Institut für Informationswissenschaft
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Kompetenzen zum Thema Smart Library. Eine Untersuchung bei den Mitarbeitenden der Stadtbüchereien Düsseldorf
Städte und Kommunen versuchen, aktuellen Herausforderungen durch den Wandel zu so genannten Smart Cities zu begegnen. Öffentliche Bibliotheken sehen sich als notwendigen Teil dieses Prozesses, und versuchen ihrerseits durch den Wandel zu einer Smart Library teilzuhaben.
Diese Arbeit zeichnet Definitionen von Smart Cities nach. Weiterhin wertet sie anhand von Literatur verschiedene internationale und nationale Best Practice-Beispiele von Smarten Bibliotheken aus, und formuliert anhand dessen sieben Kriterien, was eine Smart Library ausmacht. In den Stadtbüchereien Düsseldorf wird eine quantitative Meinungsbefragung unter den Mitarbeitenden zu ihren Kompetenzen und den Eigenschaften der Stadtbüchereien zu Smart Libraries anhand der Abteilungen und anhand der Berufsgruppen miteinander verglichen. Es zeigt sich, dass die Bibliothekar*innen und Medien- und Musikpädagog*innen ihre Kompetenz etwas höher einschätzen als die Fachangestellten und Verwaltungsangestellten, während die Fachangestellten sich jedoch durch ihre Ausbildung eher auf Wandel im Beruf vorbereitet sehen. Die Fachangestellten der Zweigstellen und das Team der Kinder- und Jugendbibliothek sehen die Kommunikation von Technik und Innovation und die Fehlerkultur der Stadtbüchereien am kritischsten.Cities and municipalities seek to engage their current challenges by transforming into smart cities. Public libraries see themselves as a critical part of this progress, aiming to develop into smart libraries.
This paper traces definitions of smart cities. Moreover, it evaluates different international and German best-practice libraries, devising seven criteria of what composes a smart library. A quantitative survey of the employees at the Stadtbüchereien Düsseldorf examines their assessments of their competencies and the qualities of the Stadtbüchereien regarding smart libraries, comparing the responses of the different departments and job roles. The survey shows that librarians and media educators rate their competencies higher than the specialists in media and information services („FaMIs“) and the administrative staff. FaMIs meanwhile consider themselves better prepared for change by their vocational training. Both the FaMIs and the team of the children’s and young people‘s library rate the libraries‘ communication of technology and innovation as well as the error culture the most poorly
Die Instrumente des New Work und deren Potenziale in den internen Personalprozessen in wissenschaftlichen Spezialbibliotheken
Durch die Corona-Pandemie haben die Instrumente und Ideen des New Work an Wichtigkeit gewonnen. Sie beinhalten sowohl ein Neudenken des Begriffs der Arbeit generell als auch die Umstrukturierung der Arbeit in Umfeld, Raum und Rahmen zugunsten der Arbeitnehmenden im Speziellen. Durch die plötzliche Home-Office-Pflicht ergaben sich für viele Firmen und Unternehmen neue Umstände, die ein Umdenken von Arbeit und Raum nötig machten. Mit einem Mal wurden einige Instrumente des New Work zu einem Standard. Die Grundidee des New Work gibt es schon seit den 1980ern, sie wurde von Frithjof Bergmann entwickelt. Die Definition, die momentan (2023) genutzt wird, besteht erst seit circa 2020 und ist somit noch im Entwicklungs- und Erprobungsstadium. Dennoch können und könnten einige der Instrumente in den internen Personalprozessen wissenschaftlicher Spezialbibliotheken genutzt werden. Die vorgestellten Methoden sind die der flachen Hierarchien, der flexiblen Arbeitsstrukturen und der Mitarbeiterbindung.The Corona pandemic has increased the importance of New Work tools and ideas. They include a rethinking of the concept of work in general, as well as the restructuring of work in environment, space and framework in favour of employees in particular. The sudden home office obligation created new circumstances for many companies and enterprises, which made a rethinking of work and space necessary. All of a sudden, some New Work tools became a standard. The basic ideas of New Work have been around since the 1980s, developed by Frithjof Bergmann. The definition that is currently used (2023) has only existed since about 2020 and is therefore still in the development and testing stage. Nevertheless, some tools of New Work can and could be used in the internal human resources processes of special academic libraries. The methods presented are those of flat hierarchies, flexible working structures and staff retention
Fast Fashion aus Sicht von Secondhand-Kundinnen: eine qualitative Untersuchung
Sowohl Secondhand-Mode als auch Fast Fashion erfreuen sich wachsender Beliebtheit (vgl. Albrecht et al., 2022, S. 46; vgl. Statista Consumer Market Insights, 2022) – vor allem bei Frauen. Während Fast Fashion eher für Konsumlust und Schnelllebigkeit steht, verkörpert Secondhand-Mode im Kontext des kollaborativen Konsums eher nachhaltige, bewusste Konsumformen. Secondhand-Kundinnen müssen nicht nachhaltig motiviert sein, finanzielle Motive haben eine mindestens ebenso hohe Bedeutung (vgl. McNeill & Venter, 2019, S. 376). Da Fast Fashion nicht nur schnell konsumiert, sondern auch schnell entsorgt wird (vgl. G. Birtwistle & Moore, 2007, S. 211), wird es eine Zunahme von billiger Fast Fashion auf dem Secondhand-Markt geben. Angesichts dessen ist das Ziel der vorliegenden Masterthesis, die Einstellungen von Secondhand-Kundinnen gegenüber Fast Fashion zu untersuchen. Hinter den Einstellungen gegenüber Fast Fashion können auch tiefer liegende Einstellungen zum Konsum im Allgemeinen oder aktuelle Konsumtrends stehen, die sich im Modekonsum manifestieren. Die Consumer Culture Theory bildet daher den theoretischen Rahmen. Die Theorie untersucht erfahrungsbezogene und soziokulturelle Dimensionen des Konsums (vgl. Arnould et al., 2005, S. 870). Im Rahmen eines qualitativen, explorativen Forschungsdesigns werden 13 problemzentrierte Leitfadeninterviews mit Secondhand-Kundinnen geführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Einstellungen gegenüber Fast Fashion erweisen sich als überwiegend negativ, denn Fast Fashion wird häufig mit einer schlechten Qualität, Überkonsum und Schnelllebigkeit von Modetrends assoziiert. Deshalb besteht beim Neukauf ein schlechtes Gewissen, welches die Probandinnen jedoch nicht grundsätzlich von einem Neukauf abhält. Die kognitive Dissonanz zwischen der negativen Einstellung und dem eigenen Kaufverhalten löst sich durch einen Gebrauchtkauf auf, denn einem Fast Fashion-Kleidungsstück wird im Secondhand-Kontext ein zweites Leben geschenkt. Die Probandinnen hinterfragen auch über ihren Modekonsum hinaus ihr Konsumverhalten und versuchen bewusst zu konsumieren.Both secondhand and fast fashion are becoming increasingly popular (cf. Albrecht et al., 2022, p. 46; cf. Statista Consumer Market Insights, 2022) – especially among women. While fast fashion is often tied to desire-oriented and fast pace consumption, secondhand is rather mentioned in contexts of sustainable and conscious consumption. However female secondhand-consumers do not have to be sustainable motivated, financial motiva-tions are equally important (cf. McNeill & Venter, 2019, p. 376). Since fast fashion is not only consumed but also disposed rapidly, there will be an increase of cheap fast fashion on the secondhand marketplace. For that reason, the aim of this master’s thesis is to study the attitudes of female secondhand consumers towards fast fashion. The attitudes towards fast fashion can also be influenced by general attitudes towards consumption or recent consumption trends, manifesting in clothing consumption. The Consumer Culture Theory therefore acts as the theoretical framework. The theory studies experience-based and sociocultural dimensions of consumption (cf. Arnould et al., 2005, p. 870). A qualitative and exploratory design is chosen. 13 problem-centred guided interviews with female secondhand-costumers are executed and analysed through qualitative content analysis. Attitudes towards fast fashion are mostly negative because fast fashion is often associated with a bad quality, overconsumption and a fast pace of fashion trends. Therefore, the new purchase of fast fashion is linked to a guilty conscience but does not prevent the probands from buying new. The cognitive dissonance between the negative attitudes and one’s own purchasing behaviour is resolved by buying secondhand, because in the secondhand-context fast fashion items are given a second life. The probands question their own clothing consumption as well as their general consumption behaviour and try to consume consciously
Zur Rolle von Bibliotheken bei der Erarbeitung, Bereitstellung und Bewahrung digitaler Editionen
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Werkzeuge, Infrastrukturen und Dienstleistungen Bibliotheken für die Erarbeitung, Bereitstellung und Bewahrung digitaler Editionen anbieten können. Dazu wird sich dem Thema zunächst anhand des aktuellen Forschungsstandes sowie einer kurzen Abhandlung über Definitionen, Entwicklungen und Begrifflichkeiten angenähert. Dann werden – die Schritte bei der Erstellung einer digitalen Edition entlanggehend – die bereits etablierten Standards, vorhandene Angebote mit konkreten Beispielen sowie Best Practices vorgestellt und daraus Ansatzpunkte für Servicemöglichkeiten abgeleitet. Die Analyse basiert sowohl auf der Forschungsliteratur zum Thema als auch auf den Webseiten von Universitäts- und Forschungsbibliotheken sowie weiterer Akteure aus diesem Bereich. Die Arbeit zeigt, dass Bibliotheken in nahezu allen Phasen digitaler Editionsprojekte unterstützend tätig sein können. Diese Beteiligung am Prozess kann sehr unterschiedlich ausgestaltet sein und von diversen Beratungsleistungen über die Bereitstellung von Tools und Infrastrukturen bis hin zur vollständigen Übernahme einzelner Arbeitsschritte reichen. Bibliotheken können so eine in den Digital Humanities noch nicht eindeutig von einem bestimmten Akteur besetzte Rolle einnehmen und es als Chance nutzen, ihre Position an der eigenen Forschungseinrichtung und für die Forschung insgesamt zu stärken. Neben den finanziellen und personellen Ressourcen stellt jedoch vor allem die Komplexität des Themenbereichs eine große Herausforderung dar.This thesis addresses the question which tools, infrastructures, and services libraries can offer for the creation, provision, and preservation of digital scholarly editions. The topic is first approached on the basis of the current state of research as well as a brief chapter on definitions, developments and terminology. Then – following the individual steps in digital scholarly editing – the already established standards, existing offers with examples as well as best practices are presented and starting points for service possibilities are derived from them. The analysis is based both on the research literature on the subject and on the websites of university and research libraries as well as other players in this field. The thesis shows that libraries can support the process in almost all phases of digital scholarly edition projects. This participation in the process can take very different forms and range from various consulting services to the provision of tools and infrastructures to the complete takeover of individual work steps. Libraries can thus take on a role in the Digital Humanities not yet clearly occupied by a particular actor and use it as an opportunity to strengthen their position at their own research institution and for research as a whole. In addition to financial and human resources, however, the complexity of the subject area poses a major challenge
Renaissance, Zensur und das Verlagswesen in Frankreich und den Niederlanden – Ein Vergleich der Offizinen Estienne und Plantin
Durch gesellschaftspolitische Dynamiken und innen- und außenpolitische Konflikte ist das 16. Jahrhundert in Europa geprägt von Veränderungen. Diese sind nicht zuletzt Resultat der Reformation, die ab 1519 all diese Veränderungen mitbestimmt. Reformation und Buchdruck sind dabei eng miteinander verknüpft. Dies führt zu unterschiedlich gestalteten Ausprägungen von Systemen zur literarischen Zensur in Europa. Mittels der Methode eines Vergleichs kann ermittelt werden, welche länderspezifischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Auswirkungen von literarischer Zensur und politischem Geschehen auf das Verlagswesen des 16. Jahrhunderts existieren. Dazu wird das Augenmerk auf Frankreich und die Niederlande gerichtet. Die Offizinen (Druckereien) Estienne in Paris und Plantin in Antwerpen dienen als Beispiele für die Ausarbeitung von Länderspezifika in der Zensurgesetzgebung, in der Ausprägung von kirchlichen und weltlichen Einflüssen und dem Umgang mit Zensur durch die beiden Offizinen.Vibrant socio-political dynamics as well as conflicts in domestic and foreign policy have a great impact on the vastly changing political and cultural landscape of 16th century Europe. Predominantly, these changes and conflicts are a result of the protestant reformation, which had been spreading in Europe since 1519. Furthermore, reformation and the evolution of printing can be seen as closely intertwined. Consequently, different systems of censorship evolve in Europe. In this thesis, similarities and differences in policies and literary censorship and their impact on 16th century publishing in France and the Netherlands are examined. The two Printers Cristopher Plantin in Antwerp and the Printers of the family Estienne in Paris are used as focal points of research. The comparison of the two Countries focuses on the three elaborated criteria of censorship policies, the impact of clerical and worldly influences on the printing enterprises and the handling of literary censorship by the printers
Nutzungsverhalten in öffentlichen Bibliotheken – Welche Konsequenzen die Covid-19-Pandemie für die Angebote öffentlicher Bibliotheken hat
Ende des Jahres 2019 brach das Virus SARS-CoV-2 aus und verbreitete sich so rasant, dass bereits ab März 2020 von einer Pandemie gesprochen wurde. Große Teile des öffentlichen Lebens kamen zum Erliegen und öffentliche Einrichtungen, einschließlich Bibliotheken, waren von sogenannten „Lockdowns“ betroffen und mussten schließen. In dieser Zeit wurde den digitalen Medien und Angeboten mehr Beachtung geschenkt und die Vorteile, die diese mit sich bringen, entdeckt. Daher passten auch die Bibliotheken ihr Angebot an die herrschenden Bedingungen an und entwickelten neue Veranstaltungskonzepte für den digitalen Raum. Auch heute, drei Jahre später, ist die Covid-19 Pandemie nach wie vor Thema des alltäglichen Lebens.
Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit den Fragen nach der Veränderung des Nutzungsverhaltens und der Zufriedenheit der Nutzenden in Bezug auf die Online-Angebote der öffentlichen Bibliotheken, damit diese auch zukünftig auf aktuelle Entwicklungen eingehen und sich daran anpassen können. Dazu wurde eine Online- Umfrage konzipiert und an die größten Bibliotheken Nordrhein- Westfalens geschickt.
Diese Online-Umfrage ergab, dass die Nutzenden der öffentlichen Bibliotheken ihr Verhalten an die Bedingungen, die die Covid-19-Pandemie geschaffen hat, angepasst haben und die Online-Angebote gerne und regelmäßig nutzen. Zudem sind die Nutzenden weitestgehend zufrieden mit den neuen digitalen Angeboten. Jedoch wurde auch der Wunsch nach umfassenderen Informationen über neue Online-Angebote deutlich. Dies zeigt, dass die öffentlichen Bibliotheken trotz positiver Rückmeldungen, ihre Angebote weiter ausbauen und Handlungsweisen weiter anpassen sollten, um den Forderungen ihrer Nutzerschaft gerecht zu werden.At the end of 2019 the SARS-CoV-2 virus broke out and spread over the world. Since March 2020 it is a global pandemic. As safety measures, large parts of public life, including libraries, were shut down. These "lockdowns" caused an increased interest in digital media and events. Thus, libraries developed new formats and digital services. Today, three years later, COVID-19 is still a part of everyday life.
This Bachelor thesis focuses on whether there was a change in the user behaviour to online services of public libraries. The aim is to formulate guidelines for libraries to orient and adapt themselves to. To that purpose, an online questionnaire was conceptualized and distributed to the largest libraries in North Rhine-Westphalia.
The questionnaire yielded that users of public libraries adapted their behaviour to the pandemic and used the offered online services both gladly and regularly. Furthermore, they are mostly satisfied with the new digital services. But there is also the wish for more communication about these new services. So public libraries should, positive feedback notwithstanding, expand their digital services and adjust their course of action even further to live up to the expectations of their users
Einflussfaktoren auf den Kauf von Innovationen im Bereich Fast Moving Consumer Goods: Eine Experimentalstudie am Beispiel eines neuartigen Tiefkühlprodukts
Produkte der Kategorie Fast Moving Consumer Goods (FMCG) wie Lebensmittel oder Hygieneartikel werden von Konsument*innen schnell verbraucht und wieder eingekauft. Trotz der Konkurrenz auf diesem Markt entwickeln Unternehmen zunehmend neuartige Produkte, die sich durch ihren Nutzenvorteil, ihre Originalität und ihre besonderen Eigenschaften etablieren sollen. Angesichts aktueller Veränderungen in den technischen Möglichkeiten sowie gesellschaftlichen Bedingungen und damit im Konsumverhalten der Menschen stellt sich für die Forschung und Unternehmen die Frage, welche Aspekte den Erfolg dieser Produkte bestimmen. Vor dem Hintergrund bestehender Literatur zu Einflussfaktoren auf das Kaufverhalten untersucht diese Arbeit daher anhand eines eigenen Forschungsmodells, inwieweit die zentralen Produktfaktoren Preis und Produktwissen sowie die individuelle Eigenschaft der Innovationsbereitschaft die Kaufintention von Innovationen im FMCG-Bereich beeinflussen.
In einer experimentell angelegten Onlinebefragung im 2×2-Between Subjects-Design wurde Proband*innen (N = 305) ein neuartiges Tiefkühlprodukt (Cherry Chocolate Bowl der Marke spoondays) vorgestellt, dessen Präsentation sich hinsichtlich des Preises (niedrig vs. hoch) und des Produktwissens (wenig vs. viel) unterschied. Neben der allgemeinen Innovationsbereitschaft und der Kaufintention beinhaltete der Fragebogen zusätzliche Messungen zu kaufrelevanten Variablen wie der Wahrnehmung der Produktqualität und des Produktwerts.
Die Ergebnisse von Varianzanalysen zeigten, dass sich ein niedriger Preis und viele Informationen signifikant positiv auf die Kaufintention zum gezeigten Produkt auswirkten; eine Interaktion der beiden Faktoren ergab sich nicht. Eine Moderation durch das individuelle Merkmale der Innovationsbereitschaft ließ sich bei beiden Effekten nicht feststellen. Eine explorative Analyse auf Basis von Gruppenvergleichen und Regressionsmodellen zeigte außerdem, dass eine gesteigerte Kaufintention mit einer positiven Wahrnehmung im Hinblick auf Produktqualität und Produktwert verbunden war.
Zusammenfassend deuten die Ergebnisse darauf hin, dass der Kauf innovativer Produkte im FMCG-Bereich eher durch produktbezogene Merkmale als durch individuelle Eigenschaften der Konsument*innen bedingt wird. Die Arbeit diskutiert die Implikationen dieses Befunds für die zukünftige Untersuchung von Innovationen sowie für das Marketing entsprechender Produkte.Products in the fast moving consumer goods (FMCG) category, such as food or hygiene products, are quickly consumed and repurchased by consumers. Despite the competition in this market, companies are increasingly developing new types of products that are intended to establish themselves through their benefits, originality, and special properties. In view of current changes in technical possibilities as well as in societal conditions and thus in people’s consumption behavior, the question arises for researchers and companies as to which aspects determine the success of these products. Against the background of existing literature on factors influencing buying behavior, this thesis uses an own research model to investigate the extent to which the central product factors of price and product knowledge, as well as the individual characteristic of innovativeness, influence the buying intention of innovations in the FMCG sector.
In an experimentally designed online survey in a 2×2 between-subjects design, participants (N = 305) saw a novel frozen food product (Cherry Chocolate Bowl by the brand spoondays), whose presentation differed in terms of price (low vs. high) and product knowledge (little vs. much). In addition to personal innovativeness and buying intention, the questionnaire assessed buying-relevant variables such as the perception of product quality and product value.
The results of variance analyses showed that a low price and a high level of information had a significantly positive effect on the buying intention for the product shown; there was no interaction between the two factors. A moderation by the individual characteristics of innovativeness could not be found for both effects. An explorative analysis based on group comparisons and regression models also showed that an increased buying intention was associated with a positive perception regarding product quality and product value.
In conclusion, the results suggest that the purchase of innovative products in the FMCG sector is determined more by product-related characteristics than by individual characteristics of the consumers. The thesis discusses the implications of this finding for the future study of innovations as well as for the marketing of respective products
Potenziale automatisierter Marktforschung im Hinblick auf neue Touchpoints im Rahmen der Customer Journey in Bezug auf die langfristige Kundenbindung im B2B
Wachsende Kundenanforderungen an die Marktforschung führten in den letzten Jahren verstärkt zu einem automatisierten DIY-Ansatz in der deutschen Marktforschungsbranche. Branchenspezifische Medien werben damit, dass Kunden durch automatisierte Plattformen nun die Möglichkeit haben, Marktforschungsprozesse institutsunabhängig durchzuführen. Auf der anderen Seite werden persönliche Kundenbeziehungen im B2B-Segment jedoch zunehmend wichtiger, um Kunden langfristig binden zu können.
Das Ziel der Arbeit ist, Touchpoints der Customer Journey, welche durch den Einsatz von DIY-Marktforschung entstehen könnten, zu identifizieren und im Hinblick auf ihr Kundenbindungspotenzial zu untersuchen. Ausgehend von den Thesen, dass DIY-Marktforschung die Customer Journey des Kunden verändert und zu einer Reduktion des persönlichen Kontakts zwischen Kunde und Anbieter führt, wird im Rahmen dieser Arbeit untersucht, welchen Einfluss DIY-Marktforschung auf die Customer Journey hat und inwieweit die identifizierten Touchpoints der Customer Journey Kundenbindungspotenzial aufweisen.
Um dieses Vorhaben zu erfüllen, wurde die folgende Forschungsmethodik angewendet: Es wurden Experten im Rahmen semi-strukturierter Interviews zu ihren Erfahrungen mit DIY-Marktforschung im B2B-Segment befragt, wobei es insbesondere darum ging, Erkenntnisse über die Kontaktsituationen zwischen Kunde durch den Erwerb sowie die Nutzung von DIY-Marktforschung zu erlangen. Die Ergebnisse der Interviews wurden anhand einer Customer Journey Map visualisiert und anschließend auf der Basis theoretischer Erkenntnisse über die Kundenbindung im B2B auf ihr Kundenbindungspotenzial hin analysiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass DIY-Markforschung für das Entstehen einer langen und intensiven Phase der Customer Journey verantwortlich ist, welche wiederum durch viele persönliche und unpersönliche Touchpoints zwischen Kunden und Anbieter charakterisiert ist. Darüber hinaus konnten Erkenntnisse über kritische Situationen zwischen Kunde und Anbieter erlangt werden, welche den identifizierten Potenzialen der Kundenbindung kritisch gegenüberstehen. Diese Forschungsarbeit fungiert somit als erster Forschungsansatz zu Kundenbindungspotenzialen von DIY-Marktforschung und beinhaltet praktische Implikationen, um Kunden über DIY-Marktforschung langfristig binden zu können
Ontologie-basierte Schlagwortextraktion zur Verbesserung des Korpus für die automatische Dokumentklassifizierung des Discovery Services LIVIVO von ZB MED Abschluss
Für die einfache Literaturrecherche von Fachinformationen bietet die ZB MED eine Literaturdatenbank namens LIVIVO an. Um eine thematische Suche zu ermöglichen, befasst sich diese Bachelorarbeit mit der Themenklassifikation der in der Datenbank vorhandenen Publikationen. Das Ziel der Arbeit besteht darin, den Korpus für eine automatisierte Klassifizierung aufzubereiten, um eine relevante Klasseneinteilung zu erzielen. Ausgehend von der Annahme, dass eine Textklassifizierung durch spezifische Terme und Schlüsselwörter gezieltere und aussagekräftigere Ergebnisse liefern kann, wird eine themenspezifische Aufbereitung mithilfe von Wissensorganisationssystemen (Thesauri) eingebunden. Hierzu wird im Vorhinein eine automatisierte Spracherkennung der Publikationen implementiert. Nach der Indexierung der Schlüsselwörter in den Dokumenten werden zwei statistische Klassifikationsmodelle für die Klassifizierung angewandt. Hierzu gehört die Latent Dirichlet Allocation, sowie der Stochastic Gradient Descent Classifier. Abschließend wird die automatische Schlagwortextraktion mit einer intellektuellen Themenanalyse verglichen und die Performance der Klassifizierung mit den aufbereiteten In Input-Daten auf eine Verbesserung hin analysiert.For simple literaturesearch of specialised information, the institute ZB MED offers a literature database called LIVIVO. To create a thematic search, this bachelor thesis deals with the topic classification of the publications available in the database. The aim of the thesis is to prepare the corpus for an automated classification in order to obtain a relevant classification. Based on the assumption that text classification delivers more targeted and meaningful results with an input of specific terms and keywords, a topic-specific pre processing with the help of knowledge organisation systems (Thesauri) will be integrated. For this purpose, an automated language recognition of the publications is implemented in advance. After indexing of the keywords in the documents, two statistical classification models are applied for the classification. These are the Latent Dirichlet Allocation and the Stochastic Gradient Descent Classifier. Finally, the automatic keyword extraction is compared with an intellectual topic analysis and the performance of the classification with the processed input data is analysed for improvement
Untersuchung der Diffusion von Bias aus Trainingsdaten im Finetuning von Language Models
Werden Sprachmodelle auf neue Daten trainiert oder bereits vortrainierte Sprachmodelle durch Finetuning auf neue Daten fein abgestimmt, so lernt ein Sprachmodell jegliche Informationen aus den verwendeten Trainingsdaten. Meistens beinhalten die Trainingsdaten einen Bias. Dieser Bias wird ebenfalls durch die Sprachmodelle aufgenommen und im Antwortverhalten verbreitet. Besonders auf die politische Domäne kann sich diese Eigenschaft negativ auswirken. So können Sprachmodelle durch Finetuning auf politische voreingenommene Daten fein abgestimmt werden, welche anschließend verwendet werden können, um Applikationen zu entwickeln, welche die politische Meinung der Benutzer*Innen beeinflussen sollen.
Das Ziel dieser Arbeit ist, zu untersuchen wie sich verschiedene Sprachmodelle auf die Reproduktion der politischen Voreingenommenheit auswirken und welche Auswirkungen verschiedene Faktoren aus dem Trainingsdatensatz auf die Reproduktion der politischen Voreingenommenheit haben.
Dafür wurde ein Web Scraper angepasst, um den dadurch generierten Datensatz durch weitere Daten zu erweitern. Bei den Daten im Datensatz handelt es sich um Nachrichtendaten der amerikanischen Politikdomäne. Dieser Datensatz wurde durch die Volltexte der Nachrichten erweitert. Außerdem wurden zusätzlich die Zitate aus den Volltexten entfernt, um die Auswirkung der Zitate auf die Reproduktion der politischen Voreingenommenheit zu untersuchen. Anschließend wurden drei Sprachmodelle, welche auf unterschiedlichen Komponenten der Transformer-Architektur basieren, auf die Schlagzeilen, Volltexte und Volltexte ohne Zitate der linken und rechten Nachrichtendaten fein abgestimmt. Nach dem Finetuning haben die Sprachmodelle Texte für Eingaben generiert. Die generierten Texte wurden durch ein Evaluationsschema auf die politische Voreingenommenheit evaluiert. Dabei wurde die politische Voreingenommenheit am stärksten und genausten durch das Sprachmodell DistilGPT2 reproduziert, welches beim Finetuning die Volltexte verwendet hat. Das Sprachmodell DistilGPT2 basiert auf der Decoder-Komponente der Transformer-Architektur. Stehen viele Daten beim Finetuning zur Verfügung, führt das Verwenden der Volltexte ohne Zitate beim Finetuning zu einer weiteren Verstärkung der Reproduktion der politischen Voreingenommenheit.When finetuned models are trained on new data or when pre-trained language models are fine-tuned to new data, a language model learns any information from the training data used. Most of the time, the training data contains a bias. This bias is also picked up by the language models and propagated in the response behavior. Especially on the political domain this can have a negative impact. Thus, language models can be finetune for political biased data, which can subsequently be used to develop applications that are intended to influence users’ political opinions.
The goal of this work is to investigate how different language models affect he reproduction of political bias and what impact different factors from the training dataset have on the reproduction of political bias. To do this, we adapted a web scraper to add more data to the dataset it generated. The data in the dataset is news data from the American political domain. This dataset was extended by the full texts, of the news items. Furthermore, additional citations were removed from the full texts to examine the effect of citations on the reproduction of political bias. Then, three language models, which are based on different components of the Transformer architecture, were fine-tuned to the headlines, full texts, and full texts without citations of the left and right news data. After fine-tuned, the language models generated texts for inputs. The generated texts were evaluated for political bias by an evaluation scheme. Here, political bias was most strongly and accurately reproduced by the DistilGPT2 language model, which used the full texts in finetuning. The DistilGPT2 language model is based on the decoder component from the Transformer architecture. If a lot of data is available during finetuning, using the full texts without citations during finetuning leads to a further amplification of the reproduction of the political bias