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Zärtliche Kommunikation, sexuelle Aktivität und positiver Affekt in heterosexuellen Partnerschaften
Trotz der immensen Bedeutung, die zärtliche Kommunikation und sexuelle Aktivität in Partnerschaften einnimmt, sind Zusammenhänge zwischen den beiden Konstrukten kaum erforscht. Es konnte zudem keine Untersuchung ausgemacht werden, die eine Differenzierung hinsichtlich Häufigkeit bzw. Intensität von zärtlicher Kommunikation vornahm. Darüber hinaus ist unzureichend aufgedeckt worden, ob partnerschaftliche zärtliche Kommunikation einen gesteigerten positiven Affekt nach sich zieht.
Die vorliegende Arbeit untersuchte die jeweiligen Konstrukte anhand einer Stichprobe von gesunden 57 Teilnehmer*innen (n = 29 Frauen, n = 28 Männer) mit einem Altersdurchschnitt von M = 24.56 (SD = 3.02), die seit mind. einem Jahr eine feste Beziehung führten. Die Datenerhebung integrierte dabei sowohl quer- als auch längsschnittlichen Daten, die durch ein Ecological Momentary Assessment über zwei Wochen hinweg gesammelt wurden. Die darauffolgende Analyse beinhaltete u.a. die Auswertung mittels eines hierarchisch linearen Modells.
Die Skala Zärtlichkeit des Partnerschaftsfragebogen (Hahlweg, 1996) erwies sich als signifikanter Indikator für die Intensität partnerschaftlicher zärtlicher Kommunikation während des 2-wöchigen Erhebungszeitraums. Partnerschaftliche sexuelle Aktivität konnte sowohl die Auftretenswahrscheinlichkeit von Intensität als auch die Häufigkeit von zärtlicher Kommunikation in Partnerschaften signifikant erhöhen. Beide Komponenten zärtlicher Kommunikation hingen zudem signifikant positiv mit der sexuellen Zufriedenheit zusammen. Bezugnehmend auf den positiven Affekt, beeinflussten beide Aspekte zärtlicher Kommunikation diesen signifikant. Geschlechtsbedingte Differenzen konnten nicht festgestellt werden. Im Gegensatz dazu wurde die Orgasm Gap zwischen Männern und Frauen zum wiederholten Mal berichtet.
Die dargelegten Ergebnisse unterstreichen den Mehrwert partnerschaftlicher zärtlicher Kommunikation und legt eine Differenzierung zwischen Häufigkeit und Intensität nahe.Affectionate communication and sexual activity are key factors in shaping a happy relationship. However, little is known about their interaction. Furthermore, there seems to exist no scientific evaluation of the differences between frequency and intensity of affectionate communication. Also, whether affectionate communication impacts daily positive affect remains insufficiently explained.
The present study investigated associations between the mentioned constructs with a sample of 57 psychological and physical healthy participants (n = 29 women, n = 28 men). The mean age was 24.56 (SD = 3.02) and all participants were in a romantic, heterosexual relationship for almost one year. The data collection involved a cross-sectional and longitudinal design of a period of two weeks via Ecological Momentary Assessment. The following statistical analysis partly consisted of a hierarchical linear model.
The tenderness scale of the questionnaire ‘Partnerschaftsfragebogen’ (Hahlweg, 1996) significantly correlated with the intensity of affectionate communication. Sexual activity in partnership increased the likelihood of frequency and intensity of affectionate communication. Both components were significantly associated with sexual satisfaction. In addition, the two aspects of affectionate communication had a significant positive impact on the reported positive affect during the ambulatory assessment. No gender-specific differences were detected. In contrast, the orgasm gap between men and women was replicated.
In conclusion affectionate communication has proven its value for relationships, with new insights emerging from the distinction between frequency and intensity
Sicherheit für Frauen von Frauen?
Die „Women, Peace and Security“-Agenda der Vereinten Nationen leitet durch den Erlass der Resolution 1325 seit dem Jahr 2000 die Arbeit der Vereinten Nationen im Bereich von „Frauen, Frieden und Konflikt“. Dabei wird nicht nur betont, dass Frauen eine aktive Rolle an der Beilegung und Prävention von Konflikten haben, sondern es werden darin auch Fragen ihrer Sicherheit behandelt. Nach einem langjährigen Bürgerkrieg in Liberia, kam es 2003 zur Etablierung der „United Nations Mission in Liberia“, welche als erste FriedenssicherungsMission der Vereinten Nationen die Umsetzung der Resolution 1325 explizit in ihr Mandat inkludierte. Dabei war die Wiederherstellung der „Liberia National Police“ im Rahmen der UNSicherheitssektorreform ein zentrales Ziel. Im Zentrum dieser Arbeit steht daher die Frage, wie die Sicherheit von Frauen in der Polizeireform adressiert wurde und wie Frauen dabei
repräsentiert wurden. Aufbauend auf theoretischen Fundamenten feministischer Wissenschafter*innen der Disziplin der Internationalen Beziehungen werden verschiedene Sicherheitsbegriffe definiert und eine feministische Perspektive von Sicherheit formuliert. Daran anschließend wird nach einer Kontextualisierung der UNMIL im Rahmen einer kritischen Diskursanalyse herausgearbeitet, wie „Geschlecht“ und „Frauen“ in der Polizeireform der UN repräsentiert sind und auf was für einem Sicherheitsverständnis dies basiert.Since the adoption of Resolution 1325 in 2000, the United Nations “Women, Peace and Security”-agenda has been the guiding instrument within the UN’s work of “Women, Peace and Conflict”. It does not only highlight that women play an active part in conflict resolution
and prevention, but in addition it also addresses issues of their security. After a long civil war
in Liberia, the “United Nations Mission in Liberia” was established in 2003. It was the first UN peacekeeping mission to explicitly include the implementation of resolution 1325 in its mandate. UNMIL aimed primarily at the reconstruction of the “Liberia National Police” as part of an overall “Security Sector Reform”. The latter was one main objective of the mission. Therefore, the central question of this thesis is to analyze how women’s security was addressed
during the police reform. Furthermore, it discusses how women were being represented in the police reform and what kind of security definition was applied during the reform process. Based on theoretical foundations of feminist scholars in the discipline of International Relations, various security definitions will be examined and a feminist perspective on security issues will
be formulated. This is followed by contextualizing the UNMIL itself. Subsequently the research question will be answered by using critical discourse analysis, which not only aims at identifying how “gender” and “women” were represented in the UN’s police reform, but furthermore analyzes what kind of security definition was applied during the reform process
Der Wandel der Funktion des Wiener Heldenplatzes als Erinnerungsort und die Darstellung in ausgewählten österreichischen Schulbüchern für den Gegenstand Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung
Diese Arbeit befasst sich mit dem Thema des Heldenplatzes als einem der wichtigsten und entscheidendsten Erinnerungs- und Gedächtnisorte der Zweiten Republik unter diachroner Analyse der wechselhaften Historie und Erinnerungsgeschichte dieses politischen Platzes. Allererst werden somit die, diesen Erinnerungsort konstituierenden Ereignisse analysiert und entsprechend dokumentiert. Besonderes Augenmerk hierbei wird auf die Darstellung der, in Bezug auf diesen Erinnerungsort, ständig ablaufenden Veränderungen und Überschreibungen der erinnerungskulturellen Bezugspunkte im kollektiven Gedächtnis im Laufe der Geschichte gelegt. Diese diachrone Analyse spannt den Untersuchungszeitrahmen dergestalt von den Anfängen dieses Platzes zur Zeit der österreichischen Monarchie, über die Zeit der Zwischenkriegszeit, bis hin in die Zweite Republik und schließlich in die Gegenwart. Ziel dieser Arbeit ist ferner auch den Erinnerungsort Heldenplatz in seiner politischen und gesellschaftlichen Bedeutung für die jeweilige untersuchte Zeit, aber besonders in der Zeit der Zweiten Republik darzustellen. Demgemäß schließt sich an diese theoretische Ausarbeitung des Themas folglich eine Schulbuchanalyse an, welche der Aufgabe verschrieben ist, die Darstellung und die Bedeutung des Heldenplatzes in österreichischen Schulbüchern zu analysieren. Es ist dies eine diachrone Untersuchung mehrerer ausgewählter Geschichteschulbücher im Zeitraum von 1970 bis 2018. Ziel dieses Diskurses ist, etwaige Darstellungsveränderungen oder Modifikationen thematischer Zugänge zu den erinnerungskollektiven Bezugspunkten des Heldenplatzes in den Schulbüchern diachron zu beschreiben und in Beziehung zu den Erkenntnissen des theoretischen Teils der Arbeit zu setzen.This work deals with the topic Heldenplatz as one of the most important and most decisive places of remembrance and the Second Republic under diachronic analysis of the changeable history and history of remembrance of this political place. First of all, the constituent events that make up this place are analyzed and correspondently documented. Special attention is paid to the representation of the constantly occurring changes and overwriting of the remembrance-cultural reference points throughout the collective memory in the course of history which is linked to this place of remembrance. This diachronic analyses spams the investigation time frame from the beginning of this place during the time of the austrian monarchy, throught the period between the war, to the second republic and finally into the present. The aim of this work is also to present the memorial place Heldenplatz with its political and social significance for the time investigated, particularly to demonstrate the time interval during the second republic. Accordingly, this theoretical elaboration of the topic is followed by a textbook analysis, which is dedicated to the task of analyzing the representation and the meaning of the Heldenplatz in Austrian schoolbooks. This is a diachronic investigation of several selected history textbooks in the period from 1970 to 2018.Aim of the discursion is to describe any changes in representation or modifications of thematic approaches to the memory-collective reference points of Heldenplatz in schoolbooks and in relation to the findings of the theoretical part of the work
Die Linguistic Landscape im DaF-Unterricht
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Verwendung der Linguistic Landscape als Sprachförderungsmittel im DaZ-Unterricht für Erwachsene. Zunächst wird der Begriff der Linguistic Landscape erklärt, die Geschichte dieses Forschungsfelds, und seine Funktionen werden auch präsentiert. Weiters werden die Rollen der Linguistic Landscape im DaF/DaZ Unterricht dargestellt. Im Rahmen dieses Didaktisierungsvorschlags wird gezeigt, wie man die Linguistic Landscape erfolgreich im Unterricht einsetzen kann um die sprachlichen und pragmatischen Kompetenzen der Lernenden zu fördern. Dieser Unterrichtsentwurf hat als Zielgruppe eines Sprachkurses mit Erwachsenen auf dem Sprachniveau B1. Das ganze Projekt erstreckt sich über vier Unterrichtseinheiten. Die erste und die letzte Stunde finden im Klassenzimmer statt, während die anderen zwei in der Öffentlichkeit erfolgen. Der Fokus der Aufgaben wird auf die Sprachbewusstheit und die Sprachreflexion gelegt, wobei auch die Hauptfertigkeiten und die Medienkompetenz in Betracht gezogen werden. Dieser Didaktisierungsvorschlag ist ein Beispiel, das eine kreative und praktische Methode der Verwendung von Linguistic Landscape als Sprachförderungsmittel im DaZ-Unterricht zeigt
Assessing the role of Myc in the marine sponge Suberites domuncula
Schwämme spielen als Vertreter eines der basalsten Tier-Phyla eine wichtige Rolle bei der
Entdeckung ursprünglicher molekularer Mechanismen. Besonders bei Fragestellungen über
die Entstehung der Mehrzelligkeit und der Entwicklung von Stammzellen sind sie von
besonderem Interesse. Eine interessante Hypothese besagt, dass der Transkriptionsfaktor
Myc eine wichtige Rolle bei der Kontrolle von Stammzellmechanismen in frühen Tieren
gespielt hat. Sollte sich das bewahrheiten, hätte das wichtige Implikationen im Hinblick auf
unser Verständnis von Mehrzelligkeit.
Das gängige Schwamm-Stammzellmodel besagt, dass ein bestimmter Zelltyp in
Schwämmen, die Archaeocyten, als totipotente Stammzellen fungieren, was bedeutet, dass
sie sich selbst erneuern können und zu jedem anderen Zelltyp im Schwamm werden können.
Interessanter Weise ist Myc besonders in diesen Zellen angereichert.
In Drosophila und Säugetieren wurde bereits gezeigt, dass Myc so wichtige
Stammzellfunktionen erfüllt wie Proliferation, Differenzierung und Apoptose, und eine vor
kurzem veröffentlichte Studie berichtet von 100 Genen, welche in einer menschlichen
Zelllinie direkt von Myc kontrolliert werden. Interessanter Weise werden viele dieser Gene
direkt mit gut untersuchten Stammzellfunktionen von Myc assoziiert. Die Verfügbarkeit
solcher direkter Zielgene kann zur gezielten Untersuchung einer potentiell ursprünglichen
Rolle von Myc in Stammzellmechanismen genutzt werden.
In dieser Masterarbeit habe ich im Schwamm Suberites domuncula die Expression von
Homologen jener Myc-regulierten Gene analysiert, mit dem Befund, dass ungefähr die Hälfte
der analysierten Gene signifikant mit myc-RNA zusammen exprimiert werden. Dies legt ein
gut konserviertes regulatorisches Netzwerk nahe, und stärkt damit die Hypothese, dass Myc
eine ursprüngliche Rolle in den Stammzellen früher Tiere hat. Außerdem habe ich darauf
hingearbeitet, eine verlässliche Methode zur Modulation vom Expressionsniveau von myc in
Schwämmen zu etablieren und damit die Rolle von Myc bei der Regeneration von
Schwämmen zu untersuchen. Dafür versuchte ich vier verschiedene Techniken zur
Modulierung von Genexpressionsniveaus zu etablieren, die regelmäßig in anderen
Modellorganismen genutzt werden: antisense vivo-morpholino knockdown, RNAi,
Überexpression und Expression eines dominant negativen Myc-Konstrukts. Obwohl ich
letztlich nicht in der Lage war, reproduzierbare Änderungen der Genexpression in Suberites
domuncula zu erreichen, habe ich doch eine Reihe an Reagenzien und Prüfverfahren
etabliert, welche künftig bei der Etablierung einer Modulation des Genexpressionsniveau in
Suberites domuncula von Nutzen sein könnten.As one of the earliest branching animal phyla, sponges play a very important role in
discovering ancestral metazoan molecular mechanisms. In particular, they are of interest
with regards to questions about the origin of multicellularity as well as the evolution of stem
cells. One interesting hypothesis claims that the transcription factor Myc played an important
role in regulating stem cell functions in early animals. If confirmed, this would have important
implications for our understanding of the evolution of multicellularity.
The current model for the sponge stem cell system claims that one specific sponge cell type,
the archaeocytes, act as totipotent stem cells, suggesting that they have the capacity to selfrenew and to differentiate into all cell types of the animal. Interestingly, these archaeocytes
are enriched for the expression of Myc.
In Drosophila and mammals, Myc has been shown to regulate important stem cell functions,
such as proliferation, differentiation and apoptosis, and a recent study reported 100 bona fide
genes directly regulated by Myc in a human cell line. Many of these genes can be directly
linked to well-studied stem cell functions of Myc. The availability of such direct target genes
provides a set of genes that can be used for assessing a potential ancient role of Myc factors
in stem cell regulation.
Using the demosponge Suberites domuncula as a model organism, in this thesis, I have
analyzed the expression of the sponge homologs of a subset of the genes shown to be
directly regulated by Myc in human, and found that about half of the analyzed genes are
significantly co-expressed with myc RNA in the sponge. This suggests a conserved
regulatory network, strengthening the hypothesis about an ancestral role of Myc in early
animal stem cells. In addition, I have performed work that aimed to establish a reliable
technique to modulate Myc RNA and/or protein levels and thereby test the function of Myc
during sponge regeneration. I tackled this challenge by trying to establish four techniques to
modulate gene expression, with the intention of analyzing the effect of elevated or decreased
Myc expression. These four techniques are commonly used in other model organisms:
antisense morpholino knockdown, RNAi, Myc overexpression and dominant negative Myc
expression. Even though I was not able to establish any of them as an efficient way to knock
down genes in my model organism, this work provides a set of reagents and established
assays that may be useful for the establishment of a technique to modulate gene expression
in Suberites domuncula in the future
Foraminiferal assemblage analysis of Upper Cretaceous strata from wells within the Bad Hall - Pfarrkirchen Oil Field, Upper Austria
Mikrofossilien und ihre spezifischen Anforderungen an ihren Lebensraum können
interessante Einblicke in vielfältige Bereiche der Geologie geben. Deswegen wurde in dieser
Untersuchung die Biostratigraphie mit Mikrofossilien (Foraminiferen und Nannofossilien) als
Werkzeug gewählt um in erster Linie eine strukturelle Fragestellung, im Bereich des
österreichischen Anteils der autochthonen Molasse, zu bearbeiten. Dabei soll eine neue
plausible Interpretation der regionalen Seismikdaten überprüft werden. Das bisher gültige
Modell zeigt steil stehende Abschiebungen als Haupttypus der Störungen in dem
untersuchten Gebiet, wobei die Seismik aber auch die Neuinterpretation durch flach
liegende, nach Süden einfallende Überschiebungen, zulässt. Diese primäre angewandtgeologische Fragestellung bietet ebenso eine Möglichkeit, die vorhandene
Foraminiferenfauna aus ausgewählten Bohrkernproben mit diversem Artbestand neu und
genauer zu beschreiben, da nur wenig publizierte Erkenntnisse aus dieser Region existieren.
Bei der Untersuchung der Bohrkern- und Bohrkleinproben aus den Bohrungen PK-001,
WEIBA-001, MG-001, V-043, GRUE-001, BH-001, SIER-001, SIER-003, ASCH-001, SIER-008,
BH-N-001, konnte an den meisten Standorten durchgehend und eindeutig Oberkreide, vor
allem Coniacium - Santonium durch Foraminiferen- und Nannofossilbestand festgestellt
werden. Allerdings zeigen sich vereinzelte Bohrkernproben fossilfrei (MG-001_M, SIER003_M, SIER-003_U und BH-N-001_O). Bei diesen kann keine Aussage über die
Schichtbeziehungen und mögliche Duplizierungen getroffen werden, daher bleibt hier das
mögliche Auftreten der interpretierten Überschiebungen offen. Abgesehen von diesen vier
leeren Proben und der von Dr. Fred Rögl in seinem Bericht beschriebenen Mischung von
Oligozän und Oberkreide in der Bohrung SIER-001 (1955 m), konnte ansonsten nur das
bisher gültige Modell bestätigt werden, da keine eozänen oder oligozänen Schichtintervalle
oder Faunenelemente in der ansonsten typischen Kreidevergesellschaftung nachgewiesen
werden konnten.
Biostratigraphisch wichtige Planktonforaminiferen-Gattungen sind Dicarinella,
Marginotruncana und Globotruncana wobei Dicarinella concavata und Dicarinella
asymetrica im Wesentlichen ein Coniacium-Santonium Alter belegen. Mit dem Auftreten von
Dicarinella asymetrica und Globotruncana linneiana kann in etwa die Coniacium-Santonium
Grenze gefasst werden. Nannofossilien wie Marthasterites furcatus und Micula staurophora
iii
belegen ein Coniacium-Alter, Lucianorhabdus cayeuxii den Coniacium-Santonium
Grenzbereich, während Broinsonia parca expansa in diesen Abfolgen typisch ist für das
Santonium.
Die Oberkreide-Foraminiferenassemblage zeigt eine starke Dominanz der Gattungen
Archaeoglobigerina und Gyroidinoides. Diese Formen werden beide weitgehend als
r-Strategen beschrieben die unter meso- bis oligotrophen Bedingungen bei verminderter
Sauerstoffsättigung im marinen Bereich als Opportunisten auftreten. Dies könnte auf Grund
der Einzeitung eine Ablagerung des Materials während des OAE3 bedeuten. Jedoch ist dies
hier mit großer Wahrscheinlichkeit ein regional begrenzter Effekt am südlichen europäischen
Schelf. Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass durch die Abschätzung der
Paläowassertiefe und Plankton/Benthos-Verhältnis eine Positionierung des analysierten
Materials an den äußeren Schelf plausibel erscheint.Microfossils and their individual needs regarding their habitat and environmental
parameters can provide valuable insight into many different fields in geology. This is why
biostratigraphy (foraminifera and nannofossils) was chosen as a tool to resolve a question
revolving around a structural concept in the autochton part of the Austrian Molasse Basin. A
new seismic interpretation in this region is to be proven by this study. The so to say “old”
model was interpreted through steep dipping normal faults posing as the main control in this
region, although when looking at the seismic data southward dipping, in comparison
shallow, thrust faults become plausible. Additionally, this poses a great opportunity to
analyse and describe the found foraminiferal assemblage extracted from the sampled core
sections and cuttings, because published material on this topic is sparse.
Most of the analysed samples from wells PK-001, WEIBA-001, MG-001, V-043, GRUE-001,
BH-001, SIER-001, SIER-003, ASCH-001, SIER-008, BH-N-001 could be positioned around the
Coniacian to Santonian boundary through their foraminiferal and nannofossil composition.
Although most samples show solid Upper Cretaceous, some material was completely void of
faunal or floral elements, namely MG-001_M, SIER-003_M, SIER-003_U and BH-N-001_O.
Within these four samples no biostratigraphical assessment was possible and minding that
Dr. Fred Rögl described a mixture of Oligocene and Upper Cretaceous taxa at SIER-001 (1955
m), it is applicable to keep the possibility for thrust faults in certain regions plausible. In all
other instances mixing of Oligocene or Eocene taxa with Upper Cretaceous forms could not
be proven, therefore verifying the “old” interpretation in most cases.
The biostratigraphically most important planktonic foraminifera found include Dicarinella,
Marginotruncana and Globotruncana, with Dicarinella concavata and Dicarinella asymetrica
showing a general Coniacian-Santonian age. Due to the combined presence of Dicarinella
asymetrica and Globotruncana linneiana the material can be positioned at the ConiacianSantonian boundary. Additionally, this can also be seen through the found nannofossils,
where Marthasterites furcatus and Micula staurophora show Coniacian age and
Lucianorhabdus cayeuxii reflects the Coniacian-Santonian boundary. Broinsonia parca
expansa is typical for the Santonian in this succession.
v
The foraminiferal assemblage shows strong dominance of the genera Archaeoglobigerina
and Gyroidinoides. Both are commonly interpreted as opportunistic r-strategists, which
strive under meso- to oligotrophic conditions with generally lower levels of oxygenation. This
could show a connection and a deposition while the OAE3, although it should be noted that
this effect is more than likely a regional occurrence on the southern European shelf and
limited in distribution. Finally, through reconstruction of the paleobathymetry and in regard
to the ratio of planktonic to benthonic forms, a positioning of the material in an outer shelf
environment seems applicable
Jüdisches Leben in Wien um 1900 und dessen spätere Darstellung im österreichischen Nachkriegsfilm
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung Jüdischen Lebens in Wien um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert und deren Darstellung im Nachkriegsfilm. Es werden zahlreiche Aspekte jüdischen Lebens beleuchtet. Danach wird untersucht, inwiefern die Darstellung dieser Lebenswelten im Film der zweiten Republik realitätsnah umgesetzt wurde. Die Arbeit stellt sich die Frage ob hier gewisse Umstände vor allem im Bereich des Antisemitismus verschwiegen oder abgeschwächt dargestellt wurden. Die Wiener Moderne oder das Fin de Siécle sind Begriffe, die viele kennen, doch nicht immer ist klar was damit überhaupt gemeint ist. Neben der näheren Erklärung dieser Termini, werden umfassende Einblicke in die gesellschaftliche und auch rechtliche Lage der Jüdinnen und Juden und vor allem innerhalb des aufkommenden Antisemitismus gegeben. Dieser wird vor allem in Verbindung mit den Persönlichkeiten Georg Schönerer und auch Karl Lueger skizziert. Den weiteren Teil dieser Arbeit macht eine Filmanalyse von zwei ausgewählten Filmen aus. Einer ist die Verfilmung des bekannten Stücks „Professor Bernhardi“ von Arthur Schnitzler. Im zweiten Film wird die Verfilmung des Romans von Ernst Lothars „Der Engel mit der Posaune“ untersucht. Es zeigt sich das in den Filmen zum Teil stark von den Romanvorlagen abgewichen wurde und vor allem im Bereich des Antisemitismus Kürzungen vorgenommen wurden
"Rebel Rebel, not sure if you're a boy or a girl" - David Bowies Genderperformances
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Herausarbeitung der Frage, wie der britische Künstler David Bowie in seinem Schaffen mit Gender umging und wie er in weiterer Folge als einer der ersten Künstler der 1970er Jahre durch seinen offenen und subversiven Zugang zu diesem Themenkomplex Rollen brach und somit den Weg für einen freieren Umgang mit Kunst und Genderrollen ebnete. Für die Beantwortung dieser Frage werden (Schaffens-)Momente aus David Bowies Karriere analysiert, die in Hinblick auf ihr Spiel mit Normativität und Sexualität Bedeutung haben. Hierfür wird auf verschiedene Materialien zurückgegriffen, um das Phänomen David Bowie in seiner Gesamtheit erfassen zu können. So sind nicht nur Musikvideos, Auftritte und Albumcover in die Analyse eingebunden, sondern auch Songtexte sowie eine eingehendere Beschäftigung mit David Bowies öffentlichem Umgang mit seiner Sexualität. In einer Verknüpfung mit theoretischen Konzepten wie Performativität sowie unter Berücksichtigung des zeitlichen Kontext des Genres Glam Rock werden diese Materialien genauer beleuchtet. Zur Methodik wird einerseits auf Ausführungen zu stereotypen Darstellungen von Frauen und Männern von Erving Goffman und Helga Kotthoff zurückgegriffen, die Analyse und Interpretation der nicht-visuellen Materialien orientieren sich vor allem am derzeitigen Forschungsstand zu David Bowie und den Themen Gender und Performance, sowie an Interviews und Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Texten und Thematiken.The following paper deals with the question of how the British artist David Bowie dealt with gender in his work and how he subsequently, as one of the first artists of the 1970s, broke rules through his open and subversive approach to this topic and thus paved the way for a freed use of art and gender roles. To elaborate this question, moments from David Bowie’s career are going to be analysed, moments that can be read as subversive in terms of their play with normativity and sexuality. For this purpose, various materials are used in order to be able to grasp the phenomenon of David Bowie in its entirety. So, not only music videos, performances and album covers are included in the analysis, but also lyrics and a more detailed study of David Bowie’s public handling of his sexuality. In connection with theoretical concepts such as Performativity, and the temporal context of the genre Glam Rock, those topics of gender, performance and sexuality are examined in more detail. The approach is realised with help of the work of Erving Goffman and Helga Kotthoff, which provides elaborations on stereotypical representations of women and men, the analysis and interpretation of the non-visual materials are primarily based on the current state of research on David Bowie and the topics of gender and performance, as well as on interviews and background information of the respective lyrics and topics
Akzeptanz unterschiedlicher Familienformen in Österreich
Diese Arbeit untersucht die Wahrnehmung verschiedener Familientypen unter der österreichischen
Wohnbevölkerung zwischen 20 und 39 Jahren. Sie basiert auf dem Leitbildansatz, wie er von
Norbert F. Schneider und seiner Forschungsgruppe im Jahr 2014 angewandt wurde. Die Daten
dieser repräsentativen Studie wurden im späten Frühling / frühen Sommer des Jahres 2020 im
Rahmen einer telefonischen Umfrage (n = 297) erhoben.
Hauptziel dieser Arbeit ist darzustellen, welche Konstellationen die RespondentInnen als Familie
betrachten. Entsprechend fiel die Akzeptanz der Familientypen in absteigender Reihenfolge
folgendermaßen aus: Paare mit Kindern und Alleinerziehende wurden am häufigsten als Familie
gesehen. Ebenso ist die Anerkennung höher, wenn die Eltern / das Paar verheiratet sind. Der Unterschied zwischen heterosexuellen und homosexuellen Eltern ist demgegenüber geringer, wobei
heterosexuelle Formen öfter als Familie eingeschätzt werden. Unabhängig dessen hat in etwa eine
von fünf Personen jede vorgestellte Familienform auch als Familie angesehen.
Zusätzlich konnte eine Reihe an Faktoren ausgemacht werden, welche zur Bestimmung der
Akzeptanz von unterschiedlichen Typen homosexueller Familien genutzt werden konnten. Eine
hohe formale Bildung, hohe Zufriedenheit mit dem verfügbaren Einkommen und das
Zusammenleben mit einem Partner / einer Partnerin geht mit einer steigenden Wahrscheinlichkeit
einher, dass homosexuelle Familienformen als Familie angesehen werden. Demgegenüber war bei
einer hohen subjektiven Religiosität, Elternschaft sowie der Zustimmung zu bestimmten
Einstellungsfragen, eine Abnahme der Akzeptanz zu beobachten.This thesis investigates the perception of different family types among Austrian residents between
20 and 39 years of age. It is based on the „Leitbild“ research approach, as conducted by a group of
researchers around Norbert F. Schneider in 2014. The data used in this thesis were gathered in a
representative, telephone based survey during late spring / early summer of 2020 (n = 297).
The primary focus of this work is to examine which constellations the respondents consider to be
family. Accordingly, the acceptance of different family types can be ranked descendingly: The
nuclear family and single-parent constellations gained the highest rate of acceptance. The rate of
acceptance was higher among married couples than among unmarried ones. The impact of the
parents sexual orientation was less significant, but heterosexual couples were more likely accepted
than homosexual couples. Overall, about one in five respondents considered every proposed family
type as family.
Furthermore it was possible to deduce a number of different factors which could be used to predict
the acceptance of different types of homosexual families. A high formal education, high satisfaction
with the personal disposable income and cohabitation with a partner were linked with a higher
propability of seeing homosexual constellations as families. Contrary, a high subjective
religiousness, being a parent and the acceptance of certain statements predicted that homosexual
families were less often seen as families
Subjektivierende Bildung oder bildende Subjektivierung?
Subjektkonzeptionen spielen eine wesentliche Rolle, wenn es um bildungswissenschaftliche Theoretisierungen sowie Forschung geht. So auch in der Bildungstheorie von Hans-Christoph Koller, die sich zum Ziel gesetzt hat, einerseits ein dezentriertes Subjekt theoretisch einzubinden sowie andererseits dieses in der Bildungsforschung thematisierbar zu machen. Hierzu ist es notwendig, zunächst Bildung nach Koller zu erläutern und in weiterer Folge Kollers Bildungssubjektverständnis in der Empirie nachzuzeichnen. Ziel dieser Masterarbeit ist es, dieses Verständnis anhand der Subjekttheorien von Judith Butler und Jacques Lacan aufzuschlüsseln, um daraus Rückfragen an Kollers Bildungstheorie formulieren zu können. Dazu wird die folgende Forschungsfrage richtungsweisend sein: Verträgt sich Kollers Subjekttheorie nach Lacan und Butler mit seinem Bemühen um den empirisch-qualitativen Aufweis von Subjekttransformationen?
Um dieser Frage nachzugehen, werden zunächst die Subjektkonzeptionen von Lacan und Butler nachempfunden und dargelegt, wie dort Subjektivität interpretiert wird. In einem weiteren Schritt wird skizziert, wie Koller diese in seine Bildungstheorie einfließen lässt, d. h. welche Referenzpunkte er auswählt, um seinen Subjektbegriff zu entwerfen und diesen in biographischen Interviews interpretiert. Im letzten Teil dieser Arbeit wird diese Verwendungsweise aus subjektivitätsphilosophischer Perspektive kritisch betrachtet und nachgespürt, ob Koller seinen eigenen Anspruch der Erforschbarkeit eines dezentrierten sprachlichen Subjekts einlösen kann. Im letzten Abschnitt wird die kritische Auseinandersetzung mit dem Roman Mein Name sei Gantenbein von Max Frisch in Verbindung gebracht, da sich anhand der Figur Gantenbein die sprachliche Selbstthematisierung wie in Kollers Analysen zeigt – aber ebenso ihre Grenzen spürbar werden.
Die sprachlich-subjektive Trageweite von Stegreiferzählungen, anhand derer Koller transformatorische Bildungsprozesse interpretiert, verkürzt unweigerlich die Konzeptionen von Butler sowie Lacan, da beide einen uneinholbaren, unverfügbaren Rest in der Sprache des Subjekts offenlassen. Dieser ist jedoch mit Kollers empirischem Zugriff auf Subjektivität nicht gegeben oder zwangsläufig so umgedeutet ist, dass er sich sprachlich im Interview zeigen könnte. Eines der Ergebnisse zeigt sich am Beispiel der Resignifikation nach Butler, die dem Subjekt nach Koller die Möglichkeit eröffnet, das Selbst in umfassender Weise zu transformieren. Ein weiteres ist die Kluft zwischen sagbarer Selbsthaftigkeit und Subjektivität, die durch die Setzung des Selbst- und Weltverhältnisses verschleiert wird, indem auf dessen Veränderung fokussiert wird. Weiterführende Überlegungen könnten sein, inwiefern sich Hans-Christoph Kollers Bildungssubjekt, das sich in Transformationen des Selbst zeigt, ein wenig von der sprachlichen Dominanz der Thematisierbarkeit des eigenen Anderswerdens in Interviews lösen könnte.Subject conceptions play an essential role when it comes to both educational science theorisations and research. This also holds true for Hans-Christoph’s educational theory, which aims to, on the one hand, integrate a decentered subject into the theory and, on the other hand, make it a subject of discussion in educational research. To this end it is necessary to first explain education (Bildung) according to Koller and to then outline Koller’s empirical understanding of the educational subject. The goal of this master’s thesis is to break down this understanding on the basis of Judith Butler’s and Jacques Lacan’s subject theories, in order to be able to then formulate questions about Koller’s educational theory. For this purpose the following research question will be pointing the way: Is Koller’s subject theory according to Lacan and Butler compatible with his efforts to empirically-qualitatively demonstrate subject transformations?
In order to examine this question, first Lacan’s and Butler’s subject conceptions are explained and their interpretations of subjectivity are exhibited. In a further step it is outlined how Koller includes this into his educational theory, that is to say, which reference points he selects in order to design his subject concept and his interpretation of it in biographical interviews. In the last part of this thesis, this usage is critically looked at from the standpoint of subject-philosophy and it is explored whether Koller can meet his claim of the researchability of the decentered linguistic subject. In the last section, the critical examination is connected with the novel Mein Name sei Gantenbein by Max Frisch, since by means of Gantenbein the linguistic self-thematization like in Koller’s analyses is shown - but at the same it’s limits become tangible.
The linguistic-subjective scope of narrative interviews, on the basis of which Koller interprets transformational education processes, inevitably shortens the conceptions of Butler and Lacan, since they both leave open an unattainable and unavailable remainder in the subject’s language. This, however, does not exist in Koller’s empirical access to subjectivity or inevitably has to be reinterpreted in a way that it can linguistically show in the interview - as in the example of resignification by Butler, which according to Koller grants the subject the possibility to transform the self in a comprehensive way. The gap between expressible self-adherence and subjectivity is concealed by the setting of relation to the self and the world, through focusing on its change. Further considerations could be, in how far Hans-Christoph Koller’s educational subject, which shows itself in transformations of the self, could detach itself ever so slightly from the linguistic dominance of the thematization of becoming different in interviews