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"Dy Raittung dez kamerambts"
In jüngster Zeit ist eine verstärkte Beschäftigung mit Fragen der Erschließung und Auswertung serieller Wirtschaftsquellen zu beobachten. Neuerdings werden Wirtschafts- und Rechnungsbücher als reichhaltige Quellen für Fragestellungen unterschiedlicher Disziplinen erkannt und rücken für die Geschichtsforschung immer stärker in den Fokus. Ihre vielfältigen Inhalte machen insbesondere städtische Rechnungsbücher zu einer reichhaltigen Quelle für die Erforschung der Alltags- und Sozialgeschichte. Sie geben nicht nur Zeugnis über die Materialität des Alltags, sondern auch über Wirtschaftsverflechtungen und Handelsräume, obrigkeitliche Kontrolle, herrschaftliches Wirtschaftshandeln, Bauhandwerk und Stadtbaugeschichte wie auch nicht zuletzt über pragmatische Schriftlichkeit, Schriftsprache und Sprachwandel. Obgleich das Forschungsinteresse an den Finanzen der Stadt Wien nicht abriss, wurde eine Edition der Wiener Oberkammeramtsrechnungen bislang noch nicht vorgenommen. Dabei liegen uns die Rechnungsbücher der Stadt Wien in einer beachtlicher Überlieferungsstringenz im Wiener Stadt- und Landesarchiv vor. Das aufsprießende Forschungsinteresse an Rechnungsbüchern und Formen beziehungsweise Ausdruck städtischer Gemeinschaft berücksichtigend soll in der gegenständlichen Masterarbeit am Institut für Österreichische Geschichtsforschung eine Edition der Kammeramtsrechnung von 1426 mitsamt einem einleitenden Kommentar vorgelegt werden. Ferner werden der Edition ein Anmerkungsteil angeschlossen und zur besseren Übersicht am Ende der Arbeit schließlich ein Register eingefügt.
Die Auswertung der OKAR 1426 konnte schließlich zeigen: Wir erhalten durch sie Einblicke in das Wiener Ämter- und Rechnungswesen der Frühen Neuzeit, erfahren über zeitgenössische Wechselkurse, Preise und Löhne, erhaschen eine Momentaufnahme der wichtigsten Akteure und Personen der 1420er von Wien und Umgebung und bekommen so auch Namen überliefert, die uns sonst unbekannt geblieben wären. So können wir nicht nur prosopografische Lücken des Wiener Personeninventars füllen, sondern auch neue Akteure aus dem Schatten des Vergessens ins Licht der Forschung rücken. Gerade auf dem Gebiet des Bauhandwerks bekommen wir Zeugnis von der Materialität des städtischen Alltags in der Frühen Neuzeit. Nicht zuletzt erhalten wir durch die Jahresrechnung des städtischen Haushalts wertvolle Informationen über Inhaber und Besitzwechsel von Gebäudeobjekten, Errichtung und Sanierung derselben sowie über Graben- und Mauerbau in Wien. In den besonders umfangreichen Baurechnungen der OKAR 1426 sehen wir die Finanzgeschichte des Städtebaus deutlich als Ausdrucksform des Urbanisierungsprozesses auch in der Frühen Neuzeit, wie Gerhard Fouquet für das Spätmittelalter anmerkte
Questions and answers in CLIL lessons
Das Unterrichtsprinzip CLIL hat aufgrund seines dualen Fokus auf Sprache und facheinschlägigem Inhalt als auch wegen seiner holistischen Herangehensweise an das Lernen an sich an Wichtigkeit für das Lehren von Englisch als Fremdsprache gewonnen. Eines seiner zugrundeliegenden Prinzipien ist die kognitive Beteiligung der SchülerInnen in der Ko-konstruktion von Wissen. Dalton-Puffers Konstrukt der Kognitive Diskursfunktionen (KDFs) hat maßgeblich zu dem Einbeziehen verschiedener kognitiver Prozesse in CLIL-Stunden beigetragen. Da diese Prozesse oftmals von Lehrerfragen hervorgerufen werden, lag der Fokus dieser Arbeit auf dem Erstellen einer korrelativen Verbindung zwischen Fragefunktionen und KDFs in den Antworten der SchülerInnen. Zu diesem Zweck wurden drei gefilmte CLIL-Stunden transkribiert und analysiert. Abgesehen von Fragefunktionen und KDFs wurde auch die Komplexität der SchülerInnenantworten in Betracht gezogen. Die Resultate zeigten, dass es tatsächlich eine Korrelation zwischen verschiedenen Fragetypen und bestimmten KDFs gibt. Des Weiteren wurde, basierend auf der Komplexität der Antworten, außerdem eine Einstufung der KDFs vorgeschlagen, welche LehrerInnen dabei helfen soll, die Äußerungen seitens der SchülerInnen zu maximieren und ein tieferes Verständnis von sowohl fachspezifischem Inhalt als auch der Fremdsprache zu fördern.Content and Language Integrated Learning (CLIL) has gained increasing importance for teaching English as a Foreign Language due to its dual focus on language and subject-specific content as well as its holistic approach to learning. One of its underlying principles is its emphasis on students’ cognitive involvement in the co-construction of knowledge. Dalton-Puffer’s construct of Cognitive Discourse Functions (CDFs) has contributed to the incorporation of various cognitive processes in CLIL classroom discourse. As these processes are often elicited by teacher questions, the current paper sought to devise a correlation between different question functions and CDFs in student responses. For this purpose, three recorded CLIL lessons were transcribed and analysed. Apart from question functions and CDFs, the complexity of student answers was also taken into consideration. It was found that the different questions types can indeed be correlated with certain CDFs. Furthermore, this study also suggests a ranking of CDF types based on the complexity of student answers which could help teachers maximise student output and encourage a deeper understanding of subject-specific content and the target language
"Sie war eine Frau, die einer Krise gewachsen war." - Geschlecht zwischen den Zeilen gelesen
In der vorliegenden Diplomarbeit werden Phänomene der Geschlechterkonstruktion in Markus Zusaks Roman Die Bücherdiebin untersucht. Dies erfolgt vor dem Hintergrund des theoretischen Ansatzes von Judith Butler anhand einer gender-orientierten Erzähltextanalyse. Die Forschungsfrage kreist um das Performative der Geschlechtsidentität nach Butler sowie das Sichtbarmachen diskursiver Praxen durch eine dekonstruktive Lesart des narrativen Textes. Demzufolge ist ein zwischen den Zeilen Lesen unter dem Genderaspekt Grundlage dieser wissenschaftlichen Arbeit. Die Textanalyse erstreckt sich über die drei Kategorien Figurenkonzeption, Raumdarstellung, Handlungsmuster sowie die Wirkungsmächtigkeit der erzählerischen Vermittlung innerhalb der ausgewählten Kategorien. Durch die Verschränkung von Erzähltextanalyse und Gendertheorie werden in der Analyse die genannten Aspekte beleuchtet indem mit Methoden aus der feministischen Literaturwissenschaft und der gender-orientierten Textanalyse operiert wird. Für die Textanalyse der Bücherdiebin eignen sich insbesondere Konzepte des Blicks, der Stimme, der Handlungsmächtigkeit und Körperkonzepte welche sich innerhalb der feministischen Literaturwissenschaft etabliert haben. Ziel dieser Arbeit ist es in einem weiteren Sinne die Interdisziplinarität der Gender Studies und in einem engeren Sinne das Potenzial der methodischen Zugänge der strukturalistischen Narratologie für eine gender-orientierte Erzähltextanalyse darzulegen. Die Diplomarbeit knüpft demzufolge an die vielfältigen Anschlussmöglichkeiten der Geschlechterforschung mit erzähltheoretischen Ansätzen an. Mittels Vera und Ansgar Nünnings Ausführungen zur methodischen Implementierung der Gendertheorie in die Erzähltextanalyse ist diese Arbeit in die gender-orientierte Narratologie einzuordnen. Es wird gezeigt wodurch die Bücherdiebin als feministischer Text lesbar ist und inwiefern die Konzeption des Erzähltextes darauf hindeutet. Diese Diplomarbeit ist ein wissenschaftlicher Beitrag zur Geschlechterforschung in der All-Age-, Kinder- und Jugendliteratur.This diploma thesis examines phenomena of gender construction in Markus Zusak's novel The Book Thief. This is done against the background of Judith Butlers theoretical approach using a gender-oriented narrative text analysis. The research question revolves around the performative nature of gender identity and the visualization of discursive practices through a deconstructive reading of the narrative text. Accordingly, a „reading between the lines“ under the gender aspect is the basis of this academic work. The text analysis covers the four categories of figure conception, representation of space and time, action patterns and the effectiveness of narrative mediation within the selected categories. By intertwining narrative text analysis and gender theory, the analysis sheds light on these aspects by using methods from feminist literature and gender-oriented text analysis. For the text analysis of The Book Thief concepts of gaze, voice, power of action and concepts of the body, which have been established within feminist literary studies, are particularly suitable. The aim of this work is to demonstrate the interdisciplinary nature of gender studies in a broader sense and, in a narrower sense, the potential of the methodological approaches of structuralist narratology for gender-oriented narrative text analysis. Therefore the thesis ties in with the diverse possibilities for connecting gender studies with narrative theoretical approaches. By means of Vera and Ansgar Nünnings explanations of the methodological implementation of gender theory in narrative text analysis, this work can be classified as part of gender-oriented narratology. It is shown how The Book Thief can be read as feminist text and how the conception of the narrative text points to this. This diploma thesis is a scientific contribution to gender studies in all-age and children's and youth literature
The nature of fatigue development during high-intensity endurance exercise performance
Einleitung: Seit die Entdeckung des hyperbolischen Zusammenhangs von Power und Zeit (P-D) das Verständnis von Ausdauerbelastungen revolutioniert hat, versuchen Forscher seine Erhebung und Implementierung zu verbessern und zu vereinfachen. Deswegen wurde der 3-min all-out test (3MT) eingeführt, von dem die Werte EP (end-test power) und WEP (work above EP) abgeleitet werden können, die wiederum die sogenannte „Critical Power“ (CP) und W‘ repräsentieren (die aerobe bzw. anaerobe Komponente des P-D Zusammenhangs). Es gibt Studien die zeigen, dass zwischen den neuen und herkömmlich berechneten Werten Korrelationen und keine signifikanten Unterschiede bestehen. Jedoch treten auch Zweifel auf, dass man die Werte synonym betrachten kann.
Zielsetzung: Die Arbeit soll zusammenfassen, was bereits über den P-D Zusammenhang erforscht wurde. Im Speziellen wird die Verwendung des 3MT und dessen Validität geprüft, des Weiteren der Einfluss von Ermüdung auf seine Parameter. Zum Abschluss sollen methodologische Ansätze für die Implementation in die Praxis gegeben werden.
Methodik: In PubMed wurden die Suchbegriffe “3 min all out test” OR “single all out test” AND “critical power” OR “critical speed” OR “critical velocity” eingegeben. In die Meta-Analyse wurden jene Studien inkludiert, welche den P-D Zusammenhang durch das Einsetzen eines 3MT und im Vergleich mit konventionellen Methoden erforschten. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden sowohl in qualitativer als auch quantitativer Weise ausgearbeitet und präsentiert. Der methodologische Ansatz wurde im Laufsport unter Labor- und Feldbedingungen durchgeführt. Dabei wurde zuerst ein Stufentest und anschließend wurden zwei 3MTs gemacht, einer in ausgeruhtem und einer in ermüdetem Zustand nach einer Vorermüdung von 1,5 h am Laufband. Die erhaltenen P-D Parameter wurden dann mit persönlichen Rekorden (PR) verglichen.
Ergebnisse: Es wurden keine signifikanten Unterschiede und eine kleine Effektstärke (ES) zwischen den von 3MT gewonnen und konventionell berechneten Werten in CP (ES = 0.16; 95% CI: -0.01 to 0.33; p = 0.07) festgestellt. Es gab aber signifikante Unterschiede und eine moderate Effektgröße bei der Erhebung von W‘ (ES = 0.62; 95% CI: 0.81 to 0.44; p < 0.001).
Conclusio: Die Ergebnisse zeigen, dass der 3MT valide Werte für CP liefert. Jedoch wurden bedeutende Unterschiede in W‘ festgestellt, was zur Schlussfolgerung führt, dass WEP und W‘ nicht synonym verwendet werden können. Darüber hinaus hat eine Pilot-Testung gezeigt, dass der physiologische Charakter von CP und W‘ unter Ermüdung beeinflusst wird.Background: Since the discovery of the hyperbolic power-duration (P-D) relationship revolutionized the approach of endurance exercise, researchers try to advance its determination and make it easier to implement. For the latter, the 3-min all-out test (3MT) was applied to derive the parameters EP (end-test power) and WEP (work that can be done above EP), representing the so-called “Critical Power” (CP) and W’, the aerobic and the anaerobic parameters of the P-D relationship. Studies often show correlations and no differences between the “new” and conventional values, however, doubts arise when it comes to the question if they can be used interchangeably.
Objective: This thesis should summarize what is known so far when it comes to the P-D relationship, especially in terms of fatigue and the application of the 3MT and if (or how) it provides a useful tool to estimate the P-D parameters. Furthermore, it should give a methodological advice for the implementation into practice.
Review Methods: Data was searched up in PubMed by using the search strings “3 min all out test” OR “single all out test” AND “critical power” OR “critical speed” OR “critical velocity”. For the meta-analysis studies were included if they investigated the P-D relationship by using a 3MT and comparing this data to conventional derived CP and W’ parameters. Gained information was processed in qualitative and quantitative ways. The methodological approach was conducted in running under laboratory and field conditions, by the application of a graded exercise test (GXT) and two 3MTs, one in rested and one in a fatigued condition (after 1.5 h of prior running). Determined P-D parameters were then compared to personal records (PR).
Results: There was no significant difference and a small effect size (ES) between 3MT and traditional CP values (ES = 0.16; 95% CI: -0.01 to 0.33; p = 0.07), but there was a significant difference and a moderate ES when comparing 3MT and traditional protocols in W’ (ES = 0.62; 95% CI: 0.81 to 0.44; p < 0.001).
Conclusions: The results indicate that the 3MT is a valid way to determine CP. However, there were substantial differences in the determined W’ values, leaving the recommendation that WEP and W’ cannot be used interchangeably. Moreover, the physiological characterization of CP and W’ may be different in a fatigued compared to a rested state
Populismus in der Politik
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Rechtspopulismus. Die Fragestellung lautet: Wie lassen sich in den Redebeiträgen der FPÖ, AfD und NPD rechtspopulistische Kennzeichen finden und wie kann dies im Unterricht aufgearbeitet werden, ohne den Beutelsbacher Konsens zu verletzen? Die Reden wurden nach Frank Deckers Konzept des Neuen Rechtspopulismus analysiert. Alle drei weisen Kennzeichen von rechtspopulistischer Rhetorik auf, wobei jene der NPD als rechtsextrem bewertet werden muss. Des Weiteren wird eine didaktische Analyse vorgenommen, in der diskutiert wird, welches Potential das Thema Rechtspopulismus für den Unterricht darstellt. Im Unterrichtskonzept sollen die SchülerInnen in Gruppen Auszüge der Reden analysieren. Ziel ist, dass sie einen Eindruck davon bekommen, dass Rechtspopulismus ein länderübergreifendes Phänomen ist und diesen erkennen können. Im Fokus stehen die Entwicklung der politikbezogenen Methoden- und der politischen Urteilskompetenz. Es finden sich Arbeitsaufträge zur Auseinandersetzung mit verschiedenen europäischen Parteien. Fragen nach dem Umgang mit Populismus, der Existenz von Linkspopulismus und ob jede/r PolitikerIn ein/e PopulistIn sein muss, werden im Unterrichtskonzept thematisiert
Arbeitsanforderungen und Resilienz bei Unternehmensberater*innen
Die heutige Arbeitswelt ist schnelllebiger denn je und gekennzeichnet durch flexible Arbeitsformen und steigende Arbeitsanforderungen. Die Forschung geht davon aus, dass Arbeitsmerkmale Auswirkungen auf Arbeitnehmer*innen haben. Dazu postulierten Demerouti und Kolleg*innen (2001) das Job Demands-Resources Model. Die zentrale Annahme des Modells ist, dass jede Tätigkeit aus spezifischen Anforderungen und Ressourcen besteht, welche wiederum mit Belastung sowie Motivation zusammenhängen. Das Konzept der Resilienz gilt dabei als Hoffnungsträger, um den steigenden Belastungen im Arbeitsleben entgegenzuwirken und wird in dieser Hinsicht in der Forschung rege diskutiert.
Diese Masterarbeit widmete sich daher dem Konzept der Resilienz und im Speziellen der Frage, inwiefern Resilienz als persönliche Ressource einen moderierenden Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Arbeitsanforderungen und arbeitsbezogenem Burnout sowie Arbeitsanforderungen und Arbeitsengagement hat. Für die Studie wurde das Tätigkeitsfeld der Unternehmensberatung ausgewählt und mittels Online-Befragung wurden insgesamt 136 Unternehmensberater*innen zu Resilienz, verschiedenen Arbeitsanforderungen, arbeitsbezogenem Burnout sowie Arbeitsengagement befragt. Der Vergleich von Unternehmensberater*innen mit anderen Stichproben zeigte, dass Unternehmensberater*innen verhältnismäßig hohen Arbeitsanforderungen ausgesetzt sind. Die Ergebnisse der hierarchischen Regressionsanalyse verdeutlichten, dass Resilienz bei Unternehmensberater*innen lediglich den Zusammenhang zwischen intensivierten tätigkeitsbezogenen Autonomieanforderungen und Burnout moderierend beeinflusst. Die restlichen Moderationsanalysen zeigten kein signifikantes Ergebnis. Dies spricht dafür, dass Resilienz auf individueller Ebene tendenziell keinen moderierenden Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Arbeitsanforderungen und arbeitsbezogenem Burnout sowie Arbeitsengagement hat.Today's working environment is faster than ever. It is characterized by flexible forms of work and increasing job demands. Research suggests that job characteristics have an impact on employees. Thereto, Demerouti and colleagues (2001) postulated the job demands-resources Model. The model's central assumption is that every job-related activity consists of specific demands and resources related to strain and motivation. The concept of resilience is seen as a beacon of hope to counteract the increasing strains in working life and this regard is lively discussed in research.
This master's thesis was, therefore, dedicated to the concept of resilience. It particularly explored the moderating influence of resilience as a personal resource on the relationship between job demands and work-related burnout and between job demands and work engagement. The field of consultancy was selected for the empirical study. A total of 136 consultants completed an online survey about resilience, job demands, work-related burnout, and work engagement. The comparison of consultancy with other professions showed that consultants are exposed to relatively high job demands. A hierarchical regression analysis revealed that consultants' resilience moderated only the relationship between intensified job-related planning and decision-making demands and burnout. The remaining moderation analyses did not show any significant results. This suggests that resilience at the individual level tends not to have a moderating influence on the relationship between job demands and work-related burnout nor between job demands and work engagement
Helmut Lachenmann und Karlheinz Stockhausen
Helmut Lachenmann und Karlheinz Stockhausen gelten oft als Repräsentanten einer ablehnenden Haltung gegenüber Traditionen der kanonisierten europäischen Kunstmusik. In ihrem kompositorischen Selbstverständnis streben sie nach Erneuerung und innovativer künstlerischer Arbeit jenseits etablierter Modelle. Tatsächlich lässt eine Auseinandersetzung mit Ego-Dokumenten und Kompositionen Widersprüche innerhalb dieses Anspruchs erkennen. In der vorliegenden Arbeit wird daher der Traditionsbegriff beider Komponisten und ihre Selbstverortung innerhalb der Tradition offengelegt. Im Zentrum steht neben Selbstzeugnissen der Vergleich zweier Werke. Wegen der besonderen historischen Bedeutung der Gattung wurden Streichquartette ausgewählt: Helmut Lachenmanns II. Streichquartett Reigen seliger Geister (1989) und Karlheinz Stockhausens Helikopter-Streichquartett (1992/93). Dabei gilt es zu zeigen, wie in beiden Werken sowohl dezidierte Abkehr von historischen Strukturprinzipien, als auch latente Traditionslinien wirksam werden. Eine Synopse wichtiger Schriften legt Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen beiden Komponisten offen. Die kritische Einordnung der analytischen Befunde verdeutlicht Übereinstimmungen, aber auch Diskrepanzen zwischen Selbstdarstellung und konkreter kompositorischer Umsetzung: Der avancierten Mischung von Klang und Geräusch, zum Teil an der Hörbarkeitsschwelle, stehen bei Lachenmann zum Beispiel traditionelle kompositorische Muster wie Motiv und Melodie in entwicklungsartigen Strukturverläufen gegenüber; Stockhausen verbindet innovativ Streichertremoli mit dem akustischen „Objet trouvé“ der Rotorgeräusche, während die Verarbeitung der LICHT-Formel in präziser Notation als differenziertes Kontinuum Bezüge zu Wagner und zur musikalischen Rhetorik aufblitzen lässt.Helmut Lachenmann and Karlheinz Stockhausen are often regarded as representatives of a negative attitude towards traditions of canonised European art music. In their compositional self-image they strive for renewal and innovative artistic work beyond established models. However, an examination of ego-documents and compositions reveals contradictions within this claim. The present thesis therefore examines the concept of tradition of both composers and their self-location within tradition. In addition to self-testimonies, the focus is on the comparison of two works. Because of the special historical significance of the genre, string
quartets have been selected: Helmut Lachenmann’s second String Quartet Reigen seliger Geister (1989) and Karlheinz Stockhausen’s Helicopter String Quartet (1992/93). The aim is to show how in both works a decided departure from historical structural principles as well as latent lines of tradition are effective. A synopsis of important writings reveals similarities and differences between the two composers. The critical classification of the analytical findings reveals similarities, but also discrepancies between self-presentation and concrete compositional implementation: Lachenmann, for example, contrasts the advanced mixture of sound and noise, sometimes at the threshold of audibility, with traditional compositional patterns such as motif and melody in development-like structural progressions; Stockhausen innovatively combines string tremolos with the acoustic "objet trouvé" of rotor noises, while the processing of the LICHT-formula in precise notation as a differentiated continuum flashes references to Wagner and musical rhetoric
Epigenetische Marker zur Erkennung von Carbonylstress bei Neugeborenen mit Ahornsirupkrankheit
Hintergrundinformation:
Maple Syrup Urine Disease (MSUD, Ahornsirupkrankheit) ist eine autosomal-rezessive Stoffwechselerkrankung, bei der durch einen Defekt im Enzym BCKAD (branched-chain ketoacid dehydrogenase) die verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin, Isoleucin, Valin und deren korrespondierende Ketosäuren nicht abgebaut werden können. Unbehandelt kann diese Krankheit zu Ketoazidose, Neurodegeneration, Koma, und folglich zum Tod des Kindes führen. Mit einer Inzidenz von etwa 1:185.000 zählt MSUD zu den seltenen genetischen Erkrankungen. Viele Studien zeigen, dass oxidativer Stress mit dem Krankheitsgeschehen und neurologischen Schäden assoziiert ist.
Ziel:
Das Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, ob epigenetische Veränderungen im Methylierungsmuster des Gens für das antioxidative Enzym Glutathion-S-Transferase A4 (GSTA4) auftreten und folglich als Biomarker für oxidativen Stress und Carbonylstress angewendet werden können. Diese Veränderungen sollen durch Vergleich von kranken und gesunden Probanden, sowie Probanden mit anderen Stoffwechselerkrankungen eruiert werden.
Methode:
Es wurden Blutkärtchen aus dem Archiv des Nationalen Österreichischen Neugeborenen-Screening-Programms zur DNA-Extraktion herangezogen. Mittels Bisulfitbehandlung (welche eine Unterscheidung zwischen methylierten und nicht-methylierten Cytosinen ermöglicht) sowie anschließender PCR und Sequenzierung wurde die DNA auf ihr Methylierungsmuster in der Promoterregion des GSTA4-Gens untersucht.
Ergebnis:
Wir fokussierten uns auf die Bindungsstelle (5‘-ATATTCG-3‘) für den Transkriptionsfaktor nuclear factor kappa-light-chain-enhancer of activated B cells (NF-κB) am GSTA4-Gen. Bei einem MSUD-Patienten mit Carnitinmangel konnte eine Demethylierung der Promoterregion des GSTA4-Gens festgestellt werden. Im Anschluss an die Carnitin-Supplementierung des Patienten wurde eine partielle Methylierung statt einer Demethylierung festgestellt. Durch Carnitinmangel und daraus resultierender Erhöhung der Ketosäuren-Konzentration kommt es zu oxidativem Stress und folglich zu Lipidperoxidation. Vermutlich wurde das GSTA4-Gen als Folge der Entstehung der Carbonylverbindung 4-Hydroxynonenal (4-HNE) aktiviert, also demethyliert. Mit dieser epigenetischen Veränderung fanden wir einen potenziellen Biomarker für Carbonylstress in Patienten mit MSUD. Eine Untersuchung von größeren MSUD-Patientenkollektiven wäre notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.Background:
Maple Syrup Urine Disease (MSUD) is an autosomal recessive metabolic disorder caused by a defect in the enzyme BCKAD (branched-chain ketoacid dehydrogenase), which results in an accumulation of the branched-chain amino acids leucine, isoleucine and valine and their corresponding ketoacids. If left untreated, this disease can lead to ketoacidosis, neurodegeneration, coma, and consequently child death. MSUD is a rare genetic disease with an incidence of about 1:185.000. Many studies show that oxidative stress is associated with the disease process and neurological damage.
Aims:
The aim of this study is to find out whether there are epigenetic changes in the methylation pattern of the promoter region of the Glutathione-S-transferase A4 (GSTA4) gene, which encodes an antioxidant enzyme. Furthermore we wanted to ascertain if the methylation status can consequently be used as a biomarker for oxidative and carbonyl stress respectively. The epigenetic state was determined by comparing MSUD patients, healthy subjects and subjects with other metabolic diseases respectively.
Methods:
Blood cards from the archive of the National Austrian Newborn Screening Program were used for DNA extraction. The DNA was examined for its methylation pattern in the promoter region of the GSTA4 gene by means of a bisulfite treatment (which enables a distinction between methylated and non-methylated cytosines), as well as subsequent PCR and DNA sequencing.
Results:
We focused on the binding site sequence (5‘-ATATTCG-3‘) of the transcription factor, nuclear factor kappa-light-chain-enhancer of activated B cells (NF-κB), which is located in the promoter region of the GSTA4 gene. In one MSUD patient with a carnitine deficiency, we found demethylation of the binding site. After carnitine supplementation in the patient, a partial methylation was observed instead of a demethylation. As carnitine deficiency results in an increased keto acid concentration, which leads to oxidative stress and consequently to lipid peroxidation, the GSTA4 gene was probably activated (demethylated) as a result of the formation of the carbonyl compound 4-hydroxynonenal (4-HNE). This epigenetic change probably suggests a potential biomarker for carbonyl stress in patients with MSUD. More research on a bigger collective of MSUD patients is needed to confirm these results
Off-label-use von Bevacizumab zur Behandlung der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration in Österreich
Die off-label Anwendung von Arzneimitteln ist in der medizinischen Praxis allgegenwärtig. Man versteht darunter die, von den in der Fachinformation dargelegten und im Zulassungsprozess genehmigten Parametern, abweichende Verordnung und Anwendung von Arzneimitteln. Ein prominentes Beispiel dafür stellt der monoklonale Antikörper Bevacizumab (Avastin®) dar.
Bevacizumab ist ein in der EU seit 2005 für diverse Krebserkrankungen zugelassenes Anti-VEGF Therapeutikum zur intravenösen Verabreichung, wird aber seit seiner Markteinführung in der Augenheilkunde zur Behandlung der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration, off-label angewendet. Dabei wird eine geringe Menge Bevacizumab per intravitrealer operativer Medikamenteneingabe (IVOM) direkt in den Glaskörper des zu behandelnden Auges injiziert. Dieser zulassungsüberschreitende Einsatz wird kontrovers diskutiert und wirft eine Reihe von Problempunkten auf, vor allem seit es zugelassene, jedoch teurere Alternativen zur Behandlung der feuchten AMD gibt.
Hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit zeigen mehrere Head-to-Head Studien, dass Bevacizumab zur Behandlung der feuchten AMD der zugelassenen Alternative Ranibizumab nicht unterlegen ist. Viele Leitlinien zur Behandlung der feuchten AMD führen daher Bevacizumab als off-label Therapie an. Der große preisliche Unterschied zwischen Bevacizumab und den zugelassenen Therapieoptionen begünstigt eine off-label Anwendung aus ökonomischen Gründen. Erschwerend kommt hinzu, dass in Österreich die Behandlung der AMD ausschließlich im klinischen Bereich erstattet wird und zugelassene Arzneimittel das festgelegte Budget übersteigen. Da die off-label Anwendung von Arzneimitteln in Österreich nicht gesetzlich geregelt ist, liegt es im Verantwortungsbereich des behandelnden Arztes, eine geeignete Therapieoption auszuwählen. Fällt die Entscheidung für eine off-label Anwendung mit Bevacizumab, kann das eine Reihe juristischer und haftungsrechtlicher Konsequenzen für den behandelnden Arzt nach sich ziehen, vor allem wenn er seiner erhöhten Aufklärungs- und Sorgfaltspflicht nicht nachkommt. Für die wachsende Anzahl betroffener Patienten bedeutet die derzeitige Situation logistischer und finanzieller Beschränkungen, dass sie schlimmstenfalls nicht die erforderliche Therapie erhalten, um ein Fortschreiten der AMD zu verhindern. Nach derzeitigem Stand sind keine Strukturen erkennbar, die einen baldigen Ausweg von der off-label Thematik Bevacizumabs zur Behandlung der AMD ermöglichen.Off-label use of pharmaceutical products is a common issue in medical routine practice. This represents the concept, that prescription and use of drugs differ from the parameters set out in the product information and the admission process. A prominent example of this is the monoclonal antibody bevacizumab (Avastin®).
Bevacizumab is an anti-VEGF therapeutic agent for intravenous administration approved for various cancers in the EU since 2005. Nevertheless, it has been used off-label in ophthalmology for the treatment of wet age-related macular degeneration since its market launch. In that use case, a small amount of bevacizumab is injected directly into the vitreous humor of the eye to be treated via intravitreal drug administration (IVOM). This non-approved use is controversially discussed and raises several problematic points, especially since the availability of approved, but more expensive alternatives for the treatment of wet AMD.
In terms of efficacy and safety, several head-to-head studies show that bevacizumab, used for the treatment of wet AMD, is not inferior to the approved alternative ranibizumab. Many guidelines for the treatment of wet AMD therefore list bevacizumab as an off-label therapy. The large price difference between bevacizumab and the approved therapy options favors off-label use for economic reasons. As an additional aggravating factor in Austria, the treatment of AMD is only reimbursed when taking place in the clinical setting and approved drugs exceed the target budget. Since off-label use is not regulated by law in Austria, it lies within the responsibility of the attending physician to select a suitable therapy option. If the decision is made in favor of off-label use, this can lead to legal and liability-related consequences for the attending physician, especially if he does not comply with his increased duty of information and due diligence. For the growing number of affected patients, the current situation of logistical and financial restraints means that, in a worst case scenario, they will not receive the required therapy to slow down the progression of AMD. At present, there is no solution shortly available for the ongoing off-label use of Bevacizumab for the treatment of AMD
Assessing the efficacy of conservation measures for the rare endemic Gentianella bohemica
Trotz reger naturschutzfachlicher Schutzmaßnahmen der Länder Österreich, Deutschland und Tschechien konnte dem drastischen Populationsschwund des böhmischen Endemiten Gentianella bohemica noch nicht Einhalt geboten werden. In dieser Masterarbeit werden historische und gegenwärtige Landnutzungen und Klimaparameter, welche die Populationsentwicklung des Böhmischen Enzians beeinflussen, analysiert. Zusätzlich dazu wurde eine Analyse der Micro-Habitat Präferenzen (Verwendung der Ellenberg-Zeigerwerte (EIVs)) auf insgesamt 126 Kleinflächen (0,25m2) durchgeführt. Die Hälfte dieser Kleinflächen waren mit der Zielart belegt und die andere Hälfte der Flächen, wurde ohne der Zielart zufällig ausgewählt. Basierend auf die in der Masterarbeit produzierten Ergebnisse, wurde festgestellt, dass die Populationsgröße von G. bohemica starken Schwankungen unterläuft. Diese Schwankungen verlaufen synchron mit dem Klima vorangegangener Jahre, vor allem der jährlichen Durchschnitts-Temperatur und dem jährlichen Durchschnitts- Niederschlag in der Wachstumsphase (Mai bis August). Der negative Einfluss auf die Populationsgröße der Pflanze, von trockenen und warmen Temperaturen während der Wachstumsperiode, lassen darauf schließen, dass in Zukunft der Klimawandel G. bohemica stark gefährden wird. Die untersuchte Art bevorzugt Mikrostandorte, die durch eine Vegetation gekennzeichnet ist, welche nährstoffarme Standorte bevorzugt. Außerdem wurde eine negative Assoziation zwischen einer dichten Moosschicht und dem Auftreten von G. bohemica gefunden, da es das Aufkommen von Keimlingen verhindern kann. Daten zur Landnutzung ab dem Jahr 2003 zeigten, dass spezielle Erhaltungsmaßnahmen einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Populationsgröße der untersuchten Art hatten. Die Ergebnisse meiner Masterarbeit sollen als Beitrag zur Verbesserung der Naturschutzmaßnahmen und zur Sicherung des langfristigen Überlebens dieses stark bedrohten Grünlandspezialisten dienen.Despite strong conservation efforts during the last decades, the decline of the endemic Bohemian gentian (Gentianella bohemica), an endemic species of the Bohemian Massif in Austria, Bavaria, and the Czech Republic, appears to be unstoppable. My master thesis analyses historic and current land use and the impacts of climatic parameters on population size development. Further, I established 126 plots (0.25 m2) in 21 sites of G. bohemica, of which one half was placed around a plant of the study species, while the other half was randomly located where the study species was absent, to analyze micro-habitat preferences (by using Ellenberg Indicator Values, EIVs) and associated plant species of the study species. Based on the results of my thesis, I found that population size of G. bohemica was fluctuating strongly and in a synchronized way across populations, and that the climate in preceding years – notably average temperature and precipitation in the growing season (May to August) – were important factors. As dry and warm temperatures during the growth seasons had a negative influence on population size, climate change will most likely emerge as another threat for G. bohemica in the future. The study species preferred micro-sites characterized by nutrient poor vegetation, and this preference was indicated by several species that were highly overrepresented in plots with G. bohemica. A dense moss layer in the plots was found to be negatively associated with G. bohemica, likely because it prevented germination and seedling establishment. Data on land use from 2003 onwards revealed that dedicated conservation measures had a positive influence on population size development of the study species. The results of my thesis shall serve as a contribution for improving conservation activities and ensuring the long-term survival of this highly threatened grassland specialist