierre Bourdieu’s concepts of habitus and the different forms of capital. Thus, strategies of converting resources into symbolic capital (and vice versa) and their intergenerational distribution offer insights into distinctive strategies of social climbers and ultimately the phenomenon of upward social mobility at the early modern Imperial court

    Auf der Suche nach dem verlorenen Ich

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    Im Forschungsinteresse der Arbeit steht die literarische Auseinandersetzung mit Themen und Problemstellungen der menschlichen Existenz und Identität in Max Frischs Stiller. Dahinter steht die Annahme, dass der Roman im literarischen Sein der Hauptfigur eine philosophisch-psychologisch motivierte Selbstflucht und -suche abbildet, die einige existentielle Fragen des menschlichen Seins poetisch formuliert und darstellt. Sie fragen nach dem Sinn der Existenz, nach der Determination eines menschlichen Lebens oder Narrativs sowie nach Möglichkeiten, diese unbeantwortet oder unbestimmt zu lassen. Sie fragen nach einem in der Schwebe zwischen Selbst- und Fremdanforderungen befindlichen Ich und kreisen entsprechend um Konzepte und Vorstellungen von Selbstbestimmung, Authentizität und Identität. Indem sie fragen, stellen sie diese außerdem in Frage und verweisen mitunter auf Wege und Möglichkeiten der Nivellierung. Im fiktiven Stiller-Dasein manifestieren sich gewissermaßen philosophische und psychologische Motive und Überlegungen zu einer impliziten Seinstheorie. Die Forschungsfrage dieser Arbeit richtet sich nach dieser Theorie; es ist eine nach ihren Fragen, Annahmen und Kernaussagen

    Sexualerziehung in AHS-Schulbüchern seit 1970

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    Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Unterrichtsprinzip Sexualerziehung, das in Österreich im Rahmen eines Grundsatzerlasses Sexualerziehung bzw. Sexualpädagogik seit 1970 rechtlich verankert ist. Mithilfe der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring wird eingeschätzt, inwiefern die Inhalte der Erlässe in 25 Schulbüchern der Fächer Biologie, Katholische Religion, Englisch und Geschichte umgesetzt werden. Im ersten Teil der Arbeit wird die Entwicklung der schulischen Sexualerziehung in Österreich seit den 1960er Jahren beschrieben und die Erlässe werden vorgestellt. Im zweiten Teil werden die Ergebnisse der Analyse diskutiert und die Forschungsfragen beantwortet, welche Themen der Erlässe in den untersuchten Schulbüchern vorkommen und wie diese inhaltlich aufbereitet werden. Zentrales Ergebnis der Analyse ist, dass sich die Aufbereitung der Themen in den Schulbüchern über den Untersuchungszeitraum hinweg zunehmend von den Ansprüchen des jeweils geltenden Erlasses entfernt hat. Während im Erlass heute ein umfassenderes Verständnis menschlicher Sexualität zum Ausdruck gebracht wird, sind die Inhalte der Schulbücher weiterhin sehr auf biologische Grundlagen zentriert

    Nation-Building am Beispiel der Vereinigten Republik Tansania

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    Am 26. April 1964 kam es zur Vereinigung zweier zuvor unabhängiger Staaten, dem damaligen Tanganyika und dem Archipel Sansibar, zur Vereinigten Republik Tansania. Der erste tansanische Präsident Julius Kambarage Nyerere und der erste Präsident Sansibars Abeid Amani Karume (nach dem Zusammenschluss auch Vize-Präsident der Union) einigten sich politisch auf ein Zweistaatenmodell, wobei Sansibar einen halbautonomen Status erhielt, jedoch der Unionsregierung (damals dominiert von der Tanganyika African National Union (TANU), heute Chama Cha Mapinduzi (CCM)) aufgrund der Zuständigkeiten (Bsp. Verteidigung, Steuern, Außenhandel etc.) unterstellt blieb. Die Regierung Tansanias stand nun vor der Aufgabe, ein gemeinsames nationales Verständnis der beiden Landesteile zu entwickeln. Das in der Arbeit genutzte Konzepte „Nation-Building“ zeigt mit seinen drei Schlüsselelementen (Ideologie, Integrative Gesellschaft und Funktionsfähiger Staatsapparat), dass die integrierenden Maßnahmen und Anpassungen, welchen in beiden Landesteilen mittels staatsbildender Elemente wie beispielsweise der Förderung einer gemeinsamen Amtssprache oder der Einführung von nationalen Symbolen, das Gefühl einer gemeinsamen Nation zwar stärkten, jedoch die unterschiedlichen, historischen und ethnizistischen Identitäten der beiden Landesteile nicht komplett überwölben konnte. Im 21. Jahrhundert zeigt sich, dass die Union vor politischen Herausforderungen steht, welche noch immer der Vereinigung respektiv dem Status der Halbautonomie Sansibars zugeschrieben werden können. Seit der Einführung des Mehrparteiensystems im Jahr 1992 ficht die Civic United Front (CUF), die stärkste Oppositionspartei Tansanias, alle bisherigen Wahlresultate an, aus welchen die Regierungspartei Chama Cha Mapinduzi (CCM, früher African National Union TANU) als stärkste politische Kraft hervorging, zuletzt bei den Wahlen 2020. Der Verdacht lautete unter anderem: Wahlmanipulation. Anders als die Regierungspartei CCM, welche eine breite Wählerschaft sowohl auf dem Festland Tansanias als auch in Sansibar vertritt, ist die CUF hauptsächlich in Sansibar vertreten. Der aktuelle politische Konflikt zwischen den zwei Parteien ist jedoch nur ein Beispiel, das die tief verankerten Zuschreibungen zwischen Festland und Archipel illustriert. Die Arbeit geht einerseits auf die Prozesse ein, die zu einem gemeinsamen Nationsverständnis der beiden Landesteile Tansanias führten, und andererseits auf die offenen Bruchstellen der Vereinigung, die bis heute fortbestehen.In 1964, the formerly separated colonial territories Tanganyika and the archipelago of Zanzibar united to form the United Republic of Tanzania. The first Tanzanian President Julius Kambarage Nyerere and the first Zanzibar President Abeid Amani Karume (also Vice-President of the Union after the unification), agreed on a two-state model, which preserved for the archipelago a high degree of autonomy. The government of the unified state faced the task of developing a national identity for the two parts of the country with their different communities. The concept of nation-building with the key elements (ideology, integrative society, and functioning state apparatus) shows that the the government in both parts of the country launched integrative measures and adjustments as elements of nation-building, such as the promotion of a common official language or the creation of national symbols. Although these strengthened the sense of a common nation, they could not cover the different, historical, and ethnic identities of the two parts of the country. The socio-political challenges of today’s Tansania can still be traced back to the aftermath of the unification and the autonomy model for Zanzibar. The Civic United Front (CUF), Tanzania’s major opposition party with a main stronghold in Zanzibar, has been contesting all election results since the introduction of the multi-party system in 1992, from which the current ruling party Chama Cha Mapinduzi (CCM, then Tanganyika African National Union TANU) always emerged as the winner (also in the last elections in 2020). CCM represents a broad constituency throughout Tanzania, while CUF has yet to establish a substantial political base outside Zanzibar. However, the political disputes between the two parties are only one example of a deeper-rooted conflict between the mainland and the archipelago about national identity. This thesis examines the processes that led to a - however inconclusive - shared national identity of mainland Tanzania and Zanzibar, and analyses the challenges resulting from the unification that persist to this day

    Characteristics and experiences of third age foreign language learners

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    Das Mitte des 20. Jahrhundert entstandene Fachgebiet der Erwachsenenbildung ist trotz steigendem Wachstum relativ jung. Vor allem die Forschung im Gebiet des Fremdsprachenlernens im höheren Alter ist eher limitiert obwohl die Vorteile von lebenslangem Lernen weitgehend anerkannt sind. Das Ziel dieser Arbeit ist es die Motivationen, Ziele, Herausforderungen und Stärken von Englisch Lerner*innen im „dritten Alter“ zu untersuchen und so dieses Thema neu zu beleuchten. Ins besonders, konzentriert sich diese Studie auf die Einstellungen der Lernenden zu ihren Erfahrungen, Fertigkeiten, und Praktiken im Fremdsprachenlernen. Diese Aspekte wurden an einer Gruppe von älteren English Lernenden mit A1 Niveau untersucht. Dafür wurde bei dieser im Umfang begrenzten Studie sowohl ein Fragebogen eingesetzt, also auch Interviews mit einzelnen Teilnehmerinnen geführt. Die Resultate zeigen, dass die Teilnehmenden höchst motiviert sind und konkrete Ziele haben ihr Englisch zu verbessern und vor allem zur Kommunikation bei Reisen ins Ausland einzusetzen. Bezüglich der Einstellungen der Lerner Gruppe auf die verschiedenen Aspekte ihres Fremdsprachenlernens zeigen die Ergebnisse, dass die Lerner*innen Leseübungen leichter einschätzen als Hörübungen. Außerdem sind die Teilnehmer*innen interessiert am Lernen von neuen Vokabeln obwohl es vielen älteren Lernenden schwer fällt sich neue Wörter zu merken. Sprachliche Interaction und die Anwendung grammatikalischer Konzepte waren die herausforderndsten Aspekte für die Gruppe. Darüber hinaus, zeigten die Berichter der Interviewten, dass diese Sprachlernstrategien und Praktiken in ihren Alltag integrieren. Trotz der Herausforderungen, denen diese Lerner Gruppe begegnet zeigte sich die Gruppe als höchstmotiviert und zielorientiert in ihren Fremdsprachen lernen.The growing field of adult education is rather young since it was only initiated in the middle of the 20th century. Even more so, research on senior language learners is fairly limited although the benefits of lifelong learning are widely acknowledged. The aim of this thesis then is to shed a light on this issue by investigating the motivations, goals, challenges and strengths of Third Age FL learners of English. More specifically, this study focuses on the learners’ attitudes towards their FL learning experiences, skills and practises. In detail, this is done by a mixed-method, small-scale investigation of a group of Third Age FL learners of English at A1 level. Results show that the participants are highly motivated and have clear goals to improve their English competence for communication when traveling abroad. Regarding the Third Age learners attitudes towards the different aspects of FL learning, they tend to find reading comprehensions easier than listening activities. The participants are interested in learning new vocabulary even though memorizing new words appears to be challenging for many Third Age learners. The most challenging aspect for the group was found to be spoken interaction and applying grammatical concepts. In addition, the accounts of the interviewees revealed that they integrated language learning strategies and practises in their daily lives. In sum, this group of learners appears to be highly motivated and goal driven in their FL learning despite the challenges they face

    „…was machen Sie da, malen Sie da?“

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    Das Asylverfahren als eigenständiges Dolmetschsetting kann DolmetscherInnen vor eine Reihe von Herausforderungen verschiedenster Natur stellen. Es kennzeichnet sich vor allem durch die vorherrschende Asymmetrie, die verwendete Fachsprachlichkeit und die differenten Anforderungen der Beteiligten an die DolmetscherInnen. Zudem repräsentieren die Gesprächssteuerung und -koordination, die Überbrückung kultureller und sprachlicher Unter-schiede zwischen den Parteien, das Wahren der Unparteilichkeit und des eigenen face nach Brown & Levinson (1978/1987) und die wiederkehrende Emotionalität während der Einvernahme eine mögliche Hürde beim Dolmetschen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die her-ausfordernden Aspekte des Dolmetschens im Asylverfahren aus Sicht der DolmetscherInnen zu erforschen und diese den soeben beschriebenen theoretisch erfassten Herausforderungen gegenüberzustellen. Dadurch wird aufgezeigt, inwiefern die in der herangezogenen Literatur erwähnten Aspekte von den DolmetscherInnen thematisiert und welche zusätzlichen Schwierigkeiten in diesem Setting von ihnen aufgegriffen werden. Außerdem wird untersucht, inwieweit Ausbildungsgrad und Berufserfahrung im Zusammenhang mit der Identifizierung der Herausforderungen durch die DolmetscherInnen eine Rolle spielen. Um die Forschungsfragen zu beantworten, wurde eine qualitative Studie, welche sich der Methodik des Sampling und des leitfadengestützten Interviews bediente, durchgeführt. Mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) wurden die Interviewtranskripte analysiert und in Hinblick auf die Forschungsfragen ausgewertet. Ausgehend von den Ergebnissen manifestiert sich, dass die bereits aufgeschlüsselten Herausforderungen auch von den DolmetscherInnen erläutert, jedoch abhängig von Ausbildungsgrad und Berufserfahrung dieser teilweise von den theoretisch erfassten Herausforderungen differieren. Zudem beschreiben die Befragten beispielsweise die Sitzkonstellation vor Ort, den ausgeüb-ten Zeitdruck und den Mangel an Vorbereitungsmaterial als herausfordernd und ergänzen, dass auch sie Anforderungen insbesondere hinsichtlich der Sensibilisierung der anderen Gesprächsparteien in Hinblick auf ihre Rolle und Tätigkeit haben.Asylum hearings as settings for interpretation are primarily characterized by prevailing power asymmetries, the official jargon used, and the different parties’ demands on the interpreter. Nevertheless, interpreters also face many other challenges, including controlling and co-ordinating the questioning, bridging cultural and linguistic barriers between the participants, maintaining impartiality, protecting one’s face according to Brown & Levinson (1978/1987), and handling the emotions that emerge during the hearing. This master’s thesis empirically examines the challenges in this setting from the interpreters’ perspective and compares them to those named by the sources consulted. In this respect, it explains the extent to which the challenges discussed by interpreters overlap with those described in the literature, and identifies additional aspects which practitioners consider onerous. Furthermore, this thesis examines the degree to which the interpreters’ training and professional experience play a role when identifying those challenges. In order to answer the research questions, a qualitative study was carried out using sampling and guideline-supported interviews. According to Kuckartz’s (2018) qualitative content analysis, the interviews were analyzed and evaluated with respect to the research questions. The results confirm that interpreters describe the same challenges discussed above, but they also show that their descriptions differ in accordance with the individual’s state of training and professional experience. Moreover, the interviewees also identify additional challenges that interpreters face in the context of asylum proceedings, including the seating arrangement on site, the time pressure put on them or the lack of preparation material, and explain that they, too, have certain expectations of the other participants, especial-ly concerning their awareness of the interpreter’s role and work in asylum proceedings

    Understanding contemporary dance

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    Während der Nullerjahre war die Beziehung von Tanz und Wissen Gegenstand einer regen geführten Diskussion innerhalb der Tanzwissenschaft und der Tanzcommunity (Gehm, Husemann and Wilcke, 2007). Seither wurde sie, aufgrund der Schwierigkeit, Körper- und Erfahrungswissen diskursivierbar zu machen, nicht mehr aufgegriffen. Obwohl es durchaus philosophische Annäherungen an eine Epistemologie des zeitgenössisches Tanzes gab (Parviainen, 2002; Risner, 2000), blieb die Frage unzureichend erörtert. Das Ziel meiner Masterarbeit ist es, diese Fragestellung aufzugreifen und den bisherigen Diskurs mit kognitionswissenschaftlichen Theorien und Erkenntnissen zu erweitern. Insbesondere werden dafür die Philosophie des Geistes und die Neurowissenschaft herangezogen. Strömungen wie die Philosophie der Verkörperung und der Enaktivismus, aber auch neuroästhetische Forschung wurden seitens der Tanzwissenschaft bislang nicht oder nicht genügend miteinbezogen. Diese Masterarbeit beruht auf der Hypothese, dass eine derart angelegte Epistemologie des zeitgenössischen Tanzes, die eine empirische Verankerung des theoretischen Diskurses vornimmt, die versiegte Diskussion wiederbeleben kann. Die Argumentation beginnt mit einer Definition des zeitgenössischen Tanzes, die sich einer poetischen Herangehensweise bedient (Louppe, 2009). Es folgt eine Analyse des bisher geführten Diskurses und ausgewählter Arbeiten, um die argumentativen Schwächen als auch die Stärken zu identifizieren. In einem Versuch Tanz- und Kognitionswissenschaft zu synthetisieren, werden schließlich Theorien (Johnson, 2007; Varela, Thompson and Rosch, 2016) und rezente Forschungsergebnisse (Jola, Ehrenberg and Reynolds, 2012; Orgs, Caspersen and Haggard, 2016) der genannten Subdisziplinen der Kognitionswissenschaft angeführt. Das Resultat ist eine Grundlage einer Epistemologie des zeitgenössischen Tanzes.The relationship between dance and knowledge has been a topic of debate in the dance community (including artists and scholars alike) during the first decade of this millennium (Gehm, Husemann and Wilcke, 2007). Unfortunately, the discourse has ceased due to the challenges faced while theorizing bodily knowledge that has been considered discursively inaccessible. While in the field of philosophy few attempts have been made to work towards an epistemology of dance (Parviainen, 2002; Risner, 2000), I contend that this problem remained unsolved. In my master thesis, I seek to extend the discussion on epistemological aspects of contemporary dance by drawing on theories and recent developments in the field of cognitive science, specifically, from philosophy of mind and neuroscience. Embodied and enactive approaches as well as recent findings in the field of neuroaesthetics have not or have only partially been considered in the field of dance scholarship thus far. My hypothesis is that an encompassing approach can ground the academic discourse with empirical insights and moreover fruitfully re-enliven the discussion on dance and knowledge. For my endeavor, I will first give a definition of the artform drawing on a poetic approach to contemporary dance (Louppe, 2009). Then I will analyze the discourse on dance and knowledge and the first attempts of working towards an epistemology of contemporary dance to identify the weak and the strong points in that discussion. Finally, I will introduce theories (Johnson, 2007; Varela, Thompson and Rosch, 2016) and research (Jola, Ehrenberg and Reynolds, 2012; Orgs, Caspersen and Haggard, 2016) from subfields of cognitive science with the aim of uncovering confluence of insights from dance research and findings of the respective fields to lay ground for an epistemological framework of contemporary dance

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