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Determination of genotoxicity of plastic polymer recyclates by the Ames-MPF assay
Die Verwendung von Kunststoffpolymeren als Verpackungsmaterial in der Lebensmittelindustrie hat viele Vorteile. Der größte Nachteil ist jedoch, dass Polymere nicht abbaubar sind
und somit die Umwelt stark beeinflussen. In Österreich können nicht einmal 50 Prozent der
verwendeten Polymere recycelt werden.
Laut der europäischen Strategie zur Kreislaufwirtschaft müssen bis 2030 alle auf dem Markt
befindlichen Kunststoffverpackungen recycelbar sein. Derzeit können nur PET-Flaschen für
den Lebensmittelkontakt recycelt werden. Daher muss die verpackugsmaterialproduzierende
Industrie recyclebare Lebensmittelverpackungslösungen für alle Verpackungsarten entwickeln.
Das größte Problem von recycelbaren Verpackungspolymeren für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie sind die nicht absichtlich zugesetzten Substanzen (NIAS), die aus der
Lebensmittelverpackung in das Lebensmittel migrieren und vom Menschen verzehrt werden
können. Daher ist es sehr wichtig, das Gesundheitsrisiko von NIAS für den Verbraucher zu
ermitteln.
In dem Projekt "Polycycle" wurden verschiedene Verpackungspolymertypen getestet, um
sicherzustellen, dass die verpackungsmaterialproduzierende Industrie die gängigen Verpackungspolymere recyceln kann. In dieser Masterarbeit wurden die Polymerrezyklate auf ihre
genotoxische Wirkung mit dem Ames MPF Assay getestet. Dabei ist die Probenvorbereitung
der Kunststoffpolymerrezyklate ein sehr wichtiges Thema. Sie umfasst den Migrationsprozess zur Extraktion der Substanzen in den Rezyklat-Proben unter definierten Bedingungen.
Dies geschieht mit einem Extraktionsmittel und Wärmeeinwirkung für eine bestimmte Zeit.
Danach werden die Substanzen durch Rotationsverdampfung aufkonzentriert und unter Vakuum zum Lösungsmittelwechsel mit einem Visiprep™ SPE-Vakuum-Manifold eingedampft.
Anschließend wird der Ames-MPF-Assay durchgeführt, um mögliche genotoxische Substanzen in den Polymerrezyklat-Proben nachzuweisen.
Aufgrund der vielen Schritte bei der Probenvorbereitung und der langen Hitzeeinwirkung
während des Migrationsprozesses ist es möglich, dass die genotoxischen Substanzen verloren gehen oder abgebaut werden. Zu diesem Zweck wird zusätzlich die biologische Wiederfindung der genotoxischen Substanzen bestimmt. Dazu werden Aliquots der Extraktionsmittel mit verschiedenen DNA-reaktiven Substanzen gespikt und parallel zu den RezyklatProben geführt. Um Matrixeffekte der Rezyklat-Proben im Assay zu beurteilen, wurde die
Reaktion auf eine bekannte Ames-positive Substanz ausgewertet. Dazu wurden alle Polymer-Rezyklat-Proben in Abwesenheit und Anwesenheit eines positive Kontrollspikes getestet.
Die Polymer-Recyclat-Proben, die für das Projekt "Polycycle" getestet wurden, zeigen eindeutig negative Ergebnisse im Ames MPF Assay. Es scheint so, als ob die Ergebnisse der
biologischen Substanzwiederfindung von den unterschiedlichen Reinsubstanzen abhängen.
Außerdem können Substanzverluste bei der Probenvorbereitung durch menschliche und
technische Fehler nicht ausgeschlossen werden.Using plastic polymers as packaging materials in the food industry has many benefits. However the major disadvantage is that polymers are non-degradable and thus influence the environment badly. In Austria not even 50 per cent of the used polymers can be recycled.
According to the European Circular Economy Strategy, all plastic packaging materials on the
market have to be recyclable till 2030. Currently only PET bottles can be recycled for use in
food contact. Therefore, the packaging material producing industry has to develop recyclable
food packaging solutions for all packaging types.
The biggest problem of recyclable packaging polymers for use in the food industry are the
non-intentionally-added substances (NIAS), which can migrate from the food packaging into
the food and can be consumed by human beings. Therefore, it is very important to determine
the health risk of NIAS on the consumers.
In the project called “Polycycle“, different packaging polymer types have been tested to make
sure that the packaging material producing industry can recycle the common packaging polymers. In this master‘s thesis the polymer recyclates have been tested for their genotoxic
effect with the Ames MPF assay. For this, the sample preparation of the plastic polymer recyclates is a very important topic. It includes the migration process to extract the substances
in the recyclate-samples under defined conditions. This is done with an extracting agent and
impact of heat for a certain time. After that the substances are concentrated by rotary evaporation and evaporated under vacuum for solvent change using a Visiprep™ SPE Vacuum
Manifold. Then the Ames MPF assay is performed to detect possible genotoxic substances
in the polymer recyclate-samples.
Due to the many steps involved in sample preparation and the long impact of heat during the
migration process, it is possible that the genotoxic substances are lost or degraded. For this
purpose the biological recovery of the genotoxic substances is additionally determined. To do
this, aliquots of the extracting agents are spiked with different DNA-reactive substances and
are conducted parallel to the recyclate-samples. To assess matrix effects of the recyclatesamples in the assay, the response to a known Ames-positive substance was evaluated.
Therefore all polymer recyclate-samples were tested in absence and presence of a positive
control spike.
The polymer-recyclate samples which have been tested for the project “Polycycle” clearly
show negative results in the Ames MPF assay. It seems as if the results of the biological
substance recovery depend on the different pure substances. Furthermore substance losses
during sample preparation due to human and technical errors cannot be excluded
Die toten Boten – Vergraben und vergessen
Die Masterarbeit befasst sich mit den vergrabenen Toten des Holocaust und ihrem literarischen Nachwirken auf die Folgegenerationen. Rechnitz, Kamering und Lemberg sind drei Orte, die exemplarisch für die durch den Genozid kontaminierten Orte des Zweiten Weltkriegs stehen. Die Spurensuche zu den Orten des Verbrechens wird aus historischer Perspektive beleuchtet und mit der literarischen Umsetzung dieser Spurensuche verglichen. Nachdem den Toten Nachforschungen und ein Begräbnis verwehrt wurden, geistern sie Untoten gleich unter den Lebenden und machen sich durch Boten bemerkbar. Das Verhältnis Landschaft, Verbrechen, Dorfgesellschaft soll sichtbar gemacht werden, indem Opfern und Tätern über die Vermittlung des Boten eine Stimme gegeben wird. Die literarische Umsetzung der polyphonen Stimmen ist getragen von einer Topographie der Erinnerung, die ein zeitgeschichtliches Dokumentieren vorausschickt. Eine Literaturanalyse der Texte von Elfriede Jelinek, die in ihrem Theaterstück Rechnitz (Der Würgeengel) den Mord an 180 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern in den letzten Kriegstagen beschreibt wird über Josef Winklers Roman Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe, der das Wirken und Nachwirken des nationalsozialistischen Massenmörders Odilo Globocnik in den Vordergrund rückt, zu Bożena Keffs literarischer Aufarbeitung ihrer polnischen Familiengeschichte im Stück über Mutter und Vaterland übergeführt. Wie die Werke unter dem Aspekt Erinnern mit den Gedächtniskonzepten der Literaturwissenschaft korrelieren, ist Ziel der Untersuchung
Effects of the 3.11 catastrophe
Das Tōhoku-Erdbeben im Jahre 2011 konfrontierte die Bevölkerung Japans mit einem Tsunami sowie einer Atomkatastrophe. Diese Ereignisse führten zu Mustern in der Binnenmigration und der demographischen Struktur, die in dieser Masterarbeit untersucht werden. März 2011 im Mittelpunkt. Vor diesem Tag sahen sich die stark betroffenen Regionen in Tōhoku mit einer zunehmenden Entvölkerung und Alterung der Bevölkerung konfrontiert. Diese Arbeit gibt, basierend auf Daten des Zensus von Japan, zunächst einen deskriptiven Überblick über die Migrationssituation in den Zeiträumen 2005 bis 2010 (aus der Volkszählung von 2010) und 2010 bis 2015 (aus der Volkszählung von 2015) und anschließend eine Analyse, ob bestimmte soziale Gruppen (Geschlecht, Alter und Ort ihres Lebens) bei einer Naturkatastrophe unterschiedlich migrieren. Frühere Forschungen haben die Hypothese aufgestellt, dass Frauen mit Kindern in einem solchen Fall größere Entfernungen als andere Mitglieder der Gesellschaft abwandern würden. Die Ergebnisse dieser Masterarbeit können diese Hypothese nicht bestätigen, und im Vergleich zur Vergangenheit haben insbesondere die Jugend und die älteren Menschen ihr Migrationsverhalten verstärkt. Eine andere Hypothese, die in dieser Masterarbeit aufgestellt wird, ist, dass für Regionen, die bereits gegen Entvölkerung und Alterung der Gesellschaft kämpfen, eine solche Katastrophe diesen Wandel verstärken könnte. Viele der Menschen im erwerbsfähigen Alter blieben jedoch in der Nähe ihres Lebensortes, und in mehreren Gemeinden der Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi kam es bis 2015 tatsächlich zu einer Umkehr dieses Trends.In this master's thesis I focus on the changes in internal migration patterns and its demographic structure after the 3.11 Great East Japan earthquake, and subsequent tsunami and nuclear disaster. Prior to the event, the regions in Tōhoku highly affected by the tsunami have already faced depopulation and an ageing population. Based on the data of the Census of Japan, this thesis gives first a descriptive overview of the migration situation in the timeframes of 2005 to 2010 (from the census of 2010) and 2010 to 2015 (from the census of 2015), and then an analysis, if certain social groups (sex, age and location of their life) migrate differently when facing a natural disaster. Previous research has postulated the hypothesis that women with children would migrate larger distances away than other members of society in such a case. The results of this thesis cannot confirm this hypothesis, and in comparison to the past, especially the youth and the elderly increased their migration behaviour. Another hypothesis brought up by this thesis is that for regions already fighting depopulation and ageing of society, such a catastrophe could amplify that change. However, many of the people in their working age remained close to their place of life, and several municipalities in the prefectures of Fukushima, Iwate and Miyagi actually saw a reversal of that trend by 2015
Zur Mutterfigur in der Märendichtung
Die vorliegende Masterarbeit gibt einen Einblick in die Charakteristika und Merkmale der Mutterfigur sowie der Mutter-Tochter-Beziehung in der Märendichtung. Anhand zweier ausgewählter Mären wurden sprachliche Merkmale und Charakteristika der Mutterfigur analysiert. Des Weiteren wurden Aspekte der Mutter-Tochter-Beziehung herausgearbeitet, wobei stets Doppelfiguren von Mutter und Tochter zu erkennen waren, wodurch sich die beiden Figuren fortwährend gegenseitig beeinflussen und prägen.The following master thesis gives an overview about characteristics and attributes of the mother figure and mother-daughter-relationship in the literature of Maeren. On the basis of two Maeren linguistic attributes and characteristics of the mother figure were analysed. Furthermore, aspects of the mother-daughter-relationship were explored
The acculturation of immigrants and their customer participation in services
Aufgrund der steigenden Immigration und den dadurch entstehenden kulturellen Unterschieden erfahren Einheimische sowie die neuen Mitglieder einer Gesellschaft interkulturelle Begegnungen. Besonders im Dienstleistungsbereich wenn Mitarbeiter und Kunden verschiedenen Kulturen angehören, können sich Schwierigkeiten bei der Dienstleistungserbringung ergeben. Kunden werden nach aktuellen Theorien des Service Marketings als aktive Co-Produzenten der Leistungserbringung angesehen, die wertvolle Kenntnisse und Nutzen einbringen können. Durch ihren kulturellen Hintergrund mangelt es Immigranten oftmals an dem nötigen Wissen, um am Leistungserbringungsprozess teilnehmen zu können. Mithilfe dieser Studie soll genau dieser kulturelle Unterschied im Hinblick auf das Mitwirken im Dienstleistungsprozess untersucht werden. Im ersten Schritt wird untersucht inwiefern sich das generalisierte Vertrauen und die Integration in soziale Beziehungen und Kultur des Gastlandes auf die ethnische Orientierung des Immigranten und daher seine Akkulturation auswirkt. Im zweiten Schritt wird analysiert wie sich diese ethnische Orientierung auf die Motivation und Expertise des Mitwirkens im Dienstleistungsprozess und folglich auf das allgemeine Verhalten währenddessen auswirkt. Im Zuge einer Studie am Arbeitsmarktservice Österreich konnten interessante Ergebnisse untersucht werden. Zum einen hat ein höheres generalisiertes Verhalten einen positiven Einfluss auf die soziale und kulturelle Integration was des Weiteren zu einer höheren Identifikation mit der Kultur des Gastlands führt. Zudem führt die Identifizierung mit dem Gastland zu einer erhöhten Motivation sowie Expertise um in der Leistungserbringung mitzuwirken. Die Ergebnisse zeigen daher, dass die ethnische Orientierung ein wichtiger Faktor im Hinblick auf die Rolle des Kunden als Co-Produzent einnimmt. Die Erkenntnisse dieser wissenschaftlichen Arbeit erweitern das Forschungsgebiet der Akkulturation und des Service Marketings und bieten Dienstleistermarken, öffentlichen Institutionen und Personen im Akkulturationsprozess einen theoretischen Beitrag und Implikationen.Due to increased immigration and the involved cultural differences, natives as well as the new members of a society experience intercultural encounters. In the service sector, issues appear when employees and customers belong to different cultures. According to recent theories of service marketing, customers are considered as active co-producer of the service, who can bring skills and values to the service. Due to their cultural background, immigrants often lack the necessary knowledge to be able to actively participate in a service. The aim of this work is to investigate these cultural differences that influence the customer’s participation. In a first step, the extent to which generalized trust and the integration into social relationships and cultural events of the host country affect the immigrant's ethnic orientation and therefore the acculturation process. Furthermore, the influence of this ethnic orientation on the motivation and expertise of the participation in the service process was analysed, as well as the influence on the general behaviour during this process. In the course of a study at the Austrian Employment Service (AMS), it was found that generalized trust has a positive influence on the social and cultural integration which leads to a higher identification with the culture of the host country. Furthermore, the identification with the host country leads to increased motivation as well as expertise to participate in the service. The results therefore reveal that ethnic orientation is an important factor with regard to the role of the customer as co-producer. The findings of this thesis expand the research area of acculturation and service marketing and offer service brands, public institutions and acculturating individuals theoretical contributions and implications
Compound-pathway interaction fingerprints for prediction of developmental neurotoxicity
Das Ziel dieser Masterarbeit war es, festzustellen, ob verschiedene Interaktions - Fingerprints verwendet werden können, um die möglichen toxischen Wirkungen von chemischen Verbindungen mit nur computerbasierten Ansätzen vorherzusagen. Diese Arbeit basiert auf einer Liste von Verbindungen, von denen angenommen wird, dass sie an neuronalen Pfaden beteiligt sind, die zu Entwicklungsneurotoxizität führen. Die Liste wurde vom EuToxRisk Konsortium im Rahmen der Neonicotinoid Case Study erstellt. Zunächst wurde ein pharmakophor-basierter Fingerabdruck erstellt, um zu sehen, ob ähnliche Muster innerhalb der Verbindungen sichtbar sind. Zweitens wurden verschiedene Compound-Pathway Interaction - Fingerprints erstellt, um zu sehen, ob unterschiedliche Vorangehensweisen zu überlappenden Pathway-Vorhersagen führen. Das Ergebnis zeigt, dass ähnliche Interaktionsmuster in den Compound-Pathway Interaction - Fingerprints gefunden wurden, vorausgesetzt, dass nur die direkten Targets der Case Study compounds einbezogen wurden.The objective of this master thesis was to determine whether interaction fingerprints with different approaches can be used to predict possible toxic effects of chemical compounds. This thesis is based on a list of compounds believed to be involved in neuronal pathways that lead to developmental neurotoxicity. The list was provided by the EuToxRisk consortium within the framework of the neonicotinoid case study. First, a pharmacophore-compound interaction fingerprint was created to see if similar interaction patterns are visible within the compounds. Secondly, compound-pathway interaction fingerprints were obtained to see if assumptions on a drug’s effect on the human body can be made due to its connected pathway. Different approaches of compound-pathway fingerprints were considered to illustrate if the pathway predictions overlap. The result shows that similar interaction patterns were found in the compound-pathway interaction fingerprints, provided that only the direct targets of the case study compounds were included
Neotectonics of the Diendorf fault from Melk to Pulkau
Das Diendorf-Boskovice-Čebín-Großstörungssystem ist ein über 230 km langes etwa SW-NE-verlaufendes Störungssystem am Südostrand der Böhmischen Masse. Der österreichische Teil (Diendorf Störungssystem) erstreckt sich über eine Länge von etwa 120 km in Niederösterreich von Wieselburg im Südwesten über Melk-Krems-Langenlois-Maissau und Pulkau bis zur Grenze zu Tschechien, von hier weiter nach Norden bis in die Gegend von Brünn. Sinistrale Seitenverschiebungen entlang der Paläozoischen Verwerfung wurden während nordwärts gerichteter Deformationsphasen der Alpidischen Orogenese in Kreide und Miozän reaktiviert. Weiters haben einige Autoren Quartäre Störungen beschrieben, oder das Störungssystem sogar als rezent aktiv und potenziell gefährlich eingestuft.
Ziel dieser Arbeit war es daher, die tektonische Aktivität der Diendorf Störung in Niederösterreich mittels geomorphologischer, geologischer und paläoseismologischer Methoden zu beurteilen. Umfassende Daten aus den Gebieten um Melk, Langenlois, Maissau und Pulkau, kombiniert mit Ergebnissen früherer Untersuchungen, Neuinterpretation geophysikalischer Messungen, sowie Bohrlochdaten, geben Einblick in die quartäre tektonische Entwicklung dieses markanten Elements.
Morphotektonische Parameter deuten entlang aller vier evaluierten Störungssegmente landschaftliches Feedback auf eine Deformation an. Die Annahmen werden durch Abschätzung der miozänen und quartären durchschnittlichen Vertikalversatzraten an Markerhorizonten, sowie geophysikalische Untersuchungen bekräftigt. Die Daten resultieren in Versatzraten von etwa 0.01 mm/a in Langenlois und Pulkau. Eindeutige Nachweise für quartäre Deformation liefern drei Aufschlüsse, die Störungen in pleistozänem Löss und Alluvium zeigen. Die vorgefundenen Störungen bilden komplexe Deformation ab, sowohl NNE-SSW-gerichtete Extension, die nicht unbedingt der Diendorf Störung zuzurechnen ist, als auch ENE-WSW-gerichtete Extension. Obwohl die OSL-Datierung für einige Proben noch ausständig ist, liegen bereits Alter des obersten Jungpleistozäns für die bisher jüngsten deformierten Sedimente vor. Es konnte jedoch keine Störungsaktivität der Diendorf Störung in einem paläoseismologischen Trench in Melk nachgewiesen werden, in welchem ungestörte alluviale Schotter und der Übergang zu Silt mit Lösseintrag beobachtet werden konnten.The Diendorf-Boskovice-Čebín Large-scale Fault System is a more than 230 km long approximately SW-NE striking fault system on the southeastern margin of the Bohemian Massif. The Austrian part, referred to as Diendorf Fault System, extends over about 120 km in Lower Austria from Wieselburg in the southwest via Melk-Krems-Langenlois-Maissau and Pulkau to the Austrian-Czech border, then running further northeast into the area around Brno (Czech Republic). Left-lateral strike-slip faulting along the Paleozoic structure had been reactivated due to northbound Alpine orogenic processes in Cretaceous and Miocene times. Additionally, some authors reported Quaternary faulting, or even classified the fault system as recently active and potentially hazardous. Unequivocal evidence for recent fault slip, however, had not been provided so far.
This thesis' main objective was therefore to assess the tectonic activity of the Diendorf Fault in Lower Austria by means of geomorphological, geological and paleoseismological investigations. Integrated data from fault segments in the surroundings of Melk, Langenlois, Maissau and Pulkau, in combination with results of previous studies, reinterpretation of geophysical measurements and borehole data, give insights into the Quaternary tectonic evolution of this prominent morphological feature.
Morphotectonic parameters indicate landscape response to deformation at all four examined fault segments. This data is corroborated by estimates of Miocene and Quaternary average vertical displacement rates derived from marker horizons and geophysical imaging. Data indicate average vertical slip rates of about 0.01 mm/a at Langenlois and Pulkau. Clear evidence of Quaternary deformation is further derived from three outcrops exposing faulted Pleistocene loess or alluvium in a supposed pull-apart basin at Langenlois. Fault data indicate complex deformation including both, NNE-SSW directed extension, apparently not explicitly associated with the Diendorf Fault, and ENE-WSW directed extension, being in agreement with Pleistocene sinistral slip at the Diendorf fault. Although OSL dating is not completed yet, data suggest, that the youngest ages of faulted strata so far lie within the uppermost Late Pleistocene.
Tectonic activity of the Diendorf Fault, however, could not be confirmed in a paleoseismological trench at Melk, which exposed unfaulted fluvial gravels and the transition to silt with loess input
Emotionales Erleben von Schüler*innen im Homeschooling
Bedingt durch die COVID-19 Pandemie haben im Jahr 2020 österreich- und deutschlandweite Regierungsmaßnahmen zu immer wiederkehrenden Lockdowns und Schließungen in diversen gesellschaftlichen Bereichen geführt (Huber et al. 2020, 8). Vor allem der Bereich Bildung war essenziell davon betroffen, da alle Schulen auf Homeschooling umstellen mussten (Bildungsministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, 2020). Während insbesondere ab der Sekundarstufe 1 vermehrt mit digitalen Medien gearbeitet wurde, lag der Fokus der Primarstufe verstärkt auf analogen Medien (Huber et al. 2020, 73). Es bedurfte einer Umstrukturierung sowie einem Umdenken von Seiten der Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern (Gerhardts et al. 2020, 1). Insbesondere die sozialen Beziehungen zu den Peers und Lehrkräften zeigt, wie wichtig diese für das emotionale Erleben von Schüler*innen sind (Markus & Schwab 2021, 351). Emotionen spielen im schulischen Kontext eine bedeutende Rolle (Datler 2012, 11). Faktoren, die Einfluss auf das emotionale Erleben haben, können divers sein. Für Schüler*innen sind aber vor allem die Lebensbereiche Familie, Peers und Schule von Bedeutung (Eder 2005, 18). Das Fehlen des physischen Kontakts über einen längeren Zeitraum ist ein zentraler Faktor, welcher einen bedeutenden Einfluss auf die Psyche von Schüler*innen hat (Pollerhof, 2020).
In der vorliegenden Masterarbeit wurde demnach das emotionale Erleben von 352 Schüler*innen aus Österreich und Deutschland wie auch mögliche Zusammenhänge zwischen dem emotionalen Erleben und dem Vermissen von Peers und Lehrkräften während des ersten Lockdowns von März bis Mai 2020 untersucht und diskutiert. Für die Erfassung des emotionalen Erlebens der Schüler*innen zwischen 10 und 20 Jahren, wurde im Zuge des INCL-LEA-STEP Forschungsprojekts (Schwab, Lindner & Kast, 2020) auf die PANAS Skala (Schallberger, 2005; Watson, Clark & Tellegen, 1988) zurückgegriffen sowie mittels Korrelationsanalysen der Zusammenhang zum Vermissen von Peers und Lehrkräften berechnet. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Peers signifikant stärker vermisst werden als Lehrkräfte und dass es einen Zusammenhang zwischen dem emotionalen Erleben und dem Vermissen von Peers gibt. Darüber hinaus konnte ein geschlechtsspezifischer Unterschied im Hinblick auf das Vermissen von Peers und Lehrkräften festgestellt werden. Mit den gewonnenen Ergebnissen werden weitere Anregungen für die Forschung im Bereich Schule geliefert.Hardly any other topic dominated the media world in 2020 like the COVID-19 pandemic and the associated challenges in numerous areas of everyday life due to the multiple lockdowns (Huber et al. 2020, 8). Especially education was essentially affected as all schools had to switch to Distance Learning (Ministry of Education, Science and Research, 2020). While digital media were increasingly used from secondary level 1 in particular, the focus at primary level was increasingly on analog media (Huber et al. 2020, 73). In particular, social relationships with peers and teachers show how important these are for the emotional experience of students (Markus & Schwab 2021, 351). Emotions play a significant role in the school context (Datler 2012, 11). Factors that influence emotional experiences can be diverse. For students, however, family, peers and school are areas that are of particular importance (Eder 2005, 18). The lack of physical contact over a long period of time is a key factor that has a significant impact on the psyche of students, which cannot be ignored (Pollerhof, 2020).
In this master thesis, the emotional experiences of 352 students from Austria and Germany as well as possible correlations between emotional experiences and missing peers and teachers during the first lockdown from March 2020 to May 2020 were investigated and discussed. To assess the emotional experience of students between the age of 10 and 20, the PANAS scale (Schallberger, 2005; Watson, Clark & Tellegen, 1988) was used as a part of the INCL-LEA-STEP research project and calculated it by means of correlation analyses. (Schwab, Lindner & Kast, 2020).
The results of this study show that peers are missed significantly more than teachers and that there is a relationship between emotional experiences and missing peers. In addition a gender difference was found. With the obtained results, further suggestions for research in the field of school are provided
Experimental induction of social isolation
Chronische soziale Isolation ist mit verschiedenen Gesundheitsrisiken verbunden. Es gibt starke Hinweise auf einen Einfluss der langfristigen Isolation auf die Stimmung und die Stressreaktion. Die in dieser Studie behandelten Fragen zielen darauf ab zu klären, ob kurzfristige Isolation ebenfalls zu entscheidenden Auswirkungen auf Emotionen und die Cortisol- Stressreaktion führt. Um diesen Zusammenhang zu untersuchen, nahmen die Teilnehmer an verschiedenen experimentellen Sitzungen teil, einschließlich einer Isolationsperiode ohne und einer analogen neutralen Sitzung mit sozialer Interaktion, jeweils über einen Zeitraum von 8 Stunden. Selbst angegebene emotionale Zustände (n = 24) und der Cortisol-Spiegel im Speichel (n = 16) wurden während der Sitzungen und am darauffolgenden Morgen als Indikatoren für Stimmungszustände und Stress gemessen. Das für die statistische Analyse verwendete Random Intercepts and Slopes Modell, welches den Zusammenhang von Zeit und Bedingung erfasst, ergab im Vergleich zur neutralen Sitzung ein signifikant höheres Verlangen nach sozialem Kontakt während der Isolationsbedingung. Im Gegensatz dazu wurde kein signifikanter Einfluss der kurzfristigen sozialen Isolation auf emotionale Zustände oder die endokrine Stressreaktion festgestellt. Die Ergebnisse implizieren eine sofortige Zunahme des Wunsches, soziale Kontakte aufzunehmen, wenn isoliert, während Emotionen und die physische Stressreaktion in dieser kurzen Zeit nicht beeinflusst werden
Religionskonzepte im aktuellen österreichischen Ethik-Lehrplan
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit dem Vorkommen von Religionskonzep-ten im aktuellen österreichischen Ethik-Lehrplanentwurf aus dem Jahr 2020. Da das Unterrichtsfach Ethik ab dem Schuljahr 2021/2022 für jene Schülerinnen und Schüler, die sich von Religion abmelden, eingeführt wird, ist die Spannungsbeziehung zwi-schen Ethik und Religion als konkurrierende Schulfächer eine sehr brisante, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedarf. Anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring wird der Lehrplan systematisch nach Kategorien, die sich im begriffsdefinie-renden Teil der Masterarbeit wiederfinden, durchsucht. Die Arbeit zeigt, dass religi-onsspezifische Begriffe explizit vor allem in den Themenfeldern des Lehrplans gefun-den werden können. Von 26 Themenbereichen sind 4 explizit religionsspezifisch, wäh-rend ebenso 4 Anwendungsbereiche eindeutig ethische Themen behandeln. Implizite Inhalte, die mit der Religion in Verbindung gebracht und aus einer religionswissen-schaftlichen beziehungsweise theologischen Sichtweise betrachtet werden können, finden sich in jedem Bereich des Lehrplans.This master thesis discusses the occurrence of religious concepts in the current Austrian ethics curriculum draft from 2020. Since the subject ethics will be introduced as of the school year 2021/2022 for those students who opt out of the subject religion, the tension between ethics and religion as competing school subjects is a very explosive one that requires special attention. Using a qualitative content analysis according to Mayring, the curriculum is systematically searched for categories that can be found in the concept-defining part of the master thesis. The thesis shows that religion-specific terms can be found explicitly mainly in the subject areas of the curriculum. Out of 26 areas of application, 4 are explicitly religion-specific, while contemporaneously 4 areas explicitly deal with ethical topics. Implicit content that is related to religion and can be viewed from a theological perspective can be found in every part of the curriculum