University of Hildesheim
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Beobachtung
Eintrag aus WSK Sprachdidaktik. Erstsprache, Zweitsprache, Fremdsprache. Ein Lern- und Konsultationswörterbuch mit systematischer Einleitung und englischen Übersetzungen
Clarity of vocational goals at universities - an empirical approach
The clarity of vocational goals gains importance in the newly developed Bachelor and Master programs at German Universities. In this work an integrative theoretical model of clarity of vocational goals and adjustment to university was empirically tested. An interview study (N = 30) and an online survey with two points of measurement were conducted (first measurement: N = 306; second measurement: N = 130). Structural equation modeling shows that occupational self-efficacy ( = .18) and application-oriented career exploration ( = .26) are important predictors of clarity of vocational goals. Adjustment to university is explained by clarity of vocational goals ( = .39) and domain interest ( = .38). Latent True Change Modeling shows the influence of clarity of vocational goals on adjustment to university over a time period of five months ( = .48). Four types of students were identified based on their clarity of vocational goals and their activities in career exploration. Students lacking in clarity of vocational goals need support to specify a vocation goal and to explore their environment or themselves. These students show a lower commitment to their university studies. The majority of students rate career exploration as very important to promote clarity of vocational goals and career entry. Latent Class Analysis identified three types of career exploration: Most of the students focus on application-oriented career exploration (62 %), few students focus on mere self-exploration (11 %); 27 % of the students neither explore their environment nor themselves. The interviews and the survey show that many students need support to specify their vocational goals and that they wish university career services. In general all students expect more practical experience during studies. Furthermore, they wish specific occupational information in their field of studies. Recommendations for university curricula are derived from the results.Die Klärung beruflicher Ziele während des Studiums gewinnt mit der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge sowie aufgrund eines flexiblen und oft unbestimmten Verhältnisses von Studium und Beruf in zahlreichen Studiengängen an Bedeutung. In der vorliegenden Arbeit wurde ein integratives theoretisches Modell zur Erklärung der beruflichen Zielklarheit und der persönlichen Haltung im Studium empirisch überprüft. Es wurden eine Interviewstudie (N = 30) sowie eine Online-Befragung von Studierenden mit zwei Erhebungszeitpunkten durchgeführt (1. Messzeitpunkt: N = 306; 2. Messzeitpunkt N = 130). Die strukturanalytische Prüfung der Modelle ergab, dass berufsbezogene Selbstwirksamkeitserwartungen ( = .18) sowie anwendungsorientierte berufliche Erkundung ( = .26) entscheidende Einflussfaktoren beruflicher Zielklarheit sind. Bezüglich der Haltung zum Studium leisten berufliche Zielklarheit ( = .39) und Interesse am Studium ( = .38) einen großen Erklärungsbeitrag. Ein Latent-Change-Modell bestätigt den Einfluss beruflicher Zielklarheit auf die Haltung zum Studium über den Zeitraum von einem halben Jahr ( = .48). Anhand der beruflichen Zielklarheit und des beruflichen Erkundungsverhaltens lassen sich vier Studierendentypen unterscheiden. Bei den nicht-zielklaren Studierenden, zu denen die Hälfte der Befragten zählt, zeigt sich Unterstützungsbedarf, was die Zielklärung und berufliche Erkundung angeht. Unter diesen Studierenden zeigt sich eine höhere Studienabbruchneigung als bei den zielklaren Studierenden. Die berufliche Erkundung wird von der deutlichen Mehrheit der Studierenden als wichtig für die Zielklärung, die Berufsvorbereitung und den Berufseinstieg erachtet. Unter den Studierenden wurden mittels latenter Klassenanalyse (LCA) drei Erkundungstypen aufgedeckt: Die meisten Studierenden legen ihren Schwerpunkt auf die anwendungsorientierte Erkundung (62 %), deutlich weniger auf die informationsorientierte Erkundung (11 %); 27 % der befragten Studierenden zählen hingegen zu den wenig Erkundenden. Sowohl die Interviewstudie als auch die Fragebogenerhebung zeigen, dass die Studierenden Unterstützungsbedarf bei der Klärung ihrer beruflichen Ziele haben und sich entsprechende Unterstützung von den Hochschulen wünschen. Gefordert werden insbesondere eine Erhöhung des Praxisbezugs im Studium und fachspezifische Informationsveranstaltungen zu beruflichen Möglichkeiten nach dem Studium. Empfehlungen für die Hochschulpraxis werden abschließend aus den Ergebnissen abgeleitet
Disentangling the Victimization-Fear Paradox An Emotional Developmental Perspective on Precautious Behavior
The victimization-fear paradox describes the finding that older adults are more afraid of becoming a victim of crime than younger adults, although they are statistically less frequent victims. This result is mainly based on the so-called standard question. In contrast, questions regarding the frequency of experiencing fear of crime and the risk assessment show no age differences. Older adults, however, behave more cautious, which may explain the lower victimization firstly, on the other hand, however, may underestimate the frequency of fear. Within the framework of an action-theoretic approach, the question was how the age-related increase in precautious behavior can be explained. Fear of crime has been worked out within an emotion theoretical approach. In the first three studies the increase of precautious behavior has been studied as an expression of heightened fear caused by an age-related increase in physical vulnerability. Situational fear of crime was induced by means of a vignette technique. While there was a positive relationship between physical vulnerability, situational fear, and precautious behavior, older adults did not generally respond with higher fear. On the contrary, in two vignettes younger adults reported reliably more fear than older adults. In two other studies, age differences were examined in the threat evaluation with a modified affective priming task. Here, young adults showed a larger priming effect than older adults. When time to respond was shortened experimentally, the magnitude of the priming effect increased in both age groups. A negative correlation between the frequency of fear and the size of the priming effect among the older adults provides evidence that (negative) information is processed differently in this age group. The last study explores precautious behavior as an age-related change in gain-risk calculations. Risk behavior might be associated with gains that lose their incentive value with age. Moreover, older adults might have modified ways of avoiding risky behavior. In general, the studies provide insights in the complexity of the subject matter. While situational fear of crime seems not to generally increase with age, the results of the priming studies indicate that care needs to be taken with regard to potential regulation mechanisms in responding to the tasks. Moreover, the findings clarify that an approach has to be taken that employs various measurement techniques as well as an integration of different theoretical advances.Das Viktimisierungs-Furcht Paradox bezieht sich auf den Forschungsbefund, dass ältere Erwachsene sich mehr davor fürchten, Opfer eines Verbrechens zu werden, als jüngere, obgleich sie statistisch betrachtet seltener Opfer werden. Dieses Ergebnis geht vor allem auf die sogenannte Standardfrage zurück. Im Gegensatz dazu zeigen Fragen nach der Häufigkeit des Kriminalitätsfurchterlebens und der Risikoeinschätzung keine Altersunterschiede. Ältere Erwachsene verhalten sich jedoch vorsichtiger, was zum einen die geringere Viktimisierungsrate erklären könnte, zum anderen jedoch auch die Furchthäufigkeit unterschätzen könnte. Im Rahmen eines handlungstheoretischen Ansatzes wurde der Frage nachgegangen, wie sich die Zunahme im Vorsichtsverhalten erklären lässt. Dabei wurde Kriminalitätsfurcht emotionstheoretisch herausgearbeitet. In den ersten drei Studien wurde Vorsichtsverhalten als Ausdruck einer durch Zunahme an physischer Vulnerabilität bedingten erhöhten Furcht untersucht. Dabei wurde mit Hilfe von Vignetten Furcht situational induziert. Während es einen positiven Zusammenhang zwischen physischer Vulnerabilität, situationaler Furcht und Vorsichtsverhalten gab, reagierten ältere Erwachsene nicht generell mit höherer Furcht. Im Gegenteil, bei zwei Vignetten berichteten jüngere Erwachsene reliabel mehr Furcht als ältere Erwachsene. In zwei weiteren Studien wurden Altersunterschiede in der Bedrohungseinschätzung mit einer modifizierten affektiven Primingaufgabe geprüft. Hierbei zeigten junge Erwachsene einen größeren Primingeffekt als ältere, wobei sich in beiden Altersgruppen der Primingeffekt unter Manipulation des Zeitdrucks erhöhte. Ein negativer Zusammenhang zwischen Furchthäufigkeit und der Höhe des Primingeffekts bei den älteren Erwachsenen liefert Hinweise darauf, dass (negative) Informationen innerhalb dieser Altersgruppe unterschiedlich verarbeitet werden. Die letzte Studie bietet einen vertieften Ausblick auf die Konzeption des Vorsichtsverhaltens als Ausdruck eines für ältere Erwachsene verringerten Anreizes der mit Risikoverhalten potentiell einhergehenden Gewinne und veränderter Möglichkeiten des Vermeidens riskanten Verhaltens. Insgesamt bieten die Studien einen Einblick in die Komplexität des Konstrukts Kriminalitätsfurcht. Während situationale Kriminalitätsfurcht nicht generell mit dem Alter zuzunehmen scheint, verweisen die Ergebnisse der Primingstudien darauf, dass Regulationsmechanismen berücksichtigt werden müssen, welche die Bearbeitung der Aufgaben beeinflussen. Darüber hinaus verdeutlichen die Ergebnisse der einzelnen Studien, dass ein Vorgehen gewählt werden muss, welches sowohl verschiedene Messmethoden als auch unterschiedliche theoretische Ansätze integriert, um dem Untersuchungsgegenstand Rechnung zu tragen
Über Analphabetismus
Der Beitrag gibt einen Einblick in bildungspolitische und in lerntheoretische Fragen des Schriftspracherwerbs. Den Ausgangspunkt bilden Befunde, die zeigen, dass weit weniger Menschen in Deutschland angemessen lesen und schreiben lernen, als es in einem Land mit neunjähriger Schulpflicht erwartbar ist. Eine der Ursachen wird in fehlgehenden Lehr-Lern-Verfahren lokalisiert, die zusammen mit der Auffassung, jedes Kind nehme seinen eigenen Weg, dazu führen, dass Probleme weder rechtzeitig erkannt noch angemessen gelöst werden. Die Individualisierung wird zudem als Deutungsmuster profiliert, das die Bildungspolitik und mithin die Gesellschaft in Bezug auf problematische Lese- und Schreiberwerbsbiographien unterhält. Zu zeigen wird sein, dass dieses Deutungsmuster eine erfolgreiche Problemlösung verhindert. Wie ein Lösungsweg aussehen könnte, wird abschließend zur Diskussion gestellt
Task as workplan, task in process: Welche Aufschlüsse gibt eine Unterrichtsaufzeichnung zu Lernaufgaben im Fach Deutsch?
Der Beitrag setzt sich anhand einer videografierten Deutschstunde mit „Aufgaben im Prozess“ auseinander und stellt Kriterien für gute Aufgaben und deren Verankerung im Unterricht vor. Der analytische Blick ist dabei auf die inhaltlichen und interaktionsbezogenen Entscheidungen der Lehrkraft gerichtet. Es kann gezeigt werden, dass der Lernerfolg entschieden davon abhängt, ob die gewählten Arbeits- und Sozialformen zu den Anforderungen der eingesetzten Aufgaben passen. Fehlende Passung zwischen Anforderung der Aufgabe und Sozialform wird als Hemmnis des Lernens evident. Folglich sollten Aufgaben Hinweise auf die Lernphase, für die sie geeignet sind, enthalten, eventuell auch auf ihre Relevanz und den Umfang benötigter Lernzeit sowie auf passende Sozialformen
Literatur und Religion
Dieser Band enthält dreizehn Vorlesungen der Ringvorlesung des Instituts für deutsche Sprache und Literatur im WS 2011/2012, die dem vielfältigen Verhältnis von Literatur und Religion interdisziplinär in historischer und interkultureller Perspektive nachgehen und dabei auch gegenwartskulturelle Bezüge herstellen
Die ersten hohenzollerischen Markgräfinnen und Markgrafen von Brandenburg
In diesem Beitrag werden Herkunft und Erziehung, rechtliche und wirtschaftliche Grundlagen und die Heiratspolitik der Hohennzollern im spätmittelalterlichen Brandenburg vorgestellt
Migration and educational biography. Educational careers of Jewish immigrants from the countries of the former Soviet Union.
The main object of the present work is the conditions of successful educational careers of the Jewish contingent refugees who have immigrated with their families to Germany from the former Soviet Union countries. The migration point of this group falls within the adolescence phase whose course is influenced by migration circumstances (e.g., loss of socialization places, change of culture). The resulting from this educational processes are reconstructed in a single case studies taking into account the history of Jewish migrants on the territory of the former Soviet Union, migration motives, the entry age of the test subjects and the structural conditions found in Germany. Based on the empiric analysis of twelve interviews four types are established which characterize educational careers of Jewish migrants living in Germany.Den Hauptgegenstand der vorliegenden Arbeit bilden Bedingungen erfolgreicher Bildungskarrieren jüdischer Kontingentflüchtlinge, die mit ihren Familien aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland eingewandert sind. Der Zeitpunkt der Migration dieser Personengruppe fällt in die Phase der Adoleszenz, deren Verlauf durch Migrationsumstände (z. B. Verlust der Sozialisationsorte, Kulturwechsel) beeinflusst wird. Die daraus resultierenden Bildungsprozesse werden unter Berücksichtigung der Geschichte der jüdischen Migranten auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion, der Wanderungsmotive, des Einreisealters der Probanden und der in Deutschland vorgefundenen Bedingungen in Einzelfallanalysen rekonstruiert. Basierend auf der empirischen Analyse von zwölf Interviews werden in der vorliegenden Arbeit vier Typen gebildet, die die Bildungskarrieren der in Deutschland lebenden jüdischen Migranten charakterisieren
German Progressive Education, Youth Movement and "India" during the Weimar Republic: a critical analysis of perspectives on India.
Vortrag vom 15.10.2011 im Symposium „Rabindranath Tagore im Zentrum von östlicher und westlicher Schulreform – Universalität im Blick auf das Kind.“, Schulmuseum Dresden. Drei Beispiele von Perspektiven der deutschen Reformpädagogik / Jugendbewegung auf "Indien" und deren kritische Analyse sowie Kontextualisierung
Die diplomatische Kärrnerarbeit des Vermittlers. Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg auf dem Egerer Fürstentreffen 1459
Beitrag über die Verhandlungspraxis des Markgrafen Albrecht Achilles von Brandenburg (1414-1486) auf dem Tag zu Eger vom 20. bis zum 25. April 1459. Dort verhandelte er einen Vergleich zwischen Böhmen und Sachsen, Heiratsverträge sowie eine Erbeinung zwischen Böhmen und Brandenburg. Der Beitrag ist um eine Edition der Verträge ergänzt